FÖRDERKREIS VERMESSUNGSTECHNISCHES MUSEUM E. V.
POSTANSCHRIFT: 
Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V.
( c/o Museum für Kunst und Kulturgeschichte )
Hansastraße 3
D-44137 DORTMUND
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Schausammlung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastraße 3
D-44137 Dortmund   
(5 Minuten vom Hauptbahnhof)

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Aktuelles              "Erinnern heißt danken"  

Redaktion: Harald Lucht

 

 

 

Aktuelle  Mitteilungen   

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05.   Dezember  2016 – siehe Nachtrag zu Mitt. 606

 

607.   Christian von Massenbach – preußischer Generalstabsoffizier und Militärschriftsteller – hat Teile Schlesiens vermessen

             Manfred Spata, Eratosthenes-Preisträger unseres Förderkreises, hat einmal mehr in der Geschichte Preußens und den frühen kartographischen Arbeiten in Schlesien geforscht. Er berichtet im Augustheft 2016 der „Schlesischen Geschichtsblätter“ über  das Wirken des preußischen Generalstabsoffiziers und auch „Landmessers“ Christian von Massenbach (1758 in Schmalkalden/Thüringen – 1827 in Posen).    Und aktuell findet sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) Ende November d.J. ein ausführlicher Bericht (darüber später mehr) über jene ungewöhnliche Persönlichkeit, die sein Zeitgenosse Carl von Clausewitz nach 1806 „ehrlich beschrieb“: „Massenbach, von kleiner gedrungener Gestalt …sehr feurigen Augen und frischer Karnation (Gesichtsfarbe), verrieth auf den ersten Blick den Enthusiasten, bei dem Gemüth und Phantasie vorherrschten. Solchen Leuten fehlt es nie an auffassendem und bildendem Verstande,  ….aber es fehlt ihnen an Takt, Urtheil und kerngesunden Ideen. So war es auch mit Massenbach“, wie Manfred Spata zitiert.

             Freiherr Christian von Massenbach wurde 1782 „in den Generalquartiermeisterstab aufgenommen, der seither in Friedenszeiten die Aufgabe hatte, für rein militärische Zwecke Geländeaufnahmen in den eigenen Provinzen zu tätigen, aber auch fremde potenzielle „Kriegstheater“ (Kriegsschauplätze) zu erkunden“, schreibt Spata und weiter. „Massenbach erhielt dann 1790 den Auftrag, im schlesischen Grenzgebiet zu Sachsen und Böhmen einen sogenannten „Defensions-Plan vom Gebirge zwischen dem Riesen-Gebirg und der Grafschaft Glatz“ zu zeichnen“. – Nach den Feldzügen 1792 – 1795 gegen Frankreich legte Christian von Massenbach seine militärgeographischen Gedanken in mehreren Denkschriften dar, insbesondere zur Bedeutung der Festungen, wofür  die notwendigen Kartenwerke und Geländebeschreibungen jedoch fehlten. Entsprechende Verbesserungsvorschläge legte der Freiherr am 25. Juni 1795 dem König Friedrich Wilhelm II. vor: „Man müßte den Frieden dazu benutzen, seine eigenen und die Kriegstheater fremder Nationen kennen zu lernen ….so muß man damit anfangen, ein trigonometrisches Netz zu entwerfen. … Es gibt einige unter uns (im Generalquartiermeisterstab), welche  einen großen Teil ihres Lebens  auf das Studium der Mathematik verwendet haben, und wohl wissen, worauf es eigentlich bei der Vermessung eines Landes ankomme.“ 1796 – 1806 arbeitete Massenbach selbst als Aufnahmeoffizier an der Berichtigung des älteren schlesischen Kartenwerks von Hammer ostwärts der Oder. Die von Massenbach berichtigten 48 Blätter erhielten später die Bezeichnung „Massenbach-Kartenwerk“ (handgezeichnet, koloriert, 81cm x 63 cm, Maßstab 1:24.000). Sie vermitteln ein genaues Siedlungsbild von Oberschlesien um 1800. Manfred Spata: „Die Blätter der Hammer- und Massenbach-Aufnahmen gehören heute zum Bestand der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz und sind von Zeit zu Zeit in Ausstellungen zu sehen, zuletzt 2000 im Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott.“

             Massenbach hat später  zahlreiche Schriften über seine Ansichten zur Reformen  in Preußen, zur Reorganisation des preußischen Staates, der Armee und zur Kriegsführung verfasst – deren Befolgen als eine der Haupursachen der verlorenen Schlacht von Jena und Auerstedt galt. Schließlich brachte ihm seine intrigante Memoirenschreiberei mit Drohungen gegen den König  Friedrich Wilhelm III. 1817 einen Prozess wegen Landesverrats ein – und von 1817 bis 1826 die Festungshaft in der Festung Glatz. Dort schrieb dann Massenbach an einem ein 26-bändigen Werk über Staatsschuldentilgung. Auch dieses Werk durfte nicht gedruckt werden, enthielt es doch wiederum scharfe Polemik gegen hochgestellte Persönlichkeiten. 1826 begnadigt, starb Freiherr Christian von Massenbach ein Jahr später am 21. November 1827. – Eine Anmerkung zur  Staatsschuldentilgung: Preußen stand 1818 vor dem Staatsbankrott. Auch der uns Vermessungsingenieuren so gut bekannte J. F. Benzenberg hatte sich intensiv mit der preußischen Staatsverschuldung befasst. „Nur die sogenannte ‚englische Anleihe‘ bei dem Londoner Bankier Rothschild von rd. 30 Mio. Talern bewahrte den Staat vor der Zahlungsunfähigkeit“, hat Dajana Baum in ihrer Dissertation über Johann-Friedrich Benzenberg (1777 – 1846), dort  Seite 282, in Erinnerung gerufen (siehe auch Besprechung  der Arbeit in zfv 2009 S. 68-69). – und siehe unsere Mitt. 254 und 286. –

             Kurz zurück zur aktuellen F.A.Z. vom 26. November 2016 (Seite18). Dort  schreibt Professor Dr. phil. Jan Volker Röhnert, Braunschweig, über von Massenbach unter dem Titel  „Der verhinderte deutsche Chateaubriand – Nach der verlorenen Schlacht bei Jena begann Christian von Massenbach ein weithin unbekanntes autobiographisches Projekt“ – Röhnert berichtet, die Niederlage in jener Schlacht wurde von Massenbach angelastet und weiter: „Der heimgegehrte Massenbach wollte Vorwürfe, die Kapitulation befördert oder Napoleon in die Händegespielt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Es war an ihm, die Geschichte des Niedergangs, wie er sie seit seinem Eintritt ins preußische Heer empfunden hatte, minutiös aufzuschreiben. Sie sollte zum uferlosen Epos geraten, welchem er den Rest seiner Lebenszeit opferte …“ – Röhnert sieht darin eine Parallele zum Werk von Chateaubriand, wie jener die Epoche Napoleons aus Sicht des zur Verbannung gezwungenen Napoleons verteidigt. –

             Wir konnten hier Manfred Spata’s Arbeit nur sehr kurzgefasst referieren. Vermessungshistorisch wird auch hier wieder deutlich, wie damals insbesondere militärische Interessen die Notwendigkeit der Kartenherstellung bewusst werden ließen.  Seine mit großer Tiefe recherchierte, außerordentlich detailreiche Veröffentlichung in der Zeitschrift  Schlesische Geschichtsblätter“  löst ein hochinteressantes Geschehen in der Napoleonischen Zeit aus dem Dunkel der Geschichte. Neben den  kartographischen Arbeiten sind dies exzentrische  Persönlichkeitsmerkmale des Freiherrn von Massenbach, Themen von Staatsreformen, die Staatsschulden-Problematik  u.v.a.m. – auch dies Themen von bleibender Aktualität.

             Quellen: Manfred Spata: Christian von Massenbach (1758 – 1827) – ein preußischer Generalstabsoffizier in Schlesien, in Schlesische Geschichtsblätter, Zs. für Regionalgeschichte Schlesiens, 41. Jahrgang (2016), Heft 2 (August), Verein für Geschichte Schlesiens e.V. www.verein-fuer-geschichte-schlesiens.eu  ; F.A.Z. vom 26.11.2016 – 01.12.2016

 

 

 

606.   70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland

             Mit einer Festveranstaltung am 8. November 2016 würdigte das Oberprüfungsamt für das technische Referendariat (OPA) sein Wirken seit den Anfängen 1946.

             Als Vorsitzender des Kuratoriums des OPA stellt Professor Dr.-Ing. Klaus Kummer FRICS, Abteilungsleiter im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg, in seinem einleitenden Vorwort unter dem Titel „Das neue technische Referendariat“ die in den Jahren 2010 bis 2015 umgesetzte Reform des technischen Referendariats vor. Grundlagen der Reform waren u.a. eine wissenschaftliche Wirkungsanalyse zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung.  Motivation heutiger Referendarausbildung ist im wesentlichen eine fundierte,  durch den Staat zertifizierte fachlich geprägte Führungsqualifikation für Wirtschaft und Verwaltung. Gegenüber früherer Referendarausbildung hat sich inzwischen ein Paradigmenwechsel vollzogen, der den Einsatz der Absolventen sowohl  in den Verwaltungen wie jedoch insbesondere in der Wirtschaft in besonderer Weise betont und zusätzlich zertifiziert und damit auf die heute wesentliche  interdisziplinäre Berufspraxis vorbereitet. Und auch schon vor 20 Jahren hatte der damalige Kuratoriumsvorsitzende Dr. Jürgen Huber vorausschauend auf den notwendigen Ansatz „Führungsqualifikation für Wirtschaft und Verwaltung“ als Ausbildungsziel im technischen Referendariat hingewiesen, der nunmehr realisiert wurde – man erkennt auch eine hohe Kontinuität im Wirken des OPA.

             Für die Geodäten gehörte das Vermessungs- und Liegenschaftswesen zu den Gründungsfachrichtungen des OPA. In den vergangenen 70 Jahren  waren hier Jahr für Jahr rund 80 Prüferinnen und Prüfer im ehrenamtlichen Nebenamt tätig. Sie haben in jenem Zeitraum mehr als 5.500 Geodäten und Geodätinnen geprüft, 30 Prozent sämtlicher technischer  Assessoren und Assessorinnen, wie Klaus Kummer in seinem Fachbeitrag der o.a. herausgegebenen Fest schrift des OPA berichtet. „Sie haben mit ihren Leistungen bei der Eigentumssicherung, für den Grundstücksverkehr, bei der Planung und Bodenordnung, der Immobilienwertermittlung sowie mit den topographischen und thematischen Karten wichtige Grundlagen geliefert“, hebt Klaus Kummer in der Festschrift hervor. Für die jüngere Vergangenheit ist darüber hinaus hervorzuheben, daß ihm die Direktaufnahme in die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS)  für Geodäten mit Staatsexamen wesentlich zu verdanken ist. Siehe hierzu den Bericht in der zfv 2015 – und wir hatten in unserer Mitt. 591 aus anderem Anlass darauf hingewiesen.

             Der langjährige frühere Prüfungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Jürgen Barwinski beschrieb in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des OPA die seinerzeitigen Aufgaben mit dem Wirken für den Wiederaufbau, die Zeit der Konsolidierung, der Normalisierung und bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Weil sich das fachliche Berufsfeld der Geodäsie insbesondere in den vergangenen 20 Jahren in immer stärkerem Maße in weite Bereiche der Geoinformationen erweitert und deutlich gewandelt hat, war es nur folgerichtig, daß der Prüfungsausschuss inzwischen in „Geodäsie und Geoinformation“ umbenannt worden ist.

              Quellen: Festschrift  „70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland“ des Oberprüfungsamtes für das technische Referendariat beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat Z 35 in Bonn; Klaus Kummer u.a.: Direktaufnahme in die RICS für Geodäten mit Staatsexamen, in zfv 2015 S. 129 – 135, Klaus Kummer: Interdisziplinäre, länderübergreifende Foren für das technische Referendariat, Zs. fub Heft 5/2016 – Nachtrag: Siehe auch Kummer, Klaus: 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland, in zfv S. 428-429.  – 23.11./05.12.2016

 

 

 

605.   Lohne auf  alten und neuen Karten

             Eine „Kleine Geschichte der Kartographie für Lohne und die Region“ – so der Untertitel eines neuen Buches von Vermessungsdirektor Heiko Taubenrauch, Leiter des Katasteramts Cloppenburg in Niedersachsen.  Darin wird am Beispiel der Stadt Lohne und der südoldenburgischen Region die historische Entwicklung der Kartographie bis in die moderne Zeit gezeigt. Erstmals wird damit eine zusammenhängende Sicht auf die kartographische Darstellung des Oldenburger Münsterlandes möglich – so insbesondere durch  Regionalkarten Westfalens aus dem 18. Jahrhundert, die Landesaufnahmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die Oldenburgischen Grundsteuervermessungen von 1836. Anhand  der aktuellen Kartographie wird damit der Wandel der früheren Landkarten zur heutigen umfassenden Geoinformationen verdeutlicht. – In einem Anhang findet der Leser Kurzbiographien von 150 Kartenkünstlern, Kartographen und Landmessern. Das vom Heimatverein Lohne herausgegebene 188 Seiten starke Buch kann im Buchhandel und im Industrie Museum Lohne zum Preis von 12,80 € erworben werden. ISBN 978-3-945579-03-9. – 12.11.2012.

 

 

604.   Sondersitzung des Kuratoriums des Förderkreises – Revirement in der Leitung

             Das Kuratorium des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e.V. trat in diesem Jahr zu einer weiteren Sitzung am 28. Oktober zusammen. Diese Sondersitzung war insbesondere wegen eines größeren Revirements in der Leitung erforderlich.

             Zu Beginn der Sitzung wurden die Kuratoriumsmitglieder vom neuen Leiter des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dr. Jens Stöcker begrüßt. Er warb für eine weitere gute Zusammenarbeit mit dem Förderkreis auch im Zusammenhang mit neuen Aspekten der Museumsarbeit, so auch, wenn zukünftig die Stadtgeschichte Dortmund mehr im Fokus des Museums stehen soll. Professor Berthold Witte dankte für die freundliche Begrüßung und bestätigte die bisherige gute Kooperation.

            Als Kuratoriumsvorsitzender begründete dann seine Bitte, den Vorsitz aus Altersgründen weitergeben zu wollen, eine Funktion, die er seit 2008 gerne ausgeübt habe. Als neuer Vorsitzender des Kuratoriums hat sich Prof. Dr.-Ing. Harald Schuh vom GeoForschungsZentrum aus Potsdam zur Verfügung gestellt. Dessen Vita  wurde von Berthold Witte kurz vorgestellt und aus besonderer persönlicher Verbundenheit von Ingo von Stillfried ergänzt.  Harald Schuh wird die Nachfolge ab der kommenden Mitgliederversammlung im Februar 2017 übernehmen. Auch der langjährige stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, Dr.-Ing. Hartwig Junius, bat ebenfalls aus Altersgründen, einen Nachfolger zu bestimmen. Ulf Meyer-Dietrich, Leiter des Vermessungs- und Katasteramts Dortmund hat sich bereiterklärt, diese Funktion zu übernehmen. Hartwig Junius war für viele Jahre „der gute Geist des Kuratoriums“ wie Ihr Redakteur und damaliger Präsident bereits 2000 festgestellt hatte (siehe http://www.vermessungsgeschichte.de/sammlung-Dateien/BegegnungenmitPersoenlichkeitenimFoerderkreis.pdf ) – er hat inzwischen seit 34 Jahren (seit 1982!) die Geschicke des Kuratoriums wesentlich bestimmt. Die Kuratoriumsmitglieder dankten Hartwig Junius mit lebhaftem Beifall. Er bleibt dem Förderkreis jedoch weiterhin als rühriger Bibliothekar erhalten.

             Den Bericht des Vorstandes erstattete der Präsident, Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg. Für den Eratosthenes-Preis sind 2 Vorschläge eingereicht worden, über die Preisvergabe entscheidet das Stiftergremium. Weiter wies er auf die jüngsten Veröffentlichungen über die Museumsarbeit hin, so auf den Bericht in der zfv  2016 S. 141-142 „40 Jahre – Dortmund ein Zentrum der Vermessungsgeschichte“ (Siehe Mitt. 574),  auf einen Bericht in der AVN und auf das VDVmagazin S. 153 bis 157, dort mit Texten vielfach auf der Grundlage der Mitteilungen der Seite Aktuell der Homepage des Förderkreises, ergänzt mit zugehörigem Bildern. Jene Aktuell-Seiten haben weiter hohe Zugriffswerte.

             Das kommende Symposium „Friedrich Robert Helmert –  zum 100. Todestag“ ist von Prof. Dr. Erich Weiß vorbereitet worden (siehe Mitt. 600). Im übrigen bittet auch Herr Weiß, die Vorbereitungsarbeiten für künftige Symposien in jüngere Hände zu geben. Als ein mögliches Thema für 2020 wurde „Technikgeschichte“ erörtert. Dr. Rolf Harbeck verwies darauf, neben Bau- und Instrumentengeschichte könne auch die Kartographie dazu wesentliches beitragen.

             Die Kuratoriumsmitglieder erörterten die zukünftigen Entwicklungen der Museumsarbeit. Die in der gegenwärtigen Form 1995 damals neu gestaltete Schausammlung müsse recht bald modernisiert werden, dazu biete gerade auch die Zusammenarbeit mit der neuen Museumsleitung gute Chancen. Im Hinblick auf die Stadtgeschichte könne z.B. die seinerzeitige Neugestaltung der Dortmunder Innenstadt mittels Bodenordnung in die Ausstellung integriert werden. Jene Arbeiten unter der Leitung von Siegfried Stahnke, damaliger Leiter des Vermessungs- und Katasteramts Dortmund hätten bundesweit Modellcharakter gehabt – das Museumshandbuch trägt dem bereits Rechnung. – 02.11.2016

 

 

603.     Persönlichkeiten in der Landeskultur im Rheinland 1945 bis 1970 und deren persönliche Herausforderungen in der NS-Zeit

             Die unermüdlichen Erforschungen der geschichtlichen Entwicklungen der Landeskultur im nördlichen Deutschland hat Professor em. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Erich Weiß fortgesetzt und nunmehr den Zeitraum nach 1945 in den ehemaligen preußischen Provinzen Nordrhein und Westfalen dokumentiert. –  Nach grundlegender Darstellung der Vorgeschichte des nach dem Zweiten Weltkrieg neu gebildeten Landes Nordrhein-Westfalen dokumentiert er, wie aus der bisherigen Landeskulturabteilung beim Oberpräsidium der Provinz Nordrhein ein neues Landeskulturamt in Bonn geschaffen wurde (und später verlegt 1958 nach Düsseldorf). Ebenfalls beschrieben werden die Weiterführung der Landeskulturabteilung beim Oberpräsidenten der Provinz Westfalen sowie die facettenreichen Entwicklungen der nachgeordneten Kulturämter. Erläuternd schreibt Erich Weiß, „die Landeskultur im hier angesprochenen Sachzusammenhang der 1950er bis 1970er Jahre umfasst im wesentlichen Maßnahmen zur Verbesserung der landbautechnischen Produktionsmöglichkeiten auf den land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen (…) mittels Grundstücksneuordnung (…) sehr wohl schon unter Wahrung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen.“ Und er weist auf die Regelungen des Flurbereinigungsgesetzes des Bundes hin und darauf, daß diese Landeskulturmaßnahmen als staatliche Aufgaben von Behörden des Landes wahrzunehmen waren.

             1957 bewirkte die Zusammenführung der Landeskulturverwaltung mit der Landessiedlungsverwaltung eine deutliche Verwaltungsstrukturänderung und führte zur Landesverwaltung für Flurbereinigung und Siedlung, räumlich noch getrennt für den nordrheinischen und für den westfälischen Landesteil. Zur ländlichen Bodenordnung war damit wieder das ländliche Siedlungswesen hinzugekommen – insgesamt ergab sich damit ein umfängliches und volkswirtschaftlich ungemein wichtiges Aufgabenspektrum, insbesondere auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten, die in großen Teilen auch landwirtschaftlich geprägt waren.

             Die hier besprochene Dokumentation von Erich Weiß erinnert im weiteren an die leitenden Persönlichkeiten der Landeskulturverwaltung Nordrhein bzw. der Verwaltung für Flurbereinigung und Siedlung Nordrhein, Erich Küsters (1944/45 – 1954), Dr. Otto Bierig (1954 – 1968) und Dr. Karl Jennen (1968 – 1970). Wir fassen deren ausführlich beschriebenen Lebensläufe und ihr Wirken hier in gebotener Kürze zusammen.

             Erich Küsters wurde am 26 April 1885 in Labbeck im Kreis Moers geboren und röm.-kath. getauft. Der Vater war Zentrumspolitiker und 1921 bis 1924 Abgeordneter des preußischen Landtages. Nach dem Abitur studierte Erich Küsters Rechtswissenschaften in Freiburg, Marburg, Berlin und Bonn und beendete seine Ausbildung 1914 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen in Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg gelang ihm 1919 der Einstieg in die preußische Landeskulturverwaltung und schon 1920 wurde er Kulturamtsvorsteher in Mayen. Nach Wirken in Düsseldorf wurde er 1933 nach Koblenz versetzt – es folgte die Zeit des Nationalsozialismus, in einer heute unwirklichen, damals vielfach belastenden Arbeitswelt. Und Erich Weiß zitiert den erneuten (!) Diensteid, den Küsters 1934 wie alle öffentlichen Beamten (und Soldaten) zu leisten hatte, „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“ –

             Um größere dienstliche Benachteiligungen zu vermeiden, hat sich Erich Küsters auch in berufsnahe nationalsozialistische Organisationen eingebracht und trat 1937 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. – Gleichwohl wurde er bereits am 7. August 1945 wieder in den Dienst der Landeskulturverwaltung noch des Oberpräsidiums Nordrhein einberufen und später im Entnazifizierungsverfahren als „Typischer Mitläufer“ eingeschätzt, der „…sich in keiner Weise aktiv für die NSDAP eingesetzt…“ hatte. Erich Küsters wurde als „entlastet“ eingestuft, da „…er nicht aus Überzeugung Parteimitglied war, sondern nur infolge des auf alle Beamten ausgeübten behördlichen Druckes…“. –   

             Der Neubeginn landeskultureller Arbeiten nach den Kriegszerstörungen war unendlich mühselig, Räumlichkeiten, Aktenunterlagen und Personal fehlten. Erich Küsters arbeitete über die Pensionsgrenze hinaus und wurde 1952 noch zum Regierungs-Direktor befördert, 1954 in den Ruhestand verabschiedet und 1955 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Er starb 1961 in Bonn.

             Nachfolger wurde 1954 Oberregierungs- und Kulturrat Dr. Otto Bierig, Kulturamtsvorsteher in Düsseldorf. Otto Bierig wurde am 14. April 1903 in einem katholischen Elternhaus in Siegen geboren. Nach dem Abitur 1922 studierte er Rechtswissenschaften in Tübingen und Köln und wurde dort zum Dr. jur. promoviert. Nach Erster und Zweiter Juristischer Staatsprüfung folgte die Ausbildung zum Kulturamtsvorsteher ab 1931 bis 1935 in Elbing, Königsberg, Stolp sowie Schweidnitz, alle gelegen in den östlichen preußischen Provinzen. Otto Bierig wurde von der politischen Staatssicherheit der pommerschen Provinzialhauptstadt Stettin längere Zeit intensiv observiert, was ihm jedoch nicht verborgen geblieben ist. Bis 1942 folgten Versetzungen nach Limburg/Lahn und nach Euskirchen, wo er „unabkömmlich“ gestellt wurde. Bemerkenswert ist, in welchem Umfang Spitzenbeamte im damaligen großen deutschen Reichsgebiet versetzt wurden.

             Auch Otto Bierig war 1933 Mitglied der NSDAP geworden und ebenso der NS-Sturmabteilung SA und in weiteren NS-Organisationen. Er konnte erst im Berufungsverfahren seine Entnazifizierung erreichen, für ihn hatten sich große Schwierigkeiten aus seinen (angeblichen) Aktivitäten in der SA ergeben. So konnte er erst 1950 seinen Dienst in der Landeskulturverwaltung wieder aufnehmen. 1954 wurde er Nachfolger von Erich Küsters und am 21. Juni 1960 zum ersten Präsidenten des Landesamtes für  Flurbereinigung und Siedlung befördert, eine Position, die er mit Umsicht und Tatkraft bis zu seiner Pensionierung 1968 ausüben konnte. Er ist 1971 in Düsseldorf verstorben.

             Kurzzeitiger Nachfolger wurde Dr. Karl Jennen,  geboren am 18. März 1906 in einem katholischen Elternhaus in Gelsenkirchen. Er hatte nach seinem Abitur und dem Studium der Rechtswissenschaft in Berlin, Paris, Königsberg, Greifswald, Erlangen, Bonn und Münster, sowie den beiden Juristischen Examina noch 1932 seinen Amtseid mit den Worten abgelegt, „Ich schwöre Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.“ 1934 folgte die Promotion in Erlangen. Vom November 1935 bis zum August 1938 arbeitet er u.a. als Notarvertreter und ab 1938 in der Reichsfinanzverwaltung, dort hatte er das Gelöbnis abzulegen, wie schon bei Küsters zitiert: „Ich werde dem Führer…“. Zum 30. Oktober 1940 wurde er zum Militärdienst eingezogen und kehrte aus der Kriegsgefangenschaft 1946 zurück.

             Auch Karl Jennen war Mitglied der SA von 1933 bis 1938 und Mitglied der NSDAP seit 1937 sowie ebenfalls Mitglied mehrerer weiterer NS-Organisationen. Im abschließenden Entnazifizierungsverfahren wurde er 1949 entlastet. Bereits zuvor war er wieder in die Finanzverwaltung zurückgekehrt und wirkte dort in verschiedenen leitenden Funktionen. Dr. Karl Jennen wurde dann am 9. Januar 1968 zum Präsidenten des Landesamtes für Flurbereinigung und Siedlung bestimmt. Er trat dieses Amt am 1. Mai als erster Nichtfachmann in der 150-jährigen Geschichte dieser Sonderverwaltung an. Erich Weiß berichtet ergänzend von der Unruhe, die diese Besetzung in der Personalstruktur erzeugt hat. „Für das erfolgreiche Wirken der Verwaltung vor Ort gingen dabei vielfältige, vielgestaltige Vertrauensstrukturen verloren und betroffene Beamte wandten sich nicht selten von der Verwaltung ab – ein Verlust, der viele Jahre nachwirkte.“ Als ehemaliger Finanzbeamter vermochte der neue Präsident das notwendige enge Zusammenwirken seiner neuen Verwaltung mit anderen Fach- und Kommunalverwaltungen vor Ort nur schwer sachgerecht zu bewerten. –

             Ihrem Redakteur und Rezensenten erscheint an dieser jüngsten Veröffentlichung von Erich Weiß besonders wesentlich, heute erneut zu erkennen, welche belastenden Verstrickungen der NS-Zeit die damals Handelnden ausgesetzt waren. Aus der heutigen Sicht aller inzwischen bekannten unfassbaren Folgen des NS-Regimes im sogenannten „Dritten Reich“ wird einmal mehr deutlich, welche Zumutung allein jener Hitler-Eid für jeden pflichtbewussten Beamten bedeuten musste – eine Verurteilung jener „Mitläufer“ aus heutiger Kenntnis der Verbrechen der Nationalsozialisten sollte differenzieren können – in Ansehung jener damals erzwungenen Eide und ebenso des jedenfalls anfänglichen „Mitmachens“ in den NS-Organisationen – zumal in einer Diktatur, in einer Zeit der damals gleichgeschalteten öffentlichen Medien Presse und Radio und noch ohne Fernsehen. –

             Erich Weiß hat in dieser wertvollen neuesten Veröffentlichung wiederum zahlreiche Originalquellen der hier die maßgebenden Gesetze und umfänglichen rechtlichen Bestimmungen zitiert, ergänzt durch zahlreiche Fußnoten. Dem Autor ist zu danken, daß damit Leben, Wollen und Wirken von gestaltenden Persönlichkeiten der Landeskultur im nördlichen Rheinland im geschichtlichen Bewusstsein erhalten werden. – Die hier vorgestellten organisatorischen und biographischen Forschungsergebnisse von Professor Dr. Erich Weiß setzen frühere Arbeiten fort, wie wir sie hier besprochen haben, insbesondere in Mitt. 579, 557, 541 mit weiteren Hinweisen.

             Quelle: Erich Weiß: Die Leiter und Präsidenten des Landeskulturamtes Nordrhein/ des Landesamtes Nordrhein für Flurbereinigung und Siedlung 1945 – 1970. – Drei Persönlichkeiten der Agrarstrukturellen Entwicklung im nördlichen Rheinland, in Rheinische Heimatpflege – 53. Jahrgang – 2/2016 – S. 91 bis 106, ISSN 0342-1805, Köln 2016 – E-Mail: wiemer@rheinischer-verein.de – 25.10.2016

 

 

 

602.   INTERGEO in Hamburg – auch für den Förderkreis Vermessungstechnisches Museum ein voller Erfolg

             In Hamburg war der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund traditionell mit seinem Stand auf der INTERGEO vom 11. bis 13. Oktober 2016 vertreten. Geleitet von Jürgen Lagoda, der wieder unterstützt wurde von  Christian Heine und auch von Claudia Balke, Geschäftsführerin des Förderkreises. Und schon zum wiederholten Male insbesondere auch von Dmitri Diener, vor 5 Jahren von Prof. Dr. Wolfgang Torge „eingeworben“. Einst Student in Hannover steht Kollege Dmitri Diener inzwischen kurz vor der Masterprüfung im Bereich Ingenieurgeodäsie an der Universität Hannover - wir drücken ihm die Daumen! –

             Am Stand des Förderkreises konnten wir eine ganze Reihe von Besuchern und Besucherinnen  begrüßen, die reges Interesse zeigten für das Museumshandbuch (gerne gekauft als „Eigen-Geschenk“), die große Anzahl der Schriften, auch noch jene über die so gelungene Mercatorausstellung 2012. Der frühere Kuratoriumsvorsitzende  Prof. Wolfgang Torge schaute vorbei, Präsident Professor Dr.-Ing. Peter Mesenburg ließ es sich nicht nehmen, die Crew des Förderkreises zu verstärken. Und Ihr Redakteur  und Berichterstatter konnte eine Reihe von früheren freundschaftlichen Kontakten  weiter vertiefen, so u.a. mit Frank Reichert, dem Eratosthenes-Preisträger 2001, den Kollegen Präsidenten Willfried Grunau (zwei „Lotbrüder“ des Goldenen Lots des VDV – 1998 und 2003), Andrea Kleber, Klaus Meyer-Dietrich, Burkhard Kreuter, Michael Kilian – alle vom Präsidium des VDV, gute Kontakte auch Dank der Nähe des  großen Verbändestandes von BdVI, DVW, VDV und DGfK. Überhaupt befand sich der Stand des Förderkreises außerdem in höchst internationaler Nachbarschaft, unweit des US-Pavillons und des Standes „Made in the United Kingdom und der Fa. ORIENT – was ja kein Wunder war bei der in immer stärkeren Maße wachsenden globalisierten Messe-Teilnehmerschaft (Aussteller wie Besucher) – und eben damit aber doch eingebettet in einer erfreulich breitgestreute Gesellschaft. Jürgen Lagoda vertiefte die Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen Brzozowski und Urbanski aus Warschau, auch im Hinblick auf eine weitere Zusammenarbeit (verl. Mitt. 554). –

             Ja und abschließend zu diesem spontanen „review“ von „der Welt größter geodätischer Messe für Geoinformationen“ hier ein großer Dank an unsere engagierte Crew  im Stand des Förderkreises und last not least an das Büro des ÖbVI Tiemann, der einmal mehr für den Transport der „gewichtigen“ Bücher und Schriften, insgesamt für das Begleitmaterial von Dortmund nach Hamburg und retour sorgte. – 13.10.2016

 

 

601.   Kulturhaus am Wattenmeer veranstaltet 1. Gaußtag

             Michael Remmers lädt ein zu einer Veranstaltung am 1. Oktober 2016  im neu eröffneten Gauß-Museum am Wattenmeer – im Mittelpunkt stehen zwei Vorträge über Carl Friedrich Gauß von Bernd Bultmann zum 17-Eck und von Prof. Klaus Kertscher über „Gauß-Superstar“. Start ist um 14 Uhr mit einem Gaußtrunk, dem folgt der Einsatz eines Heliotropen-Nachbaus. – Für Kaffee und Kuchen wird gesorgt, ebenso für ein Musik-Begleitprogramm (mit „Saitenhieben“)Bei Anmeldung sind 15 € pro Person zu entrichten“ schreiben Magdalene und Michael Remmers, die zusammen das Kulturhaus und Gauß-Café am Wattenmeer mit dem Gauß-Museum in Langwarden kürzlich eröffnet haben, vergl. unsere Mitt. Nr. 596 . – Anmeldungen über komregis@t-online.de . – 21.09.2016

 

 

600.  13. Symposium zur Vermessungsgeschichte – Vorankündigung

Friedrich Robert Helmert –  zum 100. Todestag

             Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund widmet das kommende 13. Symposium für Vermessungsgeschichte am 13. Februar 2017 Friedrich Robert Helmert, „einem der großen Geodäten an der Schwelle vom 19. Zum 20. Jahrhundert“ (Torge, Geschichte der Geodäsie in Deutschland). Helmert wurde  am 31. Juli 1843 in der alten sächsischen Bergbaustadt Freiberg geboren; er starb am 15. Juni 1917 in Potsdam an den Folgen eines Schlaganfalls – im kommenden Jahr vor 100 Jahren.

             Helmert prägte zur Wende des 19. zum 20.Jahrhundert die Entwicklungen der Geodäsie als Wissenschaft wie kaum ein anderer. Seine klassische Definition der Geodäsie als „Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche“ war in ihrer umfassenden Einfachheit genial. Spätere Erweiterungen konkretisierten die Aufgabenstellung der Geodäsie, differenzierten wohl auch gerne in „höhere“ und „niedere“ Geodäsie – heutige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begreifen unsere Wissenschaft in Theorie und Praxis umfassend von der Ausmessung und Abbildung der Erde bis hin zur Ordnung des Grund und Bodens. – 

             Friederich Robert Helmert studierte von 1859 bis 1863 am Polytechnikum Ingenieurwissenschaften in Dresden, war danach dort Assistent beim Professor der Geodäsie August Nagel und ergänzte 1866/67 sein Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig mit der Promotion, sein Thema „Studien über rationelle Vermessungen im Gebiet der höheren Geodäsie“.  Im Jahr 1872 erschien Helmerts erstes größeres Werk über „Die Ausgleichungsrechnung nach der Methode der kleinsten Quadrate mit Anwendungen auf die Geodäsie und die Theorie der Messinstrumente“. Damals war die Ausgleichungsrechnung noch keineswegs allgemein in der Praxis akzeptiert. Helmert wurde im gleichen Jahr zum Professor der Geodäsie am neuen Aachener Polytechnikum ernannt.

             In den Jahren 1880 und 1884 erschien sein grundlegendes Werk „Die mathematischen und die physikalischen Theorieen (Originaltitel) der höheren Geodäsie“ in 2 Bänden. 1886 wurde Helmert zum Direktor des Preußischen Geodätischen Instituts in Potsdam ernannt und gleichzeitig berufen auf das neu eingerichtete Ordinariat für höhere Geodäsie an der Universität Berlin. Es folgt eine weltweit anerkannte Forschungstätigkeit, 1900 wird Helmert zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt, zahlreiche weitere Auszeichnungen folgen und zeugen von der weltweiten Anerkennung dieses genialen Geodäten (Wolf, zitiert nach Torge, a.a.O.).

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             Das Symposium zum 100. Todestag von Friedrich Robert Helmert ist in den vergangenen Jahren durch Professor em. Dr.-Ing. mult. Erich Weiß (Bonn) für den Förderkreis langfristig vorbereitet worden. Erich Weiß konnte eine Reihe namhafter Wissenschaftler als Vortragende gewinnen:

Programm des 13. Symposiums für Vermessunggeschichte in Dortmund

am Montag, 13. Februar 2017, in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3 Dortmund, 5 Minuten vom Hauptbahnhof.

10:00 Uhr: Begrüßung, anschließend

Friedrich Robert Helmert 1843 – 1917  Ausschnitte aus seinem Lebensweg  und  seinem internationalen Wirken  

Univ. Prof. em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Christoph Reigber                                                                                                                

ca. 10:45 Uhr Kaffeepause

11:15 Uhr: Über die Ausgleichung bei „Überschüssigen Messungen und zufälligen Beobachtungen“ – auf den Spuren von Friedrich Robert Helmert  - Prof. Dr. techn. Dipl.-Ing. Wolf -Dieter Schuh

12:00 Uhr: Die Figur der Erde – zu Zeiten Friedrich Robert Helmerts und heute    Prof. Dr.-Ing. Karl Heinz Ilk

Ca. 12:45 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr: Instrumente und Geräte für geodätische Arbeiten und Forschungen  am Geodätischen Institut Potsdam unter dem Direktorat von Friedrich Robert Helmert   Dr.-Ing. habil. Joachim Höpfner

14:45 Uhr: Geodätische Forschung 100 Jahre nach Friedrich Robert Helmert  Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Harald Schuh

Ca. 15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr folgt die Mitgliederversammlung des Förderkreises, hierzu sind Gäste herzlich willkommen und eingeladen. – 14.09.2017

 

 

 

599.   Theodor Ziegler zur Vollendung des 90. Lebensjahres

             „Die bayerische Vermessungsverwaltung in Geschichte und Gegenwart“ ist der Untertitel eines Buches Vom Grenzstein zur Landkarte, mit dem der Leiter der Bayerischen Vermessungsverwaltung der Jahre 1985  bis 1989, Ministerial- Dirigent Prof. Dr.-Ing. Theodor Ziegler, unserem Beruf  ein besonderes Denkmal gesetzt hat, erschienen 1989 in 2. Auflage im Verlag Konrad Witwer. Er hat darin in prägnanter Kürze einen Streifzug durch die Leistungen der in amtlichen Diensten wirkenden Geodäten dargestellt und insbesondere am Beispiel der bayerischen Vermessungsverwaltung illustriert. Schon die einleitende Skizze, überschrieben mit „Schau ein Geometer! Was macht denn der da?“ reizt, dieses Buch nicht sobald aus der Hand zu legen. Die Themenbreite (in Auswahl)  Landesvermessung, Triangulation (mit Eratosthenes startend und bis hin zu GPS), Koordinatensysteme, Luftbildvermessung, Topographische Karten, Kataster-Uraufnahme, Alois Senefelder, Johann Georg von Soldner, Liegenschaftskataster, Abmarkung (und Feldgeschworene mit den Siebenerzeichen),  Bodenschätzung usw. zeigt ein Mosaik unseres Berufsfeldes vom Autor allgemeinverständlich beschrieben und mit treffenden Kartenbeispielen und Fotos illustriert.  Fachlich-humorvolle Skizzen lassen immer mal wieder Vorliebe und Geschick von Theodor Ziegler aufscheinen, komplizierte Sachthemen dem Leser eingängig nahezubringen, dabei den fachlichen Kern stets im Auge behaltend – ein herrliches Buch, das Theodor Ziegler unserem Beruf schenkte – und seiner Vorbemerkung ist grundsätzlich zuzustimmen, die dargestellten Grundlagen und Methoden waren damals denen in anderen Ländern weitgehend identisch. Wenn sich in den seit dem Erscheinen dieses unverändert lesenswerten Buches insbesondere die Methoden durch neuere Technik erheblich weiterentwickelt haben, so bleiben doch die Grundlagen und deren Historie unverändert – ein besonderer Markstein der Vermessungsgeschichte.

             Der nunmehrige Jubilar Theodor Ziegler wurde am 1. September 1926 in Augsburg geboren, mußte ab 1943 in den Kriegsdienst ziehen, konnte nach der Kriegsgefangenschaft dann endlich 1946 bis 1950 an der TH München studieren und legte 1953 die Bayerische  Große Staatsprüfung ab. Nach Promotion bei Professor Kneißl folgte seine so erfolgreiche Karriere in der bayerischen Vermessungsverwaltung. In besonderem Maße interessierten ihn stets die Quellen, Grundlagen und Entwicklungen geodätischen Wirkens in der ganzen Breite; so war es ihm dann auch ein besonderes Anliegen, ausführliche Ausbildungsschriften zur Entstehung des bayerischen Katasterwerks, zum Bayerischen Landesvermessungsamt, zur Bodenschätzung …. zur Einführung in die Abmarkung zu verfassen (vornehm zurückhaltend als Ausbildungsvorträge bezeichnet). Sie bildeten das Fundament, auch darauf fußte sein Buch Vom Grenzstein zur Landkarte.

             Ihr Redakteur lernte Theodor Ziegler 1981 in der AdV kennen, als er als Präsident des Bayerischen Landesvermessungsamtes erstmals an einer Plenumssitzung teilnahm und später als Chef der bayerischen Vermessungsverwaltung bis zu seiner Pensionierung dort weiterhin entscheidend mitwirkte. Seine profunden Beiträge sind mir besonders aus meiner Vorsitzer-Zeit 1983/84 in lebhafter Erinnerung. Theodor Ziegler war nicht nur ein exzellenter Fachgeodät, gerne ließ er darüber hinaus seine vielfältigen allgemeinen Interessen erkennen. Sie führten gerade im persönlichen Gespräch zu manchen heiteren und ebenso aber auch tiefgehenden Diskussionen, die gerne bis in ernste Glaubensfragen reichten. Noch kürzlich wies er vor dem Hintergrund aktueller Nachrichten darauf hin, daß ja die Jesiden als Christen bekannt seien, schon Karl May habe sie in dem Roman „Durchs wilde Kurdistan“ erwähnt.

             Bayern ehrte Prof. Dr.-Ing. Theodor Ziegler 2006 mit der Soldner-Medaille für seine Verdienste um das bayerische Vermessungswesen. – Zusammen mit seiner Frau nahm er noch lange an den Altvorderen-Treffen der Senioren in der AdV teil – sie unternahmen beide nach seiner Pensionierung immer wieder gerne Reisen, vornehmlich ins weiter entfernte Ausland. Dem Vermessungsmuseum in Dortmund  überreichte der Jubilar im Jahr 2005 einige Original-Siebenerzeichen aus gebranntem Ton (unsere Mitt. Nr. 105). Mit dem besonderen Dank für seine reichen Beiträge zur Vermessungsgeschichte gratulieren wir Theodor Ziegler herzlich zur Vollendung des 90. Lebensjahres und wünschen ihm und seiner lieben Frau Elisabeth weitere angenehme Lebensjahre. – 01.09.2016

 

 

598.   Eine Fortführungsvermessung im Hörspiel vor 60 Jahren

             Georg Kaspereit konnte einst noch schreiben, das Hörspiel sei eine sehr junge Kunstform. Das war 1958,  vor fast 60 Jahren. Und Amtsrat Kaspereit war ein feinsinniger Kollege im Niedersächsischen Innenministerium, Ihrem Redakteur noch lebhaft vor Augen,  der die damals seit 1950 regelmäßig erscheinenden Nachrichten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung maßgeblich gestaltete. In der Ausgabe vom Juli 1958 erschien dort sein Beitrag über eine Fortführungsvermessung im Hörspiel mit einem einleitenden Wortprotokoll „Der Grenzstein“, hinweisend auf das 1956 vom NWDR (NDR-Vorgänger) gesendete Hörspiel „Die Grenze“ von Benno Meyer-Wehlack (*1928 in Stettin  †2014 in Berlin). Der Beitrag schildert insbesondere den Beginn des Hörspiels,  eine landmesser-humorige Grenzsteinsuche. Ein kleiner Junge schaut neugierig zu beim Buddeln des Meßgehilfen Müller: „Warum buddelst du ein Loch? – Wie tief? Warum hier?“ Und nach einiger Zeit: „Darf ich auch mal?“ … und plötzlich der Junge: „Hier, ein großer Stein! Fühl doch mal!“ Müller: „Das ist er. Tatsächlich…..“ – Einleitung zu einer anrührenden Rahmenhandlung, einer längst versunkene Geschichte einer Mutter und eines Wasserbassins, in dem die verstorbene Tochter gespielt hat und das bei der Fortführungsvermessung an den Erwerber fallen soll –  schmerzliche Erinnerungen, erneuter Abschied. Das Hörspiel vermittelt Milieustudien im damaligen Katasterdienst, dem Alltag vor Ort. Der Autor war eine Zeitlang als Vermessungsgehilfe tätig, zwischen Entlassung aus dem Militärdienst und dem Beginn seiner Ausbildung als Schauspieler, die ihm das schriftstellerische Rüstzeug vermittelte, kannte also auch „unsere Altvorderen“.

             Die CD mit dem reizvollen Hörspiel „Die Grenze“ erhielten wir vom Kollegen Mario Heuts aus Osnabrück. Er ist seit einer Reihe von Jahren auf den Spuren der Belletristik im Vermessungswesen – erkennbar mit großem Erfolg. Er sandte uns das Hörspiel zugleich mit der Anregung, es über unsere Homepage und unsere Veröffentlichungen einem größeren Kreis von interessierten älteren Vermessungskollegen zugänglich zu machen. Eine unmittelbare Weitergabe begegnet allerdings erheblichen urheberrechtlichen Problemen. Mario Heuts hat eine Kopie des vor genau 60 Jahren gesendeten Hörspiels noch 2011 als CD-Kopie gegen einen moderaten Kostenbeitrag erhalten, jedoch ausschließlich für private Zwecke. Gerne machen wir daher an dieser Stelle auf jenes Hörspiel aufmerksam und verweisen Interessenten auf die Bezugsmöglichkeit bei der NDR-Produktionsdirektion. Wir verweisen auch ergänzend auf die vermessungshistorisch hoch-interessante Homepage von Mario Heuts www.vermesser-literatur-und-filme.de und auf unsere Mitt. Nr. 375.

             Die damals junge Kunstform Hörspiel findet heute in der Zeit der TV-Überflutung offenbar weiterhin noch ihre Freunde. Das zeigen die Hörfunksender, das zeigen vergleichsweise Hörbücher wie CD-Geschichten für Kinder – vielleicht mag der eine oder die andere Vermessungsingenieur und Vermessungsingenieurin so auch Gefallen finden an einer vermessungshistorischen Grenzsteinsuche und deren akustisch phantasievoll wiedergegebenes Milieu in den 50-iger Jahren.

             Quelle: Georg Kaspereit: Eine Fortführungsvermessung im Hörspiel, Nachrichten der Nds. VuKV 1958 S. 82 ff.  – 24.08.2016

 

 

 

597.   18. Kartographiehistorisches Colloquium in Wien

             Vom 15.-17. September findet in den Räumen der Universität Wien das 18. Kartographiehistorische Colloquium statt. In insgesamt 10 Sitzungen werden eine ganze Reihe interessanter kartographiehistorischer Vorträge und Berichte angeboten. Der Bogen der Themen wird gespannt über Österreich und die Kartographiegeschichte, frühe thematische Kartographie, besonders um 1800 und  im 20.Jahrhundert sowie eine Reihe von Spezialthemen, und einer besonderen Postersitzung. Unter den Vortragenden und Moderatoren finden sich auch im Förderkreis besonders bekannte Persönlichkeiten, wie u.a. Wolfram Dolz, Joachim Neumann, Peter van der Krogt sowie unsere Eratosthenes-Preisträger Frank Reichert, Manfred Spata und Martin Rickenbacher, darüber hinaus eine ganze Anzahl international renommierter Persönlichkeiten.

             Interessenten wenden sich an Dr. Markus Heinz in Berlin, kartographiegeschichte@sbb.spk-berlin.de oder an Dr. Petra Svatek in Wien petra.svatek@univiwe.ac.at . – 06.08.2016 

 

 

596.  Fürst der Mathematiker Gauß in Langwarden am Wattenmeer

             Mit der Einführung des Euro vor 15 Jahren ging den Geodäten ein wertvoller „Werbeträger“ verloren – der 10 D-Mark-Geldschein, der an Carl Friederich Gauß und sein Wirken als Mathematiker und auch als Geodät erinnerte. Die dort u. a. abgebildete Dreieckskette als Teil der Hannoverschen Landesvermessung endete im Nord-Westen mit einem großen Dreieck mit den Trigonometrischen Punkten Neuwerk, Wangeroog und Langwarden. Und genau dort in Langwarden am Wattenmeer auf der malerischen Halbinsel Butjadingen wird C.F. Gauß jetzt besonders geehrt. Denn der Fürst unter den Mathematikern – und auch ja unter den Geodäten – hat hier in Langwarden im „Störtebecker-Haus“ vom 27. Juni bis zum 12. Juli 1825 gewohnt um seine Richtungsbeobachtungen im Turm der St. Laurentius-Kirche in Langwarden durchzuführen. Der Kartograph Dipl.-Ing. Michael Remmers hat mit großem Idealismus und ganz erheblichen Geldmitteln jenes alte Gasthausgebäude erworben, renoviert und darin neben einem Café eine Gauß-Ausstellung konzipiert. Sie wurde eröffnet am 24. Juni d.J. im Beisein von Landrat und Bürgermeisterin sowie Prof. Manfred Weisensee, Präsident der Dt. Gesellschaft für Kartographie (DGfK), dem Initiator Michael Remmers, gleichzeitig Vorsitzender der DGfK-Sektion Weser-Ems, von Michael Recke, Präsident des Förderkreises für Cartographica und  Prof. Klaus Kertscher – dieser einmal mehr in Rolle, Kostüm und Gestik des großen Mathematikers C.F. Gauß (1777 – 1855). Schon am Eingang empfangen die Besucher 2 eindrucksvolle Tafeln zum umfassenden Wirken von Gauß als „genialem Universal-Wissenschaftler auf den Gebieten Mathematik, Physik, Astronomie und Erdvermessung“ von der o.a. Dreieckskette über die Gauß‘sche Normalverteilung bis hin zu Heliotropen, entworfen von Klaus Kertscher. Das neue Gauß-Café ist zugleich ein Museum für Kunst, historische Landkarten und deren Instrumente und  Werkzeuge. Ein künstlerischer Bierdeckel zeigt Gauß mit dem Hinweis auf dessen Anwesenheit 1825 und einem Willkommensgruß des Ehepaars Magdalene und Michael Remmers und auf der Rückseite eine historische Karte mit der Lage des Museumsortes. Außerdem zeigt das Museum eine Reihe von Schriften, darunter allein 5 verschiedene Ausgaben der  „Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann – ein Werk, das in Fachkreisen höchst unterschiedlich gewürdigt worden war (Ihr Berichterstatter war nach anfänglicher Skepsis begeistert, siehe Harald Lucht: „Die Vermessung der Welt“ im VDVmagazin 2006 S. 216-217 download über www.haraldlucht.eu ). –

             Und schon vor dem Eingang des Kulturhauses laden geschmackvoll-künstlerisch gestaltete Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, einschließlich eines mit einer über 300 Jahre alten Landkarte vom Jadebusen bespannten Liegestuhls. Wir wagen die Prognose, dieses ehemalige Störtebecker-Haus entwickelt sich zu einem ganz besonderen Kulturhaus am Wattenmeer.

             Und wir dürfen unsere Leser daran erinnern, in unseren Aktuell-Mitteilungen haben wir in den vergangenen über 13 Jahren immer mal wieder Carl Friedrich Gauß gewürdigt, sein Wirken und seine Ehrungen, so u.a. an seine Aufnahme in die Walhalla (Mitt. Nr. 203), ein Gauß-Seminar von DVW und VDV 2005 zur Erinnerung seines 150. Todesjahres (114), Entdeckungen der Kleinplaneten Ceres, Pallas, Juno und Vesta Anfang des 19. Jahrhunderts (266), zum Heliotropen (438).

             Nachtrag: Eine Reproduktion im XXL-Format der Mercator-Karte vom Gebiet zwischen Ems und Weser ziert jetzt die Giebelwand des Kulturhauses in Langwarden. Michael Remmers hatte 2012 jene Reproduktion zum 500. Geburtstag des berühmten Kartographen Gerhard Mercator anfertigen lassen, die in Ausstellungen der Sponsoren u. a. DVW und DGfK gezeigt worden war. Das frühere Störtebeckerhaus in Langwarden hat jetzt einen ganz besonderen Blickfang. Quelle NWZ vom 6.9.2016. –  Zu Mercator siehe u.a. unsere Mitt. 425 (Ausstellung in Dortmund) und Mitt.  545.

             Literatur: Klaus Kertscher: Kulturhaus am Wattenmeer – Café/Museum „Gauß Ɛt Co.“ in Langwarden eröffnet, in zfv 4/2016 Seite n-62 – 01.08./08.09.2016

 

 

595.   Herrschaft, Recht und Alltag in historischen Verwaltungskarten

             Verwaltungskarten, die als unikale Dokumente meist in Archiven aufbewahrt werden, stehen im Fokus der Tagung „Pragmatische Visualisierung, Herrschaft, Recht und Alltag in historischen Verwaltungskarten.  Am  8. und 9. September 2016  widmen sich in Marburg drei Vortragssektionen mit insgesamt 11 Vortragenden den frühneuzeitlichen Landesaufnahmen, den Katasterkarten sowie den Augenscheinkarten. In zwei öffentlichen Abendvorträgen wird  die "Spessartkarte" des Jahres 1584 thematisiert; anschließend ist ein kleiner Empfang im Foyer vorgesehen. Der Präsident unseres Förderkreises Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg spricht am 9. September 2016 um 13:00 Uhr über „Genauigkeitsanalysen großmaßstäbiger Manuskriptkarten des Klevischen Katasters (Schermbeck 1733)“.

             Die Veranstaltung hat zum Ziel, die Bedeutung der frühen handgezeichneten Kartentypen für die rechts-, verwaltungs- und ortsgeschichtliche Forschung herauszuarbeiten. Darüber hinaus werden Entstehungszusammenhänge und Funktionen im Kommunikationsprozess und für die Verwaltung thematisiert. Die Tagung findet statt im Hessischen Staatsarchiv Marburg, Friedrichsplatz 15. Landgrafensaal vom Donnerstag, 8.9.2016, 14 Uhr, bis Freitag, 9.9.2016, 15:00 Uhr.  Eine Anmeldegebühr wird nicht erhoben! Anmeldungen werden erbeten.

             Die Vortragsveranstaltung ist eingebettet in eine Ausstellung: „Auf einen Blick. Karten als Instrumente von Herrschaft und Verwaltung“ Diese Ausstellung nimmt mit Landesaufnahmen, Grenz- und Augenscheinkarten sowie Katasterkarten typische archivische Karten in den Blick und stellt ihre damalige Funktion und Bedeutung, aber auch ihren Nutzen für die heutige wissenschaftliche Forschung, die Heimat- und Alltagsgeschichte und die regionale Identität heraus, sie wird seit dem 10. Juni und noch bis zum 30. September 2016 gezeigt. Näheres siehe auch https://landesarchiv.hessen.de/aktuelles/veranstaltungskalender  . – 14.07.2016

 

 

594.   Ein Minister kommt ganz groß heraus: Ausstellung in Posterstein

             In einer Sonderausstellung im Museum Burg Posterstein in Thüringen östlich von Gera steht der Sachsen-Gotha-Altenburger Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) im Mittelpunkt. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Verdienste Thümmels für die Region, wie Museumsdirektor Klaus Hofmann anläßlich der Eröffnung erläuterte. Einer dieser Verdienste ist die Vermessung und Kartierung des Herzogtums Sachsen-­Gotha-Altenburg. Zu sehen ist unter anderem das von Thümmel in Auftrag gegebene Kartenwerk von 1813 sowie ein Tagebuch, außerdem ein Theodolit, ein Messinstrument, das Thümmel auf Reisen in einem Holzkästchen mit sich führte. Neben der Vorstellung einer umfangreichen Biographie werden die Thümmelschen Karten auf DVD erstmals einem ein breitem Publikum zugänglich gemacht.- Als Minister im Ruhestand brachte er hunderte kleine, heute noch gültige Lebensweisheiten als Aphorismen zu Papier -  „Die Stärke des Neides ist gewöhnlich der richtige Maßstab für die Größe des Verdienstes“ (Aph. 57, 134). – 04.07.2016

 

 

 

593.   Anfänge des Katasters in Sachsen zu Beginn des 18. Jahrhunderts

             Es ist immer wieder hochinteressant, die Wurzeln des Katasters in der Geschichte unseres Landes zurückzuverfolgen und zu erforschen. Dies zu realisieren und uns daran teilhaben zu lassen, gelingt ganz besonders unserem Eratosthenes-Preisträgers 2001 Frank Reichert.  In seiner jüngsten Veröffentlichung „Anfänge der preußischen Katastervermessung im Herzogtum Magdeburg 1720-1726“  können wir die vielgestaltige Vorgeschichte von Grundstücksvermessungen und Nutzungsdokumentationen insbesondere im sächsischen Raum nachvollziehen. Anhand einer Reihe von historischen Quellen zeigt er darüber hinaus, wie seit Ende des 30-jährigen Krieges in anderen deutschen Regionen mit zunehmender Zahl Feldfluren vermessen und kartografisch dargestellt worden sind. Hintergrund war neben administrativen Interessen insbesondere die Dokumentation der ländlichen Besitzverhältnisse und Bodennutzung als Grundlage für die Erhebung der grundherrschaftlichen Einkünfte bzw. Pacht und später auch Steuern. Schwerpunkt der Forschungen von Frank Reichert ist das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg, doch auch Entwicklungen u. a. in den Fürstentümern Sachsen-Eisenach, Sachsen-Weimar sowie in Sachsen-Merseburg werden betrachtet, ebenso die Landgrafschaft Hessen-Kassel. In einer Reihe von Territorien sah man dabei noch vom Kartieren der Vermessungsergebnisse ab, z. B. 1713-1736 im Herzogtum Württemberg oder 1718-1720/23 im Kurfürstentum Trier, wo man diese jedoch lediglich in den sog. Lager- bzw. Landmaßbüchern festhielt. Allein anspruchsvolle Vermessungs- und Katasterprojekte scheiterten letztlich oft am Widerstand der um ihre Steuerprivilegien fürchtenden Landstände.

             Im Herzogtum Magdeburg wurde  mit der Instruktion für die Städte-Bau-Inspektoren der Kur- und Neumark, der Herzogtümer Magdeburg und Pommern, sowie des Fürstentums Halberstadt vom 26. September 1720  die (landesweite) Vermessung der zur Akzise bzw. Aussaatsteuer zu veranlagenden städtischen Ackergrundstücke ins Auge gefasst.

             Die Kosten spielten auch damals eine wichtige Rolle. Da die in ihrer Stellung den heutigen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren vergleichbaren Feldmesser im Gegensatz zu den beamteten Bau-Inspektoren kein festes Grundgehalt genossen, fielen die festgelegten täglichen Feldmesser-Diäten mit 16 Groschen höher aus, als die in der Instruktion für die Städte-Bau Inspektoren vorgesehenen täglichen 12 Groschen. Während die Personalkosten aus der Akzisekasse eines jeden Orts bezahlt werden sollte, waren die zusätzlichen Kosten für „die zur Schleppung des Meßketten benöthigten Leuthe aber auß jedes Ohrts Cämmerey zu bestreiten. Darüber hinaus kamen auf die Städte noch die Unterkunftskosten sowie Aufwendungen für den Transport der Feldmesser hinzu.

             Daß die Katastervermessung der Stadtfluren im Herzogtum Magdeburg schließlich doch nicht weiter verfolgt wurde, lässt sich nur dadurch erklären, daß der dagegen stehende immense Kostenaufwand die Fortführung nicht gerechtfertigt erscheinen ließ. Trotz der vielbeschworenen Idealvorstellung allgemeiner gleicher Steuern blieb die Steuerpolitik im absolutistischen Steuerstaat eben immer auch eine an den Staatsfinanzen ausgerichtete fürstliche Interessenpolitik. – 

             Wenn auch erst in Folge der preußischen Steuergesetze vom 21. Mai 1861 die östlichen preußischen Provinzen durchgehend Steuerkataster auf der Basis vermessener bzw. von älteren Grundlagen kopierter Gemarkungskarten erhielten (vergl. unsere Mitt. Nr. 391), so ist es doch hochinteressant, frühere Vermessungen, Dokumentationen und Teilkartierungen der Stadt- und Feldfluren aufzuhellen, wie es Frank Reichert in seinem jüngsten, erneut gründlich recherchierten Beitrag einmal mehr gelingt. Die bislang wenig beachteten Anfänge des preußischen Katastervermessungswesens insbesondere in Sachsen werden anhand der 1720 geplanten Vermessung des Herzogtums Magdeburg in der besprochenen Veröffentlichung ausführlich und kenntnisreich dokumentiert. Und wir erinnern in diesem Zusammenhang gerne an unsere Mitt. Nr. 288, betreffend die vorpommerschen Katasteranfänge Ende des 17. Jh. .

             Quelle: Frank Reichert: „Anfänge der preußischen Katastervermessung im Herzogtum Magdeburg 1720-1726“ in der Zeitschrift für das Öffentliche Vermessungswesen des Landes Sachsen-Anhalt LSA Verm 1/2016 S. 1-14;  mit weiteren Literaturhinweisen. – 14.06.2016

 

 

 

592.   Eine Ausstellung zur Lubinschen Karte von Pommern in Anklam

             Unter dem Titel „Die Städte Pommerns“ präsentiert das Museum im Steintor in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern Stadtansichten von der späten Herzogszeit bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Lubinschen Karte von Pommern. Die Ausstellung wurde von den Museologen des Schlosses der pommerschen Herzöge in Stettin konzipiert und ist in Kooperation mit dem Museum im Steintor in der Anklamer Nikolaikirche vom 27. Mai bis zum 27. Juli zu sehen. –

             Vor vier Jahren haben wir hier ausführlich über dieses besondere Kartenwerk berichtet – eine erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern, wie sie vor 400 Jahren durch den Rostocker Gelehrten Lubinius im Auftrag des Herzogs Philipp II. von Pommern zwischen 1610 und 1618 erarbeitet worden war. Die Karte im Maßstab 1:235.000 zeigt alle damaligen Städte und Siedlungsorte. Sie maß 1,25m mal 2,21m. Es war die erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern, eingerahmt mit einem äußeren Band mit den Ansichten von 49 Städten und einem  inneren Band mit den Wappen von 335 pommerschen Adelsfamilien. Siehe dazu auch unsere Mitt. 428.01.06.2016

 

 

591.   Erinnerungen an Harry Pahl

             Der hanseatische Geodät Harry Pahl ist am 7. Mai verstorben. Damit  verstummte ein wacher und stets vorwärtsstrebender Geist, der im Februar d. J. sein 90. Lebensjahr vollenden konnte. Bis in die jüngste Zeit waren Gespräche mit ihm geprägt von seinen stets aktuell durchdachten Ideen und Überlegungen um unseren Berufsstand und dem des Ingenieurs im Vermessungswesen. So beurteilte er den sogenannten Bologna-Prozess mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen stets außerordentlich skeptisch. Der deutsche Diplomingenieur in unserer traditionellen Fachrichtung war für ihn ein besonderes Markenzeichen, er verfolgte die Initiativen von dessen (notfalls ergänzenden) Wiedereinführung mit großem Interesse. Lebhaft setzte er sich auch nach seiner Pensionierung 1990 für den Berufsstand ein, lange auch als Geschäftsführer der dem Nachwuchs gewidmeten Nico-Rüpke-Stiftung. Gerne hat sich Harry Pahl mit geschliffenen Formulierungen gegen jede Herabsetzung der eigenen Institutionen und  basisgebenden Werke unserer Informationssysteme gewehrt. So auch in einer Philippika, geritten gegen die geringschätzende Verwendung des „Katasteramtes“ und die oberflächliche Verwendung des „Vermessers“ – u. a. seinerzeit 1988 im Hinblick auf eine abwertende Aussage in der Wochenzeitung DIE ZEIT – dort wollte ein bekannter Journalist einen Redenschreiber für den damaligen Bundespräsidenten abqualifizieren, indem jener schrieb: „… ein Referent, dessen Feingefühl ihn für den Dienst bei einem entlegenen Katasteramt bestens empfiehlt.“ Und  Harry Pahl fragte dann selbstkritisch, ob das Versäumnis der Selbstdarstellung auch bei uns liegen könne und schrieb „Ich bekenne mich jederzeit gerne zum Landmesser, Geometer, Vermessungstechniker, Vermessungsingenieur oder umfassend zum Geodäten“ – siehe unsere Mitt. Nr. 396.

             In den Gremien unserer Fachrichtung, in seiner Mitarbeit in den Arbeitskreisen Kartographie, Grundsatzangelegenheiten und im Plenum der AdV befruchtete Harry Pahl die Technikentwicklungen vor dem Hintergrund des höchst modern ausgerichteten Vermessungsamtes in Hamburg und unterstütze lebhaft die damaligen Entwicklungen ALB, ALK, SAPOS. Und der Autor dieser Zeilen erinnert sich an eine Autofahrt in Hamburg in den 80iger Jahren, erstmals computerunterstützt den Fahrweg auf einem Bildschirm nachführend, eine Demonstration  eines Vorläufers der heutigen Navigationssysteme.  – In der Fachkommission des Deutschen Städtetages  „Kommunales Vermessungs- und Liegenschaftswesen“ sorgte Harry Pahl für die Einrichtung eines ständigen Tagesordnungspunktes „Neue Technologien und ihre Auswirkungen im Vermessungswesen“ und lieferte gerne selbst wertvolle Beiträge. Seine Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften kreisten neben Entwicklungen in der modernen Technik gerne  auch um den Themenbereich der gesellschaftlichen Bewertung unseres Berufsstandes,  besonders erwähnt sei hier sein Aufsatz „Quo vadis, res geodaeticaim Forum des BdVI  2/1997. Und noch kürzlich berichtete er in einem Gespräch begeistert von den so positiven Entwicklungen, wie sie in der Kooperation von Oberprüfungsamt und Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS)  seit dem vergangenen Jahr  vereinbart sind – und erzählte von dem ihn so erfreuenden Schriftwechsel mit Klaus Kummer, dem Autor jenes Berichts in der zfv 2015 S. 129ff. –

             Der frühere Hamburger Erste Baudirektor a.D. Dipl.-Ing. Harry Pahl  stets ein streitbarer Geodät, ein Diplomingenieur der alten Schule. Am 6. Februar 1926 in Altona geboren, Luftwaffenhelfer 1943 und noch ab 1944 zur Wehrmacht in den Kriegsdienst eingezogen, wurde er in Russland als junger Soldat verwundet und ist 1945 in russische Gefangenschaft geraten. – Nach dem Krieg lag Deutschland in Trümmern. So hatte jene Generation, um überhaupt eine Hochschulzulassung zu bekommen,  Aufbaudienste zu leisten, die Harry Pahl in einer Ziegelei absolvierte. Und um einen Studienplatz zu bekommen, gab es weitere Hürden, für ihn eine besondere Prüfung bei Professor Harbert (1882-1968)  an der Technischen Hochschule Braunschweig. Nach dem  Diplomexamen dann 1952 in Hannover, folgten die Referendarzeit in Schleswig-Holstein und die Arbeit in mehreren Katasterämtern. 1959 trat er in den Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg, wirkte dort im Vermessungsamt als Abteilungsleiter Kartographie und dann Grundsatzangelegenheiten, schließlich als Nachfolger von Erich Lämmerhirt von 1983 bis1990 als Erster Baudirektor in der Leitung des Vermessungsamtes der Baubehörde. Entsprechend seinem berufsständisch-gesellschaftlichen Anliegen engagierte er sich im DVW-Landesvorsitz  Hamburg/Schleswig-Holstein, war Prüfer und stellvertretender Abteilungsleiter im Oberprüfungsamt für die Höheren Technischen Verwaltungsbeamten in Frankfurt a.M.

             Nach seiner Pensionierung arbeitete er noch bis ins hohe Alter gerne an seinem PC, sandte seinen Freunden und Bekannten exklusive Features, Lebensmut und Lebensweisheit vermittelnd. Er war andererseits gerne handwerklich tätig, half seinem Sohn aktiv in dessen Steinmetzbetrieb, gestaltete seinen Hausgarten zusammen mit seiner Frau nach ganz eigenen Vorstellungen. Wenige Wochen nach Vollendung des 90. Lebensjahres ist er in Wedel bei Hamburg an einem Herzschlag verstorben – bei Arbeiten im eigenen Garten. In einer würdigen Trauerfeier am 17. Mai begleiteten die Familie, Freunde und Kollegen Harry Pahl zur letzten Ruhe. Uns bleibt  die Erinnerung an einen unermüdlich vorwärtsstrebenden Geodäten.  – 22.05.2016

 

 

 

590.   Geheime schweizerische Militärkarten 1888–1952

             Unser Eratosthenes-Preisträger  2011, Dr.-phil. dipl.ing. Martin Rickenbacher aus Basel, hat eine weitere bemerkenswerte vermessungsgeschichtliche Arbeit vorgelegt. Er berichtet über Festungskarten, die parallel zum Aufbau der schweizerischen Landesbefestigung entstanden waren. 1885 beschloss der Schweizerische Bundesrat, als Reaktion auf die Eröffnung der Gotthardbahn, die Gotthard-Südfront zu befestigen. Weil von den Forts keine Sichtverbindung zum überwiegenden Teil möglicher Ziele bestand, sollten die geometrische Beziehung zwischen Geschütz und Ziel anhand genauer Karten ermittelt werden. Der Topographische Atlas der Schweiz 1:50 000 (Siegfriedkarte) genügte dazu nicht. Für den überwiegenden Teil der Festungskarten wurde der Maßstab 1:10 000 gewählt.

             1891 wurde auch mit der Kartierung begonnen. An den Original-Aufnahmen der Festungskarten waren ca. 150 Topographen beteiligt. Die Aufnahmen erfolgten nach der Messtischmethode, bereits 1892 wurden auch Versuche zum Einsatz terrestrischer Photogrammetrie (Bildmessung) gestartet. Mangels effizienter Auswerteverfahren konnte die Methode allerdings noch nicht in die Produktion überführt werden. Erst im Ersten Weltkrieg konnte das «Vermessungs-Detachement St. Gotthard» dank der inzwischen erfolgten Entwicklung leistungsfähiger Auswertegeräte die Kartierungsleistung unter Einsatz der Stereophotogrammmetrie deutlich steigern.

Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs entstand das vierte große Festungskartenwerk. Es konnte direkt auf dem Übersichtsplan der schweizerischen Grundbuchvermessung aufgebaut werden, der auf dem 1912 eingeführten Zivilgesetzbuch basiert. Die Aufnahmeprioritäten wurden zwischen den zivilen und militärischen Behörden koordiniert, sodass nun keine spezifisch militärischen Aufnahmen mehr nötig waren.

             Das lange als «geheim» klassifizierte Kartenmaterial von bester Qualität wurde erst 2009 entklassifiziert und damit frei zugänglich.

             Quelle siehe Verlag Cartographica Helvetica und www.kartengeschichte.ch . – 16.05.2016

 

 

 

589.   Historischer TP Schraderberg bei Bremen

             Im Rahmen eines durch die Service-Agentur Öplus für Ökologie und Kommunikation im Auftrag des Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) gestalteten Erlebnispfades durch die Badener Berge in Achim bei Bremen wurde unser Förderkreis gebeten, in Bild und Text zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niederachsen und der von dort gern gegebenen Unterstützung der Kollegen Dieter Grüner und René Borges entstand eine Erläuterungs- und Schautafel am Rande eines Naherholungsgebiets nahe bei der inzwischen völlig bewaldeten Erhebung des Schraderbergs – mit einem Kartenausschnitt zur Preußischen Landesaufnahme, dem Bild eines historischen Theodoliten aus dem Fundus des Vermessungstechnischen Museums in Dortmund, einem Ausschnitt des Weser-Hautdreiecksnetzes, einem Bild von C.F. Gauß, jeweils mit kurzer Erläuterung und mit folgendem Text (Auszug):

„Der deutsche Kaiser, zugleich König von Preußen, wollte am Ende des

19. Jahrhunderts für sein Reich gerne genauere Landkarten erstellen

lassen. So suchten Landvermesser die Orte auf, von denen man besonders

weit ins Land hinein sehen konnte. Mit einer Art Fernrohr mit

Winkelmesser (Theodolit) wurden die Winkel zu benachbarten, gut

sichtbaren Punkten im Gelände gemessen. Daraus ließ sich ein Netz

miteinander verbundener Dreiecke bilden, deren Eckpunkte zur Herstellung

sehr genauer Karten dienten. Dieses Verfahren heißt Triangulation

(Dreiecksvermessung), die Beobachtungspunkte sind die

Trigonometrischen Punkte (TP).

Im Jahre 1889 standen die Landvermesser auch auf dem damals noch

baumlosen Schraderberg in Baden, der höchsten Sanddüne weit und

breit. Durch ihren Theodoliten sahen sie in der Ferne die Ansgariikirche

in Bremen, den Kirchturm in Verden und auch den Schlossturm in

Etelsen. Sie notierten die gemessenen Winkel und markierten ihren

Standort mit einem Granitstein. Man findet ihn – etwas versteckt – ganz

oben auf dem Schraderberg. Der Weg dorthin ist ausgeschildert.“

             Zur fachlichen Ergänzung: Der westlich der Elbe gelegene Teil Preußens war ab 1875 bis 1900 trianguliert worden. Der TP Schraderberg war ein in das weiträumige Hauptdreiecksnetz eingefügter Zwischenpunkt  I. Ordnung der preußischen Landesvermessung. Hier wurden im Jahr 1889 die Winkel zu benachbarten Kirchtürmen gemessen. Die Triangulation bildete die Basis zur erstmaligen Herstellung der preußischen Meßtischblätter 1:25.000. Und sie war zugleich Grundlage zur Bestimmung der Koordinaten von allen nachgeordneten Vermessungspunkten.

             Und zum historischen Hintergrund lesen wir bei Wolfgang Torge in seiner Geschichte der Geodäsie in Deutschland, „das Vermessungswesen (war) in Preußen von jeher dezentral bei den jeweiligen Fachverwaltungen organisiert. Die Landesaufnahme ressortierte beim Kriegsministerium, die Katasterverwaltung beim Finanzminister, die Vermessungsarbeiten im Zusammenhang mit Gemeinheitsteilungen und Verkoppelungen beim Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, und die Messungen für Verkehrswege beim Ministerium für öffentliche Arbeiten; für das Preußische Geodätische Institut war das Kultusministerium zuständig. Dieser unwirtschaftlichen Zersplitterung soll das durch Kabinettsorder 1870 gegründete Centraldirektorium der Vermessungen im Preußischen Staate‘ entgegenwirken“ berichtet Torge weiter, „Von den bindenden Beschlüssen des Zentraldirektoriums,“ hebt er diese hervor, „die Neutriangulation des gesamten Staatsgebietes mit 10 versteinerten Punkten je Quadratmeile und eine darauf aufbauende, auf 22 Jahre veranschlagte neue topographische Aufnahme für 2/3 des Staatsgebietes, die Messtischblätter sollen nun veröffentlicht werden. Die Neutriangulation beginnt westlich der Elbe…..“ – unter der Leitung von Oscar Schreiber (vergl. unsere Mitt. Nr. 121), bekannt geworden auch als „Schreiberscher Westen“. Seit 2013 informiert die künstlerisch gestaltete Schautafel der „Station Nr. 10“ des Erlebnispfads in den Badener Bergen über den „Historischen Vermessungspunkt“. Das Foto von C.F. Gauß (1777 – 1855) erinnert daran, daß er als „berühmter Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker wichtige Grundlagen für die Preußische Landesaufnahme“ schuf.

            Literatur: Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie in Deutschland, Verlag Walter de Gruyter, Berlin, New York, 2. Auflage, 2009, ISBN 978-3-11-020719-4; dort S. 255 – 264. – 01. 05. 2016

 

 

588.   Ingo von Stillfried – Gratulation zur Vollendung des 60. Lebensjahres

             Wir gratulieren dem stellvertretenden Amtsleiter des Vermessungs- und Katasteramtes und zugleich Erstem Vorsitzenden des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund, Dipl.-Ing. Ingo Freiherr von Stillfried zu seinem besonderen runden Geburtstag, zur Vollendung seines 60. Lebensjahres an diesem Donnerstag. 

             Seit Jahrzehnten engagiert er sich im Förderkreis für das Vermessungsmuseum und insbesondere für die Schausammlung und kümmert sich um die Instrumentensammlung. Mit großem persönlichen Einsatz hat er die 3. Auflage des bekannten Museumshandbuchs vorangetrieben und dafür gesorgt, daß dies große „Aushängeschild“ unseres Förderkreises seinerzeit zur INTERGEO in Karlsruhe fertiggestellt werden konnte – es war eine Mammutaufgabe. Seit 2009 wirkt er als Erster Vorsitzender. Ihm ist es in besonderem Maße zu verdanken, daß 2012 das fachlich, museumspädagogisch und finanziell ganz außergewöhnliche Projekt der Ausstellung zum 500. Geburtstag  von Gerhard Mercator in herausragender Art und Weise im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund gezeigt werden konnte. Der Förderkreis ehrte 2014 Ingo von Stillfried zusammen mit dem damaligen Museumsdirektor Wolfgang E. Weick mit der Ehrenmedaille für die Realisierung dieser außergewöhnlichen Ausstellung. Auf internationaler Bühne gestaltete Ingo von Stillfried 2015 in Warschau eine Fachausstellung „Europa, Polen, Warschau – geschichtliche Entwicklungen in der Vermessung und in der Kartographie“ in Zusammenarbeit mit polnischen Kollegen, er hat sie mit Unterstützung seiner Frau innerhalb von 2 Tagen realisiert, nachdem der Aufbau in Dortmund sorgsam vorbreitet worden war.

             Regelmäßige Besucher unserer Aktuell-Seite wissen darüber hinaus, Ingo von Stillfried engagiert sich stets auf der INTERGEO, wirbt gerne mit Vorträgen für unseren Berufsstand und dessen Geschichte, so auch bei der jährlichen Dortmunder Museumsnacht, entdeckt besondere Instrumente Im Dorotheum Wien und wirkte zusammen mit Dr.-Ing Hartwig Junius für die Realisierung des Wiehen-Wagens (vergl. Mitt. Nr. 468). Eine besondere Vorliebe verbindet ihn mit der Photogrammetrie, und das hat Gründe, die weit in die Familiengeschichte zurückgehen. Der Förderkreis gelangte vor Jahren in den Besitz eines besonderen Stereokomparators, Baujahr 1904, und zu einer Karte, die damit im Rahmen einer Diplomarbeit über den Rückgang des Theodul-Gletschers in Obergurgl erstellt wurde. 1955 hatte das Eltern-Ehepaar von Stillfried gemeinsam bei den örtlichen Passpunkt-Arbeiten für dieses Projekt und bei den photogrammetrischen Auswertungen an jenem Stereokomparator mitgewirkt. So war Ingo von Stillfried kurz vor seiner Geburt auch bei diesen terrestrischen Passpunkt-Messungen gegenwärtig, übrigens durch ein Fotoalbum belegt. – Und ganz aktuell mag es ein gutes Omen sein, daß gerade an seinem Geburtstag in Dortmund der Erste Geodäsie Kongress NRW 2016 stattfindet, eine gemeinsame Veranstaltung von BdVI, DVW und VDV. Dortmund ist seit 40 Jahren ein Zentrum der Vermessungsgeschichte (vergl. Mitt. Nr. 574) und aktuell Zentrum digitaler Entwicklungen in der Geodäsie. Zukunft braucht Herkunft!

             Wann immer man mit Ingo von Stillfried zusammentrifft, besticht seine mitreißende Begeisterung für alles, was in der Vermessungsgeschichte Bedeutung hat oder erlangen könnte. In seinem Einsatz und  in seinen amtlichen, insbesondere digitalen Aufgaben wirkt er unermüdlich und dies auch dann noch, wenn seine Gesundheit  ihm manchmal Zurückhaltung abnötigt. Wir wünschen unserem Ersten Vorsitzenden weiterhin viel Schaffenskraft, eine gute Gesundheit und verbinden diese Wünsche mit einem großen Dankeschön!  – 14.04.2016

 

 

 

587.   200 Jahre Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg/Preußen

             Unser erster Eratosthenes-Preisträger Dipl.-Ing. Frank Reichert berichtet am 12. April 2016 um 17 Uhr zum 200. Jubiläum der örtlichen Arbeiten zur Umsetzung der auf dem Wiener Kongress bestimmten sächsisch-preußischen Landesgrenze. –  Als es 1815 nach den Befreiungskriegen in Deutschland zu umfangreichen territorialen Umge­staltungen kam, waren davon besonders die direkt benachbarten Königreiche Sachsen und Preußen betroffen. Bis heute hat die auf dem Wiener Kongress bestimmte sächsisch-preußische Landesgrenze noch auf einer Länge von rund 100 km Bestand. Die Vermessungsarbeiten und Kartenaufnahme zur örtlichen Umsetzung der an grünen Tisch gezogenen Grenzlinie fanden im Wesentlichen im Jahr 1816 statt. Das zweihundertjährige Jubiläum bietet den Anlass, die Umstände der damaligen Grenzziehung näher in Augenschein zu nehmen und dabei den geodätisch-kartographischen Spuren zu folgen. Der Vortrag findet statt in der HTW Dresden, in Dresden, im Zentralgebäude, Friedrich-List-Platz 1 – 06.04.2016

 

 

586.   Erinnerungen an Erwin Gigas, einen großen Geodäten der Nachkriegszeit

             1976 verstarb mit Professor Dr.-Ing. E.h. Erwin Gigas eine Persönlichkeit, der das Deutsche Vermessungswesen in den Jahren schon nach dem Zweiten Weltkrieg außerordentlich viel zu verdanken hatte. Und „Erwin Gigas hat über rund 4 Jahrzehnte das Bild des Deutschen Vermessungswesens im In- und Ausland so stark geprägt, daß mit den Worten von M. Kneißl für diese Zeit als die zentrale Schlüsselfigur im Deutschen Vermessungswesen zu gelten hat“, schrieb Prof. Walter Großmann, als sich 1969 Gigas‘ Geburtstag zum 70. Male jährte  (o. Prof. Dr. mult. Max Kneißl (1907-1973), die große bayerische Persönlichkeit jener Jahrzehnte im deutschen Vermessungswesen, Direktor des Geodätischen Instituts der TU München und des Deutschen Geodätischen Forschungsinstituts in München, u. a. Initiator der Deutschen Geodätischen Kommission (DGK), Mitbegründer der AdV).

             Erwin Gigas wurde 1899 im Kreis Hirschberg in Schlesien geboren, studierte in Berlin zunächst Bauingenieurwesen und daran anschließend Vermessungswesen an der damaligen Landwirtschaftlichen Hochschule. Er wirkte 1928 bis 1945 in leitender Funktion in der Trigonometrische Abteilung im Reichsamt für Landesaufnahme (RfL) in Berlin.

             Gleich nach dem Krieg übersetzte er das bekannte Werk von Perrier 'Wie der Mensch die Erde gemessen und gewogen hat' und verfasste einen ergänzenden Nachtrag. Und bereits 1945 wurde er Gründer und Leiter des Instituts für Erdmessung in Bamberg – nachdem er dafür gesorgt hatte, daß die wesentlichen Unterlagen des RfL zuvor mit Hilfe der amerikanischen Besatzungsmacht noch dorthin in den Westen gesichert werden konnten. 1951 übersiedelte das Bamberger Institut nach Frankfurt am Main und wurde nach längeren Verhandlungen unter wesentlicher Beteiligung von Max Kneißl als „Institut für Angewandte Geodäsie  und II. Abteilung des deutschen Geodätischen Forschungsinstituts“ (IfAG) unter Direktor Gigas in den Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums übernommen.

             Erwin Gigas gelang es alsbald, auch eine kartographische und reproduktionstechnische Forschungsabteilung aufzubauen, der später die Bundesländer die Bearbeitung der amtlichen Karten 1 : 200 000 und kleiner übertrugen. In seinem Institut liefen die ersten IBM-Rechner für geodätische Berechnungen. Gigas engagierte sich mit erheblichem persönlichem Einsatz für die Entwicklungsarbeiten an geodätischen, photogrammetrischen und kartographischen Instrumenten, es entstanden u.a. ein photographisch registrierender Theodolit und der Orthoprojektor Gigas-Zeiss.

            Eine Vielzahl von weit über 200 wissenschaftlichen Publikationen sind Zeugen seiner rastlosen Arbeit. Gerne widmete er sich dem Berufsnachwuchs. Seine im Rahmen der Geodätenausbildung von 1957 bis 1964 an der Universität Bonn gehaltenen Vorlesungen über geodätisch-physikalische Messmethoden erfreuten sich großen Zuspruchs und sicherten ihm immer einen vollen Hörsaal. Der DVW verlieh ihm bereits 1964 die Ehrenmitgliedschaft, von der TH Hannover erhielt er die Ehrendoktorwürde. Die Mitwirkung in einer Reihe von deutschen und internationalen  akademischen Gesellschaften (u.a. auch in Schottland, Argentinien, Brasilien und Guatemala) zeugen von seinem hohen Ansehen, ebenso das ihm verliehene Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1965 war Erwin Gigas im Rahmen des Katasterprojekts Zentralamerika (Guatemala) und Kanada der Bunderegierung als Projektleiter tätig.

             Wir haben diese Erinnerungs-Skizzen zusammengetragen aus der ausführlichen Laudatio von Prof. Walter Großmann und dem ungemein zugetan verfassten Gedenken von Prof. Helmut Wolf. Wir können hier nicht näher auf Gigas‘ bedeutende Leistungen für die deutschen Triangulationsnetze, in der klassischen Ausgleichungsrechnung u.v.a.m., überhaupt auf seine großen wissenschaftlichen Verdienste eingehen und verweisen gerne auf die genannten Quellen. – 1997 ist „sein“ IfAG in das Bundesamt für Geodäsie und Kartographie (BKG) umgewandelt worden, weiterhin mit Sitz in Frankfurt am Main.

             Professor Dr.-Ing. E.h. Erwin Gigas verstarb 1976 in Marbella in Spanienvor 40 Jahren.

             Quellen: Walter Großmann: Professor Dr. Erwin Gigas zum 70. Geburtstag, in zfv 1969 S. 199-200; Helmut Wolf: Professor Dr. E. h. Erwin GIGAS zum Gedächtnis, in zfv 1976 S. 164-166, Gerhard Eichhorn: Max Kneißl – 1907-1973 in zfv 1973 S. 477-479 – 28.03.2016

 

 

 

 

 

 

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