FÖRDERKREIS VERMESSUNGSTECHNISCHES MUSEUM E. V.
POSTANSCHRIFT: 
Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V.
( c/o Museum für Kunst und Kulturgeschichte )
Hansastraße 3
D-44137 DORTMUND
Tel.  +49 (0) 231 50 2 56 83    Fax +49 (0) 231 50 2 54 28

Schausammlung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastraße 3
D-44137 Dortmund   
(5 Minuten vom Hauptbahnhof)

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: C:\Users\harald\Documents\Documents\bg.jpgBeschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: C:\Users\harald\bg.jpg

Aktuelles              "Erinnern heißt danken"  

- zurück zur Startseite -   - zum Archiv (Aktuelles)-   - zu den AVN/VDV-Nachrichtenblättern 

 

Redaktion: Harald Lucht (2003 -

 

 

 

Aktuelle  Mitteilungen   

20. September 2017

 

632.   Friedrich Robert Helmert – Symposiumsband liegt vor

             Der  Förderkreis Vermessungstechnisches Museum hatte das 13. Symposium für Vermessungsgeschichte in Dortmund Friedrich Robert Helmert gewidmet (vergl. dazu ausführlich unsere Mitt. Nr. 614). Rechtzeitig zur INTERGEO in Berlin liegt nunmehr der Symposiumsband vor, mit den Vorträgen von Christoph Reigber, Karl Heinz Ilk, Wolf-Dieter Schuh, Joachim Höpfner, Harald Schuh und den Vitae und Wirkungsfeldern der Autoren.  In seinem Geleitwort umreißt Professor Erich Weiß, Initiator und Organisator auch dieses 13. Symposiums, wie Helmert die Geodäsie zur Wende des 19./20. Jahrhundert prägte – und auf 125 Seiten werden Lebensbild, Wirken und Werk Helmerts ausführlich in Erinnerung gerufen, zugleich untermalt mit einer Reihe von oft mehrfarbigen Abbildungen. Ihr Redakteur sah das Symposium im Februar in Dortmund gleichsam als eine Sternstunde der Vermessungsgeschichte (siehe auch zfv2/2017 S. n-31/32). Der hervorragend gestaltete Symposiumsband erlaubt jetzt, jene Sternstunde nachzuerleben. Als Band Nr. 42 der Schriftenreihe des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum (und zugleich als Jahresgabe für die Mitglieder) erschienen, ist Ingo von Stillfried für die Drucklegung und Erich Weiß zugleich auch als Herausgeber für den Förderkreis besonders zu danken. Der Symposiumsband ist am Stand des Förderkreises Nr. 4.037 bei der INTERGEO Berlin zum Messepreis von nur 9 € zu erhalten. – 20.09.2017

 

 

 

631.   Lektüre in der zfv zur Vermessungsgeschichte – die noble Wissenschaft der Landvermessung im Spätmittelalter

             In der Zeitschrift für Vermessungswesen zfv 3/2017 (S. 187 – 196) lesen wir einen hochinteressanten Fachaufsatz über „Grenzvermessungen und -abmarkungen im Spätmittelalter …“. Dr. phil. Thomas Horst von der Universität der Bundeswehr in München berichtet am Beispiel einer illustrierten Handschrift von um 1400 von der schon damals besonderen Wertschätzung für die Landvermessung. In jener Handschrift werden nicht nur die spätmittelalterliche Landvermessung und Abmarkung ausführlich erläutert, sondern auch mit mehr als 180 kolorierten Illustrationen untermalt. Sechs der Illustrationen sind in dem hier besprochenen Beitrag abgebildet.

             Einleitend umreißt Thomas Horst die Leistungen mittelalterlicher  Landvermessung (ein umfassender Terminus, wie ihn auch Walter Seele noch bis in die Gegenwart gerne benutzte) mit besonderen Schwerpunkten auch in der international-südländischen Praxis der Grenzfestlegungen. Er führt die Leserschaft über die Stationen Sachsenspiegel (sich dabei u.a. auf unseren Eratosthenes-Preisträger Frank Reichert stützend), daran erinnernd, daß sich „der damalige Landvermesser noch ganz im christlich geprägten Weltbild einer biblisch verbürgten Ordnung bewegte“, verweisend auf das apokryphe Buch der Weisheit 11,20f: „Du aber hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet ….“ und bedenkend, nach der Interpretation des Heiligen Augustinus entspräche jene Trias der Triade „Regel, Gestalt und Ordnung“, übertragbar auch auf den Trinitätsgedanken im Sinne von Vater, Sohn und Heiliger Geist – eine herrliche Tour d’Horizont, gründend in der mittelalterlichen Landvermessung. –

             Jene didaktisch einzigartige 300 Seiten umfassende Abhandlung über die Landvermessung, das „Manuskript Carpentras“, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Arles an der Cote d’Azur von Bertrand Boysset verfasst, mit 183 kolorierten Illustrationen in provenzalischer Sprache. „Es handelt sich um die erste umfangreiche mittelalterliche Sammlung empirischer Anleitungen, die sich im Detail mit der damaligen Vorgehensweise für die unterschiedlichsten Situationen bei der Landvermessung auseinandersetzen. Das Werk ist dem König von Neapel, Robert von Anjou …1309-1343 …gewidmet“, schreibt Thomas Horst und schildert die Geschichte des lange in Vergessenheit geratenen Werkes und die sich um seine Wiederentdeckungen rankenden Forschungen.

             Das vom  „Praktiker Bertrand“  erstellte „Manuskript Carprentas“ umreißt inhaltlich die vermessungstechnischen, geometrischen und arithmetischen Grundlagen damaliger Landvermessung und der Grenzabmarkung im provenzalischen Recht. Die ausführlichen Beschreibungen von Thomas Horst kürzen wir hier ab, indem wir die in hervorragender Bildqualität in der zfv abgedruckten farbigen Abbildungen kurz erläutern – in den Abbildungen werden die Sachverhalte wunderbar deutlich: Jesus überreicht dem betenden Landvermesser die Messlatte. Grenzsteinsetzung mit deutlich erkennbarem Grenzstein über einem Erdloch, einem Landvermesser und wohl zwei Nachbarn mit zustimmenden Handbewegungen und zwei Knaben mit Ministeinen als Sicherungsvermarkung. Vilanova erteilt 15 Schülern Unterricht in der Landvermessung, hält einen Grenzstein und eine Messlatte in den Händen und sagt in der Übersetzung der Sprechblase, „die Wissenschaften der Landvermessung als auch die der Grenzabmarkung sind wahrlich sehr nobel“. Vermessungsarbeiten im Felde, Abmarkung, mit einem Lot oberhalb der Messlatte, hier verraten die Sprechblasen: „Das sind sehr scharfsinnige Wissenschaften wie das zivile Recht, das kanonische Recht und die heilige Theologie. Aber noch viel subtiler ist die Wissenschaft der Landvermessung und Grenzabmarkung. Denn diese erfordert einen sehr guten Kopf und große Geschicklichkeit. Und für die Ausübung gute natürliche Sinne.“  Und in den weiteren Kapiteln des Werkes werden neben zahlreichen Spezialfragen vermessungstechnische Grundlagen erläutert, so etwa die Besitzteilung mit Hilfe von Winkeln, das Messen mit dem Mess-Seil, aber auch anspruchsvollere Vermessungen von Grundbesitz – bis hin zur Parzellarvermessung in einem Obstgarten.

             Mit dem hier besprochenen Aufsatz wird der Fachwelt ein historisches Dokument ersten Ranges eindrucksvoll vorgestellt und neu in Erinnerung gerufen. Die Illustrationen erläutern nicht nur die vermessungstechnischen Verfahren, sie visualisieren – so hebt der Autor hervor – „auf beeindruckende Weise die Vermessung des geographischen Raumes, indem sie sie mittelalterliche Landschaft samt Bäumen, Feldern, Häusern und Arbeitsgeräten, aber auch die handelnden Personen mit ihren unterschiedlichen Gewändern, Mützen und Schnabelschuhen darstellen, weshalb sie als optimale, bislang noch nicht ausgewertete Quellen für die Kulturgeschichte herangezogen werden können.“ – In seinem Fazit berichtet Thoma Horst u.a., wie schon 1953 der Technikhistoriker Franz Maria Feldhaus In der Vermessungstechnischen Rundschau VR (frühere Vorgängerin der Zs. Flächenmanagement und Bodenordnung - fub) schrieb: „Die große Gruppe technischer Handschriften, zumal Bilderhandschriften, ist für das Vermessungswesen noch nicht erschlossen.“ Und der damalige Schriftleiter der VR, Dr.-Ing. Heinz Wittke, regte einst bereits an, sie durch Dissertationen und wissenschaftliche Arbeiten zu erschließen.

             Es ist dem Redaktionsteam der zfv zu danken, diesem Beitrag von Thomas Horst so breiten Raum gewidmet zu haben. Er ist mit seinen zusätzlich ca. 90 Literaturstellen ein besonderes Zeugnis vertiefter internationaler vermessungshistorischer wissenschaftlicher Forschungen. Der Aufsatz steht im Internet unter zfv_2017_3_Horst.pdf  zur Verfügung – eine vermessungshistorisch außerordentlich reizvolle Lektüre in der zfv. – 09./11.09.2017

 

 

 

630.   INTERGEO Berlin starten in 4 Wochen - Stand des Förderkreises Nr. 4.037

             Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund ist auch  bei der kommenden INTERGEO in Berlin vom 26. bis 28. September 2017 wieder mit einem eigenen Stand vertreten, Stand des Förderkreises Nr. 4.037. Dort werden unter der kompetenten Leitung von Dipl.-Ing. Jürgen Lagoda und der bewährten Assistenz von M.Sc. Dmitri Diener die vielfältigen historischen Entwicklungen des Vermessungswesens aufgezeigt. Auch der Erste Vorsitzende des Förderkreises Ingo von Stillfried ist am Stand anzutreffen. Zahlreiche  Veröffentlichungen des Förderkreises, darunter das zeitlos beliebte Museumshandbuch mit seinem Streifzug durch 5000 Jahre Vermessungsgeschichte und bis in die Gegenwart werden angeboten – und der Stand bietet auch gerne wieder Gelegenheit zu vermessungshistorischem Gedankenaustausch.

             Dmitri Diener hat sich seit 2012 stets gerne ehrenamtlich für die Betreuung unseres Standes bei der INTERGEO eingesetzt, einst als Student aus Hannover, empfohlen von Professor Wolfgang Torge. Wir freuen uns, den Kollegen Dmitri Diener nunmehr an dieser Stelle zum erfolgreichen Masterdiplom an der Leibniz Universität Hannover  gratulieren zu können,  und – wie erst jetzt bekannt wurde  - ebenfalls zum Sonderpreis der Victor-Rizkallah-Stiftung  für Studierende mit ausländischen Wurzeln, mit dem er bereits am 13. 01. 2015 ausgezeichnet worden war. – 29.08./20.09.2017

 

 

 

629.   17. Dortmunder Museumsnacht

            Die 17. Dortmunder Museumsnacht am 23. 09. 2017 steht unter dem Motto "Nacht der klugen Köpfe" und  der Erste Vorsitzende des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum Ingo von Stillfried, wird die Benutzung von Abakus, Rechenschieber, Rechentafeln, Logarithmentafeln, Kurbelrechenmaschinen bis hin zum PC, vorführen, unterstützt von Enrico Kramer von der Technischen Hochschule Agricola, Bochum. Die Vorführungen werden in diesem Jahr nicht im Außenbereich, sondern in den Räumlichkeiten der Dauerausstellung durchgeführt. „Besonders spannend wird der Programmpunkt ‚Erkundung auf eigene Faust‘ sein, bei dem über einen eigenen Audio-Guide die Besucher durch alle Abteilungen des MKK-Hauses gelenkt werden. Je nachdem, wie dieses Angebot angenommen wird, werden wir dieses Jahr wohl doch noch eine Nachtschicht einlegen“, äußerte von Stillfried in Vorfreude. – 11.08.2017

 

 

628.   Briefmarken - Bedeutende Personen der Kartographie, Geodäsie und der Entdeckungsgeschichte der Erde – ein philatelistisches Register

             Wir hatten mit unserer Mitt. 616 auf das segensreichen Wirken der 1967 gegründeten Motivgruppe Briefmarken hingewiesen, auf die „Thematische Arbeitsgemeinschaft und Motivgruppe Landkarten-Vermessung-Entdeckungsgeschichte der Erde“. Nunmehr liegt das hervorragend ausgestattete Kompendium „Bedeutende Personen der Kartographie, Geodäsie und der Entdeckungsgeschichte der Erde“ vor. Es enthält 478 Namen von Persönlichkeiten, die von den jeweiligen Postverwaltungen wegen ihrer Verdienste um die Vermessung und Kartographie ihrer Länder gewürdigt worden sind. Darunter sind u. a. Entdecker, Mathematiker, Astronomen, Geodäten und Kartographen. Sie trugen dazu bei, die Grundlagen der Landesaufnahmen und topographischen Kartenwerke zu schaffen.

             Jede Persönlichkeit ist mit kurzen Lebensdaten und oft mit einem Markenbild aufgelistet. Von A wie Abbe bis Z wie Zuse. Der Liebhaber und Sammler von Motivmarken der Themenbereiche Landkarten, Vermessung und Entdeckungsgeschichte der Erde findet in den vielfältigen Abbildungen Anregungen für eine vertiefende Beschäftigung mit diesem Hobby.

             Das von Dipl.-Ing. Dieter Hertling (&1994) erstellte Grundwerk ist in den letzten Jahren von Dipl.-Ing. Ulrich Mailand systematisch ergänzt worden. Es sind alle Marken berücksichtigt, die bis 12/2015 in der Michel-Rundschau katalogisiert worden sind. Weitere Ergänzungen zu den Personenbeschreibungen finden sich in den Rundschreiben der Arbeitsgemeinschaft; deren Fundstellen und vertiefende Literaturangaben sind aufgeführt. Ein Gesamtregister erschließt das Werk.

             In seinem Vorwort hebt der frühere Vorsitzende 2012/15 der Motivgruppe, Volker Woesner, u.a. die Vielzahl von Briefmarken mit Bildern verschiedenster Landkarten aus allen Zeiten und Epochen hervor, die von vielen verschiedenen Staaten ausgegeben worden sind. Das Kompendium eignet sich als ein vermessungs- und kartographisch-historisches Nachschlagewerk und ist eine bestens strukturierte Informationsquelle für den thematisch interessierten Motivmarkensammler. Wir danken Manfred Spata und dem heutigen Vorsitzenden der Motivgruppe Klaus-Günter Tiede, dem umfangreiche Recherchen im Internet und auch die sehr umfängliche Korrekturlesung zu verdanken sind,  für das Rezensionsexemplar. Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum ist erfreut, wie damit auch der immaterielle Teil der Sammlung Hertling nunmehr der Öffentlichkeit zugänglich geworden ist.

             Quelle: Hertling, Dieter & Mailand, Ulrich, Philatelistisches Register Bedeutender Personen der Kartographie, Geodäsie und Entdeckungsgeschichte der Erde. 120 S. Glanzpapier, A-5, 200 farbige Abb.; Softcover. Hamm: ArGe Landkarten – Vermessung – Entdeckungsgeschichte der Erde, 2017. Preis 15 € + Porto. – Bezug: ArGe Landkarten, Klaus-Günter Tiede, Josef-Wiefels-Str. 2, 59063 Hamm. E-mail: Land.verm.entd@gmx.de. – 02.08.2017

 

 

627.   Ein Brief von Gauß – und ein Zufallsfund zum 200-jährigen Fahrradjubiläum.

             In der jüngeren Vergangenheit haben wir mehrfach über das Wirken von und Erinnerungen an Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) berichtet. Ein aktueller Presseartikel, in dem ein Briefwechsel zwischen Gauß und einem Staatsrechtler erwähnt wurde, machte erneut neugierig:

             „… Herr Barry (möge) bei jedem Stern die Anzahl der Beobachtungen, worauf sich die Position gründet, hinzufügen, weil man dadurch desto besser über den Wert derselben entscheiden kann. Piazzi und … haben es ebenso gemacht“, schrieb Gauß unter dem 17. Jan. 1811 an den berühmten badischen Staatsrechtler Johann Ludwig Klüber (1762 – 1837) ….ein doch ungewöhnlicher Adressat. Warum korrespondierte Gauß mit einem hohen Juristen?

             Zum Hintergrund: Roger Barry wirkte seit 1790 als Hofastronom in Mannheim und war Gauß bekannt. Der Erlanger Professor Klüber war 1807 zum  Staats-und Kabinettsrat im Großherzogtum Baden berufen worden, hat am Wiener Kongress teilgenommen und u.a. die Akten des Wiener Kongresses in den Jahren 1814 und 1815 veröffentlicht.Klüber bekam seit 1807 seitens der Badischen Regierung auch die Aufsicht über die Sternwarte in Mannheim. Nach den erheblichen Zerstörungen während der Napoleonischen Kriege auch dieser Sternwarte konnte Roger Barry seine früheren Beobachtungen mit dem Mauerquadranten von John Bird wieder aufnehmen (der Mauerquadrant war ein präzises Instrument zur Beobachtung von Sterndurchgängen im Meridian im 17. Und 18. Jahrhundert und lange das Hauptinstrument der Mannheimer Sternwarte). Barry erkrankte 1810 und starb 1813.

             Angesichts der Erkrankung von Barry schrieb Klüber 1810 an Gauß mit Fragen, die den Barry’schen Sternkatalog betraf, u.a. zur Nummerierung der Sterne. Gauß ging in seiner Antwort zunächst auf diese letztlich jedoch „als gleichgültig“ eingestuften Fragen ein, um dann zu antworten wie eingangs zitiert. – Gauß vergaß jedoch nicht hinzuzufügen, „Ich wünsche sehr, daß Hrn. Barry’s Spezialtafeln der Nutation … nicht umkommen mögen, sondern gedruckt werden,“ wohl Ausdruck der Wertschätzung für den erkrankten Astronomie-Kollegen. – Letztlich blieben die zahlreichen Beobachtungen Barry’s mit dem Mauerquadranten unpubliziert, da sie von seinen Nachfolgern als nicht mehr zeitgemäß eingestuft wurden. –

             Auf die mitgeteilte kleine Geschichte wurden wir aufmerksam, als die F.A.Z. am 10. Juni schrieb, „Es sind blos zwei Räder“. Eine Archivarin im Generallandesarchiv Karlsruhe, dem Gedächtnis des badischen Landesteils, war auf der Suche nach Unterlagen zur „Laufmaschine“, dem Urtyp des Fahrrads, der „Draisine“, den der Mannheimer Forstmeister Karl Freiherr von Drais erfunden hatte und am 12. Juni 1817 mit einer Fahrt zwischen Mannheimer Innenstadt und der 7 km entfernten Poststation vorgestellt hatte – mit 14 km/h – vor 200 Jahren. Die Archivarin fand nicht nur jene Unterlagen mit interessanten Skizzen – sondern eben auch den o.a. Schriftwechsel Klüber-Gauß, der uns gerne zur Verfügung gestellt wurde. – So entstand daraus eine kleine Sommergeschichte mit gauß-geodätischen Ratschlägen zur Genauigkeit von Beobachtungen – und einem aktuellen Jubiläum.

             Quellen: Hans-Eberhard Lessing: „Es sind blos zwei Räder“ – Rechtzeitig zum 200. Jubiläum des Fahrrads findet eine Archivarin einen Augenzeugenbericht über eine Probefahrt, in F.A.Z. vom 10. Juni 2017, S. 9; Wikipedia zur Sternwarte Mannheim und zu Johann Ludwig Klüber. – 24.07.2017

 

 

 

626.  Kirche und Kartographie – Kirchentags-Ausstellung in Dortmund
             Im Juni 2019 findet in Dortmund der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Anläßlich dieses Großereignisses und in Fortführung der derzeit in Duisburg laufenden Ausstellung zur Kartographie zu Luthers Zeiten (siehe unsere Mitt. 625) soll in einer Ausstellung des Förderkreises die Thematik "Kirche und Kartographie" weiter aufbereitet werden. Das Motto des Kirchentages lautet "Glückauf und Halleluja". Dementsprechend werden auch zwei weitere Themenbereiche aufgespannt. Zum einen sind es Karten aus dem bergbaulichen Bereich, die an die Geschichte des Ruhrgebietes anknüpfen - denn zum Ausstellungszeitpunkt wird auch die letzte Zeche im Ruhrgebiet geschlossen haben - und zum anderen werden auch Karten mit Kirchenbezug (u.a. auch die üblichen "Verdächtigen" wie Ebstorf, Etzlaub, Mercator) sowie Werke des Schwelmer Pastor Friedrich Christoph Müller zu sehen sein - oft haben Pastoren in der Vermessungsgeschichte gewirkt, erinnert sei hier nur ergänzend an Johann Friedrich Benzenberg, geboren in einer Pastorenfamilie in Schöller (heute zu Wuppertal), auch er hatte zunächst Theologie in Herborn und Marburg studiert (vergl. Mitt. 95 und 286). –

             Angesichts der zu erwartenden großen Vielfalt des Kirchentagsprogrammes wird die Ausstellung "nur" eine begleitende Studioausstellung sein, die dem den Besuchern einen weiteren, vermessungshistorischen Aspekt des Themas "Kirche" nahebringen soll. – 28.06.2017

 

 

 

625.   Das Bild der Welt zur Zeit von Martin Luther –  Salvatorkirche Duisburg
             Eine Ausstellung in der Salvatorkirche in Duisburg zeigt anlässlich des Reformationsjubiläums in 8 Themenbereichen anhand von Karten und sonstigen Darstellungen, welches Bild der Welt die Menschen vor und nach der Reformation im Jahr 1517 hatten. Dipl. Ing. Heinz Jürgen Lagoda und Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg von der Universität Duisburg-Essen zeigen, wie religiöse Prägungen, Reisen und Entdeckungen, die Wissenschaftsgeschichte und speziell die Entwicklung der Geowissenschaften von Geodäsie und Kartographie geprägt haben und  Eingang gefunden haben in die verschiedenen Darstellungen der Erde in den vergangenen Jahrhunderten.

             Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 18. Juni 2017 mit einem Gottesdienst um 10 Uhr und einem anschließenden Empfang mit den Initiatoren der Ausstellung, die nach dem Gottesdient eine kurze Einführung in die Thematik geben und durch die Ausstellung führen.

             Als Beispiel für die mittelalterliche Sicht auf die damals bekannte Welt wird in der Salvatorkirche u.a. eine verkleinerte Kopie der Ebstorfer Weltkarte zu sehen sein. Mit Jerusalem als Mittelpunkt und mit mehr als 2.300 Text- und Bildeinträgen war sie die größte und umfangreichste Weltkarte im Mittelalter. Weitere Karten der frühen Neuzeit zeigen, wie noch in der Zeit der Reformation die Gestalt und Topographie der damals bekannten Erde möglichst genau abgebildet worden war. Dazu gehören auch Beispiele der Karten von Gerhard Mercator. So enthält seine Weltkarte von 1569 auch ein Kartennetz als Bezugssystem für die geographischen Koordinaten. Zu sehen sind aber auch Nachbildungen von sogenannten Portolankarten, die nicht der üblichen mittelalterlichen Kartentradition zugeordnet werden können. Diese Karten beschreiben zunächst vorwiegend die Küstenlinien des Mittelmeerraumes und des Schwarzen Meeres, später auch Teile der Atlantikküste und des Nord- und Ostseeraumes.

             Die beiden Kuratoren der Ausstellung fasziniert aus fachlicher Sicht neben der Schönheit und Fülle der Darstellung insbesondere die Genauigkeit insbesondere auch jener Portolane. „Die erreichte Präzision ist Ergebnis einer noch nicht zu erklärenden Ingenieurleistung in der Zeit ihres Entstehens. Die genauen Entstehungs- und Organisationshintergründe liegen bis heute weitgehend im Dunkeln“, betont Jürgen Lagoda. Die geheimnisvollen Portolane bilden den Anfang der Ausstellung in der Salvatorkirche. Neben einigen besonders schönen faksimilierten Ausgaben werden auch ansatzweise Methoden und Ergebnisse der in den vergangenen Jahren an der Universität Duisburg-Essen durchgeführten Genauigkeitsuntersuchungen präsentiert.

             Die Ausstellung wird bis zum 16. Juli 2017 gezeigt. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags bis 13 Uhr, montags geschlossen. Der Eintritt ist frei. – 14.06.2017

 

 

 

624.   Gauß zu Gast im Künstlerdorf Fischerhude bei Bremen

             Im Rahmen der Festwoche zur 50-Jahrfeier der Gründung der Mittelpunktschule Fischerhude-Quelkhorn hält Professor Klaus Kertscher, Mitglied des Kuratoriums unseres Förderkreises und Gaußexperte aus Oldenburg, am Mittwoch, den 14.06.2017 um 20 Uhr in Buthmanns Hof in  Fischerhude einen Vortrag:

„C.F.Gauß: aus einfachen Verhältnissen zum Wissenschaftsgenie“.

             Klaus Kertscher wird Gauß´ Leistungen allgemein-verständlich erklären und ihn gleichzeitig als Mensch und Familienvater vorstellen, wobei Gauß das Glück vielfach nicht treu war …..

             Wir haben hier mehrfach das Wirken von Carl Friederich Gauß gewürdigt, siehe u.a. unsere Mitteilungen Nr. 253, 438, 455 –  und erst kürzlich auch wieder im norddeutschen Raum bei Langwarden (Mitt. 596 und 601). Gauß hat auch in der Region Fischerhude Spuren hinterlassen.  Vor gut 200 Jahren in Braunschweig aufgewachsen, beeindruckte er bereits in ganz jungen Jahren seinen Lehrer, seinen Herzog und die gesamte Wissenschaftswelt mit seiner vielseitigen Begabung: C. F. Gauß, ein Multigenie auf den Gebieten Mathematik, Astronomie, Physik und Geodäsie, „Vermessung der Erde im Großen und Kleinen“. – Er addierte schon als Neunjähriger die Zahlen 1 bis 100 trickreich und damit sensationell schnell, er konstruierte als 19-Jähriger das „17-Eck“, er berechnete als 24-Jähriger Planetenbahnen, er erfand mit seinem Freund Wilhelm E. Weber die „Elektrische Telegraphie“. Unvergessen der 10-DM-Schein, gültig 1992 bis 2002, auf dem die „Gauß‘sche Normalverteilung“ ebenso abgebildet war, wie Teile des Hannoverschen Dreiecksnetzes zwischen Wangeroog über Bremen bis nach Hamburg und Wilsede. Auch der Trigonometrische Punkt auf dem Steinberg im Raum Fischerhude war dort verzeichnet, er ist noch heute ein beredter Zeuge vor Ort.

             Die Veranstalter von der Grundschule Fischerhude, Gerd Böger und Wilfried Mittendorf, schreiben in ihrer Einladung: Das diesjährige Schuljubiläum ist ein ganz besonderes Datum! Ihr Viertklässler, die ihr nach den Sommerferien auf die weiterführenden Schulen in Ottersberg oder die IGS in Oyten wechseln werdet, lernt dort auch, was der (damals auch) elfjährige Joseph Gauß vor 200 Jahren bei seinem Vater im Landvermessen anfing, sodass er mit schon 15 Jahren dessen verantwortlicher Mitarbeiter wurde...Josephs Vater Carl Friedrich Gauß war euren Eltern „bekannt“, weil sein Foto für jeden zu sehen war auf der Vorderseite des 10 DM-Geldscheins; und auf der Rückseite war mit Lupe eine Landkarte unserer Wümme-Region zu erkennen…. Bringt bitte auch Opa und Oma mit. Eure ganze Familie kann erfahren, wo in Fischerhude noch ein alter Vermessungsstein steht; in Quelkhorn sogar zwei! Von us Voröllern sünd diese Granitpieler generationenlang schützt worrn. Deren Ehrforcht schall wietergahn“. 

             Klaus Kertscher wird in Fischerhude einmal mehr in seiner sympathisch-kompetenten Art – so wie wir ihn kennen – Jung und Alt begeistern, mit seinem besondere Dienst für die Jugend, die Werbung auch für die Landvermessung, die Geodäsie, die Wissenschaft ganz allgemein. – 

              Ergänzend eine Anmerkung zum Künstlerdorf Fischerhude – es hat neben Worpswede bei Bremen eine besondere Vergangenheit als Künstlerkolonie während der Zeit der expressionistischen Malerei vor und um 1900. Otto Modersohn (1665 – 1943) war nach dem frühen Tod seiner Frau, der Malerin Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907) von Worpswede nach Fischerhude gezogen, hat hier bis zu seinem Tod eine weitere reiche Schaffenszeit auch als Landschaftsmaler erlebt und heiratete dort  in die Künstlerfamilie Breling. – Und zeitgeschichtlich interessant ist, Altkanzler Helmut Schmidt (1918 – 2015) verbrachte um 1937 seine freien Wochenenden bei einem in Fischerhude lebenden Onkel, lernte dort Otto Modersohn, dessen Familie, die Breling-Töchter, Olga, Mietje und Cato Bontjes van Beek kennen, die sich im Widerstand gegen Hitler engagierten (Cato wurde von den Nazis 1943 verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet). –  Fischerhude, das war für Helmut Schmidt eine geistige Oase in der Nazi-Zeit. Hier wuchs auch sein Verständnis für die Worpsweder Kunst, die ihn wie auch die Fischerhuder Freundschaften insbesondere zu Olga Bontjes van Beek (1896 – 1995) und zu Christian Modersohn (1916 – 2009) ein Leben lang begleitete. Ein halbes Jahr vor seinem Tod, um Ostern 2015, hat Helmut Schmidt Fischerhude und die Familie Modersohn zuletzt besucht“, schrieb die Worpsweder Internet-Zeitung.

             Nachtrag: Der Vortragssaal im Buthmanns Hof in Fischerhude war mit über 80 Personen fast voll besetzt, als Klaus Kertscher nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister umfassend und routiniert über Gauß als Forscher und Universalgenie vortrug, dabei insbesondere auch dessen praktische und theoretische Leistungen in der Geodäsie würdigte und abschließend auch über dessen insbesondere in die USA ausgewanderten Nachkommen berichtete.  Das  große Interesse für Gauß zeigte sich auch in der anschließenden ausführlichen Diskussion. –  Eine besondere  Ehrung erfuhr Gerd Böger (82), unverändert engagierter ehemaliger Lehrer in Fischerhude, auf dessen Initiative ein 7m x 2m großes Relief „Unsere kleine Wümmelandschaft als Teil der großen Vermessungsgeschichte“ angefertigt worden war. Ein Relief im Maßstab 1:25.000 mit 20-fach überhöhten Höhen. Die Dreieckspunkte von Wangeroog bis zum Wilseder Berg der Gauß’schen Hannoverschen Landesvermessung waren durch rote Fäden verbunden – und zeigten jenes Dreiecksnetz, das auch auf dem ehemaligen 10 DM-Schein abgebildet waren.  Daneben sind im Relief 334 TP’s und 42 Kirchturms-TP’s mit ihren Nummern verzeichnet – eine faszinierend umgesetzte Idee des Mit-Initiators Gerd Böger dieses besonderen Vortragsabends in Fischerhude. –  04./15.06.2017

 

 

 

623.   Bonn-Beuel in 200 Jahren Historischer Karten der Landesaufnahme – Ausstellung, Workshop und Presse-Echo

             Wir hatten hier in unserer Mitt. 615 auf die von Manfred Spata intensiv vorbereitete Ausstellung des  Heimat- und Geschichtsvereins Beuel am Rhein e.V. gewürdigt, die er als Kurator und Verfasser einer hochinteressanten Begleitveröffentlichung maßgeblich gestaltet hatte. Der begleitende Workshop hatte in Fachkreisen und auch in der Öffentlichkeit eine gute Resonanz erfahren. So Veröffentlichte z. B. der Bonner General-Anzeiger am 5.Mai unter der Überschrift „Die erste Graphik des Rheinlaufs stammt von 1507“ einen detaillierten Bericht von Tabea Hermann  - u.a. mit dem Zitat von Manfred Spata „Der Kartograf hat es immer so dargestellt, wie er es vorgefunden hat“. Und Dr. rer.nat. h.c. Rolf Harbeck schrieb auch aus der Sicht der DGfK begeistert: „Ausstellung, Workshop und jetzt der Zeitungsbericht tragen wieder einmal ein Stück Kartographie in die Öffentlichkeit. Zunächst kein aktuelles, aber ein Blick in die Vergangenheit gehört eben zum Verständnis dessen, was Vermessungsingenieure und Kartographen machen, dazu. So war das Workshop-Publikum denn auch eher seniorenbestimmt und damit an dieser Retrospektive besonders interessiert, was man an den zahlreichen sachkundigen Diskussionsbeiträgen erkennen konnte. Folgerichtig war es dann, dass Manfred Oster mit seinem inhaltsreichen, dichten Vortrag über ATKIS, TIM-online usw. den Blick in die Gegenwart und Zukunft richtete.“ – 27.05.2017

 

 

 

622.  Johann Friedrich Benzenberg (1777 – 1846) im Deutschlandfunk 

             Am 5. Mai vor 240 Jahren wurde Johann Friedrich Benzenberg in Schöller (heute Ortsteil von Wuppertal) geboren. Der Deutschlandfunk (dlf) berichtete aus diesem Anlass über Benzenbergs Messungen im Turm der Michaeliskirche in Hamburg zum Nachweis der Erddrehung. Er ließ Bleikugeln aus 76 m Höhe durch die geöffneten Turmschächte fallen, die aufgrund der höheren Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde beim Loslassen (die die Kugeln beim freien Fall beibehielten) dann unten mit 9 mm Ostabweichung vom Lotpunkt auftrafen. Benzenberg schilderte seine Ergebnisse Wilhelm Olbers in Bremen, der Carl Friedrich Gauß einschaltete. Gauß ermittelte aus Fallhöhe und Geographischer  Breite 8,7 mm Ostabweichung und bestätigte damit die Untersuchungen von Benzenberg.  – Zum Nachhören in der Mediathek des Deutschlandfunks siehe dlf.de „Forschung aktuell“ am 5. Mai um 16:45 und dort unter „komplette Sendung“ von Minute 22:38 bis 24:18. – Den Hinweis auf dieses interessante Feature verdanken wir unserem Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Jürgen Lagoda, der die Sendung im Urlaub hörte!

             Wir haben an dieser Stelle mehrfach über Benzenbergs Wirken für das Kataster, die Landvermessung, als Physiker und Geodät,  in der Publizistik, kurz als Universalgelehrter berichtet (vergl. u. a. Mitt. 571, 254, 168 und 95, dort auch mit Hinweis auf die Grabstätte auf dem Golzheimer Friedhof in Düsseldorf). Daneben verweisen wir auf die Dissertation über J.F. Benzenberg durch Dajana Baum (Mitt. 286). – 15.05.2017

 

 

 

621.   Neues zur Sammlung Heuts – Vermessung in der Belletristik und im Film

             Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach auf das segensreiche vermessungshistorische Wirken von Mario Heuts aus Osnabrück hingewiesen. In den Nachrichten der  Niedersächsischen Vermessungsverwaltung (NaVKV) veröffentlichte er jüngst unter den Buchbesprechungen nunmehr erneut (vergl. unsere Mitt. 375) eine aktualisierte Auflistung über Fundstellen in der Belletristik und in Unterhaltungsfilmen, in welchen die Geodäsie, der Geometer, der Landmesser, der Vermessungsingenieur, der Diplomingenieur, das Vermessungswesen eine besondere Rolle spielt –  inzwischen dokumentiert Heuts mehr als 300 Titel –  bewundernswert!. In seinem jüngsten Beitrag veröffentlicht er ergänzend zu den Fundstellen kurzgefasste Kommentare zu einer ganzen Reihe der von ihm dokumentierten Titel. Auf der Homepage des Autors sind zu allen Titeln kurze Inhaltsangaben verfügbar – eine in seiner Reichhaltigkeit einmalige Fundgrube, siehe www.vermesser-literatur-und-filme.de  . In dieser lesenswerten Gesamtschau auf der Homepage werden – soweit erkennbar – die Original-Berufsbezeichnungen aus den jeweiligen Literaturstellen verwendet, so z.B. sogar eine Vermessungsingenieurin bei fantasievollen Epigonen von Karl May. –

             In diesem  Zusammenhang dürfen wir – wie auch Heuts in seiner Homepage – zugleich an die 3 Bände  „Geodäsie in der Belletristik und in den Medien“ von Johannes Nittinger vor 25 Jahren erinnern. Wir hatten darauf bereits bei der Würdigung zum 100. Geburtstag von Johannes Nittinger hingewiesen (vergl. unsere Mitt. 162). Nittinger erwähnte im Vorwort zu seinem ersten Band Georg Kaspereit, der in den Jahren 1952 bis 1972 in den NaVKV „zahlreiche Abhandlungen veröffentlicht (hatte), die sich damit befassen, die Gestalt des Geodäten so vorzuführen, wie er vorwiegend von den Autoren der Belletristik gesehen wurde…“ Und vor wenigen Monaten konnten wir hier in unserer Mitt. Nr. 598 auf eine „Fortführungsvermessung im Hörspiel vor 60 Jahren“ verweisen, die der Kollege Heuts in Erinnerung gebracht hatte, auch u. a. gestützt auf eine Veröffentlichung von Georg Kaspereit. So schließt sich ein vermessungshistorischer Kreis von Nittinger über Kaspereit zur „Sammlung Heuts“.

             Quellen: Heuts, Mario: „Ungewöhnliches aus der Vermessungsunterhaltung“, Buchbesprechungen in den Nachrichten der  Niedersächsischen Vermessungsverwaltung, Heft 2/2016, S. 53 – 69. Nittinger, Johannes: Geodäsie in der Belletristik und in den Medien, Schriftenreihe des BdVI, Bd. 3 (1992), Bd. 4 (1993), Bd.5 (1994). –  03./11.05.2017 

 

 

620.   Präsidenten und Leiter der Landeskulturverwaltung der Rheinlande 1920 bis 1945

             Mit seiner jüngsten Veröffentlichung über „Die Präsidenten und Leiter der preußischen Landeskulturverwaltung in der Rheinprovinz von 1920 bis 1945“  beschließt  Professor em. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Erich Weiß seine so sehr verdienstvollen  Forschungen, um Leben und Wirken der Präsidenten und Leiter der Landeskulturverwaltung in den Rheinlanden zu dokumentieren. Er berichtet über die Biographien von  Friedrich Hess (Präsident 1920 bis 1932), Dr. Wilhelm Heiliger (Leiter 1933 bis 1936) und Dr. Ludwig Sartorius (Leiter 1936/39 bis 1944/45) in besonders bewegten Zeiten, seit 1933 zugleich einer Zeit großer Anfechtungen. Auch die Nachforschungen gestalteten sich für diesen Zeitraum besonders schwierig.

             Friedrich Hess wurde am 27. Dezember 1873 in Ahrweiler in einem katholischen Elternhaus geboren, studierte Rechtswissenschaften in München, Berlin und Bonn, absolvierte das Referendariat und den Militärdienst und begann seine berufliche Laufbahn am 11. Mai 1900 mit dem Eintritt in die preußische Landwirtschaftsverwaltung bei der Generalkommission in Düsseldorf, um sich zum Spezialkommissar der Rheinischen Landeskulturverwaltung ausbilden zu lassen. Es folgten Einsätze u. a. auf Gut Güldenstein, einem Besitz des Hauses Oldenburg  in Schleswig-Holstein, in Kassel, Hersfeld, Witzenhausen und Limburg. Im Ersten Weltkrieg als Hauptmann mehrfach ausgezeichnet, begann er  ab 1. Januar 1919 zunächst als Hilfsarbeiter (wie unmittelbar nach dem Krieg üblich) im Preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten – und wurde am 1. Juli 1920 zum Präsidenten des Landeskulturamtes für die Preußische Rheinprovinz in Düsseldorf ernannt.

             In den Folgejahren war u. a. fachlich die Verlagerung der praktischen Arbeit von der Provinzialebene des Landeskulturamtes (früher Generalkommission) in die Lokalebene der Kulturämter (früher Spezialkommissionen) umzusetzen. Friederich Hess hatte bei der daraus folgenden Umorganisation in den politisch, sozial und ökonomisch ersten schwierigen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg besondere Herausforderungen zu meistern. So waren u.a.  Wohnungsangebote der Bediensteten, Schulangebote für deren Kinder in den strukturschwachen Gebieten u.v.a.m. angemessen zu berücksichtigen. Erich Weiß schildert ausführlich und hochinteressant, wie sich außerdem auch die fachlichen Herausforderungen weiter entwickelten,  weil Bodenordnungsziele sich beständig wandelten, selbst in die  Dorfstrukturen hineinwirkten, so auch bei Weinbergflurbereinigungen, Waldflurbereinigungen, in den kleinteiligen Realteilungsstrukturen. –  Und wie ganz hautnah eine Terminierung eines Umlegungstermins auf den Buß- und Bettag1930 damals im Nachhinein erhebliche Wellen schlug, obwohl „in einer rein katholischen Gegend, evangelische Bewohner sind dort weit und breit nicht ansässig (waren)“. – Friedrich Hess verstarb am 30. Mai 1932 während einer Dienstreise in Koblenz.

             Nachfolger für die relativ kurze Zeit von 1933 bis 1936 war Dr. Wilhelm Heiliger. Geboren am 2. August 1872 (also etwa im gleichen Alter wie sein Vorgänger) im Kreis Minden-Lübbecke in einem evangelischen Elternhaus. Dessen Vaters Beruf als Spezialkommissar mag ihn früh geprägt zu haben. Wilhelm Heiliger studierte Rechtswissenschaften in Marburg und Bonn, absolvierte das Referendariat und wurde in dieser Zeit an der Friedrich-Alexander-Universität zu Erlangen 1898 zum Dr. jur. utr. (also des weltlichen und des kirchlichen Rechts) promoviert – mit einem Thema, das identisch war mit dem der Hausarbeit des Ersten Juristischen Staatsexamens, übrigens ohne wesentliche inhaltliche Änderungen…1902 erfolgte der Eintritt in die preußische Landwirtschaftsverwaltung in der Generalkommission Düsseldorf, zwecks Ausbildung zum Spezialkommissar, drei Jahre nach des Vaters Tod, also auf dessen Spuren. Im Ersten Weltkrieg war Dr. Wilhelm Heiliger u.a. in der Militärverwaltung Litauen-Süd eingesetzt. Nach Kriegsende kehrte er zur Spezialkommission nach Siegburg zurück.

             1921 wurde er auf die Preußische Verfassung vereidigt und u.a. ab 1. Oktober 1929 Vorsitzender der Spruchkammer beim Landeskulturamt Düsseldorf für die Rheinprovinz. Im Jahre 1932/33 wurde die preußische Landeskulturverwaltung aus der Sonderverwaltung im Königreich sowie im Freistaat Preußen in die allgemeine Landesverwaltung eingegliedert. Mit Wirkung vom 1. April 1933 wurde Dr. Wilhelm Heiliger zum Leiter der neuen Landeskulturabteilung beim Oberpräsidium ernannt.  Am 20. August 1934 hatte dann der zuvor bereits auf die preußische Landesverfassung vereidigte Beamte den Eid auf den Führer zu schwören: „Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“ – Wir haben hier bereits früher auf die damit einhergehende Problematik hingewiesen, siehe den vorletzten Absatz unserer Mitt. 603. Letztlich mag auch dieser Eid ein Hintergrund gewesen sein, daß Wilhelm Heiliger am 10. Dezember 1935 einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand stellte, dem zum 31. März 1936 entsprochen wurde.  – Er starb am 12. April 1946 im Kreis Gifhorn.

             Nachfolger wurde der wesentlich jüngere Dr. Ludwig Sartorius, geboren am 26. Juli 1896 im damaligen Landkreis Köln, in einem besonders kinderreichen katholisches Elternhaus. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn zog er als Kriegsfreiwilliger in den ersten Weltkrieg. Er setzte später sein Studium in Bonn fort und wurde 1921 während der Referendarzeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität zu Bonn zum Dr. jur. promoviert. Sein beruflicher Werdegang begann am 1. Oktober 1925 als Amtsvorsteher beim Kulturamt Bernkastel. Zum 1. September 1936 wurde er in die Landeskulturabteilung beim Oberpräsidium für die Rheinprovinz in Koblenz berufen, um diese Abteilung bis zum Jahr 1939 (weil noch nicht Mitglied der NSDAP) kommissarisch zu leiten, ab 1939 dann hauptamtlich. In den folgenden Kriegsjahren war er im aktiven Kriegsdienst in Polen und Russland eingesetzt. Seine formale Vertretung oblag ab 1942 dem dienst-ältesten Oberregierungsrat Egon Küsters.

***

             Ein abschließendes Resümee mag zusammenfassen:  Mit dieser jüngsten Veröffentlichung von Professor em. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Erich Weiß ist die Aufarbeitung und Dokumentation über die Präsidenten und Leiter der  bodenordnenden Landeskultur der Rheinlande insbesondere im ländlichen Raum von 1886 bis1970 abgeschlossen. Erich Weiß hat deren Biographien umfangreich recherchiert und das Wirken jener 10 Persönlichkeiten in dem zeitgeschichtlichen Rahmen mit den gesellschaftlichen, sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen außerordentlich faktenreich dargestellt. Damit ist es ihm gelungen, zugleich auch die Erinnerung an das segensreiche Wirken der Landeskultur neu in das heutige Bewusstsein zu rücken. – Zur besseren Übersicht nennen wir hier nochmals die Namen in chronologischer Folge ab 1886: Otto Grein (1886 – 1893), Albert Küster (1894 – 1903), Franz Brümmer (1903 – 1911) Wilhelm Wissmann (1911 -1920). Siehe unsere Mitt. 579. – Friedrich Hess (1920 bis 1932), Dr. Wilhelm Heiliger (1933 bis 1936) Dr. Ludwig Sartorius (1936/39 bis 1944/45) und Erich Küsters (1944/45 – 1954), Dr. Otto Bierig (1954 – 1968), Dr. Karl Jennen (1968 – 1970). Siehe unsere Mitt. 603.

             Und wir weisen ergänzend auf weitere biographische Arbeiten über Persönlichkeiten in der Preußischen Landeskulturverwaltung von Erich Weiß hin, die wir hier besprochen hatten, so u. a. auf Heinrich Albert Wilkens (Mitt. 274), Franz Adickes (Mitt. 401), Hermann Ascher (Mitt. 440), Gustav Ferdinand Wilckens (Mitt. 541), Paul Krenzlin (Mitt. 557).

             Quelle: Erich Weiß: Drei Präsidenten und Leiter der Landeskulturverwaltung in der Rheinprovinz von 1920 bis 1945, in Zs. Rheinische Heimatpflege Heft 1/2017 S. 39 – 62, , ISSN 0342-1805, Köln 2017 – E-Mail: wiemer@rheinischer-verein.de  23. 04. 2017

 

 

 

619.   Festveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen des „Königlich Preußischen Geodätischen Instituts“ auf dem Telegrafenberg

             Wir hatten hier in der vorhergehenden Mitteilung 618 über das große Jubiläum am 6. April 2017 berichtet. Ingo von Stillfried überbrachte die Glückwünsche des  Förderkreises Vermessunggeschichte in Dortmund und schildert nachstehend in launigen Worten, wie die Geodäsie in Potsdam dieses besondere Ereignis frohgemut und öffentlichkeitswirksam gestaltete.
             Petrus meinte es gut und schickte blauen Himmel und Sonne. So konnte das "Bühnenprogramm" wie geplant im Freien vor dem Haus stattfinden. Andernfalls hätte aber auch kaum eine Möglichkeit bestanden, die ca. 250 Gäste unterzubringen.
             Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Prof. Dr.-Ing. Harald Schuh und Dr. Stefan Schwartze (administrativer Vorstand des GFZ) gab es eine Lernstunde zur „Potsdamer Kartoffel“ – eigentlich sogar der Kartoffel im allgemeinen und im besonderen. So wurde durch den deutschen Kartoffelkönig Karl Stenger, der nebst Hofstaat aus Lohr am Main angereist war, der Einführung der Kartoffel aus Mittelamerika durch den preußischen König, Friedrich II, dem Großen, dem "Alten Fritz" gedacht. Im Hinblick auf die „Potsdamer Kartoffel“ wurde die Umbenennung des Geoids in ein Potatoid (von potatonis = Kartoffel) angeregt und der für die Bestimmung des Geoids zuständig Prof. Dr. Flechtner mit einer königlichen Ehrenmedaille ausgezeichnet.
             Nach diesem kleinen Augenzwinkern wechselten sich ab, ein Gesangs-Trio, welches eine Moritat über das Helmert-Haus am Telegrafenberg launig vortrug, und ein Schauspieltrio, welches zweiaktig die Zeit beschrieb, wie es überhaupt zu diesem Haus kam. In den Rollen Hermann von Helmholtz,  Heinrich Hertz und Friedrich Robert Helmert hatten sich adäquat und wiedererkennbar drei Kollegen des Instituts verkleidet und des kleine selbst geschriebene Schauspiel in exzellenter Weise vorgetragen.
             Abschließend wurden fünf Persönlichkeiten mit dem eigens dafür geschaffenen "Potsdamer Kartoffelmännchen" geehrt, die sich besondere Verdienste um dieses Haus erworben haben. Ein Preisträger von ihnen ist unser ehemaliger Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr.-Ing Wolfgang Torge – Der Förderkreis gratuliert!
             Im Anschluss an diese ungemein kurzweilige Feierstunde stand das Gebäude vom Dach bis in den Keller zur Besichtigung frei. Besonders interessant war, einmal die zweischalige Bauweise um die als eigenständiges Gebäude im Haus errichteten Instrumentensäle zu betrachten. Das Gebäude mit der ehrwürdigen Geschichte strahlt immer noch tiefe Erhabenheit aus. Und dies, obwohl absolute HighTech eingezogen ist: Mehrere armdicke Kabelbündel liegen im Keller an der Stelle einer Eichstrecke und auf dem Dach sind dutzende von Antennen und andere Sensoren für ein breites wissenschaftliches Messspektrum aufgestellt. – Bei Kaffee und Kuchen, bzw. Kartoffelplätzchen und Bier klang die gelungene Auftaktveranstaltung zu diesem besonderen Jubiläum am Nachmittag aus. – 14. 04. 2017

 

618.   125 Jahre Geodäsie auf dem Telegrafenberg in Potsdam

             Im Frühjahr 1892 war es soweit. Das Königlich-Preußische Geodätische Institut aus Berlin konnte mit allen Mitarbeitern in ihr neues Institutsgebäude auf dem Telegraphenberg in Potsdam einziehen. Es war das besondere Verdienst von  Friedrich Robert Helmert, der seit 1887 und bis 1917 in Berlin und Potsdam wirkte, das neue Institutsgebäude imitiert und realisiert zu haben. Vor 125 Jahren. An dieses besondere Jubiläum wird am 6. April 2017 mit einer Festveranstaltung feierlich erinnert. Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum aus Dortmund gratuliert, der Erste Vorsitzende Ingo von Stillfried wird die Glückwünsche des Förderkreises persönlich Professor Dr.-Ing. Harald Schuh, dem Leiter der Geodäsie des Geoforschungszentrums Potsdam überbringen. Die Festveranstaltung ist eingebettet in die Ausstellung Von der Vermessung unserer Welt, vergl. unsere Mitt. 617.  

             Heute ist die Geodäsie als Department 1 unter der Leitung von Harald Schuh wesentlicher Bestandteil des GFZ–Helmholtz-Zentrums in Potsdam, mit den Kernaufgaben Geodätische Weltraumverfahen, Globales Geomonitoring und Schwerefeld, Erdsystem-Modellierung, Fernerkundung und Geoinformatik und einer Reihe von Querschnittsaufgaben in den weiteren 6 geo-orientierten Departments.

             Forschungsgegenstand des GFZ ist die feste Erde - von der regionalen Umwelt bis hin zum Planeten Erde insgesamt. Das GFZ ist Teil der Helmholtz-Gemeinschaft und forscht programmorientiert innerhalb der Helmholtz-Forschungsbereiche Erde und Umwelt und Energie. Darüber hinaus wird am GFZ programmübergreifend und programmunabhängig geforscht. –

             Erst kürzlich ist in eine breit angelegte Spenden-Aktion für den Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg gestartet worden. Der einst als „Mekka der Geodäten“ geltende Helmert-Turm in Potsdam, das östlich gelegene Meridianhaus und  weitere Gebäude existieren heute leider in einem bedauernswerten Zustand. Das Ensemble ist als technisches Denkmal in die Denkmalliste eingetragen. Um die wertvolle Originalsubstanz dieses technischen Denkmals erhalten zu können, sind umfangreiche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen notwendig. Vergl. auch unsere Mitt. 567. –

             Das Wirken von Friedrich Robert Helmert ist jüngst mit dem 13. Symposium für Vermessunggeschichte des Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund ausführlich gewürdigt worden, wir haben darüber in Mitt. 614 berichtet. – 02.04.2017

 

 

 

617.   Von der Vermessung unserer Welt – Ausstellung auf dem Potsdamer Telegrafenberg
             Eine Ausstellung des Helmholtz-Zentrums Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ in Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.
Die Ausstellung (zweisprachige deutsch-englisch)  ist die erste zur Geschichte der traditionsreichen Geowissenschaften in Potsdam. Auf  anschauliche und verständliche Weise vermittelt sie einem Laienpublikum die wissenschaftlichen Pionierleistungen, die eng verbunden sind mit dem Potsdamer Telegrafenberg, einem der bedeutendsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands. Hierhin zog vor 125 Jahren das 1870 in Berlin gegründete Königlich-Preußische Geodätische Institut. Es erlangte schnell Weltruhm als Forschungszentrum der Geodäsie, der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erde.

             Die Ausstellung erzählt von wagemutigen Wissenschaftlern und innovativen Forschungsmethoden, von einzigartigen mechanischen und optischen Präzisionsinstrumenten aus den über 100 feinmechanischen Werkstätten in und um Berlin, von der Erfindung und Entwicklung seismologischer und Erdschweremessungen sowie von der Geschichte der exakten Zeitbestimmung "Made in Potsdam". Wissenschaftliche Antarktis- Expeditionen führten wichtige Forschungsaufträge und neueste Messinstrumente vom Potsdamer Telegrafenberg im Gepäck, und Potsdamer Wissenschaftler waren mit ihren Messungen auf allen Kontinenten unterwegs.

             Die Schau präsentiert über 120 Objekte von 20 institutionellen und privaten Leihgebern, darunter auch der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund, der bei der Ausstellungseröffnung durch den Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried vertreten sein wird. Die  Ausstellung ist vom 24. März 2017 bis zum 09.Juli 2017 zu sehen. Weiteres unter http://www.hbpg.de/Ausstellung_Fokus-Erde.html  . –  21. 03. 2017

 

 

 

616.  C.F. Gauß besucht Briefmarkenfreunde in Leverkusen – 50 Jahre Motivgruppe

             Die 1967 gegründete und später so benannte „Thematische Arbeitsgemeinschaft und Motivgruppe Landkarten-Vermessung-Entdeckungsgeschichte der Erde“  begeht am 1. April 2017 im Forum Leverkusen ihr 50-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass erhält sie an jenem Jubiläumstag um 14 Uhr sogar Besuch von Professor Carl Friedrich Gauß – einmal mehr kompetent verkörpert von Dipl.-Ing. Dieter Kertscher aus Wolfenbüttel.

             In den vergangen 50 Jahren haben sich immer wieder Persönlichkeiten  von den thematisch besonderen, der Geodäsie und Kartographie  verbundenen Briefmarken als kleinen Kunstwerken faszinieren lassen. In den 1980er Jahren wurde Dipl.-Ing. Dieter Hertling aus Darmstadt Schatzmeister und zugleich Redakteur des Mitteilungsblatts, das bis heute erscheint. Mit ihm erlebte die Arbeitsgemeinschaft/Motivgruppe einen deutlichen Aufschwung. Die Leitung wurde damals von Dr. Manfred Helbich aus Regensburg an Dipl.-Ing. Ulrich Mailand aus Halle/Westf. weitergereicht. Als Dieter Hertling 1994 verstarb, nahm der Förderkreis für das Vermessungstechnische Museum in Dortmund die umfangreiche „Sammlung Hertling“ in seine Obhut und hat sie gelegentlich ausgestellt. 2012 übernahm Dipl.-Ing. Volker Woesner die Leitung der Arbeitsgemeinschaft und hat zugleich auch die frühere Verbindung zu der US-amerikanischen CartoPhilatelic Society wieder aufgenommen und gepflegt. Seit 2016 ist Klaus-Günter Tiede aus Hamm neuer Vorsitzender. Aktuell ist auch das Projekt  einer Neubearbeitung (in Buchform) des Registers „Bedeutender Personen der Kartographie, Geodäsie und deren Entwicklungsgeschichte“ fast fertiggestellt.

             Jubiläums-Festveranstaltung und Ausstellung sind eingebettet in die Großveranstaltung  Rhein-Ruhr-Posta ’17 vom 31. März bis zum 2. April 2017 im Forum Leverkusen, veranstaltet von mehreren Briefmarkensammler-Vereinen, insbesondere  den Briefmarkenfreunden Leverkusen e.V.. Im Rahmen der Festveranstaltung wird auch wieder das Exponat „Das flache Bild der runden Welt“ aus der Sammlung Hertling des Förderkreises gezeigt werden. – Weitere Informationen sind über kgtiede@gmx.de zu erhalten. – 18.03.2017

 

 

615.   200 Jahre Historische Karten der Landesaufnahme am Beispiel des Bonn-Beueler Raumes

             ist der Titel der nun vorliegenden Veröffentlichung von Manfred Spata, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein, Bonn 2017, zur Sonderausstellung in Bonn-Beuel vom 17. März bis 15. Juni 2017.

             Vier dem Text vorgeschaltete Kartenausschnitte zeigen vom Raum Bonn-Beuel eine Müffling- Aufnahme 1818, eine Uraufnahme 1845, eine Neuaufnahme 1895, die Normalausgabe 1996 und führen ganz unmittelbar interesse-weckend in die Entwicklung der Kartographie in den vergangenen 200 Jahren. – Die politischen Umwälzungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten intensive kartographische Tätigkeiten bewirkt. Manfred Spata erläutert einleitend die damaligen großen historischen von der Französischen Revolution und Napoleon ausgelösten politischen  Veränderungen und deren Folgen für die Landesaufnahmen.  Auf insgesamt 100 Seiten werden Erläuterungen zu den amtlichen Topographischen Kartenwerken, der organisatorischen Entwicklung, zu den geodätischen Grundlagen und den Aufnahmeverfahren, zur fachlichen Generalisierung, zur Laufenthaltung, zur Nutzung für die Heimatgeschichte und Landeskunde bis hin zu aktuellen digitalen Informationssystemen am Beispiel des Raumes Beuel gegeben. Alle Kartenaufnahmen werden in chronologischer Folge mit über 30 Kartenproben abgebildet und erläutert und stehen stellvertretend für die Landesaufnahme im gesamten Rheinland der vergangenen 200 Jahre.

             Der Vorsitzende  des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel am Rhein e.V., Volker Engel M.A, dankt in seinem Vorwort dem Vermessungs- und Kartographiehistoriker und zugleich Kurator, unserem rührigen Mitglied Manfred Spata zugleich auch für die Ausstellungsexponate aus dessen Spezialsammlung. Es bereitet einfach Freude, die Kartenausschnitte in ihrer hervorragenden Qualität (und Reproduktion!) zu betrachten, die Schritte zur Verdichtung des Raumes um Beuel zu verfolgen und die dabei jeweils geschilderten Begründungen für jeweils neuere Kartenaufnahmen nachzuvollziehen. So wurde z.B. das Blatt Beuel 1818 von dem jungen preußischen Leutnant Johann Jakob Baeyer (1794 – 1885) aufgenommen, dem späteren Begründer der Zentraleuropäischen Gradmessung. Eine Schiffahrts- und Industriekarte von 1907 zeigt sehr eindrucksvoll die damals noch so dünne Besiedlung von Bonn-Beuel vor 110 Jahren. – Ein abschließendes Glossar erläutert geodätisch-kartographische Fachbegriffe von der Abplattung der Erde über das Bessel-Ellipsoid, der Generalisierung bis hin zum UTM-Gitter fachlich kompetent und zugleich allgemeinverständlich.  Manfred Spata und der Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein sind zu dieser hervorragenden Veröffentlichung zu beglückwünschen. – Gerne verweisen wir ergänzend auf unsere Mitt. 613, mit der wir bereits auf die Ausstellung, den Workshop und die kartographische Historie der Kartenaufnahme rund um Bonn-Beul hingewiesen hatten.

             Das im Format 170 x 240 mm in hoher Qualität gedruckte Werk ist zugleich Katalog und Nachschlagewerk für Heimatkundler ebenso wie für Fachleute und interessierte Laien – und für Liebhaber ein Juwel! ISBN-NR.: 978-3-944024-05-9. – 10.03.2017

 

 

 

614.   Sternstunden in Dortmund – Symposium für Vermessungsgeschichte – Eratosthenes-Preis und Ehrenmedaille verliehen – Mitgliederversammlung            

             Es war ein großer Teilnehmerkreis, den der Erste Vorsitzende des Förderkreises Ingo von Stillfried begrüßen konnte, als er am 13. Februar 2017 das 13. Symposium für Vermessungsgeschichte in Dortmund eröffnete. Und lebhafter Beifall begleiteten seine Worte der nachträglichen Gratulation von Professor em. Dr.-Ing. Bertold Witte zur Vollendung von dessen 80. Lebensjahr, die er zugleich verband mit dem großen Dank des Förderkreises für das lange Wirken von Bertold Witte als Kuratoriumsvorsitzender. – Nachdem Ingo von Stillfried dann auch den Ersten Vortrag des Symposiums  angekündigt hatte, übernahm Bertold Witte gekonnt routiniert die Moderation der folgenden Vorträge.

             In der Vorbereitung des Symposiums war es Professor Erich Weiß erneut gelungen (wie auch schon für die vorhergehenden Symposien), diesmal mit den Professoren Christoph Reigber aus Potsdam, Wolf-Dieter Schuh aus Bonn, Karl-Heinz Ilk aus Bonn und Harald Schuh aus Potsdam exzellente Kenner von Helmerts Wirken zu gewinnen. Sie waren gerne der Einladung nach Dortmund gefolgt, um die Erinnerung an Friedrich Robert Helmert wachzuhalten, ihn zu ehren und dessen Lebenswerk zu würdigen. Und im Auditorium konnte der Förderkreis erfreut zwei direkte Nachfahren von F.R. Helmert begrüßen. 

             Helmerts zwei große wissenschaftlichen Wirkungsschwerpunkte  von 1870 bis 1886 in Aachen und 1887 bis 1917 in Potsdam wurden durch die Vortragenden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet – im Mittelpunkt standen dessen grundlegende Gedanken und Forschungen zur Entwicklung der Geodäsie als Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche. – Der Vortrag von Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Harald Schuh vom GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam fand ein ganz besonderes Interesse, ist er doch der gegenwärtige Hausherr an und in der Wirkungsstätte des vor 100 Jahren verstorbenen Friedrich Robert Helmert. Das GFZ wirkt heute im 1892 von Helmert erbauten Hauptgebäude des Geodätischen Instituts Potsdam – jetzt GeoForschungsZentrum Potsdam. Und die Mitglieder des Förderkreises konnten zugleich und mit Freude den neuen Vorsitzenden des Kuratoriums unseres Förderkreises erleben, der diese Aufgabe in der Nachfolge von Bertold Witte übernommen hat. Harald Schuh wußte in seinem mitreißenden Vortrag nicht nur den Geist Helmerts aufleben zu lassen, er tat dies ebenso begeisternd für die breiten Aufgaben des GFZ. Und er berichtete zugleich über die Spendenbitte zugunsten des Helmert-Turms und die erfreulichen bisherigen ersten Spendeneingänge. Wir hatten hier mit unserer Mitt. 567 bereits auf die Aktion aufmerksam gemacht. Und für die Ausrichtung des Symposiums hatte der Förderkreis auf einen Unkostenbeitrag verzichtet, jedoch um eine Spende für den Erhalt des Helmert-Turms gebeten.

             Wenn wir eingangs die gesamte Veranstaltung mit dem Prädikat „Sternstunden“ überschrieben haben – so standen Ihrem Redakteur neben dem Symposium auch zwei weitere besondere Ehrungen vor Augen, die Verleihung des Eratosthenes-Preises und eine Auszeichnung mit der Ehrenmedaille.

             Nach 6 Jahren (2011 war Preisträger Dr. Martin Rickenbacher, Mitt. 421) konnte der Förderkreis damit wieder den im Abstand von zwei Jahren ausgelobten und mit 2.500 € dotierten Eratosthenes-Preis verleihen, nachdem zuletzt 2014 Professor Wolfgang Torge mit dem Eratosthenes-Ehrenpreis ausgezeichnet worden war (Mitt. 507).  Preisträger 2017 wurde Dr.-Ing. Markus Rembold für seine Dissertation „Die Anerkennung und Feststellung von Grundstücksgrenzen – Ein Beitrag  zur Entwicklung des Liegenschaftskatasters im Lande Nordrhein-Westfalen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“  Die Gesamtanalyse des Autors dokumentiert ausführlich die Entwicklungen vom früheren Steuerkataster zum modernen Liegenschafts- und Mehrzweckskataster mit seinen Basisfunktionen für den Eigentumsnachweis im Grundbuch und für andere Bereiche, insbesondere für die Anforderungen der Bürger und der Nutzer aus Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Wissenschaft, wie es zugleich die Basisdaten für die Geodateninfrastruktur in Deutschland liefert. Bisher standen oft vor allem die technischen Entwicklungen der Geobasisdaten im Fokus, der Verfasser nimmt hier eine bisher fehlende Gesamtanalyse des nordrhein-westfälischen Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahrens aus Sicht der Gesetzgebung, der Rechtsprechung und der Fachliteratur vor und entwickelt daraus eine Reihe von weiterführenden Vorschlägen. Die von Professor Erich Weiß (als Referent) und den Professoren Theo Kötter und Klaus Kummer von der Universität Bonn betreute und dem Stifterkollegium für den Eratosthenes-Preis empfohlene Dissertation wurde als eine hervorragend und umfassend recherchierte Dokumentation zur Geschichte des Vermessungswesens gewürdigt.

             Die anschließende Mitgliederversammlung hatte an ihrem Beginn einen weiteren Höhepunkt, die  Auszeichnung von Dr.-Ing. Hartwig Junius mit der Ehrenmedaille des Förderkreises. 34 Jahre lang („unvorstellbar“, sagte spontan Ingo von Stillfried während seiner Laudatio) war  Hartwig Junius stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, er war für viele Jahre „der gute Geist des Kuratoriums“,  wie Ihr Redakteur und damaliger Präsident bereits 2000 feststellen durfte (siehe Mitt. 604) – er hat seit 1982 die Geschicke des Kuratoriums wesentlich bestimmt. Auch die allerersten Symposien zur Vermessungsgeschichte waren sein Werk. Seine Nachfolge im Kuratorium übernimmt Ulf Meyer-Dietrich, Leiter des Vermessungs- und Katasteramts Dortmund. Hartwig Junius bleibt dem Förderkreis jedoch weiterhin als rühriger Bibliothekar erhalten. Die Mitgliederversammlung dankte ihm mit langanhaltendem Beifall.

             Der Erste Vorsitzende führte alsdann straff durch die Mitgliederversammlung. Auch wir beschränken uns hier auf die wesentlichsten Ergebnisse. Ingo von Stillfried erstattete den Tätigkeitsbericht, wies auf mehrere Vorträge, Führungen durch die Ausstellung und Beteiligungen an anderen Ausstellungen hin. Die Homepage soll möglichst bald als mobil-optimierte Website modernisiert werden, nachdem Google wichtige Änderungen am Such-Algorithmus vorgenommen hat. Den Finanzbericht erstattete gewohnt souverän Franz-Josef Gocke. Die Entlastung des gesamten Vorstands erfolgte einstimmig auf altbewährten Antrag von Hartwig Junius. Für das Kuratorium erfolgten die Neuwahl des neuen Museumsdirektors Dr. Jens Stöcker, von Professor Harald Schuh, dem Nachfolger von Professor Bertold Witte im Kuratoriumsvorsitz und VDV-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Burkhard Kreuter, daneben mehreren Wiederwahlen. – Unter Verschiedenes gab es mehrere Wortmeldungen, so u. a. von Prof. Klaus Grewe (Ausstellung Römerkanal) und Manfred Spata (Ausstellung Beuel).

             Nachtrag: Bild- und Textberichte siehe auch zfv 2/2017 S. n-31 bis 32 und VDVmagazin 2/2017 S. 162 ff. (Nachrichten 1/2017 des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum). – 15./26.02./15.04..2017

 

 

 

613.   Bonn-Beuel im Bild historischer Landkarten

             Der Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein e.V. zeigt demnächst historische Karten mit einer Fülle an geographischen, wirtschaftlichen und soziologischen Informationen vom Großraum Bonn. Die Ausstellung beginnt am 17. März und endet am 18. Juni 2107 im Heimatmuseum Beuel. Unser Eratosthenes-Preisträger Manfred Spata für die Landkarten und Karl-Heinz Geiger für die Vermessungsinstrumente sind rührige Organisatoren und Partner der auch vom Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott unterstützten Präsentationen. Im Rahmen der Ausstellung ist am 29. April 2017 ein Workshop mit namhaften Vortragenden vorgesehen.

             Landkarten sind in unserem Leben eine nicht wegzudenkende Selbstverständlichkeit. Thematische Karten kennzeichnen eine besondere Herangehensweise an die Landeskunde. Dabei ändert sich das Bild unserer Umwelt durch die Eingriffe des Menschen ständig. Die amtlichen topographischen Karten, die in den letzten 200 Jahren vom Rheinland und damit auch vom Bonn-Beueler Raum hergestellt worden sind, dienen in vielfältiger Weise den Zwecken der Verwaltung, Wirtschaft, des Militärs, Wissenschaft und sind heute auch für die Belange des Umweltschutzes und der Freizeit unverzichtbar. – Die erste linksrheinische Kartenaufnahme schufen französische Aufnahmeoffiziere in der Zeit von 1803 bis 1814. Danach übernahm der preußische Generalstab die Aufnahmearbeiten in der gesamten Rheinprovinz. Erst 1921 übernahm das zivile Reichsamt für Landesaufnahme diese Arbeiten für das ganze preußische Staatsgebiet. – Weitere Einzelheiten unter info@hgv-beuel.de und www.hgv-beuel.de . – 10.02.2017

 

 

 

612.   Geschichte Hamburger Liegenschaftskataster 1950 – 2015

             Das Sonderheft 2017 „Geschichte des Liegenschaftskatasters in Hamburg – das Liegenschaftskataster von 1950 – 2015“ komplettiert die Reihe der Sonderhefte zur Hamburger Vermessungsgeschichte, wie sie seit 2009 durch Karl-Heinz Nerkamp initiiert und vorangetrieben worden ist. „Um der Nachwelt Wissen, Hintergründe und Kenntnisse zur Geschichte des Liegenschaftskatasters zu erhalten, entstand beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung die Idee, die noch bekannten Daten zusammenzutragen … und zu dokumentieren,“ schreiben einleitend Stefan Heidenreich, Bernd Makoschey und Karl-Heinz Nerkamp, die die Zusammenstellung des jüngsten Heftes besorgten.

             Die Autoren geben einen ganz hervorragenden textlichen Überblick über die Entwicklungen in jenen 65 Jahren, die sie in der Zusammenfassung auf allen Ebenen und Komponenten des Liegenschaftskatasters „im Vergleich zu den davor liegenden Zeiträumen geradezu explodiert sind. Dies betrifft die ganz erheblichen technischen Umwälzungen –  von der Kurbelmaschine über die Z 11, die IBM-Großrechenanlagen bis hin zur integrierten Datenverarbeitung – von den traditionell schon immer guten Stadtkarten Hamburgs und  den Inselkarten im ehemals preußischen Kataster Hamburgs, beides  letztlich übergeleitet  in die Digitale Stadtgrundkarte DSGK – vom ursprünglichen Liegenschaftsbuch über den Buchnachweis-EDV zum bundesweit einheitlichen Automatischem Liegenschaftsbuch ALB – von den unterschiedlichen Grenznachweisen (Koordinatenkataster in den Alt-hamburgischen Gemarkungen/ Grenzmarkierungen in den ehemals preußischen Gebieten) als langem Weg mit zahlreichen Zwischenschritten – ja, bis insgesamt letztlich zu ALKIS, dem Automatisierten Liegenschaftskataster-Informationssystem. Sozusagen ausgehend von den arg heterogenen klassischen ursprünglichen Nachweisen hin zum komplexen einheitlichen Geoinformationssystem. Ebenso werden die auf diesem Weg begleitend beständig optimierten Messmethoden, Vermarkungssysteme auch im Lagefestpunktfeld, der wesentlich in Hamburg entwickelte Satellitenpositionierungsdient SAPOS dargestellt  – es ist bestechend, wie das Autorenteam in diesem Sonderheft kompakt über die Entwicklungen der Jahre von 1950 bis 2015 berichtet.

             Ihr Redakteur – der diesen Zeitraum fast von Anfang an, seit 1953, fachlich überblicken kann – ist fasziniert, wie in diesem jüngsten (und abschließenden) Sonderheft 2017 die ja geradezu revolutionierenden fachlichen Entwicklungen überzeugend in allen ihren wesentlichen Zwischenschritten begründet und beschrieben werden, sorgsam formuliert und unter Verzicht auf Zitate, untermalt von einigen Erinnerungs-Exponaten.

             Im Ergebnis führt damit die Einführung von ALKIS heute dazu, das Liegenschaftskataster als Teil der Geobasisdaten zu begreifen – als einem wichtigen Baustein der Geodateninfrastruktur in Deutschland. „Diese Entwicklung führt zu einer weiteren Vereinheitlichung mit der Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen der INSPIRE-Richtlinie,“ fassen die Autoren aus Hamburg zusammen und dürfen mit Fug und Recht daran erinnern, daß Hamburg in vielen fachlichen Projekten eine Vorreiterrolle eingenommen hat.

             Insbesondere Karl-Heinz Nerkamp ist es zu verdanken, daß die Hamburger Vermessungsgeschichte in den vergangenen 8 Jahren seit 2009 in der Reihe von 8 Sonderheften nunmehr transparent vorliegt. Es begann mit dem Sonderheft 2009 Heinrich Christian Schumacher, der Altonaer Astronom und die Vermessung (hier besprochen in unserer Mitt. 294), es folgte 2010 das Sonderheft zur Geschichte der Hamburger Triangulation (Mitt. 357), 2011 dann das Sonderheft Geschichte der amtlichen Hamburger Nivellementsarbeiten (Mitt. 385), dann das Sonderheft 2013 zur Geschichte und Aktualität der Photogrammetrie in Hamburg (Mitt. 469), Sonderheft 2014 Geschichte des Liegenschaftskatasters in Alt-Hamburg 1845-1950 (Mitt. 511), das Sonderheft 2015 Hamburger Vermessungsgeschichte – Liegenschaftskataster  in den ehemals preußischen Stadtgebieten (Mitt.549) und 2016 das Sonderheft Geschichte der Kartographie und Reproduktionstechnik in Hamburg (Mitt. 585).Sämtliche Hefte sind im Internet unter http://www.hamburg.de/bsw/hamburger-vermessungsgeschichte/ einzusehen. – 26.01./04.03.2017

 

 

611.   Professor Bertold Witte zur Vollendung des 80. Lebensjahres

             Der Förderkreis gratuliert seinem Vorsitzenden des Kuratoriums Professor em. Dr.-Ing. Bertold Witte zur Vollendung seines 80. Lebensjahres am 17. Januar 2017. Einst in Essen geboren, besuchte er in den Kriegswirren u.a. die Schule in Bromberg im frühere Westpreußen, absolvierte später eine Ausbildung als Bergvermessungstechniker in Essen, es folgten 1960 das Abitur, 1960 bis 1964 das Studium der Geodäsie Universität Bonn.

             Wir alle im Förderkreis denken gerne und in großer Dankbarkeit  an die über 3 Legislaturperioden währende Tätigkeit von Bertold Witte als Vorsitzender des Kuratoriums von 2008 bis 2017, die er als emeritierter Professor für Geodäsie der Universität Bonn, ordentliches Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission, mit viel Einsatz wahrgenommen hat. Seine wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte waren u.a. Geodätische Meßtechnik mit Schwerpunkt, Kalibrierverfahren geodätischer Messinstrumente, Ingenieurgeodäsie, trigonometrisches und geometrisches Nivellement. Hier können nicht  seine vielfachen wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt werden. Doch war Bertold Witte vor dem Hintergrund seines langen wissenschaftlichen Wirkens besonders prädestiniert für die Aufgaben in unserem Vermessungstechnischen Museum in Dortmund und für unseren Förderkreis.

             Professor em. Dr.-Ing. Erich Weiß, damals für den DVW als 2. Vorsitzender im Vorstand, konnte Bertold Witte für diese Aufgabe gewinnen. Er übernahm den Vorsitz  2008 in der Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Torge. Als eine seiner ersten wegweisenden Anregungen gab er dem Vorstand auf, die bisherigen Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Förderkreises in einem kurzen Bericht zusammenfassend darzustellen (Bericht vom 19.4.2009). Vor diesem gesamten Hintergrund hat er in den folgenden Jahren in seiner stets gründlich-zielstrebigen denkenden und doch zurückhaltenden Art die Geschicke des Kuratoriums und damit des Förderkreises befruchtet. Das galt im besonderen Maße für unser 12. Symposium für Vermessungsgeschichte 2014 (Meilensteine im Instrumentenbau – siehe Mitt. 508). Daneben sorgt er zusammen mit den Kuratoriumsmitgliedern dafür, die Pflege der Vermessunggeschichte nicht nur in den Fachkreisen publik zu machen, u. a. auch durch seine Berichte vornehmlich in der Zeitschrift Allgemeinen Vermessungsnachrichten AVN.

             Bei der kommenden Mitgliederversammlung – im Anschluss an das Helmert gewidmete 13. Symposium für Vermessunggeschichte am 13. Februar 2017 – wird Professor Bertold Witte die Aufgaben des Kuratoriumsvorsitzenden an Professor Dr.-Ing. Harald Schuh aus Potsdam weitergeben. – Unsere Geburtstagsgratulation verbinden wir mit den besten Wünschen für den Jubilar und seine Frau – und denken gerne an weitere gute Zusammenarbeit nun mit Bertold Witte als Emeritus im Kuratorium. – 17.01.2017

 

 

 

610.   Goethe-Atlas – ein historisch-literarisches Geographisches Informationssystem

             Auf Goethes Spuren wandeln, mit einem Kartenwerk aus dem Kalimedia-Verlag in Lübeckein Erlebnis ganz besonderer Art. Der Verlag hat die zahlreichen Reisen von Johann Wolfgang von Goethe (1746 – 1832)  in 3 kartographisch hochwertige Landkarten eingetragen: In  eine Karte von Mitteleuropa zur Zeit nach 1815; eine Karte vom Großherzogtum Weimar-Eisenach 1815 und eine Karte von Italien 1786, dort mit einem kleinen Stadtplanausschnitt von Roma. Darüber hinaus zeigt ein ausführlich gehaltener Stadtplan in 3-D-Manier („aus der Vogelschau“) von Mattheus Merian das alte Frankfurt am Main, und außerdem ist ein „Grund-Riss“ von  Weimar in Grundstücksschärfe abgedruckt, gezeichnet von C.F. Weiland 1841.

             In den Karten sind 22 (zeitlich erläuterte) Reisewege Goethes eingetragen,  Signaturen lokalisieren besondere  Herren- und Frauenfreundschaften und auch die nicht wenigen Liebschaften des Dichters mit roten Damensilhouetten, die sämtlich in dem großzügig bemessenen Ortsverzeichnis bei besonders hervorgehobenen Orten namentlich und zeitlich dokumentiert werden. So z.B. jene mit Gretchen in der Geburtsstadt Frankfurt am Main 1764, mit Friederike Brion in Sesenheim 1770, die mit Charlotte Buff in Volpertshausen und Wetzlar 1772, Vorbild für „Die Leiden des jungen Werther“.

             In die Karten sind darüber hinaus  eingebettet eine Reihe von  Miniaturen, Gemälde mit klassischem Goldrahmen, u.a. ein Blick auf den Brocken, Goethes Gartenhaus in Weimar, auch eine Ansicht von Venedig – hier erblickte Goethe am 6.10.1786 erstmals das Meer, entnimmt man dem Karteneintrag.

             Insgesamt ein literarisch-historisch hochinteressantes Geoinformationssystem, mit den zusätzlich collagierten Miniaturen, die  unmittelbar in die Goethezeit rückblenden – ein wenig im Stil erinnernd  z.B. an den vom Schriftsteller Walter Kempowski in seinen Romanen gepflegten Collage-Stil, der dort mit Liedtexten, zeitgenössischer Reklame und entsprechenden Zitaten Zeitmarken setzte. –

             Das Kartenwerk misst 120 x 40 cm², ist beidseitig auf hochwertigem Glanzpapier gedruckt, Vor- und Rückseite lassen sich bequem um die waagerechte Achse wenden. Es ist doppelt gefaltet und misst dann 20cm x 12cm. Eine Rarität und ein besonderes Geschenk für jede/n literarisch interessierten Kartenliebhaber/in. – Weitere Informationen unter www.goethe-atlas.de – Direktbezug über Kalemidia-Verlag www.shop.kalimedia.de , Euro 14,90 – ISBN 978-3-9814308-6-8. – Den Hinweis auf dem Goethe-Atlas verdanken wir der FAZ vom 29.12.2016: A. Platthaus „Zum Schauen bestellt – wo Goethe sich so herumtrieb“.  – 11.01.2017

 

 

 

609.   Bundeskulturschutzgesetz – umfangreicher Dokumentationsaufwand auch für unsere Sammlung
             Bundestag und Bundesrat haben nach längeren Vorberatungen im Sommer 2016 eine Novellierung zum Bundeskulturschutzgesetz beschlossen. Damit sollen u.a. dem Markt von z.B. Gemälden, Skulpturen oder Münzen engere Schranken gesetzt werden. Von der Novelle  sind öffentlich zugängliche, auch von Privaten (Vereinen) betriebene Sammlungen jedweder Art betroffen. Sie müssen wie öffentliche Sammlungen einen sehr differenzierten Vorbesitzernachweis rückwirkend für 25 Jahre führen. Ziel ist die Beweislastumkehr im Markt mit Kulturgütern. An die Qualität der Inventarisierung der Sammlungen werden nun Anforderungen gestellt,  die nur mit den in professionellen Museen üblichen umfangreichen Dokumentationsprogrammsystemen erfüllt werden können. Jeder Sammlungsgegenstand ist in Wort und Bild eineindeutig so zu dokumentieren, daß in einem eventuellen Straftatbestand eine Zuordnung gerichtsfest vorgenommen werden kann. Forderungen nach Ausnahmeregeln für  Sammlungen wie z.B. unsere Instrumentensammlung kamen nicht zum Zuge. Umfangreiche Proteste und Petitionen, die auch vom Förderkreis im Herbst 2015 und im Frühjahr 2016 mitunterzeichnet wurden, blieben ungehört. „Mit typisch deutscher Gründlichkeit wurde alles über den gleichen Kamm geschoren“, sagen Insider.
             Seit dem Herbst 2015 sind wir nun dabei, alles zu fotografieren. Tausende Fotos sind bereits angefertigt und entsprechend zugeordnet. Wesentliche Grundlage war u.a. das von unserem langjährigen Instrumentenbeauftragten Manfred Gombel schon früher erarbeitete „Hauptbuch“. Jetzt waren zahlreiche zusätzliche Daten zu erfassen und in unser einfach gehaltenes Nachweissystem einzugeben – ein unglaublicher Kraftakt, der durch großen Einsatz der Kollegen Glowka,  Lehmann, von Stillfried und Uebbing und nur mit zusätzlicher Unterstützung von ehrenamtlichen Kräften des Dortmunder Vereins „Pro Kultur“ geleistet werden kann. Immerhin ist jetzt etwa die Hälfte des Bestandes nachgearbeitet.

             Es ist also noch sehr viel zu tun – und jede weitere Unterstützung wird sehr gerne angenommen! – Doch wir gehen mit dem ruhigen Gewissen in das Jahr 2017, unser Bestmöglichstes bisher getan zu haben – und die gesetzlich auferlegte Dokumentation wird sicher nochmals weitere 15 Monate systematischer Arbeit erfordern. – 02.01.2017

 

 

 

608.  Friedrich Robert Helmert – Ehrung zum 100. Todestag – Symposium in Dortmund

             Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund widmet das kommende 13. Symposium für Vermessungsgeschichte am 13. Februar 2017 Friedrich Robert Helmert.  Helmert war einer der ganz großen Geodäten – geboren  1843, wirkte er bis 1917.          

             Das Symposium beginnt am Montag, 13. Februar 2017 um 10:00 Uhr und findet statt in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3 Dortmund, 5 Minuten vom Hauptbahnhof. Vortragende am Vormittag sind Univ. Prof. em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Christoph Reigber (Lebensweg Helmerts), Prof. Dr. techn. Dipl.-Ing. Wolf -Dieter Schuh (wissenschaftliche Spuren Helmerts) , Prof. Dr.-Ing. Karl Heinz Ilk (Figur der Erde) und am Nachmittag Dr.-Ing. habil. Joachim Höpfner (Instrumente), Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Harald Schuh (Forschung 100 Jahre nach Helmert). Zu weiteren Einzelheiten siehe unserer Mitteilung 600 und Einladungsinformation auf unserer Startseite. – Anmeldungen sind erbeten an die Geschäftsführerin des Förderkreises Claudia Balke, Mail cbalke@stadtdo.de , die Teilnahmegebühr beträgt  20,00 € für Nichtmitglieder (Spende Helmert-Turm)  kostenfrei für Mitglieder und in Ausbildung befindliche. –

             Nach einer Pause folgt gegen 16:00 Uhr die Mitgliederversammlung des Förderkreises, hierzu sind Gäste herzlich willkommen und eingeladen.  18.12.2017

 

 

 

607.   Christian von Massenbach – preußischer Generalstabsoffizier und Militärschriftsteller – hat Teile Schlesiens vermessen

             Manfred Spata, Eratosthenes-Preisträger unseres Förderkreises, hat einmal mehr in der Geschichte Preußens und den frühen kartographischen Arbeiten in Schlesien geforscht. Er berichtet im Augustheft 2016 der „Schlesischen Geschichtsblätter“ über  das Wirken des preußischen Generalstabsoffiziers und auch „Landmessers“ Christian von Massenbach (1758 in Schmalkalden/Thüringen – 1827 in Posen).    Und aktuell findet sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) Ende November d.J. ein ausführlicher Bericht (darüber später mehr) über jene ungewöhnliche Persönlichkeit, die sein Zeitgenosse Carl von Clausewitz nach 1806 „ehrlich beschrieb“: „Massenbach, von kleiner gedrungener Gestalt …sehr feurigen Augen und frischer Karnation (Gesichtsfarbe), verrieth auf den ersten Blick den Enthusiasten, bei dem Gemüth und Phantasie vorherrschten. Solchen Leuten fehlt es nie an auffassendem und bildendem Verstande,  ….aber es fehlt ihnen an Takt, Urtheil und kerngesunden Ideen. So war es auch mit Massenbach“, wie Manfred Spata zitiert.

             Freiherr Christian von Massenbach wurde 1782 „in den Generalquartiermeisterstab aufgenommen, der seither in Friedenszeiten die Aufgabe hatte, für rein militärische Zwecke Geländeaufnahmen in den eigenen Provinzen zu tätigen, aber auch fremde potenzielle „Kriegstheater“ (Kriegsschauplätze) zu erkunden“, schreibt Spata und weiter. „Massenbach erhielt dann 1790 den Auftrag, im schlesischen Grenzgebiet zu Sachsen und Böhmen einen sogenannten „Defensions-Plan vom Gebirge zwischen dem Riesen-Gebirg und der Grafschaft Glatz“ zu zeichnen“. – Nach den Feldzügen 1792 – 1795 gegen Frankreich legte Christian von Massenbach seine militärgeographischen Gedanken in mehreren Denkschriften dar, insbesondere zur Bedeutung der Festungen, wofür  die notwendigen Kartenwerke und Geländebeschreibungen jedoch fehlten. Entsprechende Verbesserungsvorschläge legte der Freiherr am 25. Juni 1795 dem König Friedrich Wilhelm II. vor: „Man müßte den Frieden dazu benutzen, seine eigenen und die Kriegstheater fremder Nationen kennen zu lernen ….so muß man damit anfangen, ein trigonometrisches Netz zu entwerfen. … Es gibt einige unter uns (im Generalquartiermeisterstab), welche  einen großen Teil ihres Lebens  auf das Studium der Mathematik verwendet haben, und wohl wissen, worauf es eigentlich bei der Vermessung eines Landes ankomme.“ 1796 – 1806 arbeitete Massenbach selbst als Aufnahmeoffizier an der Berichtigung des älteren schlesischen Kartenwerks von Hammer ostwärts der Oder. Die von Massenbach berichtigten 48 Blätter erhielten später die Bezeichnung „Massenbach-Kartenwerk“ (handgezeichnet, koloriert, 81cm x 63 cm, Maßstab 1:24.000). Sie vermitteln ein genaues Siedlungsbild von Oberschlesien um 1800. Manfred Spata: „Die Blätter der Hammer- und Massenbach-Aufnahmen gehören heute zum Bestand der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz und sind von Zeit zu Zeit in Ausstellungen zu sehen, zuletzt 2000 im Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott.“

             Massenbach hat später  zahlreiche Schriften über seine Ansichten zur Reformen  in Preußen, zur Reorganisation des preußischen Staates, der Armee und zur Kriegsführung verfasst – deren Befolgen als eine der Haupursachen der verlorenen Schlacht von Jena und Auerstedt galt. Schließlich brachte ihm seine intrigante Memoirenschreiberei mit Drohungen gegen den König  Friedrich Wilhelm III. 1817 einen Prozess wegen Landesverrats ein – und von 1817 bis 1826 die Festungshaft in der Festung Glatz. Dort schrieb dann Massenbach an einem ein 26-bändigen Werk über Staatsschuldentilgung. Auch dieses Werk durfte nicht gedruckt werden, enthielt es doch wiederum scharfe Polemik gegen hochgestellte Persönlichkeiten. 1826 begnadigt, starb Freiherr Christian von Massenbach ein Jahr später am 21. November 1827. – Eine Anmerkung zur  Staatsschuldentilgung: Preußen stand 1818 vor dem Staatsbankrott. Auch der uns Vermessungsingenieuren so gut bekannte J. F. Benzenberg hatte sich intensiv mit der preußischen Staatsverschuldung befasst. „Nur die sogenannte ‚englische Anleihe‘ bei dem Londoner Bankier Rothschild von rd. 30 Mio. Talern bewahrte den Staat vor der Zahlungsunfähigkeit“, hat Dajana Baum in ihrer Dissertation über Johann-Friedrich Benzenberg (1777 – 1846), dort  Seite 282, in Erinnerung gerufen (siehe auch Besprechung  der Arbeit in zfv 2009 S. 68-69). – und siehe unsere Mitt. 254 und 286. –

             Kurz zurück zur aktuellen F.A.Z. vom 26. November 2016 (Seite18). Dort  schreibt Professor Dr. phil. Jan Volker Röhnert, Braunschweig, über von Massenbach unter dem Titel  „Der verhinderte deutsche Chateaubriand – Nach der verlorenen Schlacht bei Jena begann Christian von Massenbach ein weithin unbekanntes autobiographisches Projekt“ – Röhnert berichtet, die Niederlage in jener Schlacht wurde von Massenbach angelastet und weiter: „Der heimgegehrte Massenbach wollte Vorwürfe, die Kapitulation befördert oder Napoleon in die Händegespielt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Es war an ihm, die Geschichte des Niedergangs, wie er sie seit seinem Eintritt ins preußische Heer empfunden hatte, minutiös aufzuschreiben. Sie sollte zum uferlosen Epos geraten, welchem er den Rest seiner Lebenszeit opferte …“ – Röhnert sieht darin eine Parallele zum Werk von Chateaubriand, wie jener die Epoche Napoleons aus Sicht des zur Verbannung gezwungenen Napoleons verteidigt. –

             Wir konnten hier Manfred Spata’s Arbeit nur sehr kurzgefasst referieren. Vermessungshistorisch wird auch hier wieder deutlich, wie damals insbesondere militärische Interessen die Notwendigkeit der Kartenherstellung bewusst werden ließen.  Seine mit großer Tiefe recherchierte, außerordentlich detailreiche Veröffentlichung in der Zeitschrift  Schlesische Geschichtsblätter“  löst ein hochinteressantes Geschehen in der Napoleonischen Zeit aus dem Dunkel der Geschichte. Neben den  kartographischen Arbeiten sind dies exzentrische  Persönlichkeitsmerkmale des Freiherrn von Massenbach, Themen von Staatsreformen, die Staatsschulden-Problematik  u.v.a.m. – auch dies Themen von bleibender Aktualität.

             Quellen: Manfred Spata: Christian von Massenbach (1758 – 1827) – ein preußischer Generalstabsoffizier in Schlesien, in Schlesische Geschichtsblätter, Zs. für Regionalgeschichte Schlesiens, 41. Jahrgang (2016), Heft 2 (August), Verein für Geschichte Schlesiens e.V. www.verein-fuer-geschichte-schlesiens.eu  ; F.A.Z. vom 26.11.2016 – 01.12.2016

 

 

 

606.   70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland

             Mit einer Festveranstaltung am 8. November 2016 würdigte das Oberprüfungsamt für das technische Referendariat (OPA) sein Wirken seit den Anfängen 1946.

             Als Vorsitzender des Kuratoriums des OPA stellt Professor Dr.-Ing. Klaus Kummer, FRICS, Abteilungsleiter im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg, in seinem einleitenden Vorwort unter dem Titel „Das neue technische Referendariat“ die in den Jahren 2010 bis 2015 umgesetzte Reform des technischen Referendariats vor. Grundlagen der Reform waren u.a. eine wissenschaftliche Wirkungsanalyse zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung.  Motivation heutiger Referendarausbildung ist im wesentlichen eine fundierte,  durch den Staat zertifizierte fachlich geprägte Führungsqualifikation für Wirtschaft und Verwaltung. Gegenüber früherer Referendarausbildung hat sich inzwischen ein Paradigmenwechsel vollzogen, der den Einsatz der Absolventen sowohl  in den Verwaltungen wie jedoch insbesondere in der Wirtschaft in besonderer Weise betont und zusätzlich zertifiziert und damit auf die heute wesentliche  interdisziplinäre Berufspraxis vorbereitet. Und auch schon vor 20 Jahren hatte der damalige Kuratoriumsvorsitzende Dr. Jürgen Huber vorausschauend auf den notwendigen Ansatz „Führungsqualifikation für Wirtschaft und Verwaltung“ als Ausbildungsziel im technischen Referendariat hingewiesen, der nunmehr realisiert wurde – man erkennt auch eine hohe Kontinuität im Wirken des OPA.

             Für die Geodäten gehörte das Vermessungs- und Liegenschaftswesen zu den Gründungsfachrichtungen des OPA. In den vergangenen 70 Jahren  waren hier Jahr für Jahr rund 80 Prüferinnen und Prüfer im ehrenamtlichen Nebenamt tätig. Sie haben in jenem Zeitraum mehr als 5.500 Geodäten und Geodätinnen geprüft, 30 Prozent sämtlicher technischer  Assessoren und Assessorinnen, wie Klaus Kummer in seinem Fachbeitrag der o.a. herausgegebenen Fest schrift des OPA berichtet. „Sie haben mit ihren Leistungen bei der Eigentumssicherung, für den Grundstücksverkehr, bei der Planung und Bodenordnung, der Immobilienwertermittlung sowie mit den topographischen und thematischen Karten wichtige Grundlagen geliefert“, hebt Klaus Kummer in der Festschrift hervor. Für die jüngere Vergangenheit ist darüber hinaus hervorzuheben, daß ihm die Direktaufnahme in die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS)  für Geodäten mit Staatsexamen wesentlich zu verdanken ist. Siehe hierzu den Bericht in der zfv 2015 – und wir hatten in unserer Mitt. 591 aus anderem Anlass darauf hingewiesen.

             Der langjährige frühere Prüfungsausschuss-Vorsitzende Klaus-Jürgen Barwinski beschrieb in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des OPA die seinerzeitigen Aufgaben mit dem Wirken für den Wiederaufbau, die Zeit der Konsolidierung, der Normalisierung und bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Weil sich das fachliche Berufsfeld der Geodäsie insbesondere in den vergangenen 20 Jahren in immer stärkerem Maße in weite Bereiche der Geoinformationen erweitert und deutlich gewandelt hat, war es nur folgerichtig, daß der Prüfungsausschuss inzwischen in „Geodäsie und Geoinformation“ umbenannt worden ist.

              Quellen: Festschrift  „70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland“ des Oberprüfungsamtes für das technische Referendariat beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat Z 35 in Bonn; Klaus Kummer u.a.: Direktaufnahme in die RICS für Geodäten mit Staatsexamen, in zfv 2015 S. 129 – 135, Klaus Kummer: Interdisziplinäre, länderübergreifende Foren für das technische Referendariat, Zs. fub Heft 5/2016 – Nachtrag: Siehe auch Kummer, Klaus: 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland, in zfv S. 428-429.  – 23.11./05.12.2016

 

 

 

605.   Lohne auf  alten und neuen Karten

             Eine „Kleine Geschichte der Kartographie für Lohne und die Region“ – so der Untertitel eines neuen Buches von Vermessungsdirektor Heiko Taubenrauch, Leiter des Katasteramts Cloppenburg in Niedersachsen.  Darin wird am Beispiel der Stadt Lohne und der südoldenburgischen Region die historische Entwicklung der Kartographie bis in die moderne Zeit gezeigt. Erstmals wird damit eine zusammenhängende Sicht auf die kartographische Darstellung des Oldenburger Münsterlandes möglich – so insbesondere durch  Regionalkarten Westfalens aus dem 18. Jahrhundert, die Landesaufnahmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die Oldenburgischen Grundsteuervermessungen von 1836. Anhand  der aktuellen Kartographie wird damit der Wandel der früheren Landkarten zur heutigen umfassenden Geoinformationen verdeutlicht. – In einem Anhang findet der Leser Kurzbiographien von 150 Kartenkünstlern, Kartographen und Landmessern. Das vom Heimatverein Lohne herausgegebene 188 Seiten starke Buch kann im Buchhandel und im Industrie Museum Lohne zum Preis von 12,80 € erworben werden. ISBN 978-3-945579-03-9. – 12.11.2012.

 

 

604.   Sondersitzung des Kuratoriums des Förderkreises – Revirement in der Leitung

             Das Kuratorium des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e.V. trat in diesem Jahr zu einer weiteren Sitzung am 28. Oktober zusammen. Diese Sondersitzung war insbesondere wegen eines größeren Revirements in der Leitung erforderlich.

             Zu Beginn der Sitzung wurden die Kuratoriumsmitglieder vom neuen Leiter des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dr. Jens Stöcker begrüßt. Er warb für eine weitere gute Zusammenarbeit mit dem Förderkreis auch im Zusammenhang mit neuen Aspekten der Museumsarbeit, so auch, wenn zukünftig die Stadtgeschichte Dortmund mehr im Fokus des Museums stehen soll. Professor Berthold Witte dankte für die freundliche Begrüßung und bestätigte die bisherige gute Kooperation.

            Als Kuratoriumsvorsitzender begründete er dann seine Bitte, den Vorsitz aus Altersgründen weitergeben zu wollen, eine Funktion, die er seit 2008 gerne ausgeübt habe. Als neuer Vorsitzender des Kuratoriums hat sich Prof. Dr.-Ing. Harald Schuh vom GeoForschungsZentrum aus Potsdam zur Verfügung gestellt. Dessen Vita  wurde von Berthold Witte kurz vorgestellt und aus besonderer persönlicher Verbundenheit von Ingo von Stillfried ergänzt.  Harald Schuh wird die Nachfolge ab der kommenden Mitgliederversammlung im Februar 2017 übernehmen. Auch der langjährige stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, Dr.-Ing. Hartwig Junius, bat ebenfalls aus Altersgründen, einen Nachfolger zu bestimmen. Ulf Meyer-Dietrich, Leiter des Vermessungs- und Katasteramts Dortmund hat sich bereiterklärt, diese Funktion zu übernehmen. Hartwig Junius war für viele Jahre „der gute Geist des Kuratoriums“ wie Ihr Redakteur und damaliger Präsident bereits 2000 festgestellt hatte (siehe http://www.vermessungsgeschichte.de/sammlung-Dateien/BegegnungenmitPersoenlichkeitenimFoerderkreis.pdf ) – er hat inzwischen seit 34 Jahren (seit 1982!) die Geschicke des Kuratoriums wesentlich bestimmt. Die Kuratoriumsmitglieder dankten Hartwig Junius mit lebhaftem Beifall. Er bleibt dem Förderkreis jedoch weiterhin als rühriger Bibliothekar erhalten.

             Den Bericht des Vorstandes erstattete der Präsident, Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg. Für den Eratosthenes-Preis sind 2 Vorschläge eingereicht worden, über die Preisvergabe entscheidet das Stiftergremium. Weiter wies er auf die jüngsten Veröffentlichungen über die Museumsarbeit hin, so auf den Bericht in der zfv  2016 S. 141-142 „40 Jahre – Dortmund ein Zentrum der Vermessungsgeschichte“ (Siehe Mitt. 574),  auf einen Bericht in der AVN und auf das VDVmagazin S. 153 bis 157, dort mit Texten vielfach auf der Grundlage der Mitteilungen der Seite Aktuell der Homepage des Förderkreises, ergänzt mit zugehörigem Bildern. Jene Aktuell-Seiten haben weiter hohe Zugriffswerte.

             Das kommende Symposium „Friedrich Robert Helmert –  zum 100. Todestag“ ist von Prof. Dr. Erich Weiß vorbereitet worden (siehe Mitt. 600). Im übrigen bittet auch Herr Weiß, die Vorbereitungsarbeiten für künftige Symposien in jüngere Hände zu geben. Als ein mögliches Thema für 2020 wurde „Technikgeschichte“ erörtert. Dr. Rolf Harbeck verwies darauf, neben Bau- und Instrumentengeschichte könne auch die Kartographie dazu wesentliches beitragen.

             Die Kuratoriumsmitglieder erörterten die zukünftigen Entwicklungen der Museumsarbeit. Die in der gegenwärtigen Form 1995 damals neu gestaltete Schausammlung müsse recht bald modernisiert werden, dazu biete gerade auch die Zusammenarbeit mit der neuen Museumsleitung gute Chancen. Im Hinblick auf die Stadtgeschichte könne z.B. die seinerzeitige Neugestaltung der Dortmunder Innenstadt mittels Bodenordnung in die Ausstellung integriert werden. Jene Arbeiten unter der Leitung von Siegfried Stahnke, damaliger Leiter des Vermessungs- und Katasteramts Dortmund hätten bundesweit Modellcharakter gehabt – das Museumshandbuch trägt dem bereits Rechnung. – 02.11.2016

 

 

 

 

 Frühere ältere Mitteilungen finden Sie auf unserer Seite "Archiv zu Aktuelles" auf dieser Homepage, s. obigen link

 

 

 Aktuelle  Mitteilungen    - zurück zur Startseite -   - zum Archiv (Aktuelles)-   - zu den AVN-Nachrichtenblättern   .                                                - zurück zum Seitenanfang - 

 

 

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Logo