FÖRDERKREIS VERMESSUNGSTECHNISCHES MUSEUM E. V.
POSTANSCHRIFT: 
Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V.
( c/o Museum für Kunst und Kulturgeschichte )
Hansastraße 3
D-44137 DORTMUND
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Schausammlung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastraße 3
D-44137 Dortmund   
(5 Minuten vom Hauptbahnhof)

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Aktuelles              "Erinnern heißt danken"  

Redaktion: Harald Lucht

 

 

 

Aktuelle  Mitteilungen   

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15.07. 2016 – siehe auch Nachtrag zu Mitt. Nr. 444

 

595.   Herrschaft, Recht und Alltag in historischen Verwaltungskarten

             Verwaltungskarten, die als unikale Dokumente meist in Archiven aufbewahrt werden, stehen im Fokus der Tagung „Pragmatische Visualisierung, Herrschaft, Recht und Alltag in historischen Verwaltungskarten.  Am  8. und 9. September 2016  widmen sich in Marburg drei Vortragssektionen mit insgesamt 11 Vortragenden den frühneuzeitlichen Landesaufnahmen, den Katasterkarten sowie den Augenscheinkarten. In zwei öffentlichen Abendvorträgen wird  die "Spessartkarte" des Jahres 1584 thematisiert; anschließend ist ein kleiner Empfang im Foyer vorgesehen. Der Präsident unseres Förderkreises Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg spricht am 9. September 2016 um 13:00 Uhr über „Genauigkeitsanalysen großmaßstäbiger Manuskriptkarten des Klevischen Katasters (Schermbeck 1733)“.

             Die Veranstaltung hat zum Ziel, die Bedeutung der frühen handgezeichneten Kartentypen für die rechts-, verwaltungs- und ortsgeschichtliche Forschung herauszuarbeiten. Darüber hinaus werden Entstehungszusammenhänge und Funktionen im Kommunikationsprozess und für die Verwaltung thematisiert. Die Tagung findet statt im Hessischen Staatsarchiv Marburg, Friedrichsplatz 15. Landgrafensaal vom Donnerstag, 8.9.2016, 14 Uhr, bis Freitag, 9.9.2016, 15:00 Uhr.  Eine Anmeldegebühr wird nicht erhoben! Anmeldungen werden erbeten.

             Die Vortragsveranstaltung ist eingebettet in eine Ausstellung: „Auf einen Blick. Karten als Instrumente von Herrschaft und Verwaltung“ Diese Ausstellung nimmt mit Landesaufnahmen, Grenz- und Augenscheinkarten sowie Katasterkarten typische archivische Karten in den Blick und stellt ihre damalige Funktion und Bedeutung, aber auch ihren Nutzen für die heutige wissenschaftliche Forschung, die Heimat- und Alltagsgeschichte und die regionale Identität heraus, sie wird seit dem 10. Juni und noch bis zum 30. September 2016 gezeigt. Näheres siehe auch https://landesarchiv.hessen.de/aktuelles/veranstaltungskalender  . – 14.07.2016

 

 

594.   Ein Minister kommt ganz groß heraus: Ausstellung in Posterstein

             In einer Sonderausstellung im Museum Burg Posterstein in Thüringen östlich von Gera steht der Sachsen-Gotha-Altenburger Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) im Mittelpunkt. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Verdienste Thümmels für die Region, wie Museumsdirektor Klaus Hofmann anläßlich der Eröffnung erläuterte. Einer dieser Verdienste ist die Vermessung und Kartierung des Herzogtums Sachsen-­Gotha-Altenburg. Zu sehen ist unter anderem das von Thümmel in Auftrag gegebene Kartenwerk von 1813 sowie ein Tagebuch, außerdem ein Theodolit, ein Messinstrument, das Thümmel auf Reisen in einem Holzkästchen mit sich führte. Neben der Vorstellung einer umfangreichen Biographie werden die Thümmelschen Karten auf DVD erstmals einem ein breitem Publikum zugänglich gemacht.- Als Minister im Ruhestand brachte er hunderte kleine, heute noch gültige Lebensweisheiten als Aphorismen zu Papier -  „Die Stärke des Neides ist gewöhnlich der richtige Maßstab für die Größe des Verdienstes“ (Aph. 57, 134). – 04.07.2016

 

 

 

593.   Anfänge des Katasters in Sachsen zu Beginn des 18. Jahrhunderts

             Es ist immer wieder hochinteressant, die Wurzeln des Katasters in der Geschichte unseres Landes zurückzuverfolgen und zu erforschen. Dies zu realisieren und uns daran teilhaben zu lassen, gelingt ganz besonders unserem Eratosthenes-Preisträgers 2001 Frank Reichert.  In seiner jüngsten Veröffentlichung „Anfänge der preußischen Katastervermessung im Herzogtum Magdeburg 1720-1726“  können wir die vielgestaltige Vorgeschichte von Grundstücksvermessungen und Nutzungsdokumentationen insbesondere im sächsischen Raum nachvollziehen. Anhand einer Reihe von historischen Quellen zeigt er darüber hinaus, wie seit Ende des 30-jährigen Krieges in anderen deutschen Regionen mit zunehmender Zahl Feldfluren vermessen und kartografisch dargestellt worden sind. Hintergrund war neben administrativen Interessen insbesondere die Dokumentation der ländlichen Besitzverhältnisse und Bodennutzung als Grundlage für die Erhebung der grundherrschaftlichen Einkünfte bzw. Pacht und später auch Steuern. Schwerpunkt der Forschungen von Frank Reichert ist das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg, doch auch Entwicklungen u. a. in den Fürstentümern Sachsen-Eisenach, Sachsen-Weimar sowie in Sachsen-Merseburg werden betrachtet, ebenso die Landgrafschaft Hessen-Kassel. In einer Reihe von Territorien sah man dabei noch vom Kartieren der Vermessungsergebnisse ab, z. B. 1713-1736 im Herzogtum Württemberg oder 1718-1720/23 im Kurfürstentum Trier, wo man diese jedoch lediglich in den sog. Lager- bzw. Landmaßbüchern festhielt. Allein anspruchsvolle Vermessungs- und Katasterprojekte scheiterten letztlich oft am Widerstand der um ihre Steuerprivilegien fürchtenden Landstände.

             Im Herzogtum Magdeburg wurde  mit der Instruktion für die Städte-Bau-Inspektoren der Kur- und Neumark, der Herzogtümer Magdeburg und Pommern, sowie des Fürstentums Halberstadt vom 26. September 1720  die (landesweite) Vermessung der zur Akzise bzw. Aussaatsteuer zu veranlagenden städtischen Ackergrundstücke ins Auge gefasst.

             Die Kosten spielten auch damals eine wichtige Rolle. Da die in ihrer Stellung den heutigen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren vergleichbaren Feldmesser im Gegensatz zu den beamteten Bau-Inspektoren kein festes Grundgehalt genossen, fielen die festgelegten täglichen Feldmesser-Diäten mit 16 Groschen höher aus, als die in der Instruktion für die Städte-Bau Inspektoren vorgesehenen täglichen 12 Groschen. Während die Personalkosten aus der Akzisekasse eines jeden Orts bezahlt werden sollte, waren die zusätzlichen Kosten für „die zur Schleppung des Meßketten benöthigten Leuthe aber auß jedes Ohrts Cämmerey zu bestreiten. Darüber hinaus kamen auf die Städte noch die Unterkunftskosten sowie Aufwendungen für den Transport der Feldmesser hinzu.

             Daß die Katastervermessung der Stadtfluren im Herzogtum Magdeburg schließlich doch nicht weiter verfolgt wurde, lässt sich nur dadurch erklären, daß der dagegen stehende immense Kostenaufwand die Fortführung nicht gerechtfertigt erscheinen ließ. Trotz der vielbeschworenen Idealvorstellung allgemeiner gleicher Steuern blieb die Steuerpolitik im absolutistischen Steuerstaat eben immer auch eine an den Staatsfinanzen ausgerichtete fürstliche Interessenpolitik. – 

             Wenn auch erst in Folge der preußischen Steuergesetze vom 21. Mai 1861 die östlichen preußischen Provinzen durchgehend Steuerkataster auf der Basis vermessener bzw. von älteren Grundlagen kopierter Gemarkungskarten erhielten (vergl. unsere Mitt. Nr. 391), so ist es doch hochinteressant, frühere Vermessungen, Dokumentationen und Teilkartierungen der Stadt- und Feldfluren aufzuhellen, wie es Frank Reichert in seinem jüngsten, erneut gründlich recherchierten Beitrag einmal mehr gelingt. Die bislang wenig beachteten Anfänge des preußischen Katastervermessungswesens insbesondere in Sachsen werden anhand der 1720 geplanten Vermessung des Herzogtums Magdeburg in der besprochenen Veröffentlichung ausführlich und kenntnisreich dokumentiert. Und wir erinnern in diesem Zusammenhang gerne an unsere Mitt. Nr. 288, betreffend die vorpommerschen Katasteranfänge Ende des 17. Jh. .

             Quelle: Frank Reichert: „Anfänge der preußischen Katastervermessung im Herzogtum Magdeburg 1720-1726“ in der Zeitschrift für das Öffentliche Vermessungswesen des Landes Sachsen-Anhalt LSA Verm 1/2016 S. 1-14;  mit weiteren Literaturhinweisen. – 14.06.2016

 

 

 

592.   Eine Ausstellung zur Lubinschen Karte von Pommern in Anklam

             Unter dem Titel „Die Städte Pommerns“ präsentiert das Museum im Steintor in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern Stadtansichten von der späten Herzogszeit bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Lubinschen Karte von Pommern. Die Ausstellung wurde von den Museologen des Schlosses der pommerschen Herzöge in Stettin konzipiert und ist in Kooperation mit dem Museum im Steintor in der Anklamer Nikolaikirche vom 27. Mai bis zum 27. Juli zu sehen. –

             Vor vier Jahren haben wir hier ausführlich über dieses besondere Kartenwerk berichtet – eine erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern, wie sie vor 400 Jahren durch den Rostocker Gelehrten Lubinius im Auftrag des Herzogs Philipp II. von Pommern zwischen 1610 und 1618 erarbeitet worden war. Die Karte im Maßstab 1:235.000 zeigt alle damaligen Städte und Siedlungsorte. Sie maß 1,25m mal 2,21m. Es war die erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern, eingerahmt mit einem äußeren Band mit den Ansichten von 49 Städten und einem  inneren Band mit den Wappen von 335 pommerschen Adelsfamilien. Siehe dazu auch unsere Mitt. 428.01.06.2016

 

 

591.   Erinnerungen an Harry Pahl

             Der hanseatische Geodät Harry Pahl ist am 7. Mai verstorben. Damit  verstummte ein wacher und stets vorwärtsstrebender Geist, der im Februar d. J. sein 90. Lebensjahr vollenden konnte. Bis in die jüngste Zeit waren Gespräche mit ihm geprägt von seinen stets aktuell durchdachten Ideen und Überlegungen um unseren Berufsstand und dem des Ingenieurs im Vermessungswesen. So beurteilte er den sogenannten Bologna-Prozess mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen stets außerordentlich skeptisch. Der deutsche Diplomingenieur in unserer traditionellen Fachrichtung war für ihn ein besonderes Markenzeichen, er verfolgte die Initiativen von dessen (notfalls ergänzenden) Wiedereinführung mit großem Interesse. Lebhaft setzte er sich auch nach seiner Pensionierung 1990 für den Berufsstand ein, lange auch als Geschäftsführer der dem Nachwuchs gewidmeten Nico-Rüpke-Stiftung. Gerne hat sich Harry Pahl mit geschliffenen Formulierungen gegen jede Herabsetzung der eigenen Institutionen und  basisgebenden Werke unserer Informationssysteme gewehrt. So auch in einer Philippika, geritten gegen die geringschätzende Verwendung des „Katasteramtes“ und die oberflächliche Verwendung des „Vermessers“ – u. a. seinerzeit 1988 im Hinblick auf eine abwertende Aussage in der Wochenzeitung DIE ZEIT – dort wollte ein bekannter Journalist einen Redenschreiber für den damaligen Bundespräsidenten abqualifizieren, indem jener schrieb: „… ein Referent, dessen Feingefühl ihn für den Dienst bei einem entlegenen Katasteramt bestens empfiehlt.“ Und  Harry Pahl fragte dann selbstkritisch, ob das Versäumnis der Selbstdarstellung auch bei uns liegen könne und schrieb „Ich bekenne mich jederzeit gerne zum Landmesser, Geometer, Vermessungstechniker, Vermessungsingenieur oder umfassend zum Geodäten“ – siehe unsere Mitt. Nr. 396.

             In den Gremien unserer Fachrichtung, in seiner Mitarbeit in den Arbeitskreisen Kartographie, Grundsatzangelegenheiten und im Plenum der AdV befruchtete Harry Pahl die Technikentwicklungen vor dem Hintergrund des höchst modern ausgerichteten Vermessungsamtes in Hamburg und unterstütze lebhaft die damaligen Entwicklungen ALB, ALK, SAPOS. Und der Autor dieser Zeilen erinnert sich an eine Autofahrt in Hamburg in den 80iger Jahren, erstmals computerunterstützt den Fahrweg auf einem Bildschirm nachführend, eine Demonstration  eines Vorläufers der heutigen Navigationssysteme.  – In der Fachkommission des Deutschen Städtetages  „Kommunales Vermessungs- und Liegenschaftswesen“ sorgte Harry Pahl für die Einrichtung eines ständigen Tagesordnungspunktes „Neue Technologien und ihre Auswirkungen im Vermessungswesen“ und lieferte gerne selbst wertvolle Beiträge. Seine Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften kreisten neben Entwicklungen in der modernen Technik gerne  auch um den Themenbereich der gesellschaftlichen Bewertung unseres Berufsstandes,  besonders erwähnt sei hier sein Aufsatz „Quo vadis, res geodaeticaim Forum des BdVI  2/1997. Und noch kürzlich berichtete er in einem Gespräch begeistert von den so positiven Entwicklungen, wie sie in der Kooperation von Oberprüfungsamt und Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS)  seit dem vergangenen Jahr  vereinbart sind – und erzählte von dem ihn so erfreuenden Schriftwechsel mit Klaus Kummer, dem Autor jenes Berichts in der zfv 2015 S. 129ff. –

             Der frühere Hamburger Erste Baudirektor a.D. Dipl.-Ing. Harry Pahl  stets ein streitbarer Geodät, ein Diplomingenieur der alten Schule. Am 6. Februar 1926 in Altona geboren, Luftwaffenhelfer 1943 und noch ab 1944 zur Wehrmacht in den Kriegsdienst eingezogen, wurde er in Russland als junger Soldat verwundet und ist 1945 in russische Gefangenschaft geraten. – Nach dem Krieg lag Deutschland in Trümmern. So hatte jene Generation, um überhaupt eine Hochschulzulassung zu bekommen,  Aufbaudienste zu leisten, die Harry Pahl in einer Ziegelei absolvierte. Und um einen Studienplatz zu bekommen, gab es weitere Hürden, für ihn eine besondere Prüfung bei Professor Harbert (1882-1968)  an der Technischen Hochschule Braunschweig. Nach dem  Diplomexamen dann 1952 in Hannover, folgten die Referendarzeit in Schleswig-Holstein und die Arbeit in mehreren Katasterämtern. 1959 trat er in den Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg, wirkte dort im Vermessungsamt als Abteilungsleiter Kartographie und dann Grundsatzangelegenheiten, schließlich als Nachfolger von Erich Lämmerhirt von 1983 bis1990 als Erster Baudirektor in der Leitung des Vermessungsamtes der Baubehörde. Entsprechend seinem berufsständisch-gesellschaftlichen Anliegen engagierte er sich im DVW-Landesvorsitz  Hamburg/Schleswig-Holstein, war Prüfer und stellvertretender Abteilungsleiter im Oberprüfungsamt für die Höheren Technischen Verwaltungsbeamten in Frankfurt a.M.

             Nach seiner Pensionierung arbeitete er noch bis ins hohe Alter gerne an seinem PC, sandte seinen Freunden und Bekannten exklusive Features, Lebensmut und Lebensweisheit vermittelnd. Er war andererseits gerne handwerklich tätig, half seinem Sohn aktiv in dessen Steinmetzbetrieb, gestaltete seinen Hausgarten zusammen mit seiner Frau nach ganz eigenen Vorstellungen. Wenige Wochen nach Vollendung des 90. Lebensjahres ist er in Wedel bei Hamburg an einem Herzschlag verstorben – bei Arbeiten im eigenen Garten. In einer würdigen Trauerfeier am 17. Mai begleiteten die Familie, Freunde und Kollegen Harry Pahl zur letzten Ruhe. Uns bleibt  die Erinnerung an einen unermüdlich vorwärtsstrebenden Geodäten.  – 22.05.2016

 

 

 

590.   Geheime schweizerische Militärkarten 1888–1952

             Unser Eratosthenes-Preisträger  2011, Dr.-phil. dipl.ing. Martin Rickenbacher aus Basel, hat eine weitere bemerkenswerte vermessungsgeschichtliche Arbeit vorgelegt. Er berichtet über Festungskarten, die parallel zum Aufbau der schweizerischen Landesbefestigung entstanden waren. 1885 beschloss der Schweizerische Bundesrat, als Reaktion auf die Eröffnung der Gotthardbahn, die Gotthard-Südfront zu befestigen. Weil von den Forts keine Sichtverbindung zum überwiegenden Teil möglicher Ziele bestand, sollten die geometrische Beziehung zwischen Geschütz und Ziel anhand genauer Karten ermittelt werden. Der Topographische Atlas der Schweiz 1:50 000 (Siegfriedkarte) genügte dazu nicht. Für den überwiegenden Teil der Festungskarten wurde der Maßstab 1:10 000 gewählt.

             1891 wurde auch mit der Kartierung begonnen. An den Original-Aufnahmen der Festungskarten waren ca. 150 Topographen beteiligt. Die Aufnahmen erfolgten nach der Messtischmethode, bereits 1892 wurden auch Versuche zum Einsatz terrestrischer Photogrammetrie (Bildmessung) gestartet. Mangels effizienter Auswerteverfahren konnte die Methode allerdings noch nicht in die Produktion überführt werden. Erst im Ersten Weltkrieg konnte das «Vermessungs-Detachement St. Gotthard» dank der inzwischen erfolgten Entwicklung leistungsfähiger Auswertegeräte die Kartierungsleistung unter Einsatz der Stereophotogrammmetrie deutlich steigern.

Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs entstand das vierte große Festungskartenwerk. Es konnte direkt auf dem Übersichtsplan der schweizerischen Grundbuchvermessung aufgebaut werden, der auf dem 1912 eingeführten Zivilgesetzbuch basiert. Die Aufnahmeprioritäten wurden zwischen den zivilen und militärischen Behörden koordiniert, sodass nun keine spezifisch militärischen Aufnahmen mehr nötig waren.

             Das lange als «geheim» klassifizierte Kartenmaterial von bester Qualität wurde erst 2009 entklassifiziert und damit frei zugänglich.

             Quelle siehe Verlag Cartographica Helvetica und www.kartengeschichte.ch . – 16.05.2016

 

 

 

589.   Historischer TP Schraderberg bei Bremen

             Im Rahmen eines durch die Service-Agentur Öplus für Ökologie und Kommunikation im Auftrag des Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) gestalteten Erlebnispfades durch die Badener Berge in Achim bei Bremen wurde unser Förderkreis gebeten, in Bild und Text zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niederachsen und der von dort gern gegebenen Unterstützung der Kollegen Dieter Grüner und René Borges entstand eine Erläuterungs- und Schautafel am Rande eines Naherholungsgebiets nahe bei der inzwischen völlig bewaldeten Erhebung des Schraderbergs – mit einem Kartenausschnitt zur Preußischen Landesaufnahme, dem Bild eines historischen Theodoliten aus dem Fundus des Vermessungstechnischen Museums in Dortmund, einem Ausschnitt des Weser-Hautdreiecksnetzes, einem Bild von C.F. Gauß, jeweils mit kurzer Erläuterung und mit folgendem Text (Auszug):

„Der deutsche Kaiser, zugleich König von Preußen, wollte am Ende des

19. Jahrhunderts für sein Reich gerne genauere Landkarten erstellen

lassen. So suchten Landvermesser die Orte auf, von denen man besonders

weit ins Land hinein sehen konnte. Mit einer Art Fernrohr mit

Winkelmesser (Theodolit) wurden die Winkel zu benachbarten, gut

sichtbaren Punkten im Gelände gemessen. Daraus ließ sich ein Netz

miteinander verbundener Dreiecke bilden, deren Eckpunkte zur Herstellung

sehr genauer Karten dienten. Dieses Verfahren heißt Triangulation

(Dreiecksvermessung), die Beobachtungspunkte sind die

Trigonometrischen Punkte (TP).

Im Jahre 1889 standen die Landvermesser auch auf dem damals noch

baumlosen Schraderberg in Baden, der höchsten Sanddüne weit und

breit. Durch ihren Theodoliten sahen sie in der Ferne die Ansgariikirche

in Bremen, den Kirchturm in Verden und auch den Schlossturm in

Etelsen. Sie notierten die gemessenen Winkel und markierten ihren

Standort mit einem Granitstein. Man findet ihn – etwas versteckt – ganz

oben auf dem Schraderberg. Der Weg dorthin ist ausgeschildert.“

             Zur fachlichen Ergänzung: Der westlich der Elbe gelegene Teil Preußens war ab 1875 bis 1900 trianguliert worden. Der TP Schraderberg war ein in das weiträumige Hauptdreiecksnetz eingefügter Zwischenpunkt  I. Ordnung der preußischen Landesvermessung. Hier wurden im Jahr 1889 die Winkel zu benachbarten Kirchtürmen gemessen. Die Triangulation bildete die Basis zur erstmaligen Herstellung der preußischen Meßtischblätter 1:25.000. Und sie war zugleich Grundlage zur Bestimmung der Koordinaten von allen nachgeordneten Vermessungspunkten.

             Und zum historischen Hintergrund lesen wir bei Wolfgang Torge in seiner Geschichte der Geodäsie in Deutschland, „das Vermessungswesen (war) in Preußen von jeher dezentral bei den jeweiligen Fachverwaltungen organisiert. Die Landesaufnahme ressortierte beim Kriegsministerium, die Katasterverwaltung beim Finanzminister, die Vermessungsarbeiten im Zusammenhang mit Gemeinheitsteilungen und Verkoppelungen beim Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, und die Messungen für Verkehrswege beim Ministerium für öffentliche Arbeiten; für das Preußische Geodätische Institut war das Kultusministerium zuständig. Dieser unwirtschaftlichen Zersplitterung soll das durch Kabinettsorder 1870 gegründete Centraldirektorium der Vermessungen im Preußischen Staate‘ entgegenwirken“ berichtet Torge weiter, „Von den bindenden Beschlüssen des Zentraldirektoriums,“ hebt er diese hervor, „die Neutriangulation des gesamten Staatsgebietes mit 10 versteinerten Punkten je Quadratmeile und eine darauf aufbauende, auf 22 Jahre veranschlagte neue topographische Aufnahme für 2/3 des Staatsgebietes, die Messtischblätter sollen nun veröffentlicht werden. Die Neutriangulation beginnt westlich der Elbe…..“ – unter der Leitung von Oscar Schreiber (vergl. unsere Mitt. Nr. 121), bekannt geworden auch als „Schreiberscher Westen“. Seit 2013 informiert die künstlerisch gestaltete Schautafel der „Station Nr. 10“ des Erlebnispfads in den Badener Bergen über den „Historischen Vermessungspunkt“. Das Foto von C.F. Gauß (1777 – 1855) erinnert daran, daß er als „berühmter Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker wichtige Grundlagen für die Preußische Landesaufnahme“ schuf.

            Literatur: Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie in Deutschland, Verlag Walter de Gruyter, Berlin, New York, 2. Auflage, 2009, ISBN 978-3-11-020719-4; dort S. 255 – 264. – 01. 05. 2016

 

 

588.   Ingo von Stillfried – Gratulation zur Vollendung des 60. Lebensjahres

             Wir gratulieren dem stellvertretenden Amtsleiter des Vermessungs- und Katasteramtes und zugleich Erstem Vorsitzenden des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund, Dipl.-Ing. Ingo Freiherr von Stillfried zu seinem besonderen runden Geburtstag, zur Vollendung seines 60. Lebensjahres an diesem Donnerstag. 

             Seit Jahrzehnten engagiert er sich im Förderkreis für das Vermessungsmuseum und insbesondere für die Schausammlung und kümmert sich um die Instrumentensammlung. Mit großem persönlichen Einsatz hat er die 3. Auflage des bekannten Museumshandbuchs vorangetrieben und dafür gesorgt, daß dies große „Aushängeschild“ unseres Förderkreises seinerzeit zur INTERGEO in Karlsruhe fertiggestellt werden konnte – es war eine Mammutaufgabe. Seit 2009 wirkt er als Erster Vorsitzender. Ihm ist es in besonderem Maße zu verdanken, daß 2012 das fachlich, museumspädagogisch und finanziell ganz außergewöhnliche Projekt der Ausstellung zum 500. Geburtstag  von Gerhard Mercator in herausragender Art und Weise im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund gezeigt werden konnte. Der Förderkreis ehrte 2014 Ingo von Stillfried zusammen mit dem damaligen Museumsdirektor Wolfgang E. Weick mit der Ehrenmedaille für die Realisierung dieser außergewöhnlichen Ausstellung. Auf internationaler Bühne gestaltete Ingo von Stillfried 2015 in Warschau eine Fachausstellung „Europa, Polen, Warschau – geschichtliche Entwicklungen in der Vermessung und in der Kartographie“ in Zusammenarbeit mit polnischen Kollegen, er hat sie mit Unterstützung seiner Frau innerhalb von 2 Tagen realisiert, nachdem der Aufbau in Dortmund sorgsam vorbreitet worden war.

             Regelmäßige Besucher unserer Aktuell-Seite wissen darüber hinaus, Ingo von Stillfried engagiert sich stets auf der INTERGEO, wirbt gerne mit Vorträgen für unseren Berufsstand und dessen Geschichte, so auch bei der jährlichen Dortmunder Museumsnacht, entdeckt besondere Instrumente Im Dorotheum Wien und wirkte zusammen mit Dr.-Ing Hartwig Junius für die Realisierung des Wiehen-Wagens (vergl. Mitt. Nr. 468). Eine besondere Vorliebe verbindet ihn mit der Photogrammetrie, und das hat Gründe, die weit in die Familiengeschichte zurückgehen. Der Förderkreis gelangte vor Jahren in den Besitz eines besonderen Stereokomparators, Baujahr 1904, und zu einer Karte, die damit im Rahmen einer Diplomarbeit über den Rückgang des Theodul-Gletschers in Obergurgl erstellt wurde. 1955 hatte das Eltern-Ehepaar von Stillfried gemeinsam bei den örtlichen Passpunkt-Arbeiten für dieses Projekt und bei den photogrammetrischen Auswertungen an jenem Stereokomparator mitgewirkt. So war Ingo von Stillfried kurz vor seiner Geburt auch bei diesen terrestrischen Passpunkt-Messungen gegenwärtig, übrigens durch ein Fotoalbum belegt. – Und ganz aktuell mag es ein gutes Omen sein, daß gerade an seinem Geburtstag in Dortmund der Erste Geodäsie Kongress NRW 2016 stattfindet, eine gemeinsame Veranstaltung von BdVI, DVW und VDV. Dortmund ist seit 40 Jahren ein Zentrum der Vermessungsgeschichte (vergl. Mitt. Nr. 574) und aktuell Zentrum digitaler Entwicklungen in der Geodäsie. Zukunft braucht Herkunft!

             Wann immer man mit Ingo von Stillfried zusammentrifft, besticht seine mitreißende Begeisterung für alles, was in der Vermessungsgeschichte Bedeutung hat oder erlangen könnte. In seinem Einsatz und  in seinen amtlichen, insbesondere digitalen Aufgaben wirkt er unermüdlich und dies auch dann noch, wenn seine Gesundheit  ihm manchmal Zurückhaltung abnötigt. Wir wünschen unserem Ersten Vorsitzenden weiterhin viel Schaffenskraft, eine gute Gesundheit und verbinden diese Wünsche mit einem großen Dankeschön!  – 14.04.2016

 

 

 

587.   200 Jahre Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg/Preußen

             Unser erster Eratosthenes-Preisträger Dipl.-Ing. Frank Reichert berichtet am 12. April 2016 um 17 Uhr zum 200. Jubiläum der örtlichen Arbeiten zur Umsetzung der auf dem Wiener Kongress bestimmten sächsisch-preußischen Landesgrenze. –  Als es 1815 nach den Befreiungskriegen in Deutschland zu umfangreichen territorialen Umge­staltungen kam, waren davon besonders die direkt benachbarten Königreiche Sachsen und Preußen betroffen. Bis heute hat die auf dem Wiener Kongress bestimmte sächsisch-preußische Landesgrenze noch auf einer Länge von rund 100 km Bestand. Die Vermessungsarbeiten und Kartenaufnahme zur örtlichen Umsetzung der an grünen Tisch gezogenen Grenzlinie fanden im Wesentlichen im Jahr 1816 statt. Das zweihundertjährige Jubiläum bietet den Anlass, die Umstände der damaligen Grenzziehung näher in Augenschein zu nehmen und dabei den geodätisch-kartographischen Spuren zu folgen. Der Vortrag findet statt in der HTW Dresden, in Dresden, im Zentralgebäude, Friedrich-List-Platz 1 – 06.04.2016

 

 

586.   Erinnerungen an Erwin Gigas, einen großen Geodäten der Nachkriegszeit

             1976 verstarb mit Professor Dr.-Ing. E.h. Erwin Gigas eine Persönlichkeit, der das Deutsche Vermessungswesen in den Jahren schon nach dem Zweiten Weltkrieg außerordentlich viel zu verdanken hatte. Und „Erwin Gigas hat über rund 4 Jahrzehnte das Bild des Deutschen Vermessungswesens im In- und Ausland so stark geprägt, daß mit den Worten von M. Kneißl für diese Zeit als die zentrale Schlüsselfigur im Deutschen Vermessungswesen zu gelten hat“, schrieb Prof. Walter Großmann, als sich 1969 Gigas‘ Geburtstag zum 70. Male jährte  (o. Prof. Dr. mult. Max Kneißl (1907-1973), die große bayerische Persönlichkeit jener Jahrzehnte im deutschen Vermessungswesen, Direktor des Geodätischen Instituts der TU München und des Deutschen Geodätischen Forschungsinstituts in München, u. a. Initiator der Deutschen Geodätischen Kommission (DGK), Mitbegründer der AdV).

             Erwin Gigas wurde 1899 im Kreis Hirschberg in Schlesien geboren, studierte in Berlin zunächst Bauingenieurwesen und daran anschließend Vermessungswesen an der damaligen Landwirtschaftlichen Hochschule. Er wirkte 1928 bis 1945 in leitender Funktion in der Trigonometrische Abteilung im Reichsamt für Landesaufnahme (RfL) in Berlin.

             Gleich nach dem Krieg übersetzte er das bekannte Werk von Perrier 'Wie der Mensch die Erde gemessen und gewogen hat' und verfasste einen ergänzenden Nachtrag. Und bereits 1945 wurde er Gründer und Leiter des Instituts für Erdmessung in Bamberg – nachdem er dafür gesorgt hatte, daß die wesentlichen Unterlagen des RfL zuvor mit Hilfe der amerikanischen Besatzungsmacht noch dorthin in den Westen gesichert werden konnten. 1951 übersiedelte das Bamberger Institut nach Frankfurt am Main und wurde nach längeren Verhandlungen unter wesentlicher Beteiligung von Max Kneißl als „Institut für Angewandte Geodäsie  und II. Abteilung des deutschen Geodätischen Forschungsinstituts“ (IfAG) unter Direktor Gigas in den Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums übernommen.

             Erwin Gigas gelang es alsbald, auch eine kartographische und reproduktionstechnische Forschungsabteilung aufzubauen, der später die Bundesländer die Bearbeitung der amtlichen Karten 1 : 200 000 und kleiner übertrugen. In seinem Institut liefen die ersten IBM-Rechner für geodätische Berechnungen. Gigas engagierte sich mit erheblichem persönlichem Einsatz für die Entwicklungsarbeiten an geodätischen, photogrammetrischen und kartographischen Instrumenten, es entstanden u.a. ein photographisch registrierender Theodolit und der Orthoprojektor Gigas-Zeiss.

            Eine Vielzahl von weit über 200 wissenschaftlichen Publikationen sind Zeugen seiner rastlosen Arbeit. Gerne widmete er sich dem Berufsnachwuchs. Seine im Rahmen der Geodätenausbildung von 1957 bis 1964 an der Universität Bonn gehaltenen Vorlesungen über geodätisch-physikalische Messmethoden erfreuten sich großen Zuspruchs und sicherten ihm immer einen vollen Hörsaal. Der DVW verlieh ihm bereits 1964 die Ehrenmitgliedschaft, von der TH Hannover erhielt er die Ehrendoktorwürde. Die Mitwirkung in einer Reihe von deutschen und internationalen  akademischen Gesellschaften (u.a. auch in Schottland, Argentinien, Brasilien und Guatemala) zeugen von seinem hohen Ansehen, ebenso das ihm verliehene Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1965 war Erwin Gigas im Rahmen des Katasterprojekts Zentralamerika (Guatemala) und Kanada der Bunderegierung als Projektleiter tätig.

             Wir haben diese Erinnerungs-Skizzen zusammengetragen aus der ausführlichen Laudatio von Prof. Walter Großmann und dem ungemein zugetan verfassten Gedenken von Prof. Helmut Wolf. Wir können hier nicht näher auf Gigas‘ bedeutende Leistungen für die deutschen Triangulationsnetze, in der klassischen Ausgleichungsrechnung u.v.a.m., überhaupt auf seine großen wissenschaftlichen Verdienste eingehen und verweisen gerne auf die genannten Quellen. – 1997 ist „sein“ IfAG in das Bundesamt für Geodäsie und Kartographie (BKG) umgewandelt worden, weiterhin mit Sitz in Frankfurt am Main.

             Professor Dr.-Ing. E.h. Erwin Gigas verstarb 1976 in Marbella in Spanienvor 40 Jahren.

             Quellen: Walter Großmann: Professor Dr. Erwin Gigas zum 70. Geburtstag, in zfv 1969 S. 199-200; Helmut Wolf: Professor Dr. E. h. Erwin GIGAS zum Gedächtnis, in zfv 1976 S. 164-166, Gerhard Eichhorn: Max Kneißl – 1907-1973 in zfv 1973 S. 477-479 – 28.03.2016

 

 

 

585.   Geschichte der Kartographie und Reproduktionstechnik in Hamburg

             Unter der bewährten Schriftleitung von Karl-Heinz Nerkamp ist jetzt das Sonderheft 2016 zur Geschichte der Kartographie und der Reproduktionstechnik in Hamburg erschienen, verfasst von Ernst Müller, dem leitenden Mitarbeiter der früheren, bundesweit führenden Reproduktionstechnik im Vermessungsamt der Baubehörde in Hamburg. Mit seinem reichen Erfahrungsschatz beschreibt und illustriert er – beginnend mit den Anfängen der Kartographie in und um Hamburg und deren Dokumentation durch den Obergeometer Heinrich Stück – in diesem Sonderheft die Entwicklungsschritte von den ersten flächendeckenden Übersichtskarten und grundstücksscharfen Stadtkarten bis in die moderne Zeit. Dabei wird auch die Reproduktionstechnik vom Lithographie-Stein über die verschiedenen Drucktechniken bis hin zum Einsatz der Fotographie kenntnisreich dokumentiert. Weitere Kapitel sind der Entwicklung vom Meßtischblatt zur Deutschen Grundkarte 1:5000 und den Vorarbeiten der Preußischen Landesaufnahme gewidmet, ebenso den Arbeiten im Beirat für das Vermessungswesen und der Gauß-Krüger-Abbildung anstelle von sechs Soldner-Koordinatensystemen in und um Hamburg. 1929 erfolgte die Gründung des „Unterelbischen Vermessungswesens“ als Folge des strahlenförmigen  „Achsenfarn“ genannten Stadtplanungskonzeptes ins Umland, entwickelt vom großen Architekten und Stadtplaner Fritz Schumacher (1869-1947), Oberbaudirektor von Hamburg.

             Ernst Müller berichtet weiter im aktuellen Sonderheft 2016 (im Umfang von 36 Seiten DIN A 4 zweispaltig) über die Hamburger Stadtkartenwerke nach dem Zweiten Weltkrieg und die damals eingesetzten Arbeitstechniken, die Thematische Kartografie bis hin zur Digitalen Stadtkarte und wirft abschließend einen Blick auf die Reproduktionsfotografie und die revolutionierenden Entwicklungen im Kartendruck um die Jahrtausendwende. Die modernen digitalen Techniken führten schließlich 2007 zur Schließung der Landkartendruckerei.

             Zahlreiche Abbildungen von Kartenbeispielen laden dazu ein, alle jene Entwicklungen auch bildlich zu verfolgen – und damit zugleich auch die Hamburger Stadtgeschichte in ihrer Entwicklung seit dem großen Brand von 1842 nachzuerleben.

             Das Sonderheft  2016 des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung vervollständigt die wertvolle Reihe der Veröffentlichungen der Freien und Hansestadt Hamburg zur Vermessungsgeschichte, begonnen mit dem Sonderheft  2009 zu Heinrich Christian Schumacher (vergl. unsere Mitt. Nr. 294), Sonderheft 2010 zur Triangulation (Mitt. 357), Sonderheft 2011 zum Nivellement (Mitt. 385), Sonderheft 2013 zur Photogrammetrie (Mitt. 469), Sonderheft 2014 zur Geschichte des Liegenschaftskatasters in Alt-Hamburg 1845 – 1950 (Mitt. 511) und Sonderheft 2015 zur Hamburger Vermessungsgeschichte im Liegenschaftskataster in den ehemals preußischen Stadtgebieten (Mitt. 549) – und alle 7 Sonderhefte sind sämtlich der unermüdlichen Initiative von Karl-Heinz Nerkamp zu verdanken, der bei der INTERGEO 2014 in Berlin über diese vermessungsgeschichtlichen Dokumentationen in Hamburg berichtet hatte, siehe unsere Mitt. Nr. 536. – Alle bisher erschienenen Sonderhefte sind einzusehen unter www.hamburg.de/bsw/bauenundwohnen/  dort in der mittleren Spalte unten. – 09.03.2016

 

 

584.   Professor Fröhlich verstorben

             Mit tiefer Trauer mussten wir erfahren, daß Professor Dr.-Ing. Hans Fröhlich am 17. Februar 2016 im 69. Lebensjahr verstorben ist. Wir verlieren in ihm einen Kollegen, den es schon in seiner aktiven Zeit als „Trigonometer“ und Hochschullehrer besonders reizte, geschichtlichen Zusammenhängen in der Landesvermessung und weit darüber hinaus mit großem Forscherinteresse nachzugehen. Bereits 1987 hatte er für unseren Förderkreis die Veröffentlichung „Das Reisetagebuch des Hauptmann Bendemann“ in als Nr. 13 unserer Schriftenreihe herausgegeben.

             Geboren am 25. 06.1947 in der Viertälerstadt Plettenberg im Sauerland wurde er nach Abitur und Studium der Geodäsie in Bonn Assistent am Institut für Theoretische Geodäsie und ist dort 1974 promoviert worden. Nach dem Assessor-Examen wurde er 1977 Dezernent für den trigonometrischen Außendienst beim Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen in Bonn-Bad Godesberg.

             Hier erlebte und gestaltete er den großen Umbruch von der klassischen trigonometrischen Landesvermessung zu den Arbeiten mit stets moderner werdenden elektronischen Entfernungsmessern, zur rasant aufsteigenden Satellitenvermessungen (GPS), sowie zur wachsenden Bedeutung der Datenverarbeitung und der IT-Welt. Und sein stetes Forschungsinteresse, geweckt auch über das ihm „in die Hände gefallenen“ Reisetagebuch von Hans Bendemann (1852 – 1914), führte ihn auf die Spuren jener preußischen Trigonometer und deren großartigen Leistungen in der Triangulation des 19. Jahrhunderts.

            Hier ist nicht der Ort, die Verdienste von Hans Fröhlich für die Landesvermessung Nordrhein-Westfalen näher zu umreißen. Sie wurden gerade in den vergangenen Jahrzehnten überstrahlt durch sein Wirken für den Nachwuchs, für Lehre und Forschung in seinen Aufgaben als Professor für Praktische Geodäsie an der Universität/Gesamthochschule Essen und als Professor für Landesvermessung an der Hochschule Bochum. Mehrere Fachbücher aus und für die Praxis entstanden in dieser Zeit, seine Seminare waren stets ausgebucht.  In allen diesen Aufgaben interessierten ihn in immer verstärktem Maße auch die geschichtlichen Zusammenhänge und – das zeichnete Professor Dr. Hans Fröhlich besonders aus – seine Gabe und sein Geschick, vermessungsgeschichtliche Erkenntnisse in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Hier sind besonders auch seine Arbeiten zu erwähnen, in denen er bundesweit „Die Landesvermessung im Spiegel deutscher Brauereien“ beleuchtete.

             Wir wollen an dieser Stelle jedoch vor allem an seine vermessungsgeschichtlichen Forschungsergebnisse erinnern, insbesondere zur Entwicklung der Erkundungs- und  Triangulationsmethoden im 19. Jahrhundert, als er auf den Spuren des Hauptmanns Bendemann dessen großes Werk nacherkundete und dokumentierte. Und wie er dabei auch die Persönlichkeit Bendemann und dessen persönliche Verwurzelung in der damaligen Vermessungswelt gegenwärtig werden ließ, bis hin zu dessen Beziehungen zu Johann Jacob Bayer und weiteren Persönlichkeiten jener Zeit. Eine ganze Reihe von Buchveröffentlichungen im Selbstverlag zeugen davon. So erinnerte er uns an Preußens letzte Triangulations-Kette, zeigte, wie Europa vermessen wurde, führte uns auf geodätische Aussichtstürme mit Fernsichten bis zu 100 km, begeisterte sich und uns für Holz-Vermessungstürme in der Triangulation, gedachte des Trigonometers Generalleutnant Bendemann aus Anlass dessen 100. Todestages im Januar 2014. Wir haben hier oft darüber berichtet, u.a. unseren Mitt. 394, 454, 462, 486, 505, 547, 553, 570, 576 und haben Hans Fröhlich besonders für seinen Vortrag und einen von ihm gestalteten Film in der Mitgliederversammlung unseres Förderkreises im Februar des vergangenen Jahres gefeiert. 

             Auch die öffentlichen Medien wußte Hans Fröhlich für seine Forschungen zu interessieren, WDR, Zeitungen, Magazine u.a. berichteten gerne – Hans Fröhlich alias Hans Bendemann! Gerade auch durch die Pflege dieser Öffentlichkeitsarbeit hat sich der Verstorbene für unseren Berufsstand immer wieder große Verdienste erworben.

             In Anerkennung der Persönlichkeit von Hans Fröhlich und ebenso dessen großen Verdiensten um das Vermessungswesen hat ihm der Verband der Vermessungsingenieure (VDV) im vergangenen Jahr das Goldene Lot verliehen. Schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet, hat sich Professor Dr.-Ing. Hans Fröhlich gerade über diese Auszeichnung ganz besonders gefreut. Gerne hat er seinem Alter-Ego Hans Bendemann dessen Ausspruch in den Mund gelegt:  Ich war mein eigener Herr, konnte wirken wie ich wollte“.  Selbst hat Hans Fröhlich in seinem Berufsleben wie in seinen Forschungen ebenfalls stets in diesem freien Geist gearbeitet und gelebt. –

             Zahlreiche Freunde und Kollegen begleiteten die Familie des Verstorbenen in der Trauerfeier am 26. Februar in der Kapelle des Friedhofs in Sankt Augustin-Menden,  darunter u.a. vom Förderkreis auch Peter Mesenburg, Bertold Witte, Klaus Grewe sowie Rolf Bull vom VDV. Zu Herzen gehende Abschiedsworte sprach Manfred Spata, ein enger Freund und Weggefährte seit weit über 50 Jahren.  – Zum Sehen geboren / Zum Schauen bestellt / Dem Turme geschworen / Gefällt mir die Welt – mit dem vom Verstorbenen besonders geschätzten „Türmerlied  von Johann Wolfgang von Goethe erinnerte sich eine große Trauergemeinde dankbar an Hans Fröhlichs liebevolles privates und segensreiches öffentliches Wirken. – 27.02.2016

 

 

 

583.    Mitgliederversammlung 2016

             Präsident Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg konnte wieder einmal eine gut besuchte Mitgliederversammlung am 15. Februar 2016 in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund eröffnen. Fachkollegen und Kolleginnen von fern und nah waren zunächst gespannt auf den Vortrag von Dipl.-Ing. Matthias Sturm aus Pirna zum Thema „Die sächsische Landesvermessung 1835 – 1841, eine Betrachtung zu den Ursachen der Genauigkeit unserer Katasterkarten.“ Der Vortragende – ein Geodät, der unser Metier in der ehemaligen DDR von Grund auf gelernt, schließlich in Dresden studiert und bald nach der Wende in Pirna an der Elbe die Katasterdienststelle geleitet hatte – Matthias Sturm entführte die Zuhörerschaft in die Welt der Katasteraufnahme, wie sie im 19. Jahrhundert in Sachsen noch mit Meßtisch und Meßkette erfolgte. Interessant waren auch seine Einschätzungen, welche Genauigkeiten erreicht wurden, welches die gängigen Fehlerquellen waren – schließlich waren die Ergebnisse für die Steuererhebung allemal ausreichend. Der Vortragende illustrierte seinen Beitrag u. a. mit einem Original Meßtisch, einer dicken Holzplatte, mit dem das Kartenoriginal fest verbunden war - aus der Ferne an einen Solnhofener Steindruckstein erinnernd. Lebhafter Beifall und eine kurze Diskussion dankten dem Redner.

             Eine ausführliche Kaffeepause nutzte die Kollegenschaft gerne zum fachlichen wie privaten Erfahrungsaustausch.

             Den zweiten Teil der Mitgliederversammlung eröffnete der Erste Vorsitzende Ingo von Stillfried mit seinem Tätigkeitsbericht über das Geschäftsjahr 2015. Eine ganze Reihe von Ausstellungen sind mit Instrumenten und anderen Exponaten aus dem Fundus des Förderkreises unterstützt und ebenso mit Fachvorträgen bereichert worden. Hier war an vorderster Stelle über die Fachausstellung „Europa, Polen, Warschau – geschichtliche Entwicklungen in der Vermessung und in der Kartographie“ in Warschau zu berichten, die Ingo von Stillfried mit Unterstützung seiner Frau (vom Fach!) innerhalb von 2 Tagen errichtete, nachdem der Aufbau in Dortmund sorgsam vorbreitet worden war. Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg mit mehr Besuchern, als 2012 die Mercatorausstellung – und sie wurde verlängert, um großen Gruppen aus der Ukraine und Weißrußland die Besichtigung zu ermöglichen. – Weitere vom Förderkreis unterstützte Ausstellungen waren u.a. die Weltvermesser-Ausstellung in Lemgo, die Ausstellung „Prächtig vermessen“ in Rostock und die Ausstellung „200 Jahre Westfalen jetzt“ in Dortmund. Wir berichteten u.a. in den Mitt. Nrn. 548, 554, 566. Der Erste Vorsitzende berichtete weiter über eine Reihe von Instrumenten-Spenden, u.a. eine ballistische Kamera für Ballon-Satelliten. Er schloss schließlich mit der dringenden Bitte um fachliche Hilfe für die Instrumentensammlung ebenso wie für die Karten- und die Briefmarkensammlung. – Auf traditionellem Antrag von Dr.-Ing. Hartwig Junius wurde der Vorstand mit Dank für die geleistete Arbeit einstimmig entlastet.

             Präsident Peter Mesenburg führte dann gewohnt schlank durch die weiteren Tageordnungspunkte. Der Schatzmeister Franz Gocke konnte von einem ausgewogenen Haushalt berichten. Die Wahlen zum Kuratorium erfolgten en bloc für die Herren Prof. Kapelle, Tiemann Senior (beide Wiederwahl), Herrn Dipl.-Ing. Manfred Bottmeyer, Regionalverband Ruhr, Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Fitzen, früher Hochschule Bochum (Instrumentenfachmann), Herrn Dipl.-Ing. Ulf Meyer-Dietrich, auch  Vorstandsmitglied, sowie Herrn Dipl.-Ing. Ludger Wilde, Dortmunder Stadtrat u.a. für die Bereiche Stadtplanungs- und Bauordnungsamt und Vermessungs- und Katasteramt (Neuwahlen). Im Vorstand wurde der Schatzmeister in seinem Amt bestätigt. Als Kassenprüfer wurde der Kollege Dr.-Ing. Markus Rembold neu bestellt

             Die nächste Mitgliederversammlung wird zusammen mit dem Helmert-Symposium am 13. Februar 2017 stattfinden. – 18.02.2016

 

 

582.   Mitgliederversammlung und Vortrag – Last Call

             Die Mitgliederversammlung des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e.V. findet statt am kommenden Montag, den 15. Februar 2016 in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund. Beginn 14 Uhr mit interessantem Vortrag – siehe Mitteilung Nr. 580. – Auch Gäste sind herzlich willkommen. – 12.02.2016

 

 

581. Peter Mesenburg und Ingo von Stillfried On Tour

             Begleitend zur Ausstellung „Wunderkammer der Meere. Entdecken und Erforschen der Welt“   im Städtischen Museum Schloß Rheydt in Mönchengladbach, an der sich der Förderkreis auch mit einigen Exponaten als Leihgabe beteiligt, fanden sonntägliche Matinee-Vorträge statt. Der Präsident des Förderkreises, Professor Dr.-Ing Peter Mesenburg referierte im Januar über die Portolan-Karten und erläuterte deren Genauigkeit. Und obwohl Ausgleichung und Statistik nicht ein gemeinhin üblicher Themenkreis ist, so war an den vielen interessierten Zuhörern und deren Nachfragen doch deutlich zu spüren, wie sehr dieses Thema fesselte. Ingo von Stillfried sprach über die Entstehung und die Inhalte von Mercators Weltkarte von 1569, wie sie die Navigation auf See elegant erleichterte und letztlich zu heute üblichen Navigationsverfahren führte. Auch hier gab es viele sehr lebendige Nachfragen. Das Museum zählte an jenem sonnigen und kalten Wintersonntag mit 120 Besuchern die mit Abstand bestbesuchte Vortragsveranstaltung.

             Die Bürgerstiftung Duisburg verfolgt seit langem das Ziel, das Wohnhaus der Familie Mercator wiedererstehen zu lassen und mit neuem Leben zu füllen (wir berichteten in Mitt. Nr. 509). Im Rahmen des Projektsponsorings ist eine Vortragsreihe organisiert worden, in der auch der Förderkreis mit zwei Mantinee-Vorträgen in der Duisburger Kubus-Kunsthalle präsent war.

Peter Mesenburg sprach über die Portolan-Karte von  Pîrî Reis von 1521 und setzte das Publikum in Erstaunen, mit welcher Akkuratesse und Detailfülle der Kartograph diese Karte erstellt hatte. Besonders bemerkenswert dabei ist, daß Portolane im Prinzip quasi aus dem nichts, also ohne eigentliche Vorläufer, entstanden und sofort für eine erstaunliche Qualität zeugten. Ingo von Stillfried referierte über die Entwicklung der Seekarten. Mit zahlreichen Beispielen aus aller Welt zeigte er, in welcher Gestalt Karten auch nach Mercator noch entstanden, wie lange es dauerte, bis sich dessen neue Projektion allgemein durchsetzte. Ein besonderes Nebenthema dabei war, wie die seefahrenden Polynesier sich den Sternenhimmel als „Seekarte“ nahmen und über die unendlichen Weiten des Pazifik sicher Inseln und Atolle ansteuerten. Alle Referenten erfreuten sich eines fast übervollen Vortragsraumes. Die große Anzahl der Besucher zeigte, auf welche großes Interesse kartographiehistorische Themen in Duisburg stoßen -  und auch,  daß das Projekt „Nachbau des Mercatorhauses“ auf fruchtbaren Boden fällt. – 06.02.2016

 

 

 

580.   Mitgliederversammlung mit Vortrag von Matthias Sturm aus Pirna  

             Am 15. Februar 2016 um 14 Uhr findet unsere Mitgliederversammlung in Dortmund statt, wieder an klassischer Stelle in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, unserer Heimstatt seit vielen Jahren.

             Wir freuen uns zu Beginn auf einen Vortrag von Dipl.-Ing. Matthias Sturm aus Pirna zum Thema „Die sächsische Landesvermessung 1835 – 1841, eine Betrachtung zu den Ursachen der Genauigkeit unserer Katasterkarten.“ – Wir dürfen gespannt sein auf ein Thema, das vor 25 Jahren in den sogenannten „neuen Bundesländern“ wieder ganz besonders aktuell wurde, nachdem das Eigentum an Grund und Boden nach der Wiedervereinigung auch dort wieder eine herausragende Bedeutung als Wirtschaftsfaktor bekam.

             Währen einer Kaffeepause ist genügend Zeit eingeplant zu kollegialem Gespräch und es besteht auch die Möglichkeit, die Schausammlung zu besuchen. Daneben können verschieden Schriften erworben werden, so  u. a. der zauberhafte kleine Katalog „Der kleine WELTvermesser (siehe Mitt. Nr. 566) zur Ausstellung „Weltvermesser“ in Lemgo, und „Meine Freundin, die Geodätin“ (siehe Mitt. Nr. 542).

             Nach der Kaffeepause wird die Mitgliederversammlung fortgesetzt mit dem Tätigkeitsbericht des Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried, mit dem Finanzbericht und Wahlen. – Wie immer sind uns Gäste herzlich willkommen! – 28.01.2016          

 

 

 

579.  Die Präsidenten der Königlich Preußischen Generalkommission zu Düsseldorf (1886 – 1920)

             Für die Rheinprovinz wurde nach über 30-jähriger Diskussion 1886 eine Generalkommission als Kollegialbehörde mit verwaltungsrechtlichen, verwaltungstechnischen sowie verwaltungsrichterlichen Aufgaben eingerichtet, wie sie schon im übrigen Preußen bestanden. Als Dienstsitz wurde Düsseldorf bestimmt. Die Generalkommissionen in Preußen waren in der Folge der Stein-Hardenberg´schen Reformen entstanden. Für die Generalkommissionen, vor allem in den westlichen Provinzen Preußens, waren spezielle landeskulturelle Aufgabenstrukturen entstanden, die insbesondere die Gestaltung der Gemeinheitsteilungen und Zusammenlegungen sowie die Reallasten- und Servitutablösungen prägten, mündend in vielfältigen Bodenordnungsmaßnahmen, wie Generalteilungen, Spezialteilungen, Separationen.

             Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Erich Weiß veröffentlichte in einer neueren Arbeit seine Forschungsergebnisse zu den vier Präsidenten der Königlich Preußischen Generalkommission zu Düsseldorf (1886 – 1920), Otto Grein (1886 – 1893), Albert Küster (1894 – 1903), Franz Brümmer (1903 – 1911) und Wilhelm Wissmann (1911 -1920).

             Otto Grein wurde 1834 in Berlin geboren, evangelisch getauft, studierte Rechtswissenschaften in Berlin und Heidelberg und hatte lange seinen Lebensmittelpunkt in Berlin, u. a. in der preußischen Landwirtschaftsverwaltung, war Spezialkommissar in der Berliner Generalkommission. Ende Dezember 1885 wurde er vom preußischen König Wilhelm I. zum ersten Präsidenten der neu konstituierten Generalkommission Düsseldorf berufen und wirkte dort bis zu seinem Tod – bestattet wurde er dann wieder in Berlin.

             Nachfolger wurde der nur wenig jüngere 1836 in Düsseldorf geborenen Albert Karl Max Küster, katholisch, ebenfalls Jurist, mit Studium in Bonn, der auch schon ständiger Vertreter vom Gründungspräsidenten Grein war. – Nach dem Tod des Präsidenten Küster folgte ihm 1903 Johann Franz Ferdinand Brümmer, geboren 1859 in Ahaus nahe der Niederländischen Grenze, auch katholisch getauft, der die Rechtswissenschaften in Tübingen, Berlin und Halle/Saale studiert hatte. Sein Lebens- und Berufsweg führte ihn nach seinem Präsidentenamt nach Berlin, wo er 1911 zum Abteilungsdirektor der Domänenverwaltung berufen wurde. Seine berufliche Karriere endete 1919 auf eigenen Wunsch, er übernahm Spitzenämter in der fürstlichen Domänenverwaltung der Hohenzollern. Er starb 1934 in München. – Wilhelm Wissmann, 1853 in Versmold, Westfalen geboren, evangelisch, studierte ebenfalls Rechtswissenschaften in Bonn und Göttingen, wirkte u.a. kurz bei der Staatsanwaltschaft in Schneidemühl/Westpreußen, bei der Generalkommission in Münster und dann vorbereitend in Düsseldorf. 1909 übernahm er das Amt des Präsidenten der Generalkommission in Königsberg in Ostpreußen, um dann 2 Jahre später in gleicher Eigenschaft nach Düsseldorf versetzt zu werden. „Er übernahm damit die Aufgabe, die damalige Landeskulturverwaltung in der Rheinprovinz auf ein kurzzeitiges Leistungshoch der Vorkriegsjahre sowie durch ein Elendstief des Ersten Weltkrieges mit seinen Folgen zu führen,“ schreibt Erich Weiß. und fährt fort, „Mit dem Inkrafttreten des preußischen Gesetzes über die Landeskulturbehörden vom 3. Juni 1919 wurden alle Präsidenten ehemaliger Königlich Preußischer Generalkommissionen … in den einstweiligen Wartestand sowie im Jahre 1924 in den Ruhestand versetzt.“ Damit endete ein besonderes noch durch die Entwicklungen im 19. Jahrhundert geprägtes Kapitel der Aufgaben der Landeskulturverwaltung in Preußen.

             Erich Weiß hat in seinen Forschungen der jüngeren Vergangenheit die Lebens- und Wirkungsbilder einer Reihe von Persönlichkeiten in der Landeskulturverwaltung aufgearbeitet und sie uns aus dem Schatten der Geschichte  vergegenwärtigt, stets nach intensivem und sorgsamen Studium der Originalquellen, vergl. auch unsere Mitt. Nr. 557, 440. und 274.

             Quelle: Erich Weiß: Die Präsidenten der Königlichen Preußischen Generalkommission zu Düsseldorf (1886 – 1920), in Rheinische Heimatpflege, 52. Jahrgang, Heft 3/2015 (3. Quartalsheft), siehe auch www.rheinischer-verein.de – 19.01.2016

 

 

 

578.   Telescopium Lilienthal – Bessel und die Lilienthaler Sternwarte

             In Lilienthal bei Bremen ist das riesengroße astronomische Fernrohr erneut wiedererstanden, mit dem einst vor über 200 Jahren der Amtmann und Liebhaber-Astronom Hieronymus Schroeter die Sterne beobachtete und die ersten genauen Mondkarten zeichnete. Für uns Geodäten ist interessant, daß Friedrich Wilhelm Bessel nach seiner Zeit als Handlungsgehilfe in Bremen an jener Sternwarte von 1807 bis 1810 arbeitete, bevor er nach Königsberg berufen wurde. Siehe auch Mitt. Nr. 571 mit weiteren Hinweisen. Jenes seinerzeit europaweit größte Fernrohr verfiel später, nachdem das Anwesen von Schroeter durch Napoleons Soldaten um 1813 verwüstet worden war. 

             Einer vor über 15 Jahren gegründeten Stiftungsgesellschaft ist es jetzt gelungen, eine Reihe von privaten Sponsoren dafür zu begeistern, jenes seinerzeit größte Fernrohr nachzubauen. Ende November 2015 fand die feierliche Einweihung statt. An einem 7 Metern hohen Beobachtungsturm ist das neugeschaffene Fernrohr, ein originalgetreuer Nachbau des Newton-Spiegelteleskops mit einem Spiegeldurchmesser von 50 cm und 8 m Brennweite so aufgehängt, daß es der Richtung nach mit einem Drehgestell (Radius ca. 11 m) und der Höhe nach mit einem Flaschenzug verstellbar ist – nachgebaut dem Original-Bauplan von 1793. Allerdings war für dieses einmalige Projekt kein Platz mehr am alten Standort im Zentrum von Lilienthal, so ist es neu entstanden an der Grenze zu Bremen gegenüber dem Gasthof Borgfelder Landhaus. – Siehe auch http://www.telescopium-lilienthal.de – 09.01.2016

 

 

 

577.   Einstein und der Geometer – und die Satelliten-Navigation

             Zum hundertjährigen „Geburtstag“ am 25. November 2015 von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie ist ein bisher unbekannter Brief von Albert Einstein (*1879 in Ulm  †1955 in Princeton USA) im Schloss-Archiv Büdingen bekannt geworden. Er dokumentiert, daß Einstein entgegen seiner Absichtserklärung, nie mehr deutschen Boden zu betreten, doch noch einmal  Deutschland besucht hat. –

             Für unsere Vermessungsgeschichte versteckt sich darin eine ganz besondere Begebenheit: Der Geometer Karl Friedrich Lott erzählte 1952 seinem Sohn, er habe nahe beim Gasthof „Stern“ in Büdingen zwei Herren getroffen, einer sei sein früherer Lehrer Dr. Josef Neupärtl gewesen, der andere ein Gast und Professor. Herr Neupärtel habe ihn diesem vorgestellt. Dieser habe ihn nach seinem Beruf gefragt. Auf die Auskunft, er sei Geometer beim Vermessungsamt sagte der Professor: „Da haben wir ja fast denselben Beruf.“ Wie spätere Recherchen ergaben, war jener Professor kein geringerer als Albert Einstein.

             Die Hintergrunds-Geschichte: Ein Brief von Einstein von 1952 gab Rätsel auf. Einstein war 1933 von einer Vortragsreise in die USA nicht zurückgekehrt und hatte später erklärt, nie wieder deutschen Boden zu betreten. Zwar war bekannt, daß Einstein 1952 kurz in Zürich war, auch wohl um einen dort lebenden Sohn zu besuchen. Daß er jedoch Ende Juni oder Anfang Juli mit Chauffeur inkognito nach Büdingen in Mittelhessen fuhr, beweist sein jetzt aufgefundener Brief  im dortigen Schloss-Archiv. Darin bedankte er sich für die gute Führung an einem verregneten Sonntagvormittag. Geführt hatte die beiden „englisch sprechenden Gäste“ die von der Schloss-Wache eilig herbeigerufene Leiterin der Schloss-Bibliothek. Einstein interessierte sich u.a. lebhaft für eine ausgestellte amerikanische Schreibmaschine, „so eine benutze er auch in Amerika“. Der am Besuchstag nicht anwesende Direktor Dr. Dielmann entschuldigte sich brieflich bei Einstein und sandte ihm einen Schlossführer. Einstein dankte unter dem 20. Juli 1952 für  Brief und Führer: „Ihr freundlicher Brief und die geschmackvolle Schrift haben mich an den Besuch in Ihrem Idyll erinnert. Ein Stückchen Mittelalter gezeigt von seiner attraktivsten Seite. Meinen freundlichen Dank für diese Liebenswürdigkeit. Mit ausgezeichneter Hochachtung Albert Einstein“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung dokumentierte Umstände und Hintergrund dieses Besuchs und eine Abbildung des Umschlags des Briefes mit Poststempel Princeton Jul-21-1952 und Absenderadresse 112 Mercer Str. in Princeton N.J., wo Einstein wohnte. Den Brief selbst zeigte die F.A.Z. aus urheberrechtlichen Gründen nicht, doch die Authentizität ist unbestritten.

             Und wir Vermessungsingenieure, Geodäten, SAPOS-Ingenieure nutzen die hohe Präzision der Satelliten-Navigation bis in den mm-Bereich mit den Atomuhr-Zeit-Korrekturen nach den Erkenntnissen von Albert Einstein und seiner Allgemeinen Relativitätstheorie – und dürfen uns daneben über einen historisch-wohlwollenden Partner-Geometer freuen!

             Quelle: Konrad Kleinknecht: „Danke für dieses Stückchen Mittelalter“ in F.A.Z. vom 25. November 2015, Beilage Natur und Wissenschaft, S. N1 nebst Kasten mit der Abbildung des Briefumschlags. – 19. 12. 2015

 

 

 

576.   Hans Fröhlich-Bendemann – Die ungewollten Jahre 1882 bis 1893

             Prof. Dr.-Ing. Hans Fröhlich hat die Geschichte der Triangulationen im Rheinland und darüber wie hinaus im vorvergangenen Jahrhundert durch seine intensiven Forschungen entscheidend aufgehellt und damit unsere Kenntnisse insbesondere über die Praxis der geodätischen Landesvermessungsarbeiten jener Zeit bereichert.

             Der vorliegende dritte Band über den Vermessungsdirigenten Hauptmann Hans Bendemann schildert dessen Lebensabschnitt von 11 Jahren seit der Kommandierung 1882 zur Königlich Preußischen Landesaufnahme, gegen die er sich vehement gewehrt (!) hatte – die ungewollten Jahre. Kaum zum Hauptmann und Vermessungsdirigenten 1886 befördert, oblag ihm die Erkundung der Hauptvermessungspunkte im westlichen Teil des Deutschen Reiches.

             Das Erkundungs-Gebiet hatte eine Ausdehnung von 70.000 qkm und erstreckte sich vom Münsterland bis Trier und von Thüringen bis zur niederländisch-belgischen Grenze. Vier Jahre brauchte Hans Bendemann, um seinen Befehl auszuführen, wobei er, begleitet von seinem Burschen, mit der Bahn und Kutsche reiste und oft große Strecken auch zu Fuß zurücklegte. Sein Erkundungsbuch präsentiert auch die Quartiere, in denen er logierte, über 140 an der Zahl, teilweise mit Qualitätsmerkmalen; sozusagen ein „Hotelführer“ aus der damaligen Zeit. Von 135 Quartieren wurden meist zeitgenössische Bilder gefunden und in das Buch aufgenommen. Die Schilderungen basieren auf Bendemanns dienstlichem und privatem Tagebuch, in das Nachfahren von Bendemann dem Autor Hans Fröhlich Einblick gewährten. Zu den beiden früheren Bänden siehe auch unsere Mitt. Nr. 454 – Von Berg zu Berg-wie Europa vermessen wurde; und Mitt. Nr. 394 – Preußens letzte Kette.

             Vor dem Hintergrund der technischen Mittel der damaligen Zeit und der vielen Strapazen muss Hans Bendemanns Leistung auch heute noch als eine geodätische und logistische Bravourleistung bezeichnet werden. Hans Fröhlich, in diesem Jahr mit dem Goldenen Lot des VDV geehrt, hat mit diesem Band einmal mehr eine besondere vermessungsgeschichtliche Rarität vorgelegt – und zugleich auch ein interessantes Weihnachtsgeschenk!

             Dieses neueste  Werk hat 96 Seiten mit über 200 Abbildungen, im Eigenverlag, Preis: 12 EUR einschl. Inland-Versand, Bestellungen über E-Mail: geo-goon@t-online.de . – 12.12.2015

 

 

575.   LVR-Freilichtmuseum Kommern eröffnet Info-Punkt „Trigonometrischer Turm“

             Am 19. November eröffnete das Freilichtmuseum Kommern des Landesverbandes Rheinland in seinem Eingangsgebäude den Info-Punkt „Trigonometrischer Turm“. Neben einem großen Modell eines Vermessungsturmes sind auch weitere Vermessungsgeräte ausgestellt. Anhand der Aufzeichnungen des preußischen Hauptmanns und Vermessungsdirigenten Hans Bendemann, der zwischen 1886 und 1889 die Rheinlande vermessen hat, wird die Funktionsweise einer Triangulation erläutert.

             Vor dem Aufkommen satellitengestützter Punkbestimmungen mit GPS war die Bestimmung der Hauptvermessungspunkte für die Erstellung z.B. von Landkarten sehr aufwendig. Denn zwischen den Vermessungspunkten mussten Sichtverbindungen bestehen. Wurde die Sicht zwischen diesen oft mehr als 50 Kilometer voneinander entfernten Punkten zum Beispiel durch Berge oder Bewuchs verhindert, mussten für die Vermessungen schwere hölzerne Vermessungsgerüste errichtet werden. Ein solches Trigonometrisches Signal steht als „Trigonometrischer Turm“ seit über zehn Jahren am Besucherparkplatz des LVR-Freilichtmuseums Kommern, rekonstruiert nach Fundresten eines „Signalhochbaus“ bei Bad Münstereifel und nach der alten Signalbauvorschrift der Landesvermessung. Der Turm ist als Wahrzeichen von weitem zu sehen – ganz besonders, wenn er in der Weihnachtszeit beleuchtet wird und weithin wie ein überdimensionaler Weihnachtsbaum wirkt.

             Ideengeber und Unterstützer dieses außergewöhnlichen Projektes ist Professor Dr.-Ing. Hans Fröhlich; er hat die interessante Lebensgeschichte des Hauptmanns Bendemanns erforscht. Ein Film gibt Einblicke in dessen Arbeiten vor über 100 Jahren. In dem kurzen Dokumentarfilm werden historische Vermessungsgeräte wie ein Heliotrop gezeigt, Hans Fröhlich wirkt darin mit als Hauptmann Bendemann in der authentisch-alten Uniform (vergl. auch Mitt. 570 und frühere).

             An der Eröffnung am 19. November haben neben Professor Hans Fröhlich vom Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund u. a. auch Präsident Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg, Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Bertold Witte, Prof. Dr. Klaus Grewe und Manfred Spata teilgenommen.

             Wir dürfen hier daran erinnern, wie in Kommern 2006 ein Katasteramt in einer Dauerausstellung vorgestellt wurde (vergl. unsere Mitt. Nr. 142). – 30.11.2015

             Quelle: LVR-Freilichtmuseum Kommern

 

 

 

574.   40 Jahre Zentrum der Vermessungsgeschichte in Dortmund 

             Seit 40 Jahren ist Dortmund mit dem Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. ein besonderes Zentrum der Vermessungsgeschichte, mit einer Reihe von Aktivitäten: Im Mittelpunkt steht die Schausammlung, das Vermessungsmuseum als Abt. 22 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund, erstmals eröffnet am 21. April 1985 mit einem Grußwort der Länderarbeitsgemeinschaft  AdV durch Dr.-Ing. Harald Lucht.  Die im Laufe der Jahre stets erweiterte große Sammlung historischer Vermessungsinstrumente und  -Verfahren wird ergänzt durch  das Museumshandbuch, erschienen in der 3. Auflage 2009.  Der Förderkreis veranstaltet im Abstand von 3 Jahren Symposien für Vermessunggeschichte, das jüngste 12. Symposium war Meilensteinen im Instrumentenbau gewidmet, beim kommenden 13. Symposium wird F. R. Helmert  im Mittelpunkt stehen. Diese Symposien haben zunächst  Dr.-Ing. Hartwig Junius und Dr. phil. Kurt Kröger organisiert und betreut, in der jüngeren Vergangenheit hat Prof. Dr.-Ing. mult. Erich Weiß diese verdienstvolle Aufgabe übernommen. Schließlich verleiht der Förderkreis regelmäßig den mit 2.500 € dotierten Eratosthenes-Preis  für herausragende Arbeiten zur Vermessungsgeschichte und ergänzend auch einen Eratosthenes-Ehrenpreis.

             Unsere halbjährigen „Nachrichten“ berichten über Wissenswertes aus der Vermessungsgeschichte, oft gestützt auf die Seite „Aktuelles“ der Homepage www.vermessungsgeschichte.de  ,die sich einer ständig steigenden Besucherzahl erfreut. Jene Nachrichten waren lange als Beilage in den Allgemeinen Vermessungsnachrichten (AVN) erschienen und sind seit einigen Jahren in das VDVmagazin integriert. –            

             Die Wurzeln dieser vermessungshistorischen Dortmunder Aktivitäten reichen weit über 50 Jahre zurück bis zum 47. Deutschen Geodätentag 1962. Großen Anklang fand dort die Ausstellung Messen über und unter Tage, „in der durch sehr anschauliche Modelle auch einer breiteren Öffentlichkeit eine Vorstellung von den Aufgaben der Geodäsie vermittelt wurde“, schrieb Prof. Dr. Heinz Draheim, und er erwähnte darüber hinaus die Bedeutung des Vermessungsingenieurs als eines Sachwalters der Planung. Es folgten die besonderen Initiativen des Verbandes der Vermessungsingenieure (VDV) um 1971, als im Rahmen des XIII. Kongresses der Internationalen Vereinigung der Vermessungsingenieure und des Geodätentages in Wiesbaden die Ausstellung „5000 Jahre Vermessungswesen“ großes Aufsehen erregte. Die damaligen Exponate wurden durch engagierte Vermessungsingenieure im VDV eingelagert, erheblich ergänzt und überzeugten u.a. den Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund, Dr. Clemens Weißgerber. So kam es im Zusammenwirken mit Siegfried Stahnke, dem Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes, zur ersten Dauerausstellung im Museum am Westpark – damit war der Weg bereitet, in Dortmund mit noch größerem Engagement  Vermessungsgeschichte zu institutionalisieren.

             Am 21. November 1975 trafen sich schließlich im Westfalenzimmer der Gaststätte Union-Bräu in Dortmund 23 Vermessungsingenieure auf Einladung von Dr. Clemens Weißgerber, Helmut Minow und Friedel Pfeifer  zur Gründungsversammlung des „Förderkreises Vermessungstechnisches  Museum e.V.“. Es war an einem Freitag um 16 Uhr. Als die hochmotivierten Kollegen gegen 18:30 Uhr die Versammlung beendeten, hatten sie einen ausführlichen Vortrag von Helmut Minow zu Aufgaben und Zielen des Förderkreises gehört. Darin entwickelte unser belesener und so kenntnisreicher Kollege weitreichende Gedanken, das Ziel sei insbesondere, „die Erforschung und Darstellung der Geschichte der Vermessungstechnik zu unterstützen und dafür in der Öffentlichkeit zu werben. Der weitere Aufbau des vermessungstechnischen Museums soll gefördert werden“. Siegfried Stahnke betonte in seinem Dank, „in der Obhut des Museumsdirektors“ Dr. Weißgerber sei gewährleistet, daß die Arbeit des Förderkreises auch aus der Sicht eines  Museums sachgerecht geleistet würde, „die fachliche Seite müssen wir selbst bestreiten“. Und Friedel Pfeifer wies auf die Vorarbeiten des VDV-Arbeitskreises Vermessunggeschichte  hin, erinnerte an die Notwendigkeit, Spendenzusagen einzulösen, „wir haben sehr wohlwollende Antworten namhafter Persönlichkeiten des deutschen Vermessungswesens und der deutschen Gesellschaft für Kartographie erhalten“. –

             Die vorbereitete Satzung wurde eingehend beraten und beschlossen und schließlich der  Gründungs-Vorstand einstimmig gewählt: Ltd. Vermessungsdirektor S. Stahnke (Vorsitzender) , Prof. Dr. A. Timm, Bochum und Dr. Cl. Weißgerber (Stellv. Vorsitzende), F. Pfeifer (Schatzmeister), Fichtner, Duisburg (Schriftführer). Helmut Minow wurde gebeten, die Geschäftsführung zu übernehmen, später hat Klaus-Detlef Lehmann diese Aufgabe über viele Jahre ausgefüllt, jüngst ist Claudia Balke an seine Stelle getreten.     Die Kollegen Manfred Gombel, Klaus Greve, Kurt Kröger sowie die Herren Lamping, Pomerenke und Röhler waren damals die ersten Kuratoriumsmitglieder. – Abschließend übergab seinerzeit Herr Klaus Meyer-Dietrich zwei Nivellierinstrumente  – so fing alles einmal an – vor 40 Jahren. –

             Während der vergangenen 4 Jahrzehnte konnten Mitglieder, Vorstand und Kuratorium  des Förderkreises auf segensreiches Wirken für Erforschung, Sammlung, Dokumentation, insgesamt Vertiefung der Transparenz unserer Vermessungsgeschichte zurückblicken. Dies insbesondere auch dank der Unterstützung von namhaften Persönlichkeiten aus der breiten geodätischen Fachwelt, von Vereinen, Verbänden und Institutionen. Der Förderkreis hat eine Fach-Bibliothek aufgebaut, sie ist mit ihren insgesamt über 6000 Büchern, einer Kartensammlung und einem großen Bestand weiteren Schriften eine Fundgrube für jeden Forscher in der Vermessungsgeschichte, sie wurde lange von Helmut Minow betreut und in dessen Nachfolge von Dr.-Ing. Hartwig Junius, auch einem Mitglied der ersten Stunde und zugleich stellv. Vorsitzender des Kuratoriums. –

             Wir dürfen dem Präsidenten des Förderkreises, Prof. Dr.-Ing Peter Mesenburg, dem Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried, dem Vorsitzenden des Kuratoriums Prof.- Dr.-Ing. Bertold Witte und insgesamt dem Vorstand und dem Kuratorium weiterhin guten Erfolg wünschen. Die Altvorderen und wir alle freuen uns, den Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund in guten und tatkräftigen Händen zu wissen –  um den Gedanken an Wurzeln und Entwicklungen unseres wunderbaren Berufsfeldes  stets wachzuhalten und zu befördern. Nachtrag: Siehe auch Lucht, Harald in zfv 2/2016 S. 141-142  – 21.11.2015/06.04.2016

 

 

 

573.   Fachtagung „Geodäsie in der Schweiz - Aus der Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft“

             Fast 100 Besucher aus allen Bereichen der Geodäsie in der Schweiz fanden am 9.11.2015 den Weg nach Aarau -  darunter erfreulich auch 15 Studierende mit einem besonderen Interesse an der Vermessungsgeschichte.

             Beatrice Simos-Rapin, Professeure de mensuration officielle,  eröffnete die Veranstaltung mit einer eher philosophischen Betrachtung „Von der Bedeutung der Vergangenheit für die Zukunft“. Unser Vorsitzender des Kuratoriums Professor Dr.-Ing. Bertold Witte schlug bei seinem Vortrag „Vermessung langer Tunnel von der Antike bis zum 20. Jahrhundert“ den Bogen vom Eupalinos-Tunnel über den alten Gotthard-Eisenbahn-Tunnel zum Kanaltunnel Dover-Calais. Adrian Wiget zeigte die „Meilensteine der Geschichte der Schweizer Landesvermessung“ und die Museumsdirektorin lic.phil. Kaba Rössler, Leiterin des Stadtmuseums Aarau, erläuterte das neue Museumskonzept des Schlössli, welches nach der Einweihung des Anbaus im April 2015 umgesetzt worden war.

             Bei einer Führung konnten dann alle Besucher dieses Konzept in seiner Umsetzung sehen, wie verschiedenste Exponate von „100xAarau“  also 100 Bürger und Bürgerinnen aus Aarau – die eine bestimmte Geschichte erzählen, durch die bestimmte Exponate lebendig werden. Bei zwei dieser Exponate wird auch die Geschichte der Firma KERN erzählt, kurz, sehr prägnant und allgemein verständlich – vergl. auch unsere Mitt. 474. Für Fachleute steht auf Anmeldung die sehr umfangreiche und absolut sehenswerte Studiensammlung offen. Die Kollegen Heinz Aeschlimann und Karlheinz Münch oder auch andere stehen gerne bereit.

             Den Abschluß der Tagung bildeten zwei Vorträge von Prof. Dr. Alain Geiger „Auch der Weg der geodätischen Erkenntnis ist mit Unsicherheit gepflastert“, sehr kurzweilig, ließ keine Spur von „Mittagsmüdigkeit“ aufkommen! –  Und von Dr. Eugen Voit, Vorstandsmitglied von Leica Geosystems AG,  „Vom Armental zum High Precision Valley - Geschichte den Alpenrheintals um Heerbrugg. Alle Beiträge sind in der quasi als Tagungsband konzipierten neuesten Ausgabe der Fachzeitung Geomatik Schweiz“ 11/2015 nachzulesen.

             In intensiven Gesprächen am Rande der Tagung zwischen dem Vorsitzenden der Gesellschaft der Geschichte der Geodäsie in der Schweiz (GGGS) Prof. Reinhard Gottwald und unserem Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried wurde die Lage der KERN-Sammlung besprochen und die Situation erläutert, daß es derzeit keine zentrale Sammelstelle in der Schweiz gibt, die vermessungstechnisch - instrumentellen Schätze (abgesehen von der Sammlung KERN) aufnehmen könnte. Ideen sind hier gefragt. – 14.11.2015

 

 

 

572.   Glückwünsche  -  Professor Dr. Harald Lucht zum 80. Geburtstag

 

Wir gratulieren unserem langjährigen ehem. Präsidenten des Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. zu seinem am 7. November 2015 vollendeten 80. Lebensjahr ganz herzlich.

 

Harald Lucht war der erste Präsident des Förderkreises. Er übte von 1987 bis 2014 dieses Ehrenamt mit viel Herzensblut und großen persönlichem Engagement aus und ist somit tiefverwurzelt sowohl in der Welt des aktiven Berufes von der kommunalen Ebene Bremen über den Deutschen Städtetag bis hin zur AdV,  als auch in der Historie von Vermessung und Kartographie. In seinem „Un“ruhestand findet er unermüdlich Woche für Woche immer wieder interessante und informative Informationen für die Seite „Aktuelles“ und bereitet diese kurzweilig auf. Nicht zuletzt zeigt die große, ständig wachsende Zahl der Zugriffe auf diese Seite unseres Internetauftrittes, dass Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser, großes Interesse haben an Neuigkeiten aus dem Förderkreis Vermessungstechnisches Museum und der Vermessungsgeschichte als solches.

 

Der Laudationes auf seine hohe Fachlichkeit, seine Verbindlichkeit, seine persönliche Ausstrahlungskraft sind schon viele gehalten worden. Es wären nur Wiederholungen, auch wenn man die vielen Fähigkeiten von Harald Lucht nicht oft genug lobend hervorheben kann. Ich möchte an diese Stelle zu seinem Ehrentag, dem 80. Geburtstag, nur eine kleine Abwandlung des Mottos der Seite, seiner Seite "Aktuelles" anbringen, was im Namen des gesamten Vorstandes des Förderkreises und sicherlich auch im Sinne aller Mitglieder, Förderer und Freunde gesagt werden kann: "Ehren heißt danken“.

 

Der treusorgende Ehemann, Vater und Großvater, Freund, Kollege und Mitmensch Harald Lucht möge uns mit seiner vielfältigen Tatkraft noch sehr viele Jahre erhalten bleiben, zumal bislang alle tatkräftigen Akteure im Förderkreis stets ein recht hohes Alter erreicht haben.

 

Ingo von Stillfried.    

 - 07.11.2015

 

571.   Wilhelm Olbers – faszinierende Spuren im früheren Schlesien

             Eine im äußeren Format kleine und doch ganz große Rarität hat Manfred Spata gefunden, unser Eratosthenes-Preisträger 2003. Die dem Redakteur dieser Seiten zugesandte „biographische Skizze“ ist überschrieben mit „H.W.M. Olbers, Arzt und Astronom“ und verfasst von Prof. Dr. J. Fiedler. Veröffentlicht 1868 als Hauptartikel im Jahresbericht des Königlichen katholischen Gymnasiums zu Leobschütz in Schlesien „…. zur feierlichen Entlassung der Abiturienten am 15. August….“(1868).

             Wir haben auf dieser Seite mehrfach die engen Verbindungen von Wilhelm Heinrich Matthias Olbers (1758 – 1840) in Bremen zu Friedrich Wilhelm Bessel (1784 – 1846) beschrieben (vergl. u.a. Mitt. 157, 262, 266, 517), wobei vor allem das Leben von Bessel in seinem Wirken für die Geodäsie im Mittelpunkt stand. Beider erste Begegnung fand 1804 statt, als der 20-jährige Bessel dem Wilhelm Olbers seine erste wissenschaftliche Arbeit übergab, eine Kometenbahnberechnung. Später tauschten sie astronomische Erkenntnisse aus, bei Bessels Forschungen in Lilienthal bei Bremen. 1811 erwirkte Olbers für Bessel eine Ehrenpromotion der Universität Göttingen, um ihm damit für seine Professur an der Universität Königsberg den notwendigen akademischen Hintergrund  zu eröffnen – beide großen Wissenschaftler blieben lebenslang eng verbunden.

             Wie J. Fiedler in seinem o.a. Vortrag schrieb, sah Olbers Bessel als „ein Genie, welches entdeckt, gewürdigt und gefördert zu haben“ er selbst als sein größtes Verdienst um die Astronomie bezeichnet hat. Und Bessel schrieb seinerseits: „Aber auch ich habe ihn verehrt. Er war mir der edelste Freund; 175 Briefe, die ich von ihm besitze, sind schriftliche Beweise meines Rechts, meine Verehrung über die Grenzen der Wissenschaft auszudehnen. Hunderte Stunden sind mir in seiner Gegenwart unvergesslich geworden….“

             Die Persönlichkeit von Olbers trat bisher bei uns hier meistens in den Hintergrund. Doch über Johann Friedrich Benzenberg und seine große Jugendliebe zu Olbers‘ Tochter Doris war dieser ebenfalls deutlich in unserem geschichtlichen Blickfeld (vergl. von 1999 http://www.haraldlucht.eu/J.F.Benzenberg_-_Jugenliebe_zu_Doris_Olbers_in_Bremen_-_Landesvermessung_u_Kataster.PDF). 

             Die o.a. umfangreiche Biographie von 1868 über Olbers dokumentiert über 90 Literaturstellen - und man bewundert, wie umfassend Herkunft, Leben und Wirken „jenes berühmten Arztes in Bremen und nebenher astronomischen Volontair’s, bei dem aber die Meister von Beruf sich Raths erholten,“ (mitgeteilt werden). „Dieses ganz patriarchalische Leben war dem Wohle der leidenden Menschheit, der Arbeit, dem Studium und dem Nachdenken gewidmet, gekrönt durch die besten Erfolge. Ein solches reiches geistiges Leben muss auf die heranwachsende Jugend anregend wirken,“ schrieb Fiedler, seines Zeichens Professor und Oberlehrer für Physik und Deutsch am Königlichen Gymnasium zu Leobschütz im früheren Schlesien. – 31.10.2015

 

 

 

570.   Goldenes Lot  für Professor Dr. –Ing. Hans Fröhlich – und die Vermessungsgeschichte

             Professor Dr.-Ing. Hans Fröhlich ist seit vielen Jahren unterwegs in der Vermessungsgeschichte. Wir kennen und schätzen ihn besonders für seine Forschungen auf den Spuren von Hauptmann Hans Bendemann, der zwischen 1886-1890 als Vermessungsdirigent  bei der Königlich Preußischen Landesaufnahme die TP(1)- Netze zwischen Thüringen und Belgien sowie dem Münsterland und Trier erkundete. Das Wirken Bendemanns ist durch die Initiative von Hans Fröhlich in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, es wurde mehrfach von den WDR Landesstudios verfilmt und in der Presse gewürdigt. Basierend auf dem Erkundungstagebuch sowie privaten Aufzeichnungen hat Hans Fröhlich die Reisen und Arbeiten des Hauptmannes aus dem vorletzten Jahrhundert nachvollzogen und äußerst medienwirksam dargestellt. Letztlich schlüpfte er selbst sogar in die Rolle des Hauptmanns Bendemann.

             „Das gibt es nicht alle Tage, daß man in eine Zeitschrift kommt mit einer Auflage von 400.000 Exemplaren“, schmunzelt  Hans Fröhlich kürzlich (vergl. unsere Mitt. 553) als sein großes Werk  AUSSICHTSTÜRME IM SAUERLAND UND IM SIEGERLAND im jüngsten Magazin GLÜCK des West-Lotto vom 8. April 2015  groß herausgestellt worden ist.

             Zu diesem Zeitpunkt hatte auch der VDV bereits unserem langjährigen Mitglied die Ehrung mit dem Goldenen Lot angetragen, die nun jetzt am 2. Oktober in der Köln-Messe feierlich erfolgte. Der VDV würdigte damit seine vielfältigen Verdienste nicht nur um die Vermessungsgeschichte, sondern insbesondere für sein breites Wirken als Hochschullehrer, Fachbuchautor und bei Fortbildungsveranstaltungen, die aufgrund ihrer Praxisnähe außerordentlich beliebt waren und nahezu „Kultcharakter“ erreichten, wie der Vorjahrespreisträger Prof. Dr. Klaus Grewe in seiner launigen Laudatio sagte. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man u. a. auch den Präsidenten des DVW Prof. Dr.-Ing. Karl-Friedrich Thöne, den Präsidenten der DGfK Professor Dr.-Ing. Manfred Weisensee, die die Festversammlung mit ihren Grußworten erfreuten sowie den Präsidenten des BdVI,  Dipl.-Ing. Michael Zurhorst.

             Wir schließen uns mit einem herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Ehrung an – und denken dabei besonders gerne zurück an den großartigen Beitrag von Hans Fröhlich, mit dem er die Mitgliederversammlung des Förderkreises dieses Jahres bereichert hatte (vergl. unsere Mitt. 547) und weisen ergänzend auf unsere Mitt. 505 hin. Siehe auch http://www.vdv-online.de/das-goldene-lot.html  . – 22.10.2015

 

 

 

569.   Warschau-Exponate wieder in Dortmund

             Die Fachausstellung „Europa, Polen, Warschau – geschichtliche Entwicklungen in der Vermessung und in der Kartographie“ in Polen (Siehe unsere Mitt. Nr. 554) ist beendet. Sie war dort ein großer Erfolg. Neben einigen tausend Besuchern aus der Bevölkerung gab es auch eine Reihe von Interessierten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Besucher kamen auch aus den östlichen Nachbarländern, aus Weißrussland, Russland und aus der Ukraine. Die Ausstellung ist inzwischen mit großer Unterstützung des Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried abgebaut worden. Inzwischen sind die gesamten Ausstellungsexponate per Spedition wohlbehalten in Dortmund angekommen. Für den Transport musste der Wiehen-Wagen (Mitt. Nr. 468) vor Ort fachgerecht auseinander genommen werden, er ist nun in Einzelteilen eingelagert worden.
             Ingo von Stillfried berichtete, wie er einmal mehr erfahren habe, in Polen sei es noch wichtiger, Leute zu kennen und Netzwerke zu haben, als man sich das hier träumen mag. Diese zu knüpfen war ein weiterer guter Erfolg  der Ausstellung in Warschau. Eine Idee bleibt ja, einige der Originalkarten aus der Sammlung Niewodniczanski, die im Königsschloß in Warschau liegt (und auch zu einem Teil in Bitburg), für eine Ausstellung nach Dortmund zu holen. – 13.10.2015

 

 

567.   Der Helmert-Turm in Potsdam braucht Ihre Hilfe!

             Der einst als „Mekka der Geodäten“ geltende Helmert-Turm in Potsdam, das östlich gelegene Meridianhaus und  weitere Gebäude existieren heute leider in einem bedauernswerten Zustand. Das Ensemble ist als technisches Denkmal in die Denkmalliste eingetragen. Um die wertvolle Originalsubstanz dieses technischen Denkmals erhalten zu können, sind umfangreiche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen notwendig. Der Helmert-Turm soll nach seiner Sanierung als besonderes Wahrzeichen der Technik- und Geoforschungsgeschichte für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Auf dem 15 Meter hohen Turm erwartet den Besucher dann ein herrlicher Blick über den Telegraphenberg und die Stadt Potsdam. Für das Meridian- und das Instrumentenhaus ist eine Nutzung für Ausstellungen und Veranstaltungen geplant.

             Diese historischen geodätischen Observatorien auf dem Potsdamer Telegrafenberg blicken auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Es gab damals keine andere vergleichbare geodätische Forschungsinstitution, die mit derart zahlreichen, verschiedenartigen und speziellen Messanlagen ausgestattet war. Beim Umzug des Geodätischen Instituts und des Zentralbüros der Internationalen Erdmessung von Berlin nach Potsdam 1893 wurde neben dem Hauptgebäude des Geodätischen Instituts Potsdam der Beobachtungsturm eingeweiht. Er war Teil des Ensembles von Observatorien für astronomisch-geodätische Winkelmessungen am Königlich Preußischen Geodätischen Institut Potsdam.

             Seinen Namen erhielt der Helmert-Turm im November 1924 auf Grundlage eines Beschlusses des Beirates für das Vermessungswesen – nach dem früheren Direktors des Geodätischen Instituts, Prof. Dr. Friedrich Robert Helmert. (1843 in Freiberg (Sachsen) – 1917 in Potsdam). Helmert gehört zu den bedeutendsten deutschen Geodäten, da er mit grundlegenden mathematischen, physikalischen und technischen Gedanken die Entwicklung der Geodäsie maßgeblich gefördert und dabei ihre Beziehungen zu den Nachbarwissenschaften Astronomie und Geophysik vertieft hat. –

             Von einem besonderen „Besuch bei Helmert“ hatten wir hier vor 4 Jahren in Mitt. Nr. 397 berichtet, als ehemalige Chefs der Vermessungsverwaltungen der Länder aus der AdV das Gebäude-Ensemble auf dem Telegraphenberg in Potsdam besichtigten. – Und der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund wird im Jahr 2017 im 13. Symposium für Vermessunggeschichte aus Anlass des 100. Todestages an das Wirken von  Friederich Robert Helmert erinnern. –             

             Damit die Sanierung realisiert werden kann, sind erhebliche finanzielle Mittel nötig. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wirbt für Spenden zur Erhaltung und Restaurierung des Helmert-Turms (siehe auch www.denkmalschutz.de/helmertturm  ). Der DVW - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement e.V. wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei der Einwerbung von Spendengeldern und mit fachlichen Beiträgen unterstützen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. – Die einmaligen oder regelmäßigen Zuwendungen, auch im Rahmen von Anlassspenden (z.B. bei Jubiläen), Geschenkspenden oder Kondolenzspenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz können steuerlich geltend gemacht werden.

             Bitte helfen Sie mit, dieses besondere Wahrzeichen der Geodäsie in Potsdam zu bewahren! Spendenkonto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, IBAN: DE71 500 400 500 400 500 400, BIC: COBA DE FF XXX  unter der Kennziffer: 1010729XHelmert-Turm. Spenden sind auch online möglich, siehe obige Internet-Adresse.  – 25.09.2015

 

566.   Weltvermesser-Ausstellung  in Lemgo

             Begeisterte erste Reaktionen nach der Eröffnung der Ausstellung Weltvermesser – Das Goldene Zeitalter der Kartographie“ am 13. September 2013 vor großem Auditorium im  Weserrenaissance-Museum Schloss Brake Lemgo. Der Erste Vorsitzende Ingo von Stillfried vertrat zusammen mit unserem Kollegen und Eratosthenes-Preisträger Manfred Spata den Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e. V. aus Dortmund.

             Der Titel „Goldenes Zeitalter“ spielt an auf die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. Antwerpen und Amsterdam waren mehr als 100 Jahre lang Zentren europäischer Kartenproduktion.  – Die Ausstellung startet mit einem Überblick über das antike und mittelalterliche Weltbild. Zu den gezeigten kartographischen Glanzlichtern gehören u.a. die Zeitzer Weltkarte (1470), Albrecht Dürers Himmelskarten (1515), Martin Waldseemüllers Globussequente (um 1515), die Portolankarte des Vesconte Maggiolo (1541), Globenpaare von Willem j. Blaeu (um 1645).

             Eine ganz besondere aktuelle Rarität ist die kleine Hochglanzbroschüre zur Ausstellung  DER KLEINE WELT VERMESSER“, eine zauberhaft  aufbereitete Historie, die locker und gekonnt informierte über Land- und Weltvermesser (Eratosthenes, Nilüberschwemmungen), wenn Norden oben ist (mittig Jerusalem, biblische Orte), die Geburtsurkunde AMERICA (siehe auch unsere Mitt. Nr. 439 zur Waldseemüllerkarte) , über Ortelius und Mercartor  mit dem ersten Atlas, den Jakobsstab ….. von der Kugel zur Karte (Mercatorprojektion) usw. usf. – über 30 Seiten profunder Information, vom kleinen Weltvermesser-Strichmännchen lustig-kunstvoll begleitet – die Lektüre dieser Broschüre läßt schmunzeln und wissend-erstaunen. Man denkt unwillkürlich an „Meine Freundin, die ist Geodätin“  (siehe Mitt. Nr. 558).

             In dem reichen Begleitprogramm werden eine Reihe von Vorträgen angeboten, so spricht  auch der Präsident unseres Förderkreises Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg am 16. Oktober  über  „Die Weltkarte des Piri Re’is – Mythen und Realität“. – Die Ausstellung wird noch bis zum 6. Dezember 2015 gezeigt. –

             Dieses besondere Ereignis für die historische Kartographie war im vergangenen Jahr durch ein hochrangig besetztes Internationales Symposium „Kartographie der Frühen Neuzeit – Weltbilder und Wirkungen“ vorbereitet worden. Wir haben hier darüber berichtet und verweisen insoweit auf unsere Mitt. 515. – Ihr Redakteur dankt insbesondere Manfred Spata für die wertvollen Unterlagen zur Ausstellung im Weserrenaissance -Museum. 

             Hinweis zur Broschüre „Der kleine Weltvermesser“: Kinderkatalog zur Kartographie-Ausstellung, Sandstein-Verlag, Dresden  – Einzelpreis: 6,00 €  – Herausgeber: Michael Bischoff, Vera Lüpkes, Rolf Schönlau, Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, Lemgo – 32 Seiten, 27 farbige Abb. und zahlreiche Comic-Zeichnungen inklusive Bastelbogen. 17 x 24 cm, erschienen 11.09.2015 – ISBN 978-3-95498-181-6 . – 12./17.09.2015            

 

565.   „Wie weit ist Rom“ - 15. Dortmunder Museumsnacht am 19. September 2015

             Es war schon immer ein Bedürfnis der Menschen, die Frage nach Entfernungen zu beantworten. Im Rahmen der 15. Dortmunder  Museumsnacht  zeigt der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. an praktischen  Beispielen, wie verschiedene Längenmaße wie Meile, Fuß, Elle oder Meter entstanden sind und wie damit kleine und große Entfernungen gemessen wurden und werden. Die Veranstaltungen finden in Dortmund statt, um 16 Uhr und um 18 Uhr auf dem Platz von Amiens.

             In den Zwischenzeiten, um 17 Uhr  und um 19 Uhr, werden 45-Minuten-Führungen in der Abteilung Vermessungsgeschichte des Museums für Kunst und Kulturgeschichte angeboten, mit den Themen: Ist die Erde eine Kugel und wie groß ist sie? Wo liegt mein Grundstück? Wie entsteht eine Karte? Instrumente und Verfahren zur Beantwortung dieser Fragen werden gezeigt.

             Die Außen-Vorführungen werden erstmals von den jungen Kollegen unseres Förderkreises  Markus Heinze, Enrico Kramer sowie von Christian Heine gestaltet, der in den vergangenen Jahren schon bei Ingo von Stillfried assistiert hatte.  Die Führungen im Museum übernimmt  Dr.-Ing. Hartwig Junius in gewohnt bewährter Weise.

             Bei dieser kommenden 15. Dortmunder Museumsnacht laden Museen, Kirchen, Ateliers, Galerien, ja sogar das Polizeipräsidium, DEW21, Radio 91.2, Ruhr Nachrichten, das WDR Fernsehen und andere Kultureinrichtungen zu einem 10-Stunden-Mega-Programm ein. Die Besucher haben die Wahl aus rund 600 Einzelveranstaltungen – die an Vermessunggeschichte Interessierten kommen wie in den Vorjahren zum Museum für Kunst und Kulturgeschichte, dort draußen auf den Platz von Amiens und innen im 4. Obergeschoß – dort ist die große Schausammlung Vermessungsgeschichte ausgestellt. – 03.09.2015

 

 

 

564.   Historische und aktuelle Luftbilder vom Ruhrgebiet

             Der Regionalverband Ruhr (RVR) öffnet sein „luftiges Fotoalbum“: Fast 50.000 Bilder von den 53 Städten der Metropole Ruhr hat der RVR digital aufbereitet und unter www.luftbilder.geoportal.ruhr online gestellt. Historische und aktuelle Luftbilder von 1926 bis heute zeigen, wie sich das Ruhrgebiet im Laufe der Zeit verändert hat. Dieser Schatz aus Archivbildern und hochaufgelösten aktuellen Orthofotos steht für alle Interessierten kostenfrei zur Ansicht und nicht-kommerziellen Nutzung bereit.  Die Luftbilder zeigen die Stadtlandschaften in den Jahren 1926 – 1952 – 1969 – 1990 – 1998 – 2006 – 2009 – 2015, ab 1990 in Farbe.

             Seit fast neunzig Jahren wird die gesamte Region aus der Luft im Bild festgehalten. Der RVR (früher KVR) überfliegt die Metropole Ruhr seit 1972. Ergänzend hierzu steht dem Verband älteres Luftbildmaterial aus den Jahren 1926 und ab 1952 zur Verfügung. Die zunächst schwierige Orientierung der nicht beschrifteten Luftbilder gelingt mühelos durch Umschalten auf die parallel ansteuerbare Stadtplan-Übersicht und im größeren Maßstab zum Stadtplan.

             "Die gewaltigen städte- und landschaftsbaulichen Veränderungen des Ruhrgebiets werden gerade durch die Fülle an historischen und aktuellen Luftbildern sichtbar, die wir für die gesamte Region bereithalten. Dieser einzigartige Datenschatz wird jetzt zum digitalen Fotoalbum, das allen Interessierten zur Verfügung steht," sagte RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. – Wir dürfen hier insbesondere die geodätischen Kollegen beglückwünschen, die in Vergangenheit und Gegenwart wesentlich für Grundlagen und Aufbereitung dieses „luftigen Fotoalbums“ gesorgt haben.

             Quelle: Pressemitteilung auf www.Metropoleruhr.de .- 25.08.2015

 

 

563.   Zentralpunkt im Oldenburger Schlosspark

             Mitten im Weg ein Polygonstein – der Markstein mit dem Loch im Zentrum. Am Wegesrand eine Tafel, die aufklärt:

„Der Markstein im Fußweg gibt den Zentralpunkt der oldbg. Landesvermessung von 1781 an./ Bei dieser wurden durch den Norweger Caspar Wessels (1745 – 1818) erstmalig auf den Meridian bezogene rechtwinklige Koordinaten berechnet und wurden genaue Karten des Herzogtums und der Mündungen von Jade, Weser und Elbe erstellt./ Auf dem Zentralpunkt stand ein astronomisches Observatorium. / Damit man die Uhren stellen konnte, wurde 1785 auf dem Zentralpunkt eine Sonnenuhr errichtet.“/  Unterzeichnet „Oldbg. Landschaft“ und „Dt. Verein für Vermessungswesen“. – Die Oldenburgische Landschaft ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts ein moderner Landschaftsverband, der in seinem Wirkungsgebiet Kultur und Wissenschaft initiiert und fördert und für Naturschutz eintritt. – 

             In Oldenburg war 1781 auf Anordnung des Herzogs Friedrich August eine triangulationsgestützte Landesvermessung begonnen worden. Mit der Leitung wurde der Landvogt Georg Christian von Oeder (1728 – 1791) betraut. Und für die astronomischen und geodätischen Arbeiten wird der dänisch-norwegische Mathematiker und Geodät Caspar Wessels eingestellt.  Auf der Grundlage dieser Landvermessung entstanden die sog. Vogteikarten: 1791 wurde der Kammerrat Christian Römer Nachfolger des verstorbenen von Oeder. Er koordinierte die Detail-Vermessungen, die 1799 abgeschlossen wurden. Die kartographischen Arbeiten an den 47 mehrfarbigen Kartenblättern im Maßstab 1: 20 000 zogen sich noch bis 1810 hin.

             Auf den Blättern der Oldenburgischen Vogteikarte sind Gebäudebestand, Verkehrswege und Gewässer detailliert dargestellt. Vegetation und zur Versorgung genutzte Flächen, wie z. B. Gärten, Wiesen, Weiden, Ackerland, Wälder und Torfabbaugebiete sind mit Signaturen ausgewiesen. Eine Faksimile-Ausgabe der Oldenburgischen Vogteikarte wurde von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen herausgegeben. –

             Die Geschichte jener ersten Landesvermessung hat Dr. Otto Harms detailliert erforscht, Leitender Vermessungsdirektor in Oldenburg bis 1973. 1908 in Rüstringen-Wilhelmshaven geboren ist er 1993 in Oldenburg gestorben. – Initiator zur Errichtung des o.a. Marksteins war der im geodätischen Fach wie im Namen „eng benachbarte“ Dezernent in der Fachverwaltung des Regierungsbezirks Oldenburg, Otto Herms, der ebenfalls intensiv die Genauigkeit der o.a. Triangulationsarbeiten erforschte. Er leitete das Katasteramt Oldenburg von 1976 bis 1979 und wirkte dann lange als Dezernent. –

             Nachtrag: Wie uns der Kollege und langjähriges Mitglied Dr.-Ing. Ralf Brückner, Leiter der Katasterbehörde im niedersächsischen Cloppenburg von 1996 bis 2008 mitteilt, wurden Markstein und Tafel am 11. Januar 1983 eingeweiht. Er fand diese Nachricht mit weiteren Erläuterungen zur Bedeutung der damaligen ersten triangulationsgestützen Oldenburger Landesvermessung im Mitteilungsblatt der Oldenburgischen Landschaft  Nr. 38 vom März 1983, S. 16. Wir danken für diese wertvolle Ergänzung.

             Literatur: Harms, Otto: Aufgaben und Organisation des Vermessungswesens in Oldenburg, in Oldenburger Landesvermessung 200 Jahre (1981) S. 35-81; Mengers, Hans-Rudolf: Vogteikarten als Ergebnis der ersten Landesvermessung, Heimatkundliche Texte des Rüstringer Heimatbundes e.V., www.ruestringer-heimatbund.de ; Torge, Wolfgang: Geschichte der Geodäsie in Deutschland, de Gruyter, 2. Auflage, 2009 und LGN Niedersachsen-Internetportal. – 12/19.08.2015

 

 

 

562.   Erinnerungen an Botho Wendt in der AdV

             Viele ältere Kollegen trauern um Dr.-Ing. Botho Wendt aus Hannover (20.9.1920 – 20.5.2015), der im Mai im 95. Lebensjahr verstorben ist. Er war Leiter der Landesvermessung in Niedersachsen  von 1969 bis 1985. – Wir wollen hier nicht auf seine große fachliche Bedeutung eingehen, etwa auf seine Leistungen in Niedersachsen, für den DVW, im Oberprüfungsamt für die höheren Technischen Verwaltungsbeamten u.v.a.m.. –  Für eine umfassende fachliche  Würdigung ist hier nicht der richtige Ort. Es sei verwiesen auf die Laudatio von Dr. Hans Bauer, seinem Nachfolger, in zfv 1990, S. 492. –

             Doch Ihr Redakteur hatte das große Glück, Botho Wendt von 1973 bis zu dessen Pensionierung 1985 in der Länderarbeitsgemeinschaft AdV in freundschaftlicher Kollegialität und Persönlichkeit hautnah zu erleben. Daher sei es gestattet, dankbar an den Verstorbenen aus persönlicher Verbundenheit zu erinnern, in seinem Wirken, in seiner Ausstrahlung, seinem großartigen fachlichen Durchblick, seiner unnachahmliche Art aus hochgebildeter Lebensklugheit dem Anliegen der AdV in den oft mühsamen Diskussionen Richtung zu geben. Darüber hinaus ist aber besonders sein Wirken als „über den Dingen“ stehender Geodät und als humorvoller und launiger Kollege jedenfalls andeutend zu schildern – insbesondere, wie er es meisterhaft verstand, fachliche wie zwischenmenschliche und situationstypische Erlebnisse und Beobachtungen in herrliche Verse zu verpacken – spontan, momentan und edelgewortet!

             Ein Beispiel von vielen, 67. AdV-Tagung: Frei dem bekannten Couplet von Otto Reutter, dem großen Kabarettisten im Berliner Varieté-Theater, erfreute er uns schon abends: „Denk stets, wenn etwas Dir gut gefällt,/ Das meiste Gute kost‘ leider Geld,/ Der kleinste Ärger, die größte Qual,/ Und selbst eine Tagung, die endet mal./ Sogar das Kataster geht einmal entzwei,/ und in 50 Jahren ist alles vorbei.“ Seine 11 Sechszeiler endeten: „Drum tagt fröhlich weiter, laßt mich (dichten) dabei;/ Denn in 50 Jahren ist alles vorbei. / Du Rindvieh, dann ist es vorbei!“ … Es war die Herbst -Tagung in Berlin und  Botho Wendt sandte mir auf meine Bitte eine Abschrift, dazu dann mein Kommentar „…/Ich dacht mir, wie wär es immer doch schön,/ Jeden Jahresbericht so wiederzusehn./ dann wär‘ jede Korrektur einerlei - / Und in 50 Jahren …“

             Doch auch manche Randbedingungen luden Botho Wendt zum Knitteln ein, so nach dem Erlebnis einer recht miserablen Bewirtung „…Das liebe Freunde, liebe Schwestern,/ war allerdings der Stand von gestern./ In Küche, Restaurant und Keller,/ ist heute man bedeutend schneller./ Die Stimmung hebt sich, welch ein Trost./ Erleichtert sagt der Dichter: Prost!/ …“ –

             Die niedersächsische Kollegenschaft wußte, wie sie ihrem langjährigen Chef adäquat danken wollte – eine Wendtsche Abschieds Zeitung  (WAZ) als Hannoverscher Unzeiger erschien zu seiner Verabschiedung – große Zeitungsseiten mit herrlich-heiteren Gedichten, Texten, Bildern, Karikaturen – geradezu eine Liebeserklärung an den von Bord gehenden, sturmerprobten Kommodore. Botho Wendt schloss darauf eingehend in seinem Dankschreiben mit einem „kleinen Gedicht“: „Ein Mensch geht in den Ruhestand,/ Hat schon die Klinke in der Hand, / da fällt den andern plötzlich ein,/ Der geht ja, wir gedenken sein!/ … Auch eine Zeitung von 8 Seiten / wird künftig unsern Mensch begleiten./ Da steht er nun der arme Wicht,/ Möchte jedem danken, schafft das nicht./ …Ein Gruß an jeden, der mich kennt./ Von Herzen dankt Euch Botho Wendt.“

             Wohl überflüssig zu sagen, daß wie die Jahre in der AdV auch die weiteren runden und halbrunden Geburtstage dichtend begleitet wurden, als Glückwunsch- wie als Dankgedichte. –

             Und die eigene besondere Verbundenheit zu Botho Wendt und auch zur  AdV begründete sich bereits um das Jahr 1971, als Ihr Redakteur nach Referendarzeit und Promotion noch in niedersächsischen Diensten „einbestellt“ wurde zum Abteilungsdirektor Dr. Wendt. Er legte mir nahe, die Geschäftsführung der AdV zu übernehmen – außerordentlich ehrenvoll! – Doch dieses Angebot entsprach so garnicht meinen eigenen Vorstellungen, ich versuchte diplomatisch-höflich-gewunden „nein“ zu sagen, wollte ich doch „in die Praxis“, insbesondere auch in die der Grundstückswertermittlung. – 1973 kam ich dann doch als Vertreter des Landes Bremen in die AdV und traf dort wieder Botho Wendt – dankbare Erinnerungen…– 30.07./02.08./02.12.2015/ Nachtrag: siehe auch Mitteilungsblatt des DVW Niedersachsen/Bremen 2016 S. 12-14 mit Foto. – 27.05.2016

 

 

 

561.   Wechsel in der Geschäftsführung – Claudia Balke folgt Klaus-Detlef Lehmann

             Ab 01.07.2015 hat die Geschäftsführung unseres Förderkreises gewechselt, eine Aufgabe, die Klaus-Detlef Lehmann über 35 Jahre seit 1980 wahrgenommen hatte. Sein segensreiches Wirken hatten wir anlässlich der Vollendung seines 65. Lebensjahres hier in Mitt. 551 gewürdigt.
             Claudia Balke ist als Master of Engineering eine große Bereicherung für unsere Arbeit. Nach ihrer Ausbildung als Vermessungstechnikerin und folgendem FH-Abschluß an der Technischen Hochschule Agricola in Bochum konnte sie Ihr Studium an der FH Mainz mit dem Diplom  als Master of Engineering in Geoinformatik abschließen – und alle diese Ausbildungsschritte absolvierte sie neben ihrer normalen Berufstätigkeit. Frau Balke ist beim Umweltamt der Stadt Dortmund  beschäftigt und dort hauptsächlich für ein Projekt "Klimafolgenanpassung in Dortmund" zuständig.

             Mit Claudia Balke übernimmt die Jugend unseres Berufes eine wichtige Funktion in den Vorstand unseres Förderkreises und damit auch die Denkweise der Aufgabenrichtung Geoinformation unseres Berufsbildes. Der Vorstand und die Redaktion von "Aktuell" freuen sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit. – 20.07.2015

 

 

560.   Präsident Peter Mesenburg zur Vollendung des 75. Lebensjahres

             Professor  Dr.-Ing. Peter Mesenburg feiert am 11. Juli 2015 die Vollendung seines 75. Lebensjahres. Wir gratulieren ihm herzlich und freuen uns, in ihm einen so rührigen Präsidenten unseres Förderkreises zu haben, wie wir ihn erst kürzlich wieder in Warschau bei der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung des Vermessungstechnisches Museums Dortmund mit den polnischen Geodäten erleben konnten. Peter Mesenburg war und ist in unserem Förderkreis von Beginn an aktiv, war er ihm doch schon im zweiten Jahr seines Bestehens beigetreten – vor fast 40 Jahren.

             Das Licht dieser Welt hat Peter Mesenburg einst in Lübeck erblickt, lebte dann jedoch seit seinem  sechsten Lebensjahr in der alten Römerstadt Trier. Dort bestand er die Reifeprüfung, um dann eine praktische Ausbildung im Katasteramt Trier anzutreten. Dort zum Studium überzeugt vom damaligen Vermessungsassessor Günter Herzfeld (dem späteren Chef der Vermessungs- und Katasterverwaltung in Rheinland Pfalz) studierte er 1964 bis 1969 Geodäsie an der Universität Bonn. Er besuchte mit Vorliebe die Kartographie-Vorlesungen von Prof. Dr.-Ing. Aloys Heupel. Es folgten Diplomexamen und alsbald Jahre als wissenschaftlicher Assistent mit dem Abschluss einer Dissertation über die Anwendung der Faktorenanalyse auf Generalisierungsprobleme Topographischer Karten. Anschließend beendete Peter Mesenburg auch seine für die wissenschaftliche Arbeit unterbrochene Referendarzeit in Rheinland-Pfalz mit der Großen Staatsprüfung. Doch ihn reizte Lehre und Forschung. Er erhielt den Ruf als Professor an die Universität Essen - Gesamthochschule. Dort widmete er sich insbesondere der Ausbildung der angehenden Vermessungsingenieure in der Kartographie.

             Peter Mesenburg hat in Essen in seiner langen Lehrtätigkeit 150 Diplomarbeiten betreut und sie oft mit seinen Studenten vermessungsgeschichtlich- kartographischen Themen gewidmet. Die Ergebnisse waren vielfach mehrfarbige zwei- und dreidimensionale Fundkarten und eine abschließende Präsentation im Siebdruck in dem von ihm geleiteten Labor. Die von ihm initiierten und betreuten Diplomarbeiten sind mit diversen Preisen ausgezeichnet worden und  zeugen so von seinen breiten pädagogischen und wissenschaftlichen Leistungen. Er führte seine Studenten nicht nur zu höchst interessanten archäologischen Fundstätten in Deutschland sondern auch in die Schweiz, die Türkei und nach Peru, aber auch nach Spanien, Frankreich und nach Polen zu archäologischen Projekten. So wurde Peter Mesenburg insbesondere auch für Archäologen ein stets gefragter Partner. Erinnert sei hier – um nur einige zu nennen – an Aufnahmen der Römerstraße in der Eifel, der historischen Wasserleitungen in Blankenheim und Göllingen, der Villa Rustica in Blankenheim, des Canal d´Entreroches (Schweiz), der Brücke von Aspendos (Türkei) und der Monumentalanlage Sechin Bajo in Casma (Peru).

             Peter Mesenburg hat immer wieder gerne die ganzheitliche Projektbearbeitung gefordert und gefördert, sein Credo war stets vermessen, koordinieren, kartieren und präsentieren. –  Bereits in dem als Band 1 der Forschungsbeiträge der Förderkreises schon 1987 herausgegebenen Werk über den Canal d’Entreroches besticht noch heute die seinem Aufsatz beigelegte  3-D-Anaglyphische Raumbilddarstellung des Kanals in ihrer wunderbaren räumlichen Anschauung. Auch manche andere Arbeit führte danach zu hochinteressanten Beiträgen in den Fachzeitschriften. –  Erinnert sei aber auch an die die Untersuchungen von Genauigkeiten von Welt- und Regionalkarten aus dem 14. – 18. Jahrhundert …

             So war es nur natürlich, daß Peter Mesenburg im Förderkreis seit vielen Jahren als Fachbeauftragter für Kartographie wirkte und gerne eine enge Zusammenarbeit  mit Prof. Dr. Klaus Grewe pflegte, unserem Fachbeauftragten für die Forschungsarbeiten. – Zusammen mit Dipl.-Ing. Jürgen Lagoda gestaltete er erst vor wenigen Jahren eine Mercator-Hommage in der Salvatorkirche in Duisburg. –  Ein vertiefter Forschungsschwerpunkt von Peter Mesenburg war über die vergangenen Jahrzehnte das Themenfeld der Portolankarten, wohl geradezu ein besonderes Hobby. Die von ihm aus geodätisch-kartographischer Sicht durchgeführten Untersuchungen führten zu einer Reihe grundlegender Erkenntnisse zur Struktur und zur Genese dieser wohl faszinierendsten Karten des Mittelalters.

             Aus seinem reichen Wirken für unseren Förderkreis muss hier aber auch sein profunder Beitrag für die  3. Auflage des Museumshandbuches dankbar erwähnt werden, wie ebenso seine stets inhaltsreichen und doch kurzweiligen Vorträge bei der INTERGEO.  Und wir alle sind ihm besonders dankbar, daß er nun auch das Präsidentenamt im Förderkreis übernommen hat. –

             Generell haben wir uns hier beschränkt auf seinen von uns besonders geschätzten breiten Einsatz für die kartographische Vermessungsgeschichte und dürfen jedoch ergänzend nur hinweisen auf seine so sehr vielfältigen Engagements in den Gebieten der akademischen Selbstverwaltung, in Bundesinstitutionen, in internationalen und nationalen Gremien, insbesondere bei der Deutschen Gesellschaft für Kartographie DGfK, bei den Kartographentagen – und auch verweisen eine große Anzahl von Veröffentlichungen und Vorträgen, auf insgesamt das vielfältige Wirken von Peter Mesenburg, wie es besonders anläßlich der Vollendung seines 65. Lebensjahres in der Zeitschrift Kartographische Nachrichten 4/2005 durch den Kollegen Prof. Joachim Neumann gewürdigt worden ist.

             Wann immer man dem Jubilar begegnet, stets sind die fachlichen, insbesondere aber auch die persönlichen Kontakte von großem Gewinn. Seine persönliche Ausstrahlung fasziniert ebenso, wie seine Tatkraft mitzureißend vermag. – Aus unserem Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund übermitteln wir Professor Dr.-Ing. Peter Mesenburg  die besten Wünsche und alles Gute zur Vollendung seines 75. Lebensjahres  – im Kreise seiner Familie, in seiner Wissenschaft und als Präsident unseres Förderkreises – und fügen gerne hinzu AD MULTOS ANNOS. Nachtrag: siehe auch zfv 5/2015 S. n-83/84 mit Foto. – 11.07./ 05.10.2015

 

 

 

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