FÖRDERKREIS VERMESSUNGSTECHNISCHES MUSEUM E. V.
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Schausammlung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastraße 3
D-44137 Dortmund   
(5 Minuten vom Hauptbahnhof)

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Aktuelles              "Erinnern heißt danken"  

Redaktion: Harald Lucht

 

 

 

Aktuelle  Mitteilungen   

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18. Mai 2012

 

434.   Mercator-Ausstellung in der Zielgeraden – Das Herz des Wiehen-Wagens ist da.

             Unsere große Mercator-Ausstellung im Dortmunder  Museum für Kunst und Kulturgeschichte geht in die Zielgerade. Noch bis zum 10. Juni sind die über 600 Exponate der Sonderausstellung „500 Jahre Gerhard Mercator – vom Weltbild der Renaissance zum Kartenbild der Moderne“ zu sehen und zu erleben. Darunter auch der berühmte von Mercator selbst hergestellte Erdglobus von 1541, eine Leihgabe der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Die große Resonanz auch in der breiten Öffentlichkeit ist in der Presseschau der Homepage www.mercator500.de dokumentiert – wie ebenso die von unserem Förderkreis dankbar aufgenommene außerordentlich breite Unterstützung durch zahlreiche namhafte Sponsoren. Sponsoren und zusätzlich die privaten Spender sind auch in einer Förderertafel in der Ausstellung verzeichnet. –

             Und zusätzlich kommt in diesen Tagen erfreulicherweise auch das das Herzstück des Wiehen-Wagens in die Ausstellung, das Getriebe als Groß-Modell. Dieses Getriebe realisiert die Fahrzeug-gesteuerte Wegeaufzeichnung, wie J. G. Wilhelm Wiehen sie 1772 großartig erdacht, aufgezeichnet und mit Maßen versehen hat  - man bedenke, vor 240 Jahren! (Vergl. unsere Mitt. Nr. 415). 

             Initiiert von unserem stellv. Kuratoriumsvorsitzenden Dr.-Ing. Hartwig Junius, zusammen mit unserem Ersten Vorsitzenden (und großartigen Kurator der Mercator-Ausstellung) Ingo von Stillfried hat die Lehrwerkstatt  der Volkswagen AG in Kassel-Baunatal dieses Modell konstruiert und wird demnächst den gesamten Wagen fertiggestellt haben. – Die Konstruktion des Wagens  war immer erneut eine ganz  besondere Herausforderung, sodaß sich der ursprüngliche Fertigstellungstermin verzögern wird.  – 18.05.2012

 

 

433.   150 Jahre Gradmessung im Königreich Sachsen

             Im Jahre 1862 hatte das Königreich Sachsen seine Teilnahme an der vom preußischen General Baeyer initiierten Gradmessung bei der preußischen Regierung bekanntgegeben. Baeyers Aufruf zur Gradmessung 1861 bedeutete einen qualitativen Neubeginn in der Landesvermessung und bildete die Voraussetzung für die Definition der Aufgaben der klassischen Geodäsie.  2012 sind damit seit dem Beitritt des Königreiches Sachsens zur Mitteleuropäischen Gradmessung 150 Jahre vergangen.

             Vom 10. Mai bis zum 31. August findet im Staatsarchiv Dresden eine Ausstellung „150 Jahre Gradmessung in Sachsen 1862 – 2012“  statt, flankiert von einem Festkolloqium am 1. Juni 2012 und einer Fachtagung am 2. Juni 2012 in der TU Dresden

             In der Ausstellung werden die originalen Meßgeräte, die bei den Arbeiten Verwendung fanden, gezeigt. Kombiniert mit historischen Karten und Archiv-Dokumenten geben die Exponate einen Einblick in die damaligen Arbeiten. Von den Voraussetzungen wird der Bogen über die Gradmessungsarbeiten zur Landesvermessung Sachsens gespannt und an ausgewählten Beispielen die Wirkungen auf die weitere Entwicklung das Vermessungswesen gezeigt. Abendvorträge runden das Programm ab.

             Unter den Mitwirkenden finden wir auch eine Reihe von Persönlichkeiten, die im Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund einen guten Namen haben, so u. a. der langjährige Vorsitzende unseres Kuratoriums, Prof. Dr. Wolfgang Torge aus Hannover,  Wolfram Dolz und Prof. Dr. Rolf Frank Helbig aus Dresden. Der Förderkreis wird durch seinen Geschäftsführer, Dipl.-Ing Klaus-Detlef Lehmann vertreten sein. Näheres unter http://gradmessung-sachsen-2012.de/  . – 08.05.2012

 

 

432.    Ein echter Kupferstecher – und eine kartographische - musikalische und auch kulinarische Abendveranstaltung  in der Mercator-Ausstellung in Dortmund.

             Eine wunderbare alte Kunst der Kartenherstellung ist am frühen Abend des 27. April 2012 für  über 140 Besucher wieder auferstanden, nochmals lebendig geworden. Sie wurden Zeugen, wie ein echter Kupferstecher seine lange historische  Arbeitsweise des Kupferstichs von Landkarten zelebrierte – Technik einer über 500jährigen Epoche. Im Rahmen der gut besuchten Mercator-Ausstellung war der extra aufgebaute Arbeitsplatz des letzten Kupferstechers Rainer Kalnbach aus Hitzacker stets eng umlagert. Unermüdlich erklärte ein schon betagter, doch quicklebendiger Experte die Handhabung der verschiedenen Stichel, deren geschickte Führung, insgesamt die kunstfertige Art des Kupferstichs. Mit vielen humorvollen Geschichten aus seinem 86jährigen Leben verstand Rainer Kalnbach es bestens, seine Zuhörer und Zuschauer zu fesseln. Als dann am späten Abend das Instrumentarium letztmalig wieder einpackt wurde, kam schon etwas Wehmut auf: noch einmal war jene alte Kunst in der Kartographie faszinierend gegenwärtig, wie sie längst Historie geworden ist – nun wird man sie nur noch im Film sehen können.

             Umrahmt wurde die von Ingo von Stillfried moderierte Veranstaltung vom Musikensemble „Con Allegria“. Die Künstler verstanden es hervorragend, eine große Zuhörerschar mit Musik aus der Renaissance zu fesseln. Stets bekamen die in die Ausstellungsobjekte integrierten Musiker von den vielen Besuchern herzlichen Beifall. Und zum Schluß war es sogar ihre eigene Begeisterung, die sie wie ein perpetuum mobile weiter spielen ließ.

             Und last not least ließen die professionellen Kochkünste von vier Hobbyköchen die Zungen zu Lobeshymnen schwingen. Elf Rezepte aus fast 500 Jahre alten Kochbüchern wurden wieder lebendig. Eine besondere Herausforderung, denn damalige Rezepte wiesen nur Zutaten aus und keine Mengenverhältnisse. Alle Besucher waren sich einig: es war ein Gaumenschmaus sondergleichen – zum Nachempfinden: die Rezepte sind unter www.mercator500.de beim Veranstaltungstermin 27.4. nachlesbar. Und dort sind auch alle weiteren Veranstaltungen unserer großen Ausstellung terminiert, deren Halbzeit gerade überschritten ist: Besuch nicht versäumen!   

             Die Mitwirkenden des Vorbereitungsteams der Mercator-Ausstellung waren ebenfalls zahlreich erschienen, in Kostümen aus der Renaissance aus dem Fundus des Dortmunder Opernhauses. Und so als Ansprechpersonen für alle Fragen der Besucher leicht erkennbar. Viele kleine und große Fragen weiteten sich oft auch zu kleinen Führungen aus. Aus manchen, durchaus auch speziellen Fragen wurden angeregte Fachdiskussionen. Über allem stand beständig die Faszination des Werkes von Gerhard Mercator und dessen Auswirkungen und Kontakte bis in die heutige Zeit.

             Nach vier sehr kurzweiligen Stunden waren sich alle Besucher und Akteure einig: Es war ein unvergeßlicher Abend, er wird so nie wieder kommen, sagte der Initiator und Kurator der Ausstellung, Ingo von Stillfried. Das Gesehene, Gehörte, Erlebte ist für immer Geschichte, wesentlich auch Vermessungsgeschichte. – 01.05.2012

 

 

 

431.  Verfilmung „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

             Wie unser rühriger Erster Vorsitzende Ingo von Stillfried berichtet, sind die Leih-Instrumente aus dem Bestand unseres Museums an das Filmteam der Firma Boje Buck Produktion GmbH in Berlinwieder wohlbehalten aus Ecuador zurück. Die Filmpremiere  „Die Vermessung der Welt“ ist geplant um den 13.10. in Berlin, vergl. auch unsere Mitt. Nr. 402.  – 25.04.2012

 

 

430.    Das BILDUNGSWERK VDV und besonders die Fachgruppe 5  „Geschichte des Vermessungswesens“ laden ein zu zwei Veranstaltungen zum Mercatorjahr 2012 nach Duisburg.

             Am Sonntag, den 22. April 2012 zur Eröffnung einer Ausstellung in der Salvatorkirche in Duisburg rund um Mercator (nach dem 10 Uhr Gottesdienst), Thema „Präzision und Schönheit - Karten vor und von Gerhard Mercator“ - Darstellung und Sicht der Welt in Glauben und Wissenschaft gestaltet von Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg aus Essen und Dipl.-Ing. Heinz Jürgen Lagoda aus Duisburg.  Das Grab in der Salvatorkirche ist verschollen, nur sein prachtvolles Epitaph befindet sich noch dort.

             Am Sonntag den 29. April 2012 von 10:00 bis ca. 17:00 Uhr  wird eingeladen zu einem Mercator-Seminar mit einer Reihe weiterer Vortragender unter dem Leitthema „Audienz bei Gerhard Mercator“. Nähere Einzelheiten bei Heinz Jürgen Lagoda, Email  heinz-juergen.lagoda@kreis-wedel.de im „Gerhard - Mercator – Museum in Duisburg (ehem. Stadt- u. Kulturhistor. Museum am Innenhafen neben dem Rathaus und der Salvatorkirche. – 18.04.2012

 

 

429.   Mercator-Ausstellung  – Lob aus fremder Feder

             Wir lesen unter www.gerhard-mercator.de zur Mercator-Ausstellung in Dortmund  aus der Feder vom Stadtmarketing aus Duisburg.

             Mercator in Dortmund? Wo ist denn da der Bezugspunkt? Ganz einfach: Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. hat zum Mercator-Jubiläum eine Ausstellung mit dem Titel “Vom Weltbild der Renaissance zum Kartenbild der Moderne” konzipiert, die in die Arbeit des Kartografen einweist und zeigen, welche Berührungspunkte es durch ihn heute noch gibt, um die Welt zu vermessen und zu erfassen.

             An der Windrose vor den Ausstellungsräumlichkeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte wartet Gerhard Mercator auf die wissbegierigen Besucher. Wer eine Führung in Anspruch nimmt, bekommt einen Kompass in die Hand gelegt und darf sich damit zwischen die Exponate hindurch navigieren.

             Ingo von Stillfried, der die Ausstellung konzipiert hat, führt uns herum, an diesem Morgen. Er hat einen lustigen weißen Rauschebart und passt schon bildlich gut zum Thema.

             Als erstes fällt ein riesiger runder Tisch auf, dort thront Mercator. Neugierig schauen wir, was dort ausliegt…. Hier lernen wir, dass Mercator der erste war, der die Kursivschrift “Italic” auf seinen Karten nutzte, was die Optik der Karten verbesserte und lange Zeit Standard blieb. Dann fängt ein sonderbares, goldenes Gerät unsere Aufmerksamkeit. Es ist ein Astrolabium. Ein Astro…was?? Mit dem scheibenförmigen Instrument lassen sich beispielsweise die Positionen der Sterne ablesen. Von Stillfried führt die Handhabung vor. Spannend! …. Das hier ausgestellt Astrolabium ist ein Original und bringt einem den gebürtigen Belgier noch etwas näher. Wir sehen, was er so wirklich in den Händen hielt.

             Wir machen eine ziemliche Zick-Zack-Tour durch die Ausstellung … Eigentlich geht es an den schönen alten Schulbänken los. Die Klassenzimmeratmosphäre, die dort inszeniert wurde, hat nichts oberlehrerhaftes. Sie zeigt einfach nur, wie wir über Landkarten schon in jungen Jahren mit Mercator in Berührung kamen. So wird der Besucher für das Thema sensibilisiert.

             Dann lernen wir, anhand von Globen-Modellen, etwas über die Mercator-Projektion. Schön anschaulich – und ein Aha-Erlebnis!

             Nach den Weltkarten kommen wir in den Bereich der Seefahrt. Dieser Bereich ist gestaltet wie der Arbeitsraum auf einem Schiff. Mit Navigationsbesteck darf man sich selbst erproben und sich durch die See navigieren. Deutlich wird, wie schwierig einstmals die Seefahrt gewesen sein muss. Wie ungenau und dadurch ungewiss die Reise. Mercators Arbeit hat den Schiffern große Dienste geleistet.

             Über 500 Exponate sind in der Ausstellung ansprechend aufbereitet und einladend präsentiert. Auf vielfach spielerisch, entdeckerischer Weise nähern wir uns Mercator und seinem Werk. Viele Instrumente, oft so schön wie Kunstwerke, gibt es zu bestaunen. Wir haben eine Reise gemacht und Globen, Karten, Atlanten erkundet und der Arbeit hieran nachgespürt. Als Ausblick stehen wir vor GPS-Geräten und Satelliten und sind verblüfft, wie die Menschen sich die Welt und den Kosmos immer weiter erobern. Und wie es Mercator zu seiner Zeit auch tat. Wer da noch denkt, Mercator sei ein langweiliges Thema, der irrt sich gewaltig.“

             In die Mercator-Stadt Duisburg ehrt im Kultur- und Stadthistorischen Museum ebenfalls Mercator mit einer Ausstellung. Duisburg kann dabei insbesondere auf zahlreiche Exponate aus der „Schatzkammer“ des Museums zurückgreifen. Und in der Salvatorkirche in Duisburg   gestaltet der Arbeitskreis Geschichte des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure VDV eine weitere Ausstellung an historischem Ort – Gerhard Mercator hat 1598 dort seine letzte Ruhe gefunden.   

             Obiger Bericht stammt also nicht aus „fremder“ Feder - wir danken dem Stadtmarketing Duisburg – und wir nehmen den zitierten Bericht als eine freundliche Geste für das riesengroße Engagement in unserem Förderkreis, mit dem insbesondere Ingo von Stillfried und seine vorbereitende Crew die Dortmunder Ausstellung gestaltet haben. Und wir sind dankbar für die von allen Seiten erfahrene Unterstützung, für die der Präsident des Förderkreises in der Eröffnungsveranstaltung danken konnte, festgehalten in Mitt. Nr. 425 dieser Seite. – 11.04.2012

 

 

 

428.   Vor 400 Jahren – eine erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern

             Die Lubinsche Karte (auch Große Lubinsche Karte) ist ein Kartenwerk, das der Rostocker Gelehrte Lubinius im Auftrag des Herzogs Philipp II. von Pommern zwischen 1610 und 1618 erarbeitete. Die Karte im Maßstab 1:235.000 zeigt alle damaligen Städte und Siedlungsorte. Sie maß 1,25m mal 2,21m. Es war die erste vollständige Karte des Herzogtums Pommern, eingerahmt mit einem äußeren Band mit den Ansichten von 49 Städten und einem  inneren Band mit den Wappen von 335 pommerschen Adelsfamilien. Die Lubinsche Karte bildete bis ins 18. Jahrhundert die Grundlage der gedruckten pommerschen Landkarten. So hat auch Blaeu die Darstellung Pommerns in den „Atlas Blaeu (Vergl. auch unsere Mitt. Nr. 152) übernommen, wie Dr. Haik Porada im 17. Baltische Gedätengespräch berichtete. 

             Der kunstinteressierte Herzog Philipp II  von Pommern-Stettin (1573 – 1618, Herzog seit 1606) hatte bereits in seinen ersten Regierungsjahren die Nutzen einer kartographischen Landesaufnahme seines Herrschaftsgebietes für die Verwaltung des Landes erkannt. Sein Ziel  war die Erstellung einer Chronik Pommerns, die durch eine Landkarte und weitere Illustrationen bereichert werden sollte.

             Den Auftrag zur Erstellung der Landkarte erhielt 1610 der an der Universität Rostock lehrende Professor und Rektor  Eilhard Lubinus (geboren 1565 in Westerstede als Sohn eines Pastors, gestorben 1621 in Rostock). Dieser hatte bereits 1609 sein erstes kartografisches Werk fertiggestellt, eine Karte von Rügen. Sie erschien als  Kupferstich bei Hondius 1609 in einer späteren Auflage des  Mercator-Atlas.

             Zur Vorbereitung der Pommernkarte erstellte Lubinius zunächst eine123 Seiten starke Expertise mit der Vorplanung und begann 1612 mit der Aufnahme -  vor 400 Jahren. Philipp II. und der die Arbeiten an der Karte ebenfalls unterstützende Philipp Julius von Pommern-Wolgast  hatten ihre Beamten zur Hilfe verpflichtet. In 54 Tagen durchreiste Lubinius 1612 das Herzogtum zweimal. Er besuchte 152 Orte und legte dabei etwa 1500 Kilometer zurück. Er führte fast 6000 Ortsbesichtigungen durch. Zur Vermessung des Landes nutzte Lubinus die zu seiner Zeit verfügbaren Meßgeräte. Dazu gehörten ein Astrolabium zur Ortsbestimmung, der Jakobsstab zur Winkelmessung und Entfernungsbestimmung.     

             1614 wurde sein Auftrag dahingegen erweitert, die Karte mit den Ansichten der pommerschen Städte, den Abbildungen der Wappen des pommerschen Adels sowie den Abbildungen der Herzöge zu ergänzen. Städte und Verwalter wurden schriftlich gebeten, Ansichten ihrer Orte zur Verfügung zu stellen.            

             1617 durchreiste Lubinus noch einmal Pommern, Ende des Jahres begannen die Kupfersticharbeiten. Nikolaus Geelkercken führte die Arbeiten durch, angestellt beim Sohn des Amsterdamer Verlegers und Kartographen Hondius  (jener hatte Im Jahr 1604 die Druckplatten von Mercators Weltatlas gekauft). Philipp II. erlebte die Fertigstellung des von ihm in Auftrag gegebenen Werkes nicht mehr, er starb 1618. Im November des gleichen Jahres konnte Lubinus einige Exemplare aus der ersten Auflage der Karte, die auf 20 bis 30 Stück geschätzt wird, im Schloß Wolgast an Herzog Philipp Julius überreichen. –            

             In den von Jörg Scheffelke organisierten Baltischen Geodätengesprächen wurde 2009 und  2011 über die Lubinsche Karte berichtet, vergl. unsere Mitt. Nr. 317 und DVW-Nachrichten in zfv 1/ 2012 S. n-5 bis 6. Weitere Quelle: Wikipedia. Unsere Leser finden bei Wikipedia auch die Möglichkeit, die Lubinsche Karte so weit zu vergrößern, daß Einzelheiten gut zu erkennen sind  - und so auch der historisch hochinteressante Detailreichtum dieses 400 Jahre alten Kartenwerkes. – 05.04.2012

 

 

427.   Unsere Mercator-Ausstellung – Vorträge und Lob von Laien wie von Profis.

             In der Sonntags-Vortragsmatinee am 25. 3. referierte zunächst  der Historiker Professor Armin Wolf aus Frankfurt über die Seereise des Odysseus. Mit Homer führte er die Besucher auf jene sagenhafte Odyssee. Homers bildreiche Beschreibungen zeugen von umfangreichen Kenntnissen über Navigation, Meteorologie und Topographie. Der Vortragende zeigte mit sehr eindrucksvollen Dias deutlich, wie viele Ortsbeschreibungen nur mit einem kartographisch abstrahierenden Blick von oben zu finden sind. Und er war sich sicher, aus der Vielzahl genauer Beschreibungen von Details folge, Homer hat diese Seereise einst selbst unternommen.

            In gleicher Weise fesselte dann Dominik Görlitz aus Chemnitz die zahleichen Zuhörer mit seinem Vortrag über den "Gothaer Marmorglobus". Dort sind bereits genaue Küstenlinien von Südamerika und der Antarktis kartiert, lange bevor – nach heutigem Kenntnisstand – europäische Seefahrer in diese Regionen vorgestoßen waren. Mit vergleichenden Bildern von Schiffen in Felsbildern, einer frühägyptischen Schiffsform auf dem Gothaer Globus und tatsächlichen archäologischen Funden gelang es ihm, die Zuhörer ins Staunen zu versetzen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten die Menschheit schon viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung besaß. Beide Vortragenden erhielten viel Beifall, ihnen galt der Dank unseres Ersten Vorsitzenden und  Museums-Kurators Ingo von Stillfried.

             Schon am Vor-Nachmittag hatte das Vitrinengespräch von Uwe Schwarz zum Thema "NRW - von Herzogtümern und Grafschaften" interessierte Zuhörer gefunden. Hier konnte erst der abendliche Schließungsgong des Museums das intensive Gespräch beenden.

             Die Mercator-Ausstellung selbst erfährt viel Lob von Laien wie von Profis. Ingo von Stillfried war besonders erfreut über die Bewunderung von einer großen Gruppe aus der Mercator-Stadt Duisburg „diese Ausstellung hier in Dortmund bringt Mercators Wirken und Schaffen wirklich adäquat zur Geltung“. – 27. 03. 2012

 

 

426.   Mercator-Welt-Atlas – Geschenk vom Faksimile-Verlag aus München

             In einer ersten Vortragssoirée in der der Mercator-Ausstellung referierte der Verleger Armin Sinnwell vom Faksimile Verlag aus München "Vom Foto zum Faksimile" - ein hochinteressanter und zugleich kurzweiliger Vortrag  über die vielfältigen Arbeitsschritte, handwerklichen Tätigkeiten, technischen und drucktechnischen Aufgabenstellungen, ein hochwertiges Faksimile herzustellen, demonstriert am Beispiel der sehr gut erhaltenen Kartenblätter des Mercator-Atlas der Stiftung preußischer Kulturbesitz in Berlin.

             Ein spezielles Foto-Aufnahmegerät (Grazer Tisch) ist notwendig, da ein im Einband stark restaurierungsbedürftiges Buch nur bis zu 110° aufgeschlagen werden darf. Detailaufnahmen mit einer hochauflösenden Hasselblad-Kamera, iterative Optimierung der Aufnahmeparameter, Entzerrung und Montage – Ziel ist schließlich ein Druck, der dem Original möglichst gleich kommt. Die Kartenblätter werden dann mit Fälzeln eingebunden, also an zusätzliche Papierstreifen angeklebt, damit ein vollständiges Aufschlagen des Faksimiles zur Betrachtung möglich wird. Eindrucksvoll auch die Schilderung der Herstellung des Ledereinbandes und der sehr schönen Schmuckprägungen. Der Faksimile-Verlag verfügt über die Erfahrung von über 60 Editionen in fast 40 Jahren des Firmenbestandes. Ein Faksimile ist aber nicht nur zum Anschauen da, sondern zum Studium eines solchen Werkes. Es wird sogar eingeladen und aufgefordert, aktiv in diesem Buch zu blättern, es fleißig zu nutzen - weil es im Original eben nicht mehr möglich ist.

             Nach herzlichem Beifall und einer sich anschließenden sehr interessanten Fragerunde übergab der Verleger Armin Sinnwell den faksimilierten Mercator-Atlas offiziell an Ingo von Stillfried als Geschenk für den Förderkreis. Es schloß sich eine Führung durch die Ausstellung an. Für die Besucher waren es 150 sehr kurzweilige und hochinteressante Minuten. Alle sagten, sie wollten wiederkommen, um nochmals in Ruhe die vielen Objekte, Karten, Atlanten, Filme in der Mercator-Ausstellung  betrachten zu können.

             Weitere Veranstaltungen siehe unter  www.mercator500.de  – 20.03.2012

 

 

425.   Eröffnung der Mercator-Ausstellung – große Resonanz mit mehr als 300 Besuchern

             Unser Mercator“ Ingo von Stillfried hatte es geahnt, schon die Eröffnung der Mercator-Ausstellung wird ein Magnet werden, „bestimmt mit weit mehr Besuchern, als wir Sitzplätze anbieten können!“ 200 Stühle füllten die repräsentative Rotunde im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte, weit mehr Besucher kamen, wohl über 300 Besucher erlebten eine feierliche Eröffnung.  Das Ensemble „Con Allegria der Musikschule unter der Leitung von Gerda Hellwig spielte Musik aus der Zeit Gerhard Mercators.

             So  feierlich eingestimmt, sprach Kulturdezernent Jörg Stüdemann ein lebhaft-begeistertes Grußwort für die Stadt Dortmund. Es sei gelungen, nach 500 Jahren endlich Mercator  nach Dortmund zu holen. Er beglückwünschte das Museum und den Förderkreis für die Initiative und die Ausgestaltung der Ausstellung. Sie sei ein wunderbares Zeugnis vielverzweigter kultureller Entwicklungen. Besonders angetan sei er, wie gerade auch die Jugend in diesem Mitmachmuseum angesprochen werde.

             Der Ehrenpräsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, Staatsminister a. d. Franz Josef Kniola zeigte sich in seinem Grußwort besonders erfreut, eine so kompetent gestaltete Ausstellung einmal wieder in Dortmund gefördert zu sehen. Er sei schon seit seiner Jugend stets an Landkarten interessiert gewesen und ebenso daran, wie die Erdkugel  eben abgebildet werde. Gerne habe die Stiftung sowohl Duisburg wie auch Dortmund in deren dem großen Gelehrten Mercator gewidmeten Ausstellungen unterstützt. Er wünschte den ehrenamtlichen Initiatoren viele Besucher mit dem alten Bergmannsgruß „Glück auf!“

             Der Präsident des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e. V. Harald Lucht widmete sein Grußwort dem Dank allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben: Zuvorderst der Stadt Dortmund und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte, dem „Mutterhaus“ des Vermessungsmuseums, das nun auch diese Sonderausstellung ermöglicht hat. Dank für die finanzielle Unterstützung gelte der NRW-Stiftung, die das wesentliche finanzielle Fundament gelegt habe, dem DVW-Landesverein NRW, dem VDV, dem BDVI NRW, die Deutsche
Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK)
 und einer Reihe von Firmen und privaten Spendern. Dank gelte auch dem Schirmherrn Prof. Dr. Klaus Töpfer.  Harald Lucht berichtete, jener habe ihm am vergangenen Wochenende leider absagen müssen „…wäre es mir ein großes Anliegen, am 9. März bei der Eröffnungsveranstaltung anwesend zu sein. Sehr intensiv habe ich daran gearbeitet, meinen Terminkalender so zu verändern, dass mir dies möglich wird. Leider …“ – eine lange angekündigte Festveranstaltung zu gleicher Zeit in Freiburg. Der Präsident dankte dem Schirmherrn, einer vielgefragten Persönlichkeit. –  Doch entscheidend für das Gelingen der Ausstellung seien die Akteure. Er beglückwünschte vor allem Ingo von Stillfried. Er habe die Ausstellung seit über drei Jahren konzeptionell vorbereitet, sich gegen mancherlei Bedenken durchgesetzt, selbst jede freie Minute eingesetzt und eine Crew von fast 40 Unterstützern motiviert. Und zusammen mit Sabine Koczy einen professionellen Katalog gestaltet, zu dem mehrere Mitglieder des Förderkreises Texte und Bildbeiträge beisteuerten. Dieser Katalog sei für sich ein Kunstwerk mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 226 Seiten im Format Din A 4 quer, eingerahmt in der vorderen und hinteren Umschlagsinnenseite von der Weltkarte Mercators von 1569. Und ein ganz besonderer Dank gebühre Direktor Wolfgang E. Weick und seinen Mitarbeitern, seiner beständig motivierenden Fürsprache. Und dem Ausstellungs-Architekten Michael Wienand für seine professionell-gestaltende Beratung.

             Nach wiederum bewundernswert filigraner Musikdarbietungen des Ensembles „Con Allegria sprach der Festvortragende Professor Dr.-Ing Gerd Buziek aus Kranzberg bei München zum Thema „Projektion, Innovation, Vision – Mercators Vermächtnis“. Seine einleitende Frage: war Mercator Mathematiker, Handwerker, Unternehmer, Querdenker? Er war dies und mehr, ein Visionär, sein Ziel war eine allumfassende Kosmographie. Und er war schon damals ein Unternehmer, der aus der Astronomie und der Mathematik Instrumente, Karten und Navigation „in die Märkte“ bringen wollte. Die Mercator-Projektion habe sich auch durchgesetzt, weil sie durch Bekanntheit und Prägnanz zu überzeugen vermochte. Gerd Buziek: Mercator von einst sei der Tim Berners Lee (Erfinder der  Hypertext Markup Language HTML und der Begründer des world wide web www) der Gegenwart: Beide schufen ein weltweites Netz, einen offenen Standard, sammelten Informationen, es entstanden neue Werke, ein Vertriebsnetz. Im Ergebnis damals wie heute: Faszination durch Einfachheit. Mercator und Lee prägten das GIS der Zukunft, vom Server über Mapping und Visualisierung zu serviceorientierten GIS-Architekturen. Raumbezogene Informationen erläutern die Welt, schaffen Verständnis und zeigen Auswirkungen menschlichen Handelns. Ausgehend von der unter Kartographen umstrittenen Peters-Projektion mit flächentreuen Länder-Darstellungen leitete der Vortragende über auf Spezial-Anwendungen datenbasierter GIS-Architekturen, überraschte mit der skurrilen Darstellung der Flächen z. B. obstverzehrender Länder, der erschreckenden Verteilung der Waldrodungsflächen aber auch der Lichtverschmutzung von Windrädern. Kannten wir bisher Mercator als Ptolemäus der Renaissance, so hat uns Gerd Buziek Mercators Vermächtnis als moderne Kosmographie in IT und GIS nahegebracht – lang anhaltender Beifall des großen Auditoriums belohnte den Festvortragenden – der eingangs ein 30 Jahre zurückliegendes Geheimnis lüftete, eine wegweisende Begegnung zum Berufseinstieg in der damaligen Dienststelle Ihres Berichterstatters und Redakteurs.

             Es folgte die Ausstellungseröffnung durch Mercator persönlich – durch Ingo von Stillfried im zeitgenössischen Kostüm. Und mit einführenden Worten zur Ausstellungs-Architektur. Bei kühlen Getränken wurden alte und neue Bekanntschaften geknüpft, das in der Eröffnung Gehörte besprochen – und dann mit großer Bewunderung die Sonderausstellung erobert. Ingo Mercator führte die Ehrengäste. Ein großer Abend für ihn, für den Förderkreis, für das Museum. – Ein Bericht über die Ausstellung folgt  später. – 11./12.03. 2012

 

 

 

424.   Großereignis  Mercator 500     Sonderausstellung in Dortmund  

             Vom 10. März bis zum 10 Juni 2012 zeigt unser Förderkreis eine Sonderausstellung unter dem Titel „500 Jahre Mercator – Vom Weltbild der Renaissance zum Kartenbild der Moderne.“

             In der Ausstellung wird Leben und Wirken Mercators in seinen Werken aufleben, die Sonderausstellung wird Mercators besondere Bedeutung vermitteln – für die Entwicklung der Kartographie, die Darstellung der Welt in Atlanten, die UTM-Koordinaten, allgemein für das Vermessungswesen, bis hin zu den modernen Navigationssystemen.

             Unter der engagierten tatkräftigen Leitung unseres Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried ist eine im Deutschen Vermessungswesen wohl einmalige Sonderschau über Gerhard  Mercator gestaltet worden, den Universalgelehrten, der am 5. März vor 500 Jahren geboren wurde.  Auf einer Fläche von 750 m² werden über 300 Kartenblätter, mehr als 40 Globen, 30 Atlanten, 50 Instrumente, 10 Filme etc. präsentiert. Die Exponate stammen von 37 Leihgebern. Zahlreiche Kollegen und weitere Aufbauhelfer sind in die Vorbereitung und Durchführung eingebunden. Die Ausstellung wird maßgeblich finanziell unterstützt von der Nordrhein-Westfalen-Kultur-Stiftung, dem DVW-Landesverein NRW, dem VDV, dem BDVI NRW und einer Reihe von Firmen.  Alle privaten Geldspender werden im Rahmen der Ausstellung in einer Spender-Ehrentafel namentlich geehrt.

            Mit der Ausstellung wollen wir besonders das Interesse über räumliche Zusammenhänge verschiedenster Themenfelder wecken, vor allem auch bei Besucherinnen und Besuchern ohne große Vorkenntnisse, die gut informieren sein wollen. Ebenso werden diejenigen angesprochen, die mit Karten als Produzierende oder Nutzende beruflich zu tun haben. Schüler, Auszubildende und sonstige Lernende sind eine ganz besondere Zielgruppe. Dies vor allem dort, wo Aktionen zum Mitmachen einladen.

             Als Schirmherr  der Ausstellung konnte Professor Dr. mult. Klaus Töpfer gewonnen werden, Bundesumweltminister a.D., langjähriger Direktor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP. Den Festvortrag bei der feierlichen Eröffnung am Abend des 9. März wird Professor Dr. Gerd Buziek,  Hannover halten, sein Thema „Projektion, Innovation, Vision – Mercators Vermächtnis“. Weitere Grußworte werden der Kulturdezernent der Stadt Dortmund, der Präsident der Nordrhein-Westfalen-Kultur-Stiftung und der Präsident des Förderkreises sprechen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im DIN A 4 – Querformat, Umfang 230 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

             In Vorbereitung auf das Mercator-Jahr 2012 hatte der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. bereits im vergangenen Jahr das 11. Symposium für Vermessungsgeschichte unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Erich Weiß gestaltet. In 5 Vorträgen zum Thema  „Gerhard Mercator zum 500. Geburtstag“ referierten Dr. Peter van der Krogt, Uni Utrecht – Prof. Dr. rer. nat. Jochen Brüning, Berlin – Koenraad van Cleempoel, Uni Hasselt in Belgien – Dr. phil. Nicole Schrenk, Studienseminar in Duisburg – Prof. Dr.-Ing. Dietmar Grünreich, Frankfurt/Hannover (siehe unsere Mitt. Nr. 379). Die Vorträge sind als Band 39 in der Schriftenreihe des Förderkreises erschienen und sind jetzt auch in den Katalog zur Sonderausstellung integriert worden.

             Die Ausstellung findet statt im Erdgeschoß des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, Hansastraße 3vom 10. März bis 10. Juni  2012, siehe auch www.mercator500.de . – 02.03.2012

 

 

 

423.   Vor 170 Jahren wurde Karl May geboren – ein „virtueller Surveyor“

             Wer hat nicht einst in jungen Jahren mit glühenden Wangen Karl May gelesen – in der Nachkriegsgeneration, damals noch ohne große Reisemöglichkeiten (Klassenausflug in den nächsten Wald), ohne Fernsehen, im Fußball zu Zeiten von Oberliga Nord oder West oder Süd…. Karl Mays über 65 Bände weckten Sehnsucht in die wilde Prärie, in das so sehr ferne Amerika, ans wilde Kurdistan….Der Schatz im Silbersee, Old Surehand, Old Shatterhand, Winnetou, die Bücher gingen von Hand zu Hand, glücklich, wer eine neue Leihmöglichkeit aufgetan hatte. - Doch die Karl-May-Begeisterung scheint ungebrochen bis in die Gegenwart, sieht man z. B. die hohen Besucherzahlen bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Und viele seiner Werke wurden verfilmt, für die Bühne adaptiert, zu Hörspielen verarbeitet oder als Comics umgesetzt.

             Karl May, wurde geboren am  25. Februar 1842 In Hohenstein-Ernsttal als fünftes von 14 Kindern – vor 170 Jahren.  Er war und ist wohl der auflagenstärkste Autor in Deutschland. Und er hat insbesondere im Band Winnetou I auch das Thema Vermessung behandelt. Vermessungsingenieur Rolf J. G. Stadelmayer aus Kamen-Heeren hat in mehreren Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft vermessungshistorische Details aus Mays Werk publiziert – wir  stützen uns darauf und berichten also über historische Vermessungen unter Indianern – die jedoch nur der Fantasie von Karl May entsprangen  – virtuelle Begebenheiten:

             Der Ich-Erzähler wird ca. 1863 Surveyor, Feldmesser, für eine der geplanten  transkontinentalen Eisenbahnen durch die USA bei der Atlantic and Pacific Company. Zuvor hat er im Surveying Office ein Examen bestanden, indem er „den Gebrauch der verschiedenen Instrumente zu erklären und das Zeichnen von Karten und Plänen zu beschreiben hatte“ und sich „über das Wesen und die Unterschiede der Aufnahme durch Koordinaten, der Polar- und Diagonalmethode, der Perimetermessung, des Repetitionsverfahrens, der trigonometrischen Triangulation ausgesprochen hatte.“ (Zitiert nach Winnetou 1. Band).Tatsächliche  Quelle von Karl May‘s Kenntnissen war sein Brockhaus' Conversations-Lexikon. Dort finden sich unter dem Stichwort Feldmeßkunst alle von ihm genannten Fachausdrücke. Für die Nutzung dieser Quelle gibt es sogar einen Beweis, denn Mays 2500 Bände umfassende Bibliothek ist im Karl-May-Museum Radebeul in der Villa „Shatterhand.“ erhalten geblieben. Und darin finden sich von ihm manche Randnotizen. Bei der Feldmeßkunst sind es winzig kleine waagerechte Striche. Seine Fundstellen für den Surveyor.

             Karl May hatte ein außerordentlich bewegtes Leben, war erst kurz vor seinem Tod überhaupt das erstemal in den USA. Er starb  am 30. März 1912 in Radebeul bei Dresden. Vor 100 Jahren. Seine letzten Worte waren wie viele seiner Romane „….ich sehe alles rosenrot…“

             Quellen: Wikipedia, Veröffentlichungen von R.J.G. Stadelmayer in den Mitt. der Karl-May-Gesellschaft. – 25./26. 02. 2012

 

422. …

 

421. Mitgliederversammlung 2012 und Eratosthenes-Preisverleihung

             Präsident Harald Lucht konnte am 13. Februar 2012 in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund  zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüßen, die trotz widriger  Witterungsverhältnisse auch von weither angereist waren, u.a.  aus Erfurt, Dessau, Wiesbaden, Hannover, Aachen. Museumsdirektor Wolfgang E. Weick begrüßte die Teilnehmer und dankte besonders für die gute Zusammenarbeit zwischen Museum und Förderkreis, wie sie durch die bevorstehende Mercator-Ausstellung einmal mehr intensiviert worden sei. Er wünschte der Ausstellung eine gute Akzeptanz und viel Resonanz und freute sich auf die Eröffnung am 9. März.

             Der Präsident verlieh dann zunächst den mit 2.500€ dotierten Eratosthenes-Preis 2011 an Herrn Dr.-phil. dipl.ing. Martin Rickenbacher aus Bern mit der Urkunde im schon traditionellen klassischen Feldbuchrahmen, und stellte den Preisträger kurz vor. Geboren 1954, Diplom als Kulturingenieur 1979, 1980 eidgenössisches Patent als Ingenieur-Geometer, seit 1989 tätig im schweizerischen Bundesamt für Landestopografie swisstopo, u. a. auch Leiter der AG Kartengeschichte der Schweizerischen Gesellschaft für Kartografie. Martin Rickenbacher erläuterte in seinem Vortrag hochinteressante Details aus seiner Dissertation an der Universität Basel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren bis 1815 beachtliche Teile der heutigen Schweiz durch französische Ingenieure vermessen worden. Der Preisträger hat die damals modernen und angewandten wissenschaftlichen Methoden aufgearbeitet und darüber hinaus die dabei entstandenen Karten - es handelt sich weitgehend um Originalzeichnungen - in französischen Archiven aufgespürt und erstmals aus schweizerischer Sicht erforscht, er stellt sie zugleich in einen europäischen Kontext. Die Arbeit ist eine umfassend recherchierte Dokumentation eines hochinteressanten und ungewöhnlichen Kapitels französisch-schweizerischer Landesvermessung, zusätzlich eingebettet in die geisteswissenschaftlichen Aspekte und die handelnden Persönlichkeiten jener Zeit (Die Arbeit ist 2011 erweitert als Buch erschienen: Napoleons Karten der Schweiz, Landesvermessung als Machtfaktor 1798 – 1815, hier und jetzt, Verlag für Kultur, ISBN 978-3-03919-196-3). Martin Rickenbacher beendete seinen Vortrag mit einem besonderen Knüller: In seiner Prüfung zum Ingenieur-Diplom kam abschließend die höchst überraschende Frage, wer zuerst die Erde vermessen habe. Rein zufällig hatte er 3 Wochen zuvor „im Bachmann“ über die Erdvermessung von Eratosthenes gelesen, konnte so brillant antworten – und erhielt die Bestnote. Jene Geschichte runde sich für ihn heute mit der Verleihung des Eratosthenes-Preises! Er erhielt lang anhaltenden Beifall.

            Das Stifterkollegium hatte o.Prof. em. Dr.-Ing Dieter Lelgemann vor dem Hintergrund seines reichen geodätisch-literarischen Wirkens den erstmals verliehenen Eratosthenes-Ehrenpreis zuerkannt. Dieter Lelgemann wurde 1939 in Essen geboren, nach Ingenieurschule Essen und Studium an der TU Berlin war er wiss. Assistent bei Professor Moritz und ist dort 1971 promoviert worden. 1975/76 Studienaufenthalt in den USA, habilitiert 1978 und seit 1985 Professor für Astronomische und physikalische Geodäsie. – Harald Lucht überreichte Dieter Lelgemann die ebenfalls klassisch-traditionell gerahmte Urkunde. Der Ehrenpreisträger hielt einen engagierten Vortrag „Antike Messkunst“. Die Messkunst bildet die Verknüpfung von Messtechnik und Angewandter Mathematik. Er ging besonders auf die „antiken“ Wissenschaftler ein, die bereits grundlegende Forschungsergebnisse erzielt haben, von Thales, Anaximandos, Pytheas über u.a. Archimedes, Eratosthenes bis zu Ptolemaios – in der praktischen Interpretation ihrer Ergebnissen mit verblüffend hohen Genauigkeiten. Dieter Lelgemann überzeugte die interessierte Zuhörerschaft durch eine eindrucksvolle Präsentation seiner antiken Recherchen und Erkenntnisse.

             Nach einer Kaffeepause mit ausführlicher Gelegenheit zum Gedankenaustausch gab der Erste Vorsitzenden Ingo von Stillfried einen illustrierten Überblick über das Geschäftsjahr und die geplanten Aktivitäten für das Jahr 2012. Die Homepage erfreue sich wachsender Beliebtheit. (Siehe unsere Mitt. Nr. 418). Auch in der INTERGEO sei der Förderkreis inzwischen mit einem eigenen Vortragsblock integriert. Der Förderkreis habe wiederum für drei temporäre Ausstellungen Exponate zur Verfügung gestellt. Daneben wurden für die Verfilmung des Buches von Daniel Kehlmann „Vermessung der Welt“ Instrumente zur Verfügung gestellt.

             Das Geschäftsjahr wurde besonders geprägt durch die Vorbereitungen zur Mercator-Ausstellung „500 Jahre Gerhard Mercator - vom Weltbild der Renaissance zum Kartenbild der Moderne“. Die Ausstellung wird das Leben und Wirken Mercators in seinen Werken zeigen und die besondere Bedeutung vermitteln, die seine Arbeiten damals und bis heute hatten und haben – für die Entwicklung der Kartographie, die Darstellung der Welt in Atlanten und bis hin zu den modernen Navigationssystemen. Auf einer Fläche von 750 m² werden über 300 Kartenblätter, 41 Globen, 32 Atlanten, 55 Instrumente, 12 Filme etc. präsentiert. Die Exponate stammen von 37 Leihgebern. Zahlreiche Kollegen und weitere Aufbauhelfer sind in die Vorbereitung und Durchführung eingebunden. Die Ausstellung wird maßgeblich finanziell unterstützt von der Nordrhein-Westfalen-Kultur-Stiftung, dem DVW-Landesverein NRW, dem VDV, dem BDVI NRW, der Dt. Gesellschaft für Kartographie und einer Reihe von Firmen.  Alle privaten Geldspender sollen im Rahmen der Ausstellung in einer Spender-Ehrentafel namentlich geehrt werden. Dafür ist ein Sonderkonto bei der Sparkasse Dortmund (BLZ 440 501 99 Konto Nr. 911005166) eingerichtet. Die feierliche Eröffnung findet am 9. März 2012 statt, die Ausstellung läuft vom 10. März bis 10. Juni im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund. Der erste Vorsitzende bittet für die Ausstellung zu werben und zu spenden und gibt einen Vorgeschmack mit der Präsentation des begleitenden farbigen Katalogs (230 Seiten, reich illustriert). Im Katalog werden auch die Vorträge zum vergangenen Symposium abgedruckt, sie vervollständigen die Kenntnisse über Mercator. Außerdem sind zahlreiche begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung geplant (siehe www.mercator500.de). Für die Schirmherrschaft konnte Prof. Dr. Klaus Töpfer gewonnen werden. – Hartwig Junius berichtete ergänzend, der Nachbau des Wiehen-Wagens sei inzwischen weit fortgeschritten, er werde während der Mercator-Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert (sieh auch Mitt. Nr. 415). Harald Lucht übergab dem Museum einen „aufgeschnittenen“ Theodoliten, Geschenk von Dr. Dierk Hobbie (siehe Mitt. Nr. 419).

             Die Instrumentensammlung ist um ca. 75 Instrumente und Geräte angewachsen. Der Katalog weist nun rd. 1.600 Einträge auf. Die Suche nach fachlicher Betreuung gestaltet sich weiterhin schwierig. Der Erste Vorsitzende bedankt sich abschießend für die vielfältige Unterstützung, insbesondere bei unserem Ehrenmitglied und Träger der Ehrenmedaille Manfred Gombel. Herr Gombel wird mit einem langen herzlichen Applaus für die langjährige, herausragende Arbeit geehrt. Ingo von Stillfried wirbt nochmals eindringlich, für diese verantwortungsvolle und spannende Aufgabe einen Nachfolger zu finden.

             Der Präsident dankt besonders dem Ersten Vorsitzenden Ingo von Stillfried und den Kollegen aus Dortmund für ihr mitreißendes Engagement bei der Vorbereitung der deutschlandweit – jedenfalls für das Vermessungswesen – einmaligen Ausstellung. Nach dem – wie stets – kompetenten Kassenbericht des Schatzmeisters Franz Gocke und dem

Bericht der Kassenprüfer Burkhard Kreuter und Ingo Tiemann erfolgte auf Antrag von Dr. Hartwig Junius die einstimmige Entlastung des Vorstands.

             Für eine Wiederwahl ins Kuratorium werden die Herren Gombel, Dr. Grewe, Hahn, Dr. Junius, Pfeifer, Schröder und Vogel für eine erneute Kandidatur vorgeschlagen. Oberbürgermeister Sierau verzichtet auf eine weitere Kandidatur, dafür kandidiert seitens der Stadt Stadtrat Martin Lürwer. Weitere Kandidaten gibt es nicht. Die Kandidaten erklären ihre Bereitschaft und werden en bloc einstimmig gewählt. Im Vorstand werden Ingo von Stillfried, Norbert Kalischewski und Axel Kolfenbach einstimmig in den bisherigen Funktionen wiedergewählt, ebenso  Burkhard Kreuter und Ingo Tiemann als Kassenprüfer.

Jürgen Lagoda weist auf eine Ausstellung „’Vorbilder’ vor Gerhard Mercator“ hin, die er zusammen mit Prof. Peter Mesenburg konzipiert hat und die am 22. April eröffnet wird (Ort: Salvator-Kirche, Duisburg). Zudem plant das Bildungswerk des VDV ein Seminar mit dem Titel „Audienz bei Gerhard Mercator“. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 18. Februar 2013 statt. – 14./16.02.2012

 

 

 

420.   „Last Call“ – Am kommenden Montag, den 13. Februar 2012, findet die Mitgliederversammlung mit der Verleihung der Eratosthenes-Preise in Dortmund statt. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Mehr siehe Mitt. Nr. 416 – 09.02.2012 

 

 

419.   Ein Hobbie-Jubiläums-Theodolit aus Jena und Oberkochen via Bremen ins Dortmunder Vermessungsmuseum

             Ein hochherziges Geschenk durfte der Präsident des Förderkreises des Vermessungstechnischen Museums und Redakteur dieser Seite entgegennehmen: Dr.-Ing. Dierk Hobbie übereichte am 30. Januar in Bremen einen THEO 010 A aus dem Produktbereich „Geodätische Instrumente“ der Carl Zeiss Jena GmbH – doch es war kein üblicher Theodolit, es war ein ganz besonderer, ein ungewöhnliches Unikat: Mehrfach aufgeschnitten, das Innenleben von Fernrohr, Okular, Teilkreisen sichtbar … Einst ein Geschenk zum 25-jährigen Dienstjubiläum im Jahr 1993 an Dr.-Ing. Dierk Hobbie, seinerzeit in der Gesamtverantwortung für den Geschäftsbereich Vermessung mit den drei Produktbereichen Geodäsie, Photogrammetrie und Spezialsysteme (für die Aufklärung) bei CARL ZEISS in Oberkochen. Das alles geschah in einer Zeit, als Ost-Zeiss-Jena und West-Zeiss- Oberkochen darum rangen, wie eine gemeinsame Zukunft nach der Wiedervereinigung aussehen sollte. 1995 dann waren die beiden Zeiss-Gesellschaften wiedervereint und die Produktionsbereiche auf Jena (Geodäsie) und Oberkochen (Photogrammetrie) verteilt. – 2001 wurde  im geodätischen Instrumentenbereich „aus Zeiss Trimble“ (vergl. unsere Mitt. Nr. 291).

            Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum in Dortmund dankt für dieses doppelt wertvolle Präsent – aus persönlichen Besitz und aus einer Zeit großen Umbruchs in ein neues Zukunftskonzept in der Zeiss-Firmengeschichte, die Dierk Hobbie leitend mitgestaltet hat. Danach leitete er noch mehrere Jahre den Geschäftsbereich Photogrammetrie in Oberkochen und später das Vorstandsbüro von CARL ZEISS. 

             Diesen so ganz besonderen Theodoliten werden wir in der kommenden Mitgliederversammlung am 13. Februar in Dortmund zeigen und in unsere Schausammlung im Vermessungsmuseum aufnehmen. – 02.02.2012

 

 

418.   Erneut hohes und weiter zunehmendes Interesse an unseren Seiten 

             Die (anonymisierte) statistische Auswertung der Besuche und Seitenaufrufe auf unserer Homepage zeigt ein beständig weiter steigendes großes Interesse. 2011 hatten wir mit 33.765 Besuchen eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 31.600 (nach 18.600 in 2009).

             Die Seitenaufrufe stiegen ebenfalls weiter auf  48.600 in 2011 (nach 46.700 und davor 29.300). Diese Seite Aktuell zählte 2011 wieder 7.600  Aufrufe wie schon im Vorjahr, die Seite Aktuell-Archiv über 4.900 (nach 4000 in 2010).  Faßt man die beiden Seiten Aktuell + Aktuell-Archiv zusammen, die beide zahlreiche Einzelaufrufe hatten, so entfielen darauf über 12.000 Aufrufe im vergangenen Jahr 2011, also mehr als 1000 pro Monat. Dies zeigt ebenfalls das hohe Interesse an vermessungshistorischen Ereignissen, Gedenktagen und Schriften, worüber wir seit nunmehr rd. 9 Jahren auf diesen Aktuell-Seiten informieren. Wir denken, damit auch insbesondere jüngere Besucherinnen und Besucher für die Vermessungsgeschichte  interessieren zu können. Interessant erscheint auch „der Weg zu uns“. 56% sind direkte Zugriffe, 27% kommen von verweisenden Domains und 17% über Suchmaschinen. Sicher sind auch Sie sehr oft dabei gewesen! – 28.01.2012

 

 

417.   Kuratoriumsvorsitzender  Prof. Dr. Witte 75

             Der Vorsitzende unseres Kuratoriums o.Professor em. Dr.-Ing. Bertold Witte vollendete am 17. Januar d. J. sein 75. Lebensjahr – Vorstand und Kuratoriumsmitglieder gratulieren herzlich, zugleich im Namen der Mitglieder unseres Förderkreises.

             Als 2008 dieses für unseren Förderkreis so wichtige Amt vakant wurde und wir Bertold Witte diese Aufgabe antrugen, bedurfte es keiner großen Überredungskunst, ihn zu gewinnen. Neben seinem breiten Feld in Lehre und Forschung an den Universitäten Bonn und Aachen schon seit 1968 hat ihn auch die Geschichte unserer technischen Wissenschaft stets besonders interessiert. Die Schwerpunkte seines Berufsfeldes insbesondere in der Meßtechnik, der Ingenieurgeodäsie, dem trigonometrischen und geometrischen  Nivellement  bis hin zu den GPS-Echtzeit-Meßverfahren liegen eng auf der Linie der Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkte unseres Vermessungstechnischen Museums in Dortmund. Und Bertold Witte weiß in seiner vornehm-zurückhaltenden und sorgsamen Art die Grundlinien unserer Museumsarbeit aufzunehmen, weiterzuentwickeln und zu gestalten, dies auch im Hinblick z. B. auf das 2014 kommende 12. Symposium für Vermessungsgeschichte.

             Wir freuen uns, in o. Professor Dr. Bertold Witte eine kompetente  Persönlichkeit an der Spitze unseres Kuratoriums zu wissen, der das Wirken seiner Vorgänger o.Professor Dr.-Ing. Wolfgang Torge (1998- 2008) und Professor Dr. Hartmut Dietrich kontinuierlich fortführt,  wie seine Vorgänger nun schon über viele Jahre unterstützt von Dr. Hartwig Junius aus Dortmund. – Wir sagen auch an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch!    23.01.2012   

 

 

416.   Eratosthenes-Preisträger 2011 – Dr. Rickenbacher aus Basel und Prof. Lelgemann aus Berlin

             Den mit 2.500 € dotierten Eratosthenes-Preis 2011 erhält Herr Dr. phil. dipl. Ing. Martin Rickenbacher aus Bern/Schweiz für seine DissertationNapoleons Karten der Schweiz – Landesvermessung als Machtfaktor zwischen 1798 und 1815“. In seiner Dissertation hat der Preisträger hervorragende Forschungsergebnisse zur  französischen Landesvermessung der Schweiz herausgearbeitet. –  Herr Professor em. Dr.-Ing. Dieter Lelgemann aus Berlin erhält den Eratosthenes-Ehrenpreis 2011 für seine jüngsten Buchveröffentlichungen und seine Arbeiten über Eratosthenes, die das Stifterkollegium in ihrer Gesamtheit für besonders geeignet hält, einer breiten Öffentlichkeit  wissenschaftliche Erkenntnisse aus der historischen Geodäsie näherzubringen.

             Das Stifterkollegium (Präsident Professor Dr.-Ing. Harald Lucht, Erster Vorsitzender Dipl.-Ing. Ingo Freiherr von Stillfried, Kuratoriumsvorsitzender o.Professor em. Dr.-Ing. Bertold Witte)  hat unmittelbar nach Abschluß der Einreichungsfrist  am 2. und nochmals am 26. November 2011 über die Preisverleihung beraten und sich für die beiden Preisträger entschieden. Insgesamt waren 10 wertvolle Vorschläge eingereicht worden.

             Die Preisverleihung findet statt am 13. Februar 2012 ab 14:00 Uhr im Rahmen der Mitgliederversammlung 2012  in Dortmund in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte.  Martin Rickenbacher und Dieter Lelgemann werden aus ihren preisgekrönten Arbeiten in Kurzvorträgen berichten. – 18.01./15.02.2012

 

 

415.    Der Wiehen-Wagen entsteht als Modell bei Volkswagen – für die Mercator-Ausstellung

             Wir haben in unserer Mitt. Nr. 324 vor etwa einem Jahr  berichtet, wie unser Erster Vorsitzender Ingo von Stillfried und unser Bibliothekar  und stellv. Kuratoriumsvorsitzender  Dr. Hartwig Junius bei der Volkswagen AG Interesse wecken konnten, den vor über 200 Jahren erdachten und in einem Buch mit bemaßten Zeichnungen veröffentlichten Vorschlag für einen Meßwagen im Modell nachzubauen.  „Abbildung und Beschreibung einer Geographischen Maschine auf einem Wagen oder Kutsche“ von Johann Georg Wilhelm Wiehen, Hildesheim 1772, hieß das Werk. Wir hatten es antiquarisch angekauft. Inzwischen konnten sich Hartwig Junius bei einem jüngsten Besuch  am 2. Dezember 2011 überzeugen: Der Wiehen-Wagen“ wird als Funktions-Modell im Maßstab 1:1 in der Lehrwerkstatt des VW-Werkes in Baunatal gebaut. Wir dürfen hoffen, ihn in unserer  Sonderausstellung  „500 Jahre Gerhard Mercator - vom Weltbild der Renaissance zum Kartenbild der Moderne“ der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

             Und ergänzend  weisen wir auf den Aufsatz hin „Mit dem Kompaßwagen über den Globus“ von Prof. Dr. Dierck-E. Liebscher, in dem dieser neben Überlegungen zu Verbindungen auf gekrümmten Flächen auch einen Kompaßwagen erwähnt, ebenfalls alt-historischen Datums, wie er im Modell vor dem Nationalmuseum für Wissenschaft und Technik in Taipeh aufgestellt ist – eine Veröffentlichung mit interessanten Erwägungen zu Differential-, Subtraktions-   und Planetengetrieben für einen Kompaßwagen, eine Darstellung aus mathematischer Sicht (siehe  http://www.aip.de/~lie/Publikationen/Kompasswagen.pdf )

             Wir sind in der Vorbereitung der Mercator-Sonderausstellung begeistert,  zu dem historischen Begründer  der UTM-Koordinaten einen ebenfalls historischen Gedanken eines Wege-aufzeichnenden Wagens - im Modell realisiert - bewundern zu können. – 08. 01. 2012

 

 

414.    Der Euro und das Kataster

             „Aktuell“ heißt diese Seite unserer Homepage Vermessungsgeschichte  – Ist das Kataster aktuell und zugleich Vermessungsgeschichte?

Wir lesen in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Leitkommentar: „ …Ein Beispiel für die Fragwürdigkeit europäischer Förderprojekte ist das griechische Katasterwesen. Der Versuch, im Staatsbesitz befindliche Immobilien zu veräußern, ist bisher daran gescheitert, dass es in Griechenland an verlässlichen Katasterunterlagen mangelt. Dabei gibt es ein Katasteramt, dessen Arbeit seit Jahren mit europäischen Mitteln bezuschusst wir. Man läse gerne einmal eine Untersuchung dazu, wie viel Geld für die Modernisierung des griechischen Katasterwesens nach Athen geflossen ist, wer es bewilligt hat und wie es verwendet wurde – und warum es in Brüssel jahrelang niemand gestört hat, dass die Behörde ihre zentrale Aufgabe trotz Fördermillionen immer noch nicht zu erfüllen imstande ist…. “ F.A.Z. vom 31. 12. 2011, Seite 1, Leitkommentar „Von Teilzahlung zu Teilzahlung“ von Michael Martens.

             Auch zur Rettung des EURO ist ein funktionierendes Kataster- und Grundbuchsystem hochaktuell – dessen Herstellung ist aber sicher eine Herkulesaufgabe in jenem großen vielfach zerklüfteten, inselreichen Land wie Griechenland.  Preußen benötigte einst vor 150 Jahren vier Jahre, und das war nur möglich, weil man auf  ältere Unterlagen aus Separationen, Gemeinheitsteilungen, auch älteren Grundstückskatastern zurückgreifen konnte. Vergl. unsere Mitt. Nr. 391. Heute kann sicher mit der Luftbildvermessung, GPS und  moderner IT-Technik effektiver gearbeitet werden, die Ermittlung von historischer Grenzziehung und Eigentum bleibt dennoch erheblich zeitaufwendig. – Die Bedeutung eines modernen Vermessungs- und Katasterwesens wird auch „bei uns“ nicht selten unterschätzt, weil es wie selbstverständlich funktioniert. Doch es bedarf auch hier beständiger nachhaltiger Pflege. – 31. 12. 2011

 

 

 

413.   175 Jahre Oldenburger Grundsteuerkataster

             Mit Datum vom 24. 2. 1836 veröffentlichte  die Großherzogliche Oldenburgische Kammer eine Bekanntmachung „betreffend die specielle Vermessung der zu dem vormals Münsterischen Landestheil gehoerigen Aemtern“. Mit dieser Verfügung und der am gleichen Tage herausgegebenen Instruktion über das Vermessungsverfahren begann vor 175 Jahren die erste systematische und vollständige Vermessung des Großherzogtums Oldenburg. Zunächst in den Ämtern Vechta und Cloppenburg begonnen, wurde eine für damalige Verhältnisse auf modernen Grundlagen und Verfahren beruhende Vermessung und 1838 auf das gesamte Oldenburger Land ausgedehnt – so lesen wir in dem höchst informativen Bericht von Heiko Taubenrauch aus Cloppenburg im Heft 2 und 3/ 2011 der Nachrichten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung. Der Autor beschreibt kenntnisreich eine Entwicklung, die damals „Zug der Zeit“ war, als in deutschen Landen Vermessungen und Grundstückskataster  angelegt wurden, jedoch einen ganz zukunftsgerichteten Ansatz verfolgte (siehe ergänzend  u.a. die auch zeitlich enge parallele Entwicklung in der benachbarten Hansestadt Bremen, vergl. unsere Mitt. Nr. 344)

             Heiko Taubenrauch schildert in seiner sorgsam recherchierten und reich bebilderten Veröffentlichung einleitend die territoriale Vorgeschichte mit u.a. den Verhandlungen zum Reichdeputationshauptschluß von 1803, erwähnt den Weserzoll (der die Kaufleute der Hansestadt Bremen lange ärgerte) bis hin zum Gebietszuwachs im heute als Oldenburger Münsterland bekannten Gebiet. Ebenso werden die umfangreichen Triangulationsarbeiten umrissen, verbunden mit den Namen Hauptmann G. S. Otto Lasius (1752 – 1833), C. F. Gauß (1777 – 1855), A. Ph. Freiherr von Schrenck (1800 – 1877), die darauf sich gründenden topographischen  sowie ebenso Parcellar-Vermessungen. Ausführlich wird das Oldenburgische Grundsteuerkataster in seiner Entstehung beschrieben und gewürdigt, ergänzt mit einer Reihe von Abbildungen historisch besonders interessanter Übersichts- und Flurkarten sowie des damaligen Flurbuchs des Grund- und Gebäude-Steuerkatasters, der zugehörigen Mutterrolle, von Handrissen etc.

             Mit der Fertigstellung des Oldenburger Urkatasters zum 1.1.1866 konnte dann das bereits seit 1803 angestrebte neue Grund- und Gebäudesteuersystem eingeführt werden. Oldenburg verfügte damit über ein Kataster, über das der Kölner Obergeometer Winckel 1882 urteilte: „Wenigen Fachgenossen dürfte bekannt gewesen sein, daß das Vermessungswesen in der äußersten nordwestlichen Ecke unseres Vaterlandes in solcher Blüte steht; mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß andere größere deutsche Staaten Sorge tragen, von dem kleinen Großherzogthum an der Nordseeküste nicht ferner beschämt zu werden.“ – Und ihr Redakteur fügt hinzu: mögen diese Zeilen dazu beitragen, 175 Jahre Oldenburger Grundsteuerkataster in das Bewußtsein derer zu  rücken, für die die Vermessungsgeschichte eine Quelle faszinierender historischer Erkenntnisse darstellt!

             Quelle: Heiko Taubenrauch: Bedürfnis eines vollständigen Grundcatasters – 175 Jahre Oldenburger Grundsteuerkataster – in Nachrichten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung Heft 2 und 37 2011 S.19 bis 31. Interessenten erhalten pdf-Datei dieses sehr lesenswerten Aufsatzes beim Autor über die Adresse heiko.taubenrauch@lgln.niedersachsen.de  – 15.12.2011

 

 

412.   Eratosthenes-Preisträger 2011

             Das Stifterkollegium zum Eratosthenes-Preis hat am 2. und 26. November 2011 in Dortmund über die Preisvergabe zum Eratosthenes-Preis 2011 beraten. Dem Kollegium waren termingerecht bis zum 31. Oktober insgesamt 10  Vorschläge eingereicht worden. Die eingereichten Arbeiten und Veröffentlichungen umfaßten ein breites Spektrum von vermessungsgeschichtlichen Themen und zeigten einmal mehr die große Vielfalt auch in der Historie unseres Berufsfeldes.  Alle Vorschläge konnten vom Stifterkollegium als sehr gute Arbeiten auf dem Gebiet der Vermessungsgeschichte beurteilt werden. Wir denken, dies ist eine ganz erfreuliche Entwicklung grundsätzlich für das Interesse an der Vermessungsgeschichte und zugleich aber auch für die Resonanz dieses seit 2000 ausgelobten, mit 2.500 € dotierten Eratosthenes-Preises.

             Beratungsergebnis und Preisträger werden wir unseren Mitgliedern mit der Einladung zur Mitgliederversammlung 2012 mitteilen und zu gegebener Zeit auch an dieser Stelle veröffentlichen. Zwischenzeitlich sind bereits Preisträger wie Mitbewerber über das Ergebnis persönlich unterrichtet worden. – 06.12.2011

 

411.   Jubiläumsveranstaltung 60 Jahre VDV-Bezirk Dortmund

             Der VDV-Bezirk Dortmund feierte am 26. November 2011 sein 60-jähriges Bestehen – hoch über der Stadt im Harenberg-Hochhaus. Die Vorsitzende Andrea Kleber skizzierte einleitend die Situation im Gründungsjahr 1951 der zu 90 % zerstörten Innenstadt von Dortmund, erinnerte an die Verbandsgründung in schwerer Zeit, die damalige Aufbruchsstimmung, den umfangreichen Stadt- und Verkehrswiederaufbau: wesentliche Voraussetzungen waren  stets  die Leistungen der Vermessungsingenieure. In der Reihe der Grußworte gratulierte zunächst der Leiter des Kataster- und Vermessungsamtes Dortmund Ulf Meyer-Dietrich und überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters, der Fach-Dezernenten und betonte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Amt, den Beratenden wie den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren. Der Präsident des Förderkreises des Vermessungstechnischen Museums Harald Lucht erinnerte daran, wie einst Siegfried Stahnke jenen von Adrea Kleber skizzierten Wiederaufbau Dortmunds mit einer Bodenordnung ermöglichte. Stahnke war es auch, der dem 1987 neu gewählten Präsidenten jene Fachkollegen besonders ans Herz legte, die den VDV-Bezirk ebenso aufgebaut haben, wie dem Museums-Förderkreis. Mit besonderer Freude begrüßte er dabei Dr. Kurt Kröger, der von Anfang an dabei war. Und Harald Lucht beglückwünschte Frau Kleber und die Redakteure – Manfred Gombel, Friedel Pfeifer, Carl-Wilhelm Schmälter, Berndt Weise – zu der besonders gelungenen Jubiläums-Schrift, sie zeige die reiche fachliche wie kulturell ausgerichtete 60-jährige Verbandarbeit.

             Wilfried Grunau, Präsident des VDV, forderte im Schwerpunkt seines zukunftsweisenden, mit manchem Bonmot angereicherten Vortrags mehr Marketing der Vermessungsingenieure. Ein wichtiger Schritt auf diesem Wege sei die auf der Bremer Erklärung aufbauende Zusammenarbeit von DVW, VDV und BdVI (siehe hierzu auch unsere Mitt. Nr. 396) – Eine offensive Vertretung des Vermessungswesens sei heute im Zeitalter der Geoinformationen wichtiger denn je.

             Nach Ehrung von Mitgliedern für langjähriger Verbandsmitgliedschaft und einer  erfreulich ausgiebigen Kaffeepause und damit ermöglichtem breiten Small Talk berichteten Dortmunder Vermessungsbüros aus ihren aktuellen Projekten: Unter der Moderation von Berndt Weise war es erfreulich zu erkennen, wie kompetent und in großer fachlicher Breite das Vermessungsbüro Blank und die Öffentl. best. Vermessungsingenieure  Christian Sommerhoff, Tiemann und Partner sowie Jürgen Wiegen in ihrer Arbeit modernste Instrumente und Techniken einsetzten. Eine abschließende Führung von Manfred Gombel und Ingo von Stillfried durch das Vermessungstechnische Museum beschloß diese gelungene  Jubiläumsveranstaltung. – 27. 11. 2011

 

 

410.   Mercator-Ausstellung in Dortmund zum 500. Geburtstag von Gerhard Mercator

             Das kommende Jahr birgt für die Vermessungsgeschichte ein ganz besonderes Ereignis: Gerhard Mercator wurde vor 500 Jahren am 5. März 1512 geboren. Geburtsort war Rupelmonde, Grafschaft Flandern, seine jungen Jahre verbrachte er in Gangelt am Niederrhein, sein Name war eigentlich Gerard De Kremer, latinisiert: Gerardus Mercator. Er starb am  2. Dezember 1594 in Duisburg, damals Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, wo er lange wirkte. Mercator war Mathematiker, Geograph, Philosoph, Theologe und Kartograph und steht gerade als Mathematiker und Kartograph in engster Beziehung zur Vermessungsgeschichte.

             Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e. V. in Dortmund plant vor diesem Hintergrund eine große Sonderausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund. Erste Vorbereitungen sind mit dem 11. Symposium für Vermessungsgeschichte im Februar 2011 in Dortmund und einer Vortragsfolge auf der INTERGEO in Nürnberg erfolgt. Der Erste Vorsitzende des Förderkreises Ingo von Stillfried arbeitet bereits seit Monaten an einem ausgefeilten Ausstellungskonzept und an der Organisation der Umsetzung. Die Ausstellung wird das Leben und Wirken Mercators in seinen Werken zeigen und die besondere Bedeutung vermitteln, die seine Arbeiten damals und bis heute hatten und haben – für die Entwicklung der Kartographie, die Darstellung der Welt in Atlanten und bis hin zu den modernen Navigationssystemen. An der Umsetzung des ausführlich entwickelten Ausstellungskonzepts arbeiten ehrenamtlich inzwischen über 30 Fachkollegen und -Kolleginnen mit. Die Ausstellung wird in enger Kooperation mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte MKK vorbereitet (dem „Mutterhaus“ unseres Vermessungsmuseums).

             Das MKK organisiert auch den gesamten Leihverkehr mit namhaften Institutionen. Dazu gehören u. a. die Bundesämter für Kartographie und Geodäsie in Frankfurt a. M. und für Seefahrt und Hydrographie in Hamburg und Rostock; die Deutsche Luft- und Raumfahrtgesellschaft in Oberpfaffenhofen; Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel; Landesamt für Geoinformation in München; Landesvermessung NRW in Bonn; Rheinisches Landesmuseum Bonn; Stadt- und Kulturhistorisches Museum Duisburg; Stadt- und Landesbibliothek Dortmund; Stadtarchiv Dortmund; Stadtmuseum Köln; Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Kartensammlung, Berlin; weiteren Institutionen sowie einer Reihe privater Leihgeber. Das Ausstellungskonzept und der ständig aktualisierte Ausstellungskalender ist im Internet unter www.Mercator500.de einsehbar. Werbeflyer und Plakate können per eMail unter vermessung@dortmund.de angefordert werden. 

             Die Ausstellung wird maßgeblich finanziell unterstützt von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, dem Verband Deutscher Vermessungsingenieure VDV, dem Deutschen Verein für Vermessungswesen DVW-Landesverein NRW, der Deutschen Gesellschaft für Kartographie Rhein-Ruhr, einer Reihe von Fachfirmen, u.a. von ESRI Deutschland, Conterra, MOSS sowie auch von privaten Sponsoren. Wir laden weitere Sponsoren herzlich ein, die Ausstellung zu unterstützen. Wir werden Geldspenden – soweit erwünscht – im Rahmen der Ausstellung namentlich hervorheben. Dafür ist ein Sonderkonto bei der Sparkasse Dortmund (BLZ 440 501 99 Konto Nr. 911005166) eingerichtet. Die feierliche Eröffnung findet am 9. März 2012 statt, die Ausstellung läuft vom 10. 03. Bis 10. 06. 2012 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund. – 10.11. 2011                        

 

 

 

409.   Fundsache - Landmesser in Livland in der Zarenzeit

             „Ich erfuhr, daß Oberst Tenner sich den Winter über in Riga aufhielt, um Karten zu zeichnen. Ich steckte unsere letzten Rubel ein, legte in aller Eile die zweihundertzwanzig Werst (1 Werst = 1066,78 m) zurück und suchte ihn auf. Er schrieb mir das nötige Papierchen. Dann ging er zum alten Graf Mellin und ließ sich von  ihm eine Empfehlung für mich geben. Danach begab er sich mit mir in die Gouvernements-Verwaltung, legte einige seiner Triangulationen auf den Tisch, behauptete, das wären meine Arbeiten (was sie in gewissem Maße auch waren), und setzte durch, daß ich ein Landmesserzeugnis mit Unterschriften und Siegel erhielt. Für staatliche Aufträge reichte das nach dem russischen Gesetz von 1806 zwar nicht aus, aber dies Gesetz ist in Livland bislang nie angewandt worden, und für Arbeiten am Ort genügte es. …“ schrieb Jakob Mättik in seinem Tagebuch – einem Bericht aus dem zaristischen Rußland 1813 bis etwa 1827, einer Zeit, in der auch dort Gedanken der Bauernbefreiung erwachten.

             Vermessungsgeräte und -instrumente wollte er zunächst „vom alten Winter aus Dorpat, der lange in Rente war“ mieten – einen anständigen Theodoliten, Wimpelstangen, und sogar ein Wagnersches Planimeter – schließlich kaufte er, finanziert aus einem Vorschuß und in Ratenzahlung. Start in den Freien Beruf unter schwierigsten Verhältnissen auch hier.

             Zum geschichtlichen Hintergrund: der russische General Karl Ivanovic von Tenner (1783 – 1859) triangulierte 1817 bis 1832 im Baltikum. An jenen Vermessungen hatte Mättik mitgewirkt. Die bekannte sich anschließende ostpreußische Gradmessung (1832 – 1835) von Friedrich Wilhelm Bessel verband auch auf Tenners Anregung diese russische Kette mit den Dreiecksketten des preußischen Generalstabs.

             Jakob Mättik war Schwager des Adligen Timotheus Eberhard von Bock (1787 - 1836). Dieser hatte dem Zaren Alexander I. (1777 – 1827) seinen Eid geleistet (und entstammte ebenfalls der Familie Romanov). So fühlte er sich ihm doppelt verpflichtet. Er heiratete (als Gutsbesitzer) die Schwester Mättiks, eine Kutschertochter in damaliger Zeit ein Skandal und ihm widerfuhren erhebliche Anfeindungen. Als er 1818 in einem Memorandum in eindrücklicher Form den monarchischen  Absolutismus und die Leibeigenschaft im damaligen Rußland anprangerte und ein Verfassungsprojekt entwarf, wurde er von der zaristischen Gouvernements-Verwaltung kurzerhand für geistesgestört erklärt und bis 1827 eingekerkert. Die Familie geriet in Armut – und  Schwager Jakob Mättik wurde (siehe oben) mit Tenners Hilfe Landvermesser: Sein oben zitiertes Tagebuch wurde von Helge Viira/Jaan Kross nach Verifikation durch Archiv- und Familienunterlagen 1978/1990 veröffentlicht. Es widerspiegelt die gesellschaftlichen Verhältnisse in Livland (historisch in etwa Südhälfte Estlands), in der damals die russischen Zaren Alexander I. und Nikolai I. (1796 – 1855) Rußland regierten. - Vergl. zu den Verfassungsfragen auch unsere Mitteilungen Nr. 254 und 274

             Quellen: Jaan Kross: Der Verrückte des Zaren – aus dem Estnischen von Helga Viira, Carl Hanser Verlag München Wien 1990 – Titel der Originalausgabe Keisri hull (Tallin 1978); Rudolf Schmidt: Die preußische Dreieckskette vom Rhein über Schlesien nach Memel 1817 – 1834, DGK  Reihe E Heft 29, München 2007: Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie in Deutschland, 2. Auflage, de Gruyter Berlin New York 2009,

http://de.wikipedia.org/wiki/Timotheus_Eberhard_von_Bock. – 01.11.2011

 

 

 

408.    Konrad Peters – ein Nestor der Vermessungsgeschichte wird 90

             Lange konnte Dipl.-Ing. Konrad Peters aus Münster krankheitsbedingt nicht mehr unmittelbar an den Veranstaltungen unseres Förderkreises Vermessungsgeschichte in Dortmund teilnehmen, war jedoch stets mit dem Herzen dabei – umso mehr waren wir erfreut, ihm 2009 persönlich die Ehrenmedaille unseres Förderkreises im Rahmen der Mitgliederversammlung übereichen zu können. Wir haben damit eine Persönlichkeit geehrt, die sich seit den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit beständig zunehmendem Engagement vermessungshistorischen Themen gewidmet hat, zahlreiche Veröffentlichungen verdanken wir ihm – bis in die jüngste Vergangenheit.

             Geboren am 24. Oktober 1921 in Münster/Westfalen, gehört Konrad Peters zu den Jahrgängen, die in ihrer Jugend – bedingt durch den Zweiten Weltkrieg – schwere Zeiten durchleben mußten. Mitten im Studium an der Staatsbauschule Frankfurt a.M. wurde er 1941 im Wehrdienst eingezogen. Im April 1945 geriet er in Königsberg in russische Kriegsgefangenschaft, über vier lange Jahre bis zum Spätsommer 1949. Peters nutze jedoch jene Zeit und sammelte unter schwierigsten Bedingungen Vermessungserfahrungen als Landmesser auf  russischen Sowchosen und mit dem Bau und dem Einsatz einfacher Vermessungsgeräte – Erfahrungen, die ihm für seine späteren geschichtlichen Forschungsarbeiten hilfreich werden sollten.

             Seine Berufslaufbahn bei der Bundesbahn begann am 1.1.1950. Als „Spätheimkehrer“ hatte er das Recht auf Wiedereingliederung und wurde zunächst als Arbeiter bei der Bundesbahndirektion Münster eingestellt, wo er 1938 als Vermessungspraktikant begonnen hatte. Und 1950 konnte er dann endlich auch das Examen an der Staatsbauschule in Frankfurt a. M. ablegen. Erst 1956 erreichte er mit der Ernennung zum technischen Bundesbahninspektor den Anschluß an seine Laufbahn. – Autor dieser Zeilen hat in seiner langen Praxis immer wieder solche kriegserschütterten Biographien kennengelernt und mit Bewunderung den wertvollen Einsatz jener Generation für unseren Beruf erkennen dürfen.

             Konrad Peters wurde 1972 zur Bundesbahndirektion Essen versetzt, bedingt durch die Auflösung der Bundesbahndirektion Münster. Hier war er insbesondere in der Ingenieurvermessung tätig. Seine vielseitiges Können  führte ihn zu besonderen Einsätzen u. a. bei der Elektrifizierung im Raum Kassel, der Bahnhochlegung in Oldenburg, selbst zu einem kurzzeitigen Sondereinsatz beim Eisenbahnbau in Argentinien. Er wirkte als Ausbildungsleiter und als Lehrer an der Bundesbahnfachschule. 1983 pensioniert, ist er als Bundebahnamtsrat „im Unruhestand“ weiterhin vielseitig aktiv geblieben.

             Seine Vorliebe für historische Fragen im Vermessungswesen blieb in allen diesen Jahren ungebrochen. Eine große Anzahl Veröffentlichungen sind seitdem entstanden, begonnen im „Fluchtstab“, und später in der nachfolgenden Vereinszeitschrift „Der Vermessungsingenieur“, dem heutigen VDVmagazin. So sind in den vergangenen über 5 Jahrzehnten insgesamt weit mehr als 60 wertvolle Veröffentlichungen erschienen, allein 5 Bände der Schriftenreihe unseres Förderkreises stammen aus seiner Feder. Bereits 1969 waren für die Ausstellung „Praxis Geometriae – Vorgänger unserer Schausammlung – eine ganze Reihe von Veröffentlichungen wesentliche Arbeitsgrundlage. Beherrschende Themen waren u.a. Bauten im Altertum, der historische Tunnelbau, historische Meßgeräte, dabei war stets erkennbar seine Vorliebe zu anwendungsbezogenen und praktischen Themen.

             Darüber hinaus hat Konrad Peters sich professionell dem praktischen Nachbau von Meßgeräten aus dem Altertum gewidmet. Schautafeln zeigen Konstruktion, Funktion, Einsatz und mögliche Meßverfahren. Er hat sich auch immer wieder gefragt und untersucht, welche Genauigkeiten mit der damaligen Meßkunst möglich wurden. Auf zahlreichen Ausstellungen wurden seine Arbeiten gezeigt und gewürdigt, in Vorträgen warb er für das Vermessungswesen und selbst im WDR-Fernsehen sind Beiträge von und über ihn gesendet worden. Über das geometrische Quadrat – das Logo unseres Förderkreises – und über dessen Geschichte und mögliche Genauigkeit hat er 2002 in der Zeitschrift „Der Vermessungsingenieur“ in großer Klarheit berichtet. Man darf in dieser Hinsicht Konrad Peters ohne Übertreibung und mit Dankbarkeit als einen Nestor der Vermessungsgeschichte ehren, der auf mehr als 60 Jahre segensreiches Wirken zurückblicken kann. Zur Vollendung des 90. Lebensjahres wünschen wir  Dipl.-Ing. Konrad Peters alles Gute, insbesondere für seine Gesundheit, und grüßen ihn und seine Frau herzlich. – 24.10.2011

 

 

 

407.   Bundesverdienstkreuz für Wilfried Grunau, Präsident des VDV

             Dipl.-Ing. Wilfried Grunau (53), Präsident des Verbandes der Vermessungsingenieure VDV seit 1993, ist für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Der Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Gerd Schwandner, überreichte die Auszeichnung am 12. Oktober im Sitzungssaal des Rathauses in Oldenburg für „Leidenschaftliche Arbeit fürs Ehrenamt“, wie die Nordwestzeitung Oldenburg in ihrer Ausgabe vom 13. 10. 2011 berichtete. Wilfried Grunau habe sich in zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben für das Wohl der Allgemeinheit eingesetzt, getreu seines Wahlspruchs „Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun.“

            Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund gratuliert Präsident Grunau zu dieser hohen Ehrung, insbesondere auch dankbar im Wissen um die beständig gute Unterstützung des im Förderkreis konzentrierten vermessungshistorischen Netzwerks durch Präsident Wilfried Grunau und vom gesamten Vorstand des VDV. – 16. 10. 2011 

 

 

 

406.   Längenmaße und Entfernungen - 11. Dortmunder Museumsnacht voller Erfolg

             Räumliche Dimensionen zu erfassen war schon immer menschliches Begehren. Größere Entfernungen wurden anfangs z.B. in Kameltagesritten oder Tagreisen angegeben, kleinere in Meilen oder Ruten, kleinste in Zoll oder Strich. Andere Längenmaße waren Fuß, Klafter oder Elle. Erst die Einführung des heute weltweit verwendeten Meters im Jahre 1799 setzte der großen Vielfalt der Maße ein Ende.

             Ingo von Stillfried demonstrierte am 1. Oktober 2011, assistiert von Christian Heine, im Rahmen der Dortmunder Museumsnacht historische  Instrumente und Verfahren zur Längenmessung mit praktischen Vorführungen:  Nippur-Elle – Meßseil aus Ägypten – 12 Knotenschnur – Meßkette – Schrittzähler – Entstehung des Meters – Meßband – Theodolit – Diagrammtachymeter …. Die Vorführungen bildeten ein Streiflicht durch die unterschiedlichen Längenmaßsysteme und zeigen mit historischen Instrumenten die Entwicklung der Entfernungsmessung   in historischen Kostümen auf dem Platz von Amiens.  Jeweils anschließend führte Dr. Hartwig Junius viele Interessenten durch die Abteilung Vermessungsgeschichte im 4. OG des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3 in Dortmund. Insgesamt nahmen ca. 90 interessierte Besucher an den Führungen teil – und abschließend wurden noch lange im kleinen Kreis über Gesehenes und Erfahrenes diskutiert.

– 10.10. 2011

 

 

405.   Historische Kartographie und Vermessung – Förderkreis bei der INTERGEO aktiv

             Der vom Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e. V. betreute Vortragsblock bei der INTERGEO in Nürnberg am 29. 09. 2011 war erneut ein voller Erfolg. Unter professioneller Moderation von Ingo Frh. von Stillfried hörten zahlreiche Zuhörer Im Saal „KIEW“  drei hochinteressante Vorträge:

             Prof. Dr.-Ing. Peter Mesenburg, Universität Essen-Duisburg referierte über „Die Welt vor Columbus – Zur Genauigkeit der Katalanischen Estense-Weltkarte (1450)“. Er spannte den Bogen von Karten des Mittelalters über die nach Osten orientierten Ebsdorfer Weltkarte (mit der Andeutung des Jesus, der die Welt in Kreuzform umfaßt - wir haben eine sehr instruktive Abbildung der Ebsdorfer Weltkarte in unserem neuen Museumshandbuch, siehe S. 114), über die Systematik der Herstellung alter Portolankarten bis hin zur katalanischen Estense-Welkarte. Deren wissenschaftliche Untersuchung führte zu einer für die damalige Zeit erstaunlich hohen Genauigkeit – eine Präsentation historischer Kartographie, gekonnt kurzweilig vorgetragen.

            Prof. Dr. Peter van der Krogt, University Utrecht erfreute die Zuhörer mit ebenfalls hervorragenden Abbildungen in seinem Vortrag  „Gerhard Mercator als Kartograph und Kosmograph“. Einleitend umrundete er  die Frage – übrigens in überraschend gutem deutsch – ob Mercator wohl eher als Geograph, als Kosmograph oder als Kartograph zu gelten hat und neigte zu letzterer Profession. Sein Wegbereiter Gemma Frisius, seine vielzähligen Auftragsarbeiten, sein erstmals von ihm begründeter Atlas, der Vortragende wußte die Zuhörer mit den umfangreichen Schaffen Mercators und – in seiner Nachfolge – dessen Sohn und seiner Familie zu fesseln, last not least mit Hinweis auf die Mercator-Projektion, wie sie heute allen Navigationssystemen zugrunde liegt. Teile seines Vortrags werden in dem demnächst erscheinenden Band über das jüngste 11. Symposium zur Vermessungsgeschichte nachzulesen sein.

             Im abschließenden Vortrag dieses Nachmittags wußte Dipl.-Ing. Frank Reichert, ÖbVI, Landesgruppe Brandenburg, die Zuhörer mit einem einmal mehr überraschend tiefgründigen Vortrag zu erfreuen:  „Die Zollmann’sche Scheibe – Geschichte eines Vermessungsinstruments“. Bereits einleitend relativierte der Rederent die Bezeichnung „Instrument“, handele es sich letztlich doch lediglich um eine Papierscheibe, auf der im Feld zentrierte Richtungen aufgetragen, im Büro als graphische Winkel umgesetzt werden. Doch Frank Reichert hinterfragte, ob Johann Wilhelm Zollmann tatsächlich der „Erfinder“ dieser Scheibe war – immerhin hatte er schon 1726 bereits eine Katastervermessung in Sachsen-Weimar durchgeführt und ein Buch über die Zollmann’sche Scheibe verfaßt. Intensive Archiv-Forschungen des Vortragenden zeigten jedoch, diese Papierscheibe war schon seit einigen 100 Jahren früher im praktischen Gebrauch. Didaktisch geschickt dargeboten, erlebten die Zuhörer, wie immer ältere – auch englische und französische – Quellen ergründet wurden (u.a. Leupold, Zürner, Bion, Dilich, schließlich Daniel Schwentner (geb. 1585 in Nürnberg, dessen Buch der Förderkreis 1986 mit einer Einführung von Dr. Kurt Kröger als Reprint herausgegeben hatte. – Der Referent führte die Gedanken bis hin zur Frage: war das Meßtischverfahren oder jene Papierscheibe das ältere „Instrument“? Wir erlebten einmal mehr, wie intensiv und mit Forscherdrang unser Eratosthenes-Preisträger 2001 Frank Reichert vermessungshistorische Zusammenhänge aufzuhellen vermag.

             Ingo von Stillfried dankte abschließend Vortragenden wie Zuhörern. Und er wies werbend auf unsere kommende große Mercator-Ausstellung in Dortmund hin – siehe auch www.mercator500.de  und weitere Mitteilungen auf dieser Seite unserer Homepage. –

             Der traditionelle Stand des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e. V. in den Messehallen wurde in diesem Jahr mit besonderem Engagement von Jürgen Lagoda und Rudolf Uebbing betreut, tatkräftig assistiert von Christian Heine. Internationale Besucher waren u. a. Paul Duré aus Gent, Kollegen aus Polen vom Warschauer Geodäsieunternehmen. Unter den zahlreichen Besuchern konnten Präsident Harald Lucht und Erster Vorsitzender Ingo von Stillfried u. a. auch die Kollegen Präsident a. D. Wulf Schröder aus Wiesbaden, Dr. Helmut Hoffmeister aus Erfurt und mit großer Freude Prof. Dr. Hubertus Hildebrandt begrüßen, Leiter des Stadtvermessungsamtes Nürnberg bis 1990. – 01.10.2011

 

 

 

 

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