Präsident Peter Mesenburg zur Vollendung des 75. Lebensjahres

Professor Dr.-Ing. Peter Mesenburg feiert am 11. Juli 2015 die Vollendung seines 75. Lebensjahres. Wir gratulieren ihm herzlich und freuen uns, in ihm einen so rührigen Präsidenten unseres Förderkreises zu haben, wie wir ihn erst kürzlich wieder in Warschau bei der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung des Vermessungstechnisches Museums Dortmund mit den polnischen Geodäten erleben konnten.

Peter Mesenburg war und ist in unserem Förderkreis von Beginn an aktiv, war er ihm doch schon im zweiten Jahr seines Bestehens beigetreten – vor fast 40 Jahren.

Das Licht dieser Welt hat Peter Mesenburg einst in Lübeck erblickt, lebte dann jedoch seit seinem  sechsten Lebensjahr in der alten Römerstadt Trier. Dort bestand er die Reifeprüfung, um dann eine praktische Ausbildung im Katasteramt Trier anzutreten. Dort zum Studium überzeugt vom damaligen Vermessungsassessor Günter Herzfeld (dem späteren Chef der Vermessungs- und Katasterverwaltung in Rheinland Pfalz) studierte er 1964 bis 1969 Geodäsie an der Universität Bonn. Er besuchte mit Vorliebe die Kartographie-Vorlesungen von Prof. Dr.-Ing. Aloys Heupel. Es folgten Diplomexamen und alsbald Jahre als wissenschaftlicher Assistent mit dem Abschluss einer Dissertation über die Anwendung der Faktorenanalyse auf Generalisierungsprobleme Topographischer Karten. Anschließend beendete Peter Mesenburg auch seine für die wissenschaftliche Arbeit unterbrochene Referendarzeit in Rheinland-Pfalz mit der Großen Staatsprüfung. Doch ihn reizte Lehre und Forschung. Er erhielt den Ruf als Professor an die Universität Essen - Gesamthochschule. Dort widmete er sich insbesondere der Ausbildung der angehenden Vermessungsingenieure in der Kartographie.

Peter Mesenburg hat in Essen in seiner langen Lehrtätigkeit 150 Diplomarbeiten betreut und sie oft mit seinen Studenten vermessungsgeschichtlich- kartographischen Themen gewidmet. Die Ergebnisse waren vielfach mehrfarbige zwei- und dreidimensionale Fundkarten und eine abschließende Präsentation im Siebdruck in dem von ihm geleiteten Labor. Die von ihm initiierten und betreuten Diplomarbeiten sind mit diversen Preisen ausgezeichnet worden und  zeugen so von seinen breiten pädagogischen und wissenschaftlichen Leistungen. Er führte seine Studenten nicht nur zu höchst interessanten archäologischen Fundstätten in Deutschland sondern auch in die Schweiz, die Türkei und nach Peru, aber auch nach Spanien, Frankreich und nach Polen zu archäologischen Projekten. So wurde Peter Mesenburg insbesondere auch für Archäologen ein stets gefragter Partner. Erinnert sei hier – um nur einige zu nennen – an Aufnahmen der Römerstraße in der Eifel, der historischen Wasserleitungen in Blankenheim und Göllingen, der Villa Rustica in Blankenheim, des Canal d´Entreroches (Schweiz), der Brücke von Aspendos (Türkei) und der Monumentalanlage Sechin Bajo in Casma (Peru).

Peter Mesenburg hat immer wieder gerne die ganzheitliche Projektbearbeitung gefordert und gefördert, sein Credo war stets vermessen, koordinieren, kartieren und präsentieren. –  Bereits in dem als Band 1 der Forschungsbeiträge der Förderkreises schon 1987 herausgegebenen Werk über den Canal d’Entreroches besticht noch heute die seinem Aufsatz beigelegte  3-D-Anaglyphische Raumbilddarstellung des Kanals in ihrer wunderbaren räumlichen Anschauung. Auch manche andere Arbeit führte danach zu hochinteressanten Beiträgen in den Fachzeitschriften. –  Erinnert sei aber auch an die die Untersuchungen von Genauigkeiten von Welt- und Regionalkarten aus dem 14. – 18. Jahrhundert …

So war es nur natürlich, daß Peter Mesenburg im Förderkreis seit vielen Jahren als Fachbeauftragter für Kartographie wirkte und gerne eine enge Zusammenarbeit  mit Prof. Dr. Klaus Grewe pflegte, unserem Fachbeauftragten für die Forschungsarbeiten. – Zusammen mit Dipl.-Ing. Jürgen Lagoda gestaltete er erst vor wenigen Jahren eine Mercator-Hommage in der Salvatorkirche in Duisburg. –  Ein vertiefter Forschungsschwerpunkt von Peter Mesenburg war über die vergangenen Jahrzehnte das Themenfeld der Portolankarten, wohl geradezu ein besonderes Hobby. Die von ihm aus geodätisch-kartographischer Sicht durchgeführten Untersuchungen führten zu einer Reihe grundlegender Erkenntnisse zur Struktur und zur Genese dieser wohl faszinierendsten Karten des Mittelalters.

Aus seinem reichen Wirken für unseren Förderkreis muss hier aber auch sein profunder Beitrag für die 3. Auflage des Museumshandbuches dankbar erwähnt werden, wie ebenso seine stets inhaltsreichen und doch kurzweiligen Vorträge bei der INTERGEO.  Und wir alle sind ihm besonders dankbar, daß er nun auch das Präsidentenamt im Förderkreis übernommen hat.

Generell haben wir uns hier beschränkt auf seinen von uns besonders geschätzten breiten Einsatz für die kartographische Vermessungsgeschichte und dürfen jedoch ergänzend nur hinweisen auf seine so sehr vielfältigen Engagements in den Gebieten der akademischen Selbstverwaltung, in Bundesinstitutionen, in internationalen und nationalen Gremien, insbesondere bei der Deutschen Gesellschaft für Kartographie DGfK, bei den Kartographentagen – und auch verweisen eine große Anzahl von Veröffentlichungen und Vorträgen, auf insgesamt das vielfältige Wirken von Peter Mesenburg, wie es besonders anläßlich der Vollendung seines 65. Lebensjahres in der Zeitschrift Kartographische Nachrichten 4/2005 durch den Kollegen Prof. Joachim Neumann gewürdigt worden ist.

Wann immer man dem Jubilar begegnet, stets sind die fachlichen, insbesondere aber auch die persönlichen Kontakte von großem Gewinn. Seine persönliche Ausstrahlung fasziniert ebenso, wie seine Tatkraft mitzureißend vermag. – Aus unserem Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. in Dortmund übermitteln wir Professor Dr.-Ing. Peter Mesenburg  die besten Wünsche und alles Gute zur Vollendung seines 75. Lebensjahres  – im Kreise seiner Familie, in seiner Wissenschaft und als Präsident unseres Förderkreises – und fügen gerne hinzu AD MULTOS ANNOS. Nachtrag: siehe auch zfv 5/2015 S. n-83/84 mit Foto.