Eratosthenes-Preisträger
Preisverleihungen anlässlich der Mitgliederversammlung in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte am 18. Febr. 2019
- Den Eratosthenes-Preis 2019 erhielt David März für seine Masterarbeit „Die Entwicklung der Landesvermessungen in den deutschen Ländern im 19. Jahrhundert“. Der Preisträger schloss sein Masterstudium der Geoinformation und Management mit dem Master of Engineering (M.Eng.) 2012 an der HTW Dresden ab.
Die Arbeit wurde betreut von Prof. Dr. Rolf Helbig und Prof. Winfried Himmer und dem Stifterkollegium als eine hervorragende und umfassende Dokumentation zur Geschichte des Vermessungswesens empfohlen. Dem Preisträger März gelingt es in seiner Arbeit, die weitgehend unübersichtlichen Entwicklungen der Landesvermessungen in den deutschen Ländern prägnant und übersichtlich aufzuzeigen. Dazu untersucht er auch den technischen Fortschritt der Vermessungsinstrumente. Herr März wird über seine Arbeit auf einer der nächsten Jahresversammlungen einen Fachvortrag halten.
- Die zweite Würdigung erfuhr Prof. Dr. mult. Erich Weiß, der den Eratosthenes-Ehrenpreis 2019 erhielt (gesundheitsbedingt in Absentia). Damit würdigt der Förderkreis die zahlreichen vermessungs- und planungshistorischen Vorträge und Veröffentlichungen in geodätischen Fachzeitschriften sowie seine langjährigen Verdienste um die Ausrichtung der Symposien des Förderkreises verbunden mit der Herausgabe der Tagungsbände.
Seine Forschungsthemen behandeln insbesondere Bodenordnungsverfahren und Naturschutz sowie Persönlichkeiten, die die Entwicklung der Bodenwirtschaft in Deutschland maßgeblich beeinflusst haben. Die zahlreichen Veröffentlichungen des Preisträgers Prof. Weiß sind vorzüglich geeignet, einer breiten Öffentlichkeit den speziellen Bereich des historischen Vermessungs- und Planungswesens näherzubringen.
Preisverleihungen anlässlich der Mitgliederversammlung in der Rotunde des
Museums für Kunst und Kulturgeschichte am 13. Febr. 2017
- Mit dem Eratosthenes-Preis 2017 wurde Dr.-Ing. Markus Rembold für seine Dissertation „Die Anerkennung und Feststellung von Grundstücksgrenzen – Ein Beitrag zur Entwicklung des Liegenschaftskatasters im Lande Nordrhein-Westfalen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ [PDF-Download] ausgezeichnet.
- Die Gesamtanalyse des Autors dokumentiert ausführlich die Entwicklungen vom früheren Steuerkataster zum modernen Liegenschafts- und Mehrzweckskataster mit seinen Basisfunktionen für den Eigentumsnachweis im Grundbuch und für andere Bereiche, insbesondere für die Anforderungen der Bürger und der Nutzer aus Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Wissenschaft, wie es zugleich die Basisdaten für die Geodateninfrastruktur in Deutschland liefert.
- Bisher standen oft vor allem die technischen Entwicklungen der Geobasisdaten im Fokus, der Verfasser nimmt hier eine bisher fehlende Gesamtanalyse des nordrhein-westfälischen Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahrens aus Sicht der Gesetzgebung, der Rechtsprechung und der Fachliteratur vor und entwickelt daraus eine Reihe von weiterführenden Vorschlägen. Die von Dissertation wurde von Professor Erich Weiß (als Referent) und den Professoren Theo Kötter und Klaus Kummer von der Universität Bonn betreut.
Preisverleihungen mit dem Eratosthenes-Ehrenpreis in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte am 10. Febr. 2014
- Im Rahmen des 12. Symposiums des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e. V. in Dortmund ist Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Torge aus Hannover mit dem Eratosthenes-Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Eine ausführliche Würdigung des Preisträgers siehe in Mitteilung 507 unter Aktuelles dieser Homepage
Preisverleihungen anlässlich der Mitgliederversammlung in der Rotunde des
Museums für Kunst und Kulturgeschichte am 13. Febr. 2012
- Dr.-phil. dipl.ing. Martin Rickenbacher aus Bern erhielt den Preis für seine Dissertation an der Universität Basel. Der Preisträger hat die vor ca. 200 Jahren in der Schweiz angewandten wissenschaftlichen Methoden der topographischen Aufnahme aufgearbeitet und darüber hinaus die dabei entstandenen Karten - es handelt sich weitgehend um Originalzeichnungen - in französischen Archiven aufgespürt und erstmals aus schweizerischer Sicht erforscht; er stellt sie zugleich in einen europäischen Kontext.
Die Arbeit ist eine umfassend recherchierte Dokumentation eines hochinteressanten und ungewöhnlichen Kapitels französischer-schweizerischer Landesvermessung, zusätzlich eingebettet in die geisteswissenschaftlichen Aspekte und die handelnden Persönlichkeiten jener Zeit - (Die Arbeit ist 2011 erweitert als Buch erschienen: Napoleons Karten der Schweiz, Landesvermessung als Machtfaktor 1798 – 1815, hier und jetzt, Verlag für Kultur, ISBN 978-3-03919-196-3).
- Das Stifterkollegium hatte o. Prof. em. Dr.-Ing. Dieter Lelgemann vor dem Hintergrund seines reichen geodätisch-literarischen Wirkens den erstmals verliehenen Eratosthenes-Ehrenpreis zuerkannt. Dieter Lelgemann wurde 1939 in Essen geboren, nach Ingenieurschule Essen und Studium an der TU Berlin war er wiss. Assistent bei Professor Moritz und ist dort 1971 promoviert worden. 1975/76 Studienaufenthalt in den USA habilitiert 1978 und seit 1985 Professor für Astronomische und physikalische Geodäsie. – Der Ehrenpreisträger hielt einen engagierten Vortrag „Antike Messkunst“. Die Messkunst bildet die Verknüpfung von Messtechnik und Angewandter Mathematik. Er ging besonders auf die „antiken“ Wissenschaftler ein, die bereits grundlegende Forschungsergebnisse erzielt haben, von Thales, Anaximandos, Pytheas über u.a. Archimedes, Eratosthenes bis zu Ptolemaios – in der praktischen Interpretation ihrer Ergebnissen mit verblüffend hohen Genauigkeiten. Dieter Lelgemann überzeugte die interessierte Zuhörerschaft durch eine eindrucksvolle Präsentation seiner antiken Recherchen und Erkenntnisse.
Preisverleihung anlässlich der Mitgliederversammlung in der Rotunde des
Museums für Kunst und Kulturgeschichte am 22. Febr. 2010
- Dr.-Ing. Rudolf Hafeneder aus Bonn erhielt den Preis für seine intensiven Forschungsarbeiten zur Kolonialkartographie 1884 - 1919, welche er nach seiner Pensionierung als Oberst extern an der Bundeswehrhochschule in München in seiner Dissertation 2008 zusammengefaßt hat. Nach der Preisverleihung erläuterte Rudolf Hafeneder in einem kompakten Vortrag mit Hilfe einer beeindruckenden Power-Point-Präsentation seine Forschungsergebnisse.
Die von Prof. Kurt Brunner und Prof. em. Albert Schödlbauer betreute Dissertation „Deutsche Kolonialkartographie 1884-1919“ [PDF-Download] ist eine umfassend recherchierte Dokumentation eines hochinteressanten und ungewöhnlichen Kapitels deutscher Kartographie- und Kolonialgeschichte.
Preisverleihung während der Eröffnungsveranstaltung der INTERGEO am 25. September 2007 in Leipzig
- Herr Dipl.-Ing. (FH) Mario Bauch (31) erhielt den Preis für seine Diplomarbeit 2004 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden im Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie „Zu den Anfängen der Forstvermessungs-Anstalt unter Schellig und Cotta (1804 – 1844)“. Die Diplomarbeit wurde betreut und vorgeschlagen von Prof. Dr. oec. Rolf Falk Helbig.
Preisverleihung während der Eröffnungsveranstaltung der INTERGEO am 4. Oktober 2005 in Düsseldorf
- Frau Dr.-techn. Jana Niederöst (33) aus der Schweiz erhielt den Preis für ihre Dissertation an der ETH Zürich „Das Relief der Urschweiz von Franz Ludwig Pfyffer (1716-1802): 3D-Rekonstruktion, Analyse und Interpretation“ [PDF-Download], veröffentlicht 2005 als Mitteilung Nr. 89 des Instituts für Geodäsie und Photogrammetrie an der ETH Zürich. Die preisgekrönte Arbeit wurde betreut und vorgeschlagen von Prof. Dr. Armin Grün von der ETH Zürich.
- Dipl.-Ing. (FH) Maik Ullrich (34) wurde prämiert für seine Diplomarbeit 2001 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden im Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie „Der Beitrag zur Vermessung in Thüringen durch Franz Xaver von Zach“, veröffentlicht 2004 im Fachinformationsblatt des Deutschen Vereins für Vermessungswesen (DVW), Landesverein Thüringen e.V. Nr.5. Die Diplomarbeit wurde betreut und vorgeschlagen von Prof. Dr. oec. Rolf Falk Helbig.
Preisverleihung während der Eröffnungsveranstaltung der INTERGEO am 17. September 2003 in Hamburg
- Dipl.-Ing. Manfred Spata (59) aus Bonn ist für seine Untersuchungen zu „Friedrich Christoph Müller und seine Karten der Grafschaft Mark 1775 - 1791“ ausgezeichnet worden.
- Dipl.-Ing. Bernhard Zimmermann (78) aus Rostock-Warnemünde erhielt den Preis für seine Arbeit mit dem Titel „Friedrich Paschen und die mecklenburgische Landesvermessung 1853 bis 1873“ [PDF-Download]. Die Arbeit ist inzwischen als Band 33 in der Schriftenreihe des Förderkreises veröffentlicht worden.
Preisverleihung während der Eröffnungsveranstaltung der INTERGEO am 19. September 2001 in Köln
- Dipl.-Ing. Frank Reichert (29) aus Dresden. Seine preisgekrönte Diplomarbeit an der TU Dresden trägt den Titel: „Zur Geschichte der Feststellung und Kennzeichnung von Eigentums- und Herrschaftsgrenzen in Sachsen" [PDF-Download]. Sie wurde betreut und vorgeschlagen von Prof. Dr.-Ing. F. Reuter.
Frau Alina Pilz (M.A. M.Sc.) sowie Herr Aljoša Čekić (Masterarbeit IfP)
Preisverleihungen anlässlich der Mitgliederversammlung im Kinosaal des Dortmunder "U" am 6. Oktober 2025
Herr Aljoša Čekić untersuchte in seiner Masterarbeit am Institut für Photogrammetrie und Geoinformatik der Universität Stuttgart die topografische Aufnahme der Stadt Freyburg/Unstrut 1867 mittels Fotografien durch Albrecht Meydenbauer (siehe Mitt.-Nr. 861). So konnte er klären, mit welcher Genauigkeit es Meydenbauer damals gelungen war, die Stadt und ihre Umgebung erstmals photogrammetrisch in Lage und Höhe zu erfassen. Dabei wurde die Meydenbauer’sche Karte verglichen mit aktuellen Kataster- und Laserscandaten; desweiteren stand zum Vergleich eine zweite Karte von Freyburg zur Verfügung, die herkömmlich topographisch 1858 und damit im unmittelbaren zeitlichen Kontext entstanden war. Herr Aljoša Čekić zeigte auf, dass Meydenbauers Aufnahme überraschend genau und insbesondere wirtschaftlicher als die herkömmliche topographische Aufnahme war.
Frau Alina Pilz erhielt die Ehrung für ihre Masterarbeit "Mirenhäuschen am Helmertturm in Potsdam" am Institut für Architektur, Historische Bauforschung und Denkmalpflege der Technischen Universität Berlin. Der 1917 aus Stahl errichtete Beobachtungsturm, 1924 nach Helmerts Tod "Helmertturm" benannt, war auf Initiative des DVW Berlin-Brandenburg in den Jahren 2024/25 restauriert worden (siehe Mitt.-Nr.876 und 905). Unmittelbar neben dem Helmertturm entstanden kleine Meridianhäuschen, in denen Breiten- und Zeitbestimmungen beobachtet wurden, sowie drei kleine Mirenhäuschen. Zwei weitere Mirenhäuschen stehen in der Nord-Süd-Achse des Turmes im Königswald auf dem Kleinen Ravensberg. Diese Miren (lat. mirare = schauen) dienten zur Kontrolle der Grundeinstellungen der optischen Messgeräte auf dem Turm, insbesondere zur Justierung der Meridiankreismessungen mit Passageinstrumenten. Die interdisziplinäre Arbeit von Frau Alina Pilz bewirkte, dass diese zwei Mirenhäuschen nun restauriert und in die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke der Stadt Potsdam aufgenommen wurden.
(LGB Brandenburg und DVW Berlin-Brandenburg (Hg.): Auf den Spuren der Landesvermessung, Potsdam 2014, S. 6; ZfV 4/2024, DVW-Nachrichten N-56).