Erlass 1936 des neuen Landesgrundkartenwerks 1:5 000
Am 28. September 1936 veröffentlicht der Reichsminister des Innern (RMdI) den Landesgrundkartenerlass (LGrdKartErl), worin die Herstellung der neuen Deutschen Grundkarte 1:5 000 (DGK 5) geregelt wird. Der RMdI überwacht die Herstellung der DGK 5, er behält sich auch das Urheberrecht vor. Die Herstellung selbst ist Aufgabe der Länder, das Reich beteiligt sich aber an den Kosten.
Bereits 1923 hatte der Beirat für das Vermessungswesen des Reichsamtes für Landesaufnahme (RfL; siehe Mitt.-Nr. 788) die Einführung eines neuen Kartenwerks, die Deutsche Grundkarte 1:5 000, empfohlen, siehe Mitt.-Nr. 790. Die Herausgabe von Musterblatt und Zeichenvorschrift besorgte das RfL 1925. Wegen der hohen Herstellungskosten entstand die DGK 5 zunächst nur in wirtschaftlich anspruchsvollen Bereichen.
Ein Blatt der DGK 5 bildet bei einem Format von 40 x 40 Zentimeter einen Ausschnitt der Erdoberfläche von 2 x 2 Kilometer im Gitter der Gauß-Krüger-Koordinaten. Grundlage der Bearbeitung waren Verkleinerungen der Katasterkarten (Katastergrundriss) und stereophotogrammetrische Luftbildauswertungen (Höhenlinien). Die Arbeitsgrundlagen wurden durch eine örtliche Bearbeitung (Feldvergleich) überprüft und ergänzt.
Eine Vorstufe zum Aufbau des Kartenwerkes bildete die Katasterplankarte. Die DGK 5 konnte kriegsbedingt erst nach 1950 von den Landesvermessungsverwaltungen in Zusammenarbeit mit den Katasterbehörden systematisch geschaffen werden. Neben der gebräuchlichen Normalausgabe (DGK 5 N) mit Grundriss und Höhenlinien gab es eine Ausgabe ohne Höhenlinien (DGK 5 G) sowie eine Luftbildkarte (DGK 5 L) mit Orthofotos und ergänzender Beschriftung. Die Sonderausgabe Bodenkarte 1:5 000 (DGK 5 Bo) enthält die Ergebnisse der Bodenschätzung.
Heute liegt die Landesgrundkarte als Teil des Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystems (ALKIS) in digitaler Form blattübergreifend vor. Die DGK 5 wurde nach der Einführung von ALKIS nicht mehr fortgeführt. In den neuen Bundesländern ist statt der DGK 5 die Topografische Karte 1:10 000 (TK 10) bearbeitet worden.
(Scheel/Mohr: Die Entwicklung der Deutschen Landesvermessung, Wiesbaden 1978, S. 65; Paul Werkmeister: Lexikon der Vermesungskunde, Berlin 1943, S. 169; Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie, Berlin 2007, S. 307; Herbert Lang: Deutschlands Vermessungs- und Kartenwesen, Dresden 2008, S. 54)