Leibniz und das digitale Rechnen

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz schuf die Grundlage für digitale Computer.

Der deutsche Diplomat, Historiker, Theologe, Philosoph und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 375. Mal jährt, war ein universaler Geist, dessen Stellung in der Geschichte der Mathematik auf seiner selbständigen Erfindung der Differential- und Integralrechnung basiert sowie auf seinen Beiträgen zur Kombinatorik, Informatik und Rechenmaschine.

Von Leibniz stammen viele bedeutende Erfindungen, u. a. eine Rechenmaschine nach einem Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten. Dabei ließ sich Leibniz von seiner Scheu vor monotonen Rechenarbeiten leiten: „Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann.“ Dieser Meinung war bekanntlich auch Konrd Zuse (siehe Mitt. 782). Eine fehlerfrei arbeitende Replik nach Konstruktionsplänen von Leibniz konnte erst 1990 durch Nikolaus Joachim Lehmann realisiert werden; sie befindet sich heute in den Technischen Sammlungen Dresden.

In der Schrift „De progressione Dyadica“ von 1679 entwarf Leibniz einen binären Zahlencode nur mit den zwei Ziffern Null und Eins anstelle der traditionellen dezimalen Arithmetik, womit sich das Prinzip der Arithmetik mit dem Prinzip der Logik verknüpfen ließ. Seine Ideen konnten erst 230 Jahre später von Konrad Zuse bei der Rechenmaschine Z1 umgesetzt werden (Jürgen Schmidhuber, Leibniz, der erste Informatiker, FAZ, 19.5.2021).