Müfflings Instruktion von 1821

Vor 200 Jahren unterschrieb Generalleutnant Freiherr von Müffling am 15. Januar 1821 seine „Instruktion für die topographischen Arbeiten des Königlich Preußischen Generalstabes“.

Nach den „Musterblättern“ von 1818 des Kapitäns Carl von Decker (1784-1844) erschien 1821 die „Instruktion für die topographischen Arbeiten“ des Generalleutnants Friedrich Karl Ferdinand Freiherr von Müffling (1775-1851). Beide Anweisungen bilden ein Ganzes zur Regelung der trigonometrischen, topographischen und kartographischen Militär-Aufnahmearbeiten. In der Einleitung umreißt Müffling den Zweck seiner Instruktion, die er am 15. Januar 1821 in Berlin unterschrieb:

Der Zweck dieser Instruktion ist: den militärisch-topographischen Arbeiten, welche der preußische Staat ausführen lässt, eine solche Gleichförmigkeit zu geben, das durch festbestimmte Normen, das Zusammenarbeiten vieler einzelner Glieder, die Revision des Vorhandenen, und das Wiederanknüpfen an abgebrochenen oder das Vollenden angefangener Messungen erleichtert wird. Daher finden sich in Form und Materie für alles Vorschriften, was man auch auf verschiedenen Wegen erhalten könnte.“

Die Instruktion enthält dazu Erläuterungen zu den „nötigen astronomischen und trigonometrischen Vorarbeiten“ (Maßstab, Grundlinie, Erkundung, Winkelmessung, Revision), zur Kartenprojektion (Gradabteilung, Blattschnitt, Blattkonstruktion) und zu Detailaufnahmen (Grundaufnahmen, Reduktionen); sie werden ergänzt durch Rechenhilfstafeln und –beispiele. Müfflings Instruktion ist ein Manuskript in Schönschrift und liegt nur in Form handschriftlicher Kopien vor, also nicht im Druck. Das Institut für Angewandte Geodäsie (IfAG, heute Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, BKG) in Frankfurt am Main besorgte 1980 eine auf 100 Stück limitierte Reproduktion. Auch in der Bibliothek des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum befindet sich eine IfAG-Kopie der Instruktion; sie gelangte 2020 als Schenkung von Manfred Spata nach Dortmund. In diesem Jahr 2021 bereitet die Staatsbibliothek zu Berlin eine Transkription der Handschrift und eine Präsentation vor, verbunden mit Originalblättern der preußischen Uraufnahmen der Jahre 1818-1828, den Blättern der sogenannten Müffling-Aufnahme der Rheinlande.

Das dreiteilige „Musterblatt für die topographischen Arbeiten des Königlich Preußischen Generalstabes“ nebst Erläuterungen entwarf und zeichnete Kapitän Carl von Decker, der bereits zwei Jahre vorher ein Buch zur militärischen Aufnahme herausgebracht hatte. Das Musterblatt diente nach 1818 den preußischen Aufnahmeoffizieren bei den Feldarbeiten im Aufnahmemaßstab 1:25 000, den Zeichnern zur inhaltlich und graphisch einheitlichen Gestaltung des Kartenbildes und den Stechern als Vorschrift für ihre kartentechnischen Arbeiten. Neben den topographischen Signaturen legte das „Schriftmusterblatt“ sechs verschiedene, für die topographischen Arbeiten eingeführte Schriftarten fest; sie dienten zur Benennung der geographischen Namen und zur Erklärung der Kartensignaturen im Kartenbild (Manfred Spata: 200 Jahre historische Karten der Landesaufnahmen, Bonn 2017).