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Eratosthenes-Preisverleihung 2025

Verleihung des Eratosthenes-Preises 2025 an Alina Pilz und Aljoša Čekić.

Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum hatte den Eratosthenes-Preis 2025 für Arbeiten von jungen Menschen zur Vermessungsgeschichte ausgelobt. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Symposiums zur Vermessungsgeschichte 2025 in Dortmund statt (siehe Mitt.-Nr. 936). Aus den eingereichten Arbeiten wählte das Stifterkollegium dieses Mal zwei aus, die zu gleichen Teilen mit je 2 000 Euro dotiert wurden. 

Frau Alina Pilz erhielt die Ehrung für ihre Masterarbeit "Mirenhäuschen am Helmertturm in Potsdam" am Institut für Architektur, Historische Bauforschung und Denkmalpflege der Technischen Universität Berlin. Der 1917 aus Stahl errichtete Beobachtungsturm, 1924 nach Helmerts Tod "Helmertturm" benannt, war auf Initiative des DVW Berlin-Brandenburg in den Jahren 2024/25 restauriert worden (siehe Mitt.-Nr.876 und 905). Unmittelbar neben dem Helmertturm entstanden kleine Meridianhäuschen, in denen Breiten- und Zeitbestimmungen beobachtet wurden, sowie drei kleine Mirenhäuschen. Zwei weitere Mirenhäuschen stehen in der Nord-Süd-Achse des Turmes im Königswald auf dem Kleinen Ravensberg. Diese Miren (lat. mirare = schauen) dienten zur Kontrolle der Grundeinstellungen der optischen Messgeräte auf dem Turm, insbesondere zur Justierung der Meridiankreismessungen mit Passageinstrumenten. Die interdisziplinäre Arbeit von Frau Alina Pilz bewirkte, dass diese zwei Mirenhäuschen nun restauriert und in die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke der Stadt Potsdam aufgenommen wurden. 
(LGB Brandenburg und DVW Berlin-Brandenburg (Hg.): Auf den Spuren der Landesvermessung, Potsdam 2014, S. 6; ZfV 4/2024, DVW-Nachrichten N-56).

Herr Aljoša Čekić untersuchte in seiner Masterarbeit am Institut für Photogrammetrie und Geoinformatik der Universität Stuttgart die topografische Aufnahme der Stadt Freyburg/Unstrut 1867 mittels Fotografien durch Albrecht Meydenbauer (siehe Mitt.-Nr. 861). So konnte er klären, mit welcher Genauigkeit es Meydenbauer damals gelungen war, die Stadt und ihre Umgebung erstmals photogrammetrisch in Lage und Höhe zu erfassen. Dabei wurde die Meydenbauer’sche Karte verglichen mit aktuellen Kataster- und Laserscandaten; desweiteren stand zum Vergleich eine zweite Karte von Freyburg zur Verfügung, die herkömmlich topographisch 1858 und damit im unmittelbaren zeitlichen Kontext entstanden war. Herr Aljoša Čekić zeigte auf, dass Meydenbauers Aufnahme überraschend genau und insbesondere wirtschaftlicher als die herkömmliche topographische Aufnahme war.

Die Preisübergabe nahmen der Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Harald Schuh und der 1. Vorsitzende Ingo von Stillfried vor. Beide Preisträger gaben einen ganz kurzen Abriss ihrer Studienarbeiten - quasi als Appetithäppchen für mehr. Eine ausführliche Präsentation ihrer Themen soll im Rahmen der nächsten Mitgliederversammlung am 23.2.2026 erfolgen. Die beiden Preisträger werden auch in den Fachzeitschriften entsprechend geehrt.